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Der RATIONALE IMPERATIV

RATIONALER IMPERATIV

Ein „CHECK-IT Program“ für individuelle und gesellschaftliche Abläufe und Verhalten. Entwickelt 1980 von M. M. HANEL

 

ZIEL der UNTERSUCHUNG:        

       1.  Darstellung wahrer Bedeutungsinhalte der Begriffe:

MUSS …….  müssen

SOLL  …….  sollen

DARF  …….  dürfen

WILL   …….  wollen, in eben dieser absteigenden Gewichtung bzgl. ihrer „Realisierungsrechte“.

  1. Verknüpfung dieser 4 Begriffe in jeweils, durch die Gewichtung bedingte, gültige Aussagesätze.
  1. Beschreibung und Kommentar der Aussagesätze.

EINFÜHRUNG:

(Zur alten Version)

Unser gesellschaftliches Verhalten, privates, wie öffentliches Benehmen wird, so behaupte ich, –  von lediglich 4 Begriffen bestimmt, bzw. kann durch diese 4 Begriffe beschrieben werden.

Müssen  –   Sollen   –   Dürfen   –   Wollen

Es ist die denkerische, intellektuelle Herausforderung an den Mensch schlechthin, sich Zeit seines Lebens darum zu bemühen, sichere und gefestigte Standpunkte, in Bezug auf jene Dinge in seinem Leben zu beziehen, welche für ihn unabdingbar sind, quasi ein „MUSS“ darstellen.

Um in Folge seinen Bezug auf solches zu nehmen, welches „nur“ empfohlen werden kann, dem also, was nun nicht „muss“ aber doch sein  „soll“, dem was gedurft und schließlich dem,  was er will.

Dieser „philosophische Unterbau“, diese Position oder innere Einstellung stelle also die Grundlage für den „praktischen Überbau“, also die gelebte Praxis des alltäglichen Handelns dar.

Dieser Überbau wird einfach in der und als die normativ sozial gelebte Realität erkannt – reglementiert und definiert durch eine bestimmte Gesetzgebung, bzw. durch die Ergebnisse ihrer praktischen Umsetzung.

Gemäß dieser Vorstellung kann jede Handlung als ein Verknüpfungskomplex jener 4 oben genannten Begrifflichkeiten und ihrer angeschlossenen, mitrealisierten Assoziationsausformungen beschrieb­en werden.

Diese 4 Begriffe werden in ihrer Gewichtung unterschiedlich stark empfunden. Ich bediene mich einer absteigenden Gewichtung von 4 bis 1.

(4)   Muss/müssen bekommt als stärkster Begriff die höchste Gewichtung also  4;

(3)   Soll/sollen wird als weniger wichtig empfunden, wird also gewichtet mit  3;

(2)   Darf/dürfen wird zwar durch die Betonung der juristischen Erlaubtheit in der durch und durch reglementierten Gesellschaften des 21. Jhd. als alles bestimmend über das gesellschaftliche Verhalten gelegt; dennoch sollte es klar sein, dass es (das menschlich definierte „DARF sein“) gegenüber jenem, was aus der natürlichen Gesetzmäßigkeit  sein MUSS, weniger maßgebend für das natürliche, kosmische Sein einzustufen ist – also  2;

(1)   WILL/wollen genießt zwar in den modernen Zeit, der Zeit in der man alles „wollen darf“ zwar unglaubliche Wertschätzung, so nach dem Motto: „I want it all, I want it now“, dennoch wird eingesehen, dass es dem müssen und sollen untergeordnet zu reihen ist, wie auch dem gesellschaftlich und individuell definierten DÜRFEN; also  1;

 

 BEHAUPTUNG:

Jede menschliche Handlung, Entscheidung, Regelung kann daher darauf hin untersucht werden, welche Anteile an „müssen“, „sollen“ usw. sie in sich trägt.

Dem Verstand der heute lebenden, nicht nur europäischen Bevölkerungsmehrheit scheint es schwer zu fallen, obgenannte 4 Begriffe widerspruchsfrei zu verknüpfen und in Verhaltens­aus­formungen im täglichen Leben umzusetzen.

„Zwang“ welcher im Begriff „MUSS“ bestimmt und ausgedrückt ist, kann kaum mit dem Begriff „WILL/wollen“, welcher mit der Vorstellung „Freiheit“ assoziiert wird, konfliktfrei verbunden werden.

Das Ergebnis falscher Verknüpfungen ist widersprüchliches gesellschaftliches und individuelles Verhalten. Notwendiges, unumgängliches Verhalten (muss) wird verpönt oder gar verboten, Willkürliches zum Gesetz erhoben.
Natürliche Normen und Werte verlieren ihren Bestand und ihre Bedeutung und dies zieht den Niedergang der Gemeinschaft nach sich.

Diese Untersuchung soll zeigen, dass nur vollständige Erkenntnis der Bedeutung und die ent­sprech­ende Umsetzung der wahren Bedeutung aller 4 Begriffe, die Voraussetzung für ein echtes Bestehen, bzw. die „natürliche Verwirklichung“ eines jeden einzelnen Begriffes gewährleistet. Und, dass die Vernachlässigung der Anerkennung der Wesensinhalte, auch nur eines einzigen der Be­griffe, die „reale Existenz“ aller Begriffe (in Bedeutung und Umsetzung) gefährdet, weil eine solche Außerachtlassung die Bedeutungs­inhalte nicht zur „existentiellen (deren eingeschriebenen) Entfaltung“ gelangen lässt. (Ein „MUSS“ muss einfach, auch wenn man es verbieten (nicht dürfen) will und es als nicht erstrebenswert (es soll nicht sein) erachtet).

Mit anderen Worten an einem einfachen Beispiel erklärt: Wenn man das „Herr Lehrer ich muss mal“ als MUSS setzt (was ja auch ganz klar und eigentlich unbestritten zu bleiben hat), dann darf, solcher Wunsch nicht verboten werden, außer man nimmt den zwingend daraus sich ergebenden Konflikt in Kauf.

Werden also diese 4 Begriffe in nicht korrekter Weise miteinander verknüpft (indem ein schwächerer Begriff dominant über einen stärkeren gesetzt wird) ergeben sich sichtbare, erkennbare Reibungen, Spannungs­momente und Kon­flikte auf jed­weder Ebene (physischer, psychischer, geistiger, sozialer, politischer, …).

Die Begründung liegt darin, dass das dem jeweiligen Begriff innewohnende Prinzip des „Strebens nach vollständiger Verwirklichung“, durch den fehlerhaften Gebrauch des Intellektes (falsche Verknüpfung) gestört wird, dieses „Streben nach vollständiger Verwirklichung“ letztlich aber NICHT aufgehalten werden KANN. Es kann aufgeschoben, umgelenkt aber niemals verhindert werden.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass sich ALLE bestimmbaren, erlebbare Spannungen (z.B. WARUM Spanung zwischen Religionen aufgrund von Behauptungen, WARUM Terror aufgrund der ideologischen Begründungen, ja, auch Eheprobleme 🙂 …) auf eine, zwar intellektuelle, jedoch rational unzulässige Verknüpfung von Begriffen (welche letztlich auf obige 4 Begriffe reduziert werden können), der falschen Auffassung ihrer natürlichen „Wertigkeit“, bzw. ihrer unzulässigen Anwendung zurückführen lassen.

Ich schicke voraus und behaupte, dass mit diesem Modell, den Ergebnissen und der Methodik dieser Untersuchung in allen, der Analytik zugänglichen Gebieten (Politik, Gesetzgebung, Psychologie, etc.) gearbeitet werden kann, sofern die jeweils zu untersuchenden Begrifflichkeiten als MUSS, SOLL, DARF, WILL definiert werden (was nicht wirklich schwer fällt) und dann die Konstellation ihrer – in der gelebten Realitiät – vorgefunden Verknüpfung auf die Zulässigkeit gemäß dieser Ausführungen untersucht wird.

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Offene Fragen nach Pariser Massaker

Ein Gespräch auf TELEZÜRICH

Das gestrige Massaker bei der Pariser Zeitung „Charlie Hebdo“ macht weit über Frankreichs Grenzen und die Medienbranche hinaus betroffen. Einen Tag danach drängen sich zudem zahlreiche Fragen auf: Tickt in Frankreich eine gesellschaftliche Zeitbombe? Darf man sich in diesem angespannten Umfeld über den Islam lustig machen? Die kontroverse Diskussion heute im „TalkTäglich“.
Gäste:
  • Gilbert Casasus, Frankreich-Experte
  • Muhammed Hanel, Pressesprecher Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich
  • Erich Gysling, Journalist

Hier ist die SENDUNG anzusehen

Einige Anmerkungen zur Sendung:

Tickt eine gesellschaftliche Zeitbombe …
Tickt immer, wenn es in einer Gesellschaft angeblich oder tatsächlich kontroverse Machtinteressen gibt.

Darf man sich über den Islam lustig machen?
Geschlossene Fragen haben nicht nur etwas unprofessionelles, sondern auch etwas heimückisches an sich.

Die wesentlichen Fragen scheinen mir eher zu sein:
Gibt es einen Unterschied zwischen:

  • sich „lustig machen“, jemanden „beleidigen, verspotten und kränken“ und einer „satirisch verpackten Kritik an Missständen“ – und
  • „WAS ist einem Menschen HEILIG“ und
  • zeugt es von Kultur, Bildung und Anstand, ist es Zeichen der Aufklärung, der Reife, des Respekts jemandes HEILIGE zu verspotten? (die Ehre der Ehefrau z.B., das Andenken der Mutter? Die Opferbereitschaft, Tatkraft und Verlässlichkeit der Väter?) Welch böser Vergleich wäre doch: „die Medien – eine H. à ein bestimmter oder alle Journalisten wären daher Z.?

Wäre es bei aller legitimen Kontroverse nicht ein lohnenderes Ziel zu Antworten zu finden, nach Erklärungen zu forschen, die auch gemeinsam vertreten werden können?

Zur Frage der Pressefreiheit und dem Recht auf dieselbe:
Sind sie dafür oder dagegen? (siehe geschlossene Fragen)

Es gehört zur Ehre des Menschseins, sich den Mund nicht verbieten zu lassen – schon gar nicht gegen Ungerechtigkeit … dies ist eine zutiefst islamische Überzeugung!

Vielmehr gilt es bei diesem Fragenkomplex zu bedenken, dass jedem Recht – ein UNRECHT entgegensteht, jedem rechten Gebrauch – ein unrechter MISSBRAUCH!
Wäre es nicht auch bei dieser Frage nicht sinnvoll, sich um eine gemeinsam getragene Definition der Grenze zwischen diesen Polen zu bemühen?

Wie die VIOZ zu dieser Katastrophe steht – wie sie darauf reagiert?
Nun die Mitglieder des Vorstands sind jedenfalls zutiefst BESTÜRZT (eine normale Reaktion auf böswillige Gewalt) – mit BETROFFENHEIT (es wurde inzwischen gut vorbereitet political correct, die Taten einzelner Muslime oder höchst zweifelhafter muslimischer Gruppierungen, ALLEN MUSLIMEN in sippenhafter Manier anzulasten) – mit BEFÜRCHTUNGEN hinsichtlich der Stabilität des gesellschaftlichen Friedens in der Schweiz.

INTERVIEW für 20 Minuten

 

From: Bigliel Thomas
Sent: Wednesday, January 07, 2015 5:14 PM
To: m.hanel@gmail.com
Subject: Dringend: Medienanfrage 20 Minuten

Guten Abend Herr Hanel,

Vielen Dank für das nette Gespräch. Sicher haben Sie bereits von dem schrecklichen Attentat in Paris gehört. In einem Artikel lasse ich im Moment mehrere muslimische Stimmen zu Wort kommen. Gern würde ich auch Ihnen eine Stimme geben.

Wenn Sie folgende Fragen kurz mit einigen Sätzen beantworten könnte, wäre ich Ihnen sehr dankbar:

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen als Sie von dem Anschlag gehört haben?

HANEL:
Dass die mörderische, wahnsinnige Spirale der Gewalt uns eine Drehung näher gekommen ist.

Was bedeutet das für die Schweizer Muslime?

HANEL:
Dass ihr Leben in der Schweiz und in Europa sich weiter erschweren wird.

Haben sie Angst, dass der Anschlag den religiösen Frieden gefährden könnte?

HANEL:
Dieses Attentat bedeutet leider ganz klar eine wirklich ernsthafte weitere Gefährdung des sozialen und religiösen Friedens, da die Gesamtheit der Muslime völlig zu unrecht aufgrund von Verbrechen Einzelner in Sippenhaft genommen werden wird.

Gibt es Forderungen oder Wünsche, die Sie in diesem Zusammenhang haben?

HANEL:
Von den Medien fordere ich endlich eine differenziertere Berichterstattung hinsichtlich der verschiedenen Phänomene globaler Gewalt, von der Politik fordere ich endlich eine nachhaltige, kompetente und kooperative Befassung mit den tatsächlichen Lebensumständen der Muslime in der Schweiz und die Abkehr von populistischer Propaganda – und ich wünsche mir, dass diese Forderungen von Ihren Lesern nicht als anmaßend empfunden werden und durch gemeinsame Bemühungen die Dinge auf den rechten, uns allen genehmen staatsbürgerlichen Platz gerückt werden.

  • Vielen Dank für Ihre baldige Rückmeldung.

 Freundliche Grüsse, Thomas Bigliel

Thomas Bigliel
Redaktor Inland
20 Minuten AG

HANEL:
Eine Veröffentlichung erfolgte nicht – doch scheint der Tagesanzeiger einige Aussagen übernommen zu haben.
Siehe HIER

Interview für den TAGESANZEIGER

Interview für den Tagesanzeiger am 8.1.2015 von Benjamin Hämmerle mit
Muhammad Hanel

Muslime werden zu Unrecht in Sippenhaft genommen

 

Sie sagten, dass es nach dem Anschlag von Paris unter muslimischen Organisationen in der Schweiz Befürchtungen vor Angriffen auf Moscheen bzw. religiöse Einrichtungen gibt. Empfehlen Sie gegenwärtig Ihren Mitgliedern, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen? Wissen Sie von Organisationen, die ihre Einrichtungen nun stärker bewachen oder von der Polizei bewachen lassen?

HANEL:
Ich sagte, dass diesbezüglich Befürchtungen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft wohl auftreten werden.

Dies vor allem auch deshalb, weil durch die schwerkriminellen Übergriffe auf muslimische Einrichtungen in Flums eine Hemmschwelle der Gewalt überschritten wurde, hinter welche nur mit vereinten gesellschaftspolitischen Kräften der Vernunft und Rechtsstaatlichkeit zurückgegangen werden kann.

Bislang gibt es eine von Ihnen angesprochene Empfehlung von Seiten des Dachverbands nicht und auch liegen uns bislang keine Informationen vor, dass muslimische Einrichtungen stärker bewacht werden oder um Polizeischutz angesucht hätten. Dass allerdings unter der muslimischen Gemeinschaft eine ganz allgemein höhere Wachsamkeit und leider auch Misstrauen Platz greifen wird, ist natürlich und verständlich.

Dieses Attentat bedeutet leider ganz klar eine wirklich ernsthafte weitere Gefährdung des sozialen und religiösen Friedens, da die Gesamtheit der Muslime völlig zu unrecht aufgrund der Verbrechen Einzelner oder marginaler resp. zweifelhafter Gruppen in Sippenhaft genommen werden wird.

Welche Einrichtungen könnten besonders gefährdet sein? Jene, die von aussen gut als Moscheen erkennbar sind?

HANEL:
Natürlich spielt die äussere Sichtbarkeit eine Rolle, doch keine primäre. Alle muslimischen Einrichtungen sind heutzutage leicht zu finden. Vielmehr macht mir Sorge, dass es zu tätlichen Übergriffen auf Muslime und speziell auf Frauen kommt, welche durch ihre Tracht als Musliminnen erkennbar sind.

Sie sagten, die besonnenen Kräfte, auch bei den Medien, müssten nun näher zusammenrücken, um eine Gewaltspirale zu verhindern. Was stellen Sie sich darunter vor? Was können die Organisationen und ihre Imame tun? Was können die Medien tun?

HANEL:
Diese Frage ist etwas komplexer um kurz beantwortet zu werden. Daher nur einige Ansätze:

Dass den Medien eine zentrale Rolle zukommt, welche assoziativen Bilder in den Köpfen der Europäer erscheinen, wenn sie die Stichworte “Islam, Koran, Muslime” hören, braucht nicht näher erläutert werden.

Dass die Medien, unterstützt durch bestimmte politische Fraktionen nach dem Motto “only bad news is good news” in den letzten Jahrzehnten alles in der Schweiz dazu beigetragen haben, die Muslime und den Islam in einem einseitigen, ungünstigen Licht (zurückhaltend ausgedrückt) darzustellen, ist ernsthaft nicht zu bestreiten.

Wenn Sie mich fragen, was ich von den muslimischen Organisationen und den Medien – resp. der Politik fordere und was ich mir wünsche, erlaube ich mir folgende Antworten:

Von den Medien fordere ich endlich eine differenziertere Berichterstattung (es geht m.E. nicht nur um einen “Informationsauftrag”, sondern auch um einen KOMPETENTEN “BILDUNGSAUFTRAG”, welchen die Medien (wieder) zu übernehmen haben) hinsichtlich der verschiedenen Phänomene globaler und nationaler Gewalt, von der Politik fordere ich endlich eine nachhaltige, kompetente und kooperative Befassung mit den tatsächlichen Lebensumständen der Muslime in der Schweiz und die Abkehr von populistischer Propaganda – und ich wünsche mir, dass diese Forderungen von Ihren Lesern nicht als anmaßend empfunden werden und durch gemeinsame Bemühungen die Dinge auf den rechten, uns allen genehmen staatsbürgerlichen Platz gerückt werden

Jeder (Muslime, wie Nichtmuslime) kehre zuerst vor der eigenen Türe und bringe seine persönlichen und kollektiven Misskonzeptionen und unzulänglichen Vorstellungen von sich selbst und „den Anderen“ in Ordnung. Zudem ist kompetent unterstütztes gemeinsames Arbeiten, sind gemeinsam durchzuführende nachhaltige Projekte umzusetzen, welche nicht als „interreligiöse Wohlfühlaktionen“ über die Bühne laufen, sondern als gesellschaftlich tatsächlich positiv verändernde Massnahmen erkennbar werden. Verkürzt gesagt, nicht „Integration durch Partizipation“ was meines Erachtens zwar in die richtige Richtung weist, allerdings zu kurz greift, sondern vielmehr „Integration durch Kooperation“, in welche unterschiedliche Kreativität zu neuen Harmonien zu führen vermag.

Hier der LINK zum Artikel und dem, was von diesem Interview übriggeblieben ist:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/anschlag-in-paris/Muslime-werden-zu-Unrecht-in-Sippenhaft-genommen/story/25574948?track

Ach – vielleicht bin ich etwas zu empfindlich, was die Sorgfalt im Umgang mit Worten betrifft.
Gibt es KEINEN Unterschied zwischen Befürchtungen (wie ich schrieb) und ANGST  (wie im Artikel steht)?

ISLAM – ISLAMISMUS – FUNDAMENTALISMUS – TERROR

Eine Assoziationskette – fatal & ununterbrochen

Da die Beschäftigung mit dem Islam und dessen Werten vielerorts zunehmend auf undifferenzierte Weise geschieht, sehe ich mich als „Neu-Schweizer“ und Muslim veranlasst, folgende Erklärungen meinen nichtmuslimischen Mitbürgern zur Kenntnis zu bringen und eindringlich ans Herz zu legen. Ich bringe damit nicht nur meine Loyalität und Verantwortung für eine lebenswerte und sichere Schweiz zum Ausdruck, sondern auch meine Besorgnis gegenüber solchen Entwicklungen und Bewegungen, welche den Muslimen unbewusst, aber auch sehr bewusst, grundsätzlich jegliche gesellschafts­politisch positive Beteiligung am Aufbau einer friedlichen, stabilen und prosperierenden Schweizer Eidgenossenschaft absprechen – und damit solcher Entwicklung tatsächlich den Weg verbauen.

Zuerst sei einmal festgehalten, dass ohne ein gemeinsames, gleiches Verständnis der im Dialog verwendeten Begriffe, weder eine verlässliche Kommunikation, noch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gesellschaften oder zwischen gesellschaftlich relevanten Gruppen möglich ist.

Daher ist nun mein Anliegen, einige solche, von Muslimen und Nicht-Muslimen widersprüchlich aufgefasste, den gesellschaftlichen Konsens schwer belastende Begriffe aus Sicht eines Muslims darzustellen.

ISLAMISMUS 

Das erste wesentliche Problem mit diesem Begriff welches der Aufdeckung bedarf, ist, dass er, ohne auf einer allgemein gültigen, eindeutigen lexikalischen Definition zu fußen, im Grunde mit dem ISLAM an sich gleichgesetzt ist.
Was, um Gottes willen, soll gemäß normaler Auffassung ein ISLAMIST sein, denn ein Mensch, dessen Religion der ISLAM IST! Und ISLAMISMUS ist jenes Denken, Sprechen und Tun, welches sich aus der Befolgung der islamischen Lehre ergibt.
So wie ein Kapitalist einer ist, welcher das Kapital in das Zentrum seiner Ideologie, seiner Wertschätzung stellt und sein dadurch bestimmtes Denken, Reden und Tun als Kapitalismus bezeichnet wird.

FUNDAMENTALISMUS

Das zweite, ohne Zweifel noch größere Problem liegt darin, dass der Begriff Islamismus in seiner Bedeutung ohne „wenn und aber“ mit Fundamentalismus1 und dieses Wort in seiner Bedeutung mit „Terrorist und Staatsfeind“ gleichgesetzt wird.

Nicht nur westliche Islamwissenschaftler (z.B. Bernard Lewis) bezeichnen den Begriff des Fundamentalismus bezogen auf den Islam als unglücklich und irreführend, da er ursprünglich auf das Christentum bezogen angewendet wurde, wo damit zumeist protestantische Strömungen bezeichnet wurden, die den göttlichen Ursprung der Bibel und ihre Unfehlbarkeit verfechten. (Quelle: Wikipedia)

Nun muss aber klar verstanden werden, dass es im Islam, in der islamischen Gemeinschaft grundsätzlich niemanden gibt, der am göttlichen Ursprung des Qur’ans und seiner Unfehlbarkeit zweifelt und von daher jeder Muslim, also jeder Anhänger des Islam dem Wortsinne nach ein Fundamentalist ist; es – wenn so verbreitet und verstanden – also zur ursprünglichen IDENTITÄT des Muslims gehört, sich wortwörtlich als FUNDAMENTALIST zu sehen oder ein solcher werden zu wollen.

Denn der Begriff „Fundamentalist“ (usuli) wird ja auch schon seit Jahrhunderten in der islamischen Welt verwendet. Das Wort bezeichnet traditionell und im eigenen Verständnis allerdings die Gelehrten der ilm al usul Wissenschaft, die sich mit dem Studium der ursprünglichen Quellen, den Fundamenten islamischen Rechts befassen.

Ist also grundsätzlich jeder Muslim aus seinem eigenen Selbstverständnis gern ein Fundamentalist, so kann er doch mit dem hiesigen Verständnis dieses Begriffes herzlich wenig anfangen und nicht nur das. Sein Denken, sein Streben, welches ihm als selbstverständlich und lobenswert erscheint, lässt ihn sich ganz offen und aber auch sehr subtil als Mörder, Gewaltverbrecher, Staatsfeind, Anarchist und Bombenleger in den Augen der Gesellschaft widerspiegeln und sich in diesen als solchen selbst erkennen.

Muss man wirklich Psychologe, Soziologe, Politologe sein, um zu begreifen, dass eine, in solcher Form gesellschaftlich und individuell umfassend wahrgenommene Un-Gestalt sich weder selbst integrieren noch konfliktfrei integriert werden kann?

Untersucht man die unzähligen privaten oder staatlich propagierten Analysen die Muslime, deren Absichten, Ziele und Motivationen betreffend, ist deutlich festzustellen, dass es für die Muslime ein aussichtsloses Unternehmen darstellt, ständig jeweilige Gegendarstellungen zu platzieren, abgesehen davon, dass diese Richtigstellungen gar nicht angenommen und veröffentlicht würden.

Wie soll und will also ein konfliktminimiertes Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in unserem Staat ermöglich werden?

Etwa anders, als des Selbstverständnis des anderen zu respektieren, es verstehen lernen zu wollen, einander als Gleiche im Gleichen anzuerkennen und im Guten zu bestärken?
Oder etwa den anderen in Unkenntnis seiner jeweilig eigenen wahrhaften Werte und seines Selbstverständnis zu missachten und ihn für die höllischen Ängste – vor eigener Unvollkommenheit – verantwortlich zu machen?

Eines darf als Abschluss noch gesagt werden. Wenn die westlich orientierte Gemeinschaft wirklich glaubt, dass der real existierende Islam und dessen real existierenden, unter uns lebenden Anhänger nicht mit zivilen, resp. zivilisierten  Mitteln in der hiesigen Gesellschaft zu integrieren sind, so bleibt tatsächlich als einzige Alternative unvermeidlicher Krieg, der keine Gewinner kennt*.

Möge der Allmächtige Schöpfer die Menschen unserer Gesellschaften das für uns Förderliche Seines Wortes erkennen lassen:

Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und ein bestimmtes Vorgehen bestimmt. Und wenn der Allmächtige Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins ward.
[Qur’an 5:48]

 

WEITERLESEN unter: http://www.islamheute.ch/Islamismus.htm
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UNSER STANDPUNKT – seit eh und je

ISLAMIC SOCIETY OF NORTH AMERICA
P.O. Box 38, Plainfield, Indiana 46168
Tel 317-839-8157 ext. 228
www.Isna.net  or www.Balancedislam.org

Übersetzung und Bearbeitung: M.M.HANEL
http://www.islamheute.ch/Isna.htm

FIQH COUNCIL – RECHTSGUTACHTEN

Gegen Terrorismus und Religiösen Extremismus
M
uslimischer Standpunkt und muslimische Verantwortungen September 2005

http://www.balancedislam.org/FiqhCouncilFatwa.htm

  1. Unsere Position zu Terrorismus

Die Menschheit lebt heute in einer von einander abhängigen und miteinander verbundenen Welt, in welcher ein friedliches und faires gegenseitiges Umgehen, eingeschlossen dem Dialog zwischen und innerhalb der verschiedenen Glaubens­richtungen, ein Muss darstellt. Eine große Bedrohung für uns alle stellt die Geißel des religiösen und politischen Extremismus dar, welcher sich in den verschiedensten Arten der Gewalt, einschließlich Terrorismus manifestiert. Auf Grund des Fehlens einer all­ge­mein verbindlichen Definition des Wortes Terrorismus, kann dieser als jede Form der wahllosen Gewalt gegen unbeteiligte Menschen verstanden werden, ungeachtet ob diese von Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten ausgeübt wird.

Als Muslime haben wir die Verantwortung wahrzunehmen, eine eindeutige, auf dem Glauben basierende, rechtschaffene und redliche Position zu dieser Problematik zu beziehen, besonders dann, wenn terroristische Aktionen im Namen des Islam verübt werden. Die Absicht dieses Schreibens ist es, einiges Wesentliche zu diesem Thema zu veröffentlichen, nicht aufgrund äußerlichen Drucks oder der „political correctness“ wegen, sondern aus aufrichtiger Überzeugung heraus, wofür Islam steht. Bislang hat das Fiqh Council of North America (FCNA), eine Islamisch rechtliche Körperschaft, eine Fatwa (religiöser Entscheid) am 28. Juli 2005 herausgegeben, welche die seit langem eingenommene Position zu dieser Angelegenheit bekräftigt und die unmissverständliche Verurteilung von Terrorismus durch die Feststellung zum Ausdruck brachte: „Der Islam verurteilt strikt religiösen Extremismus und Gewaltausübung gegenüber unschuldigem Leben. Der Islam liefert keinerlei Rechtfertigung für Extremismus und Terrorismus“. Festgehalten wurde des Weiteren: „Der Rechtleitung unserer Offenbarung, dem Qur’an und den Lehren unseres Propheten Muhammads – Friede sei mit ihm – folgend, bestätigen die religiösen Vorschriften folgende hervorstechenden Prinzipien:

  1. Alle terroristischen Handlungen, einschließlich solcher, welche gegen das Leben und Eigentum von Zivilisten gerichtet sind, ob sie durch Selbstmordanschläge oder andere Angriffsformen ausgeführt werden, sind haram (verboten) im Islam.
  2. Es ist für einen Muslim haram, mit irgendeiner Person oder Gruppe zu kooperieren, welche mit irgendeiner Form des Terrorismus oder verbotener Gewalt zu tun hat.
  3. Es ist die staatsbürgerliche und religiöse Pflicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, das Leben aller Zivilisten zu schützen und die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitbürger zu gewährleisten. Vor nicht allzu langer Zeit wurden ähnliche Verlautbarungen von religiösen Gelehrten und Führern in England, Kanada und Australien veröffentlicht.

Ohne Berücksichtigung der Zulässigkeit der Missstände in Bezug auf Aggression oder Unterdrückung, ist Terrorismus der Inbegriff von Ungerechtigkeit, da er auf unbeteiligte Personen abzielt. Das Ziel rechtfertigt nicht die Mittel und unbeteiligte Bürger sollen niemals den Preis für die Untaten anderer bezahlen oder quasi als Bauernopfer missbraucht werden, militärische oder politische Konflikte auszutragen. Muslime sind durch die qur’anischen Verbote gebunden, welche das Töten unschuldigen Lebens [Qur’an: 5:32; 17:33], als eine der schwersten Sünden im Islam erachten. Darüber hinaus verlangt der Qur’an eindeutig von den Muslimen, gerecht, auch gegenüber Feinden zu verfahren [4:135, 5:8].

  1. Darstellung von damit verbundenen Sachverhalten
  2. Jihad ist nicht mit Terrorismus gleichzusetzen.

Im Gegensatz zu gebräuchlicher fehlerhafter Auffassung und Übersetzungen, bedeutet das Wort Jihad nicht “Heiliger Krieg” oder einen Krieg, welcher durch die Unterschiede in der Glaubensauffassung gerechtfertigt wäre. Das arabische Äquivalent von „Heiliger Krieg“ findet sich nirgendwo im Qur’an. Krieg ist in keiner Weise „heilig“ und wird im Qur’an als eine verhasste Tat beschrieben [2:216]. Der qur’anische arabische Begriff Jihad und seine Ableitungen bedeuten, sich in besonderem Maße anzustrengen und sich zu bemühen. Diese Begriffe werden im Qur’an und den Prophetenaussprüchen, den Ahadith, in drei verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  •   Erstens wird der innere Jihad angesprochen, der Kampf gegen die eigenen Unzuläng­lich­­keiten des Selbst [22:77-78; 29:4-7];
  •   zweitens in Bezug auf einen gesellschaftlichen Jihad oder der gemeinschaftlichen Bemüh­ung um Wahrheit, Gerechtigkeit und Wohlstand [25:52; 49:15]; und
  •   drittens in Bezug auf das Schlachtfeld, oftmals den Begriff Qital (kriegerisches Kämpfen) verwendenden. Dieser kriegerische Jihad ist im Qur’an der legitimierten Selbstverteidigung im Falle unprovozierter Aggression oder als Widerstand gegen schwere Unterdrückung, aus religiöser oder anderer Motivation, gestattet [2:190-194; 22:39-41]. Kein Vers des Qur’an, im korrekten geschichtlichen und textlichen Zusammenhang belassen, erlaubt das Bekämpfen anderer auf Grund deren Glaubens, Rasse oder Nationalität.

Mehrere zwingende Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor der kriegerische Jihad begonnen werden darf.

Um mit der „verhassten Tat“ zu beginnen, darf Krieg nur als letztes Mittel, nach dem Scheitern aller anderen Bemühungen begonnen werden.

Weiters kann der Jihad nicht beliebig von Einzelpersonen oder einer Gruppe ausgerufen werden, sondern vielmehr nach eingehender Beratung durch eine legitimierte Autorität.

Und letztlich hat die Absicht der Muslime, welche sich am militärischen Jihad beteiligen, rein und unberührt von persönlichen oder nationalistischen Beweggründen zu bleiben. Außerdem haben für den Kriegsfall die Lehren des Propheten Muhammad – Friede sei mit ihm – und des ersten Kalifen Abu Bakr (r) eindeutige Richtlinien für das Verhalten der Kämpfer am Schlachtfeld festgelegt. Diese Richtlinien verbieten den Angriff auf Unbeteiligte, besonders alte und unbewaffnete Zivilisten, Kinder, Frauen und Geistliche sowie die Zerstörung von Infrastruktureinrichtungen. [Sunan Abi Dawood (Bab Al-Jihad); sowie Tareekh Al-Tabari].

Da Krieg nur als letztes Mittel gegen noch größeres Übel zum Einsatz gelangen soll, ist die allgemeine Regel und das Ideal für muslimisches Verhalten friedvolles Zusammen­leben mit anderen Menschen in Güte und Gerechtigkeit [60:8-9]. Tatsächlich anerkennt der Qur’an die Pluralität, einschließlich religiöser Vielfalt innerhalb von menschlichen Gesellschaften als Teil des göttlichen Schöpfungsplans [10:19; 11:118-119]. Aus diesem Grund ruft Gott zu friedlicher und respektvoller Auseinandersetzung und Rede mit anderen Menschen auf, nicht zu erzwungener Bekehrung, sei dies nun durch Krieg oder andere gewaltvolle Zwangsmaßnahmen [2:256; 3:64; 16:125; 29:46].

Unglücklicherweise propagieren sowohl Extremisten als auch die Gegner des Islams, welche die Bedeutung des Wortes Jihad entstellen, eine falsche Vorstellung über Jihad, indem sie Begriffe wie „Jihadisten“ oder „islamischen Terror“ verwenden oder indem Terroristen sich auf den Jihad berufen. Solche Stereotypen und der Gebrauch von Ausdrücken wie „Islamischer Terrorist“ sind gerade so ungerechtfertigt wie die Bezeich­nung von Timothy McVeigh als „Christlichen Terroristen“ oder zu behaupten, dass Angriffe auf Abtreibungskliniken als „christliche, terroristische Aktionen“ zu bezeichnen wären.

Im Verlauf muslimischer Geschichte passierte es, wie es mit ähnlichen Normen in anderen Gesellschaften und Zivilisationen ebenfalls geschah, dass die oben erwähnten Regeln für den Jihad zu verschiedensten Zeiten und in unterschiedlichstem Maße verletzt wurden. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass die Islamische Lehre weder auf Handlungen einzelner Muslime in der Vergangenheit oder Gegenwart, noch auf vergangene oder gegenwärtige Missinterpretationen zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf die moralischen Prinzipien, welche den ursprünglichen, authentischen islamischen Quellen eingeschrieben sind.

  1. Der Islam erachtet Menschen anderen Glaubens nicht als “Ungläubige” und befürwortet nicht Gewalt gegen sie.

Erstens bezeichnet der Begriff “Ungläubige” in etwa „jemanden, der keinem religiösen Glauben anhängt, einen Atheisten“. Diese Bezeichnung ist mit der qur’anischen Fest­stellung völlig unvereinbar, dass die „Völker der Schrift“, (Juden und Christen) an den gleichen universellen Gott wie die Muslime glauben [29:46]. Darüber hinaus ist „Ungläubiger“ eine falsche Übersetzung des arabischen Wortes „Kafir“, welches wörtlich jemanden bezeichnet, der „etwas verdeckt“ oder „zurückweist“ (einen Glauben, der mit dem eigenen unvereinbar erscheint). Dieser Begriff wird im Qur’an in unterschiedlichem Kontext gebraucht: in neutralem Sinne, wobei Bauern als Kuffar bezeichnet werden, welche die Samen mit Erde bedecken [57:20], in positivem Sinne, wobei das Fehlen jeglichen Glaubens an Gott und die Zurückweisung des Götzendienstes bezeichnet wird [2:256; 60:4]; an anderer Stelle ist damit die Weigerung einen Propheten anzuer­kennen, ohne die Existenz Gott zu leugnen gemeint.

Zweitens wird nirgendwo im Qur’an zur Gewalt gegen jemanden, alleine aufgrund seiner Zurückweisung des Islams, aufgerufen [2:256; 88:21-22; 6:107-108; 42:48]. Sämtliche Verse, welche in diesem Zusammenhang durch eine „cut & paste“ Methodik aus dem Zusammenhang gerissen, zitiert werden (wie 9:5; 29; 123), beziehen sich auf eine bestimmte historische Wirklichkeit, in welcher sich Gruppen oder Völker mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund feindselig und aggressiv gegen die im Entstehen begriffene Gemeinschaft der Muslime in der Zeit des Propheten (Friede sei auf ihm) gewandt haben. Das Verständnis dieses geschichtlichen Zusammenhangs und die Anwendung sorgfältiger Textanalyse belassen keinen Zweifel, dass die Erlaubnis zurückzuschlagen nichts mit den religiösen Überzeugungen dieser Gruppen oder Völker zu tun hat, sondern auf deren Aggression und brutale Unterdrückung zurückzuführen ist; sie stellte eine Notwendigkeit für die staatliche Sicherheit dar.

Auch wenn einige Muslime diese eindeutigen qur’anischen Grenzen missachten, liefert der Islam weder eine Rechtfertigung für solche Taten, noch kann er dafür verantwort­lich gemacht werden.

Drittens ist es als hinterlistige und irreführende Taktik zu bezeichnen, ausschließlich auf solche Verse hinzuweisen, welche sich mit den Möglichkeiten legitimer Selbstverteidi­gung befassen und jene Verse des Qur’ans zu ignorieren, die wiederholt und wider­spruchs­frei die Unan­tast­barkeit menschlichen Lebens [5:32], den Respekt menschlicher Würde [17:70], Achtung der Pluralität, einschließlich der Pluralität religiöser Überzeu­gungen [5:48; 11:118], die friedliche Koexistenz mit allen Menschen [60:8-9], allgemeine und vorurteils­lose Gerechtigkeit, selbst dem Feind gegenüber [4:135; 5:8], die Bruderschaft unter den Menschen [49:13] und die Barmherzigkeit gegenüber aller Schöpfung [21:107] betonen. Der Qur’an ist ein zusammenhängendes, in sich schlüssiges Buch und sollte nicht auf zerstückelnde Art interpretiert werden.

iii. Muslime haben sich als verantwortungsvolle Bürger zu verhalten.

Es ist ein wohl begründetes islamisches Prinzip, dass die Bürger einer Nation, unabhängig ihrer religiösen Überzeugung, nicht nur verpflichtet sind, die staatlichen Gesetze einzuhalten, sondern ebenfalls die Sicherheit und Wohlfahrt des Landes zu schützen und zu gewährleisten. Dieser Grundsatz wurde jüngst in verschiedensten Verlautbarungen des Europäischen Ifta` und Forschungsrates wiederholt. Dieser Rat hat die in westlichen Ländern lebenden Muslime und deren muslimische Staatsbürger aufgerufen, dem (Sozial)Vertrag treu verbunden zu bleiben, dem sie als Staatsbürger verpflichtet wurden oder den sie als Bewohner anerkannt haben, da die Erfüllung von Verträgen gemäß Qur’an, Hadith und Konsens der Gelehrten eine religiöse Pflicht darstellt [siehe 5:1, 3:76, 17:34, und der abschließenden Stellungnahme des Rates bei der 11 Versammlung in Stockholm; 22. – 26. Jänner 2003 und der 14. Versammlung in Dublin; 23. – 27. Februar].

Durch Staatsbürger begangene terroristische Aktionen sind zu verurteilen, weil sie sowohl unbeteiligten Menschen Gewalt zufügen, als auch heimtückischen Verrat am Wesen der Staatsbürgerschaft begehen.

  1. iv. Islam verbietet religiösen Extremismus.

Extremismus läuft der qur’anischen Anweisung an die Muslime zuwider, eine gerechte und ausgeglichene Gemeinschaft der Gläubigen (ummatan wasata) zu formen, so dass sie durch das Beispiel ihres Lebens Zeugnis von der Wahrheit vor aller Menschheit abzulegen vermögen [2:143]. Dieser Vers bekräftigt über allen Zweifel erhaben, dass der der muslimischen Gemeinschaft vorgeschriebene Kurs, der ausgewogene Mittelweg ist. Alle extremen Neigungen sind zu vermeiden. Diese Vorschreibungen zur Mäßigung und Ausgeglichenheit werden ständig wiederholt und in weiteren Versen und den Gepflogenheiten und Aussprüchen des Propheten – Friede sei mit ihm – in Hinblick auf die Bereiche des Gottesdienstes, Pflichten gegenüber der Familie, Heirat und andere Angelegenheiten hervorgehoben. Tatsächlich warnte er ganz besonders vor Extremis­mus und Übertreibung in religiösen Dingen (ghulow) und sagte: „Folgt immer dem mittleren Weg, auf welchem ihr euer Ziel erreichen werdet“ (Sahih Al-Bukhari). In diesem Lichte der kennzeichnenden Mäßigung und Toleranz, der Aufnahme der Beiträge anderer Glaubensgemeinschaften und ziviler Gesellschaften ist die Entwicklung zum Erblühen von Kreativität, Wissen und Erfindungen während einiger Jahrhunderte zu sehen, welche einen enormen Einfluss auf die Renaissance ausübte.

  1. Muslime sind ein Teil der universalen Familie der Menschen und sind dem Zusammenleben in Frieden und Gerechtigkeit verpflichtet.

Über die Zurückweisung von Intoleranz und Extremismus hinausgehend, sucht der Islam die Völker verschiedenster Rassen, Nationen und Religionen zusammen zu bringen und überlässt das Urteil religiöser „correctness“ über einen Menschen oder eine Gruppe alleine Gott am Tage des Gerichts (Wiederauferstehung). Wenn der Qur’an über die Bruderschaft im Glauben spricht [49:10], so spricht er im gleichen Kapitel über eine noch weiter gefasste Familie der Menschheit:

O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.[49:13, siehe auch 30:22]

Beachtenswert ist, dass dieser Vers nicht alleine die Muslime anspricht, sondern vielmehr über den allgemein gehaltenen Begriff “O ihr Menschen”, alle Völker mit einschließt. Er erinnert die Menschheit, dass sie einer einzigen Familie, vom gleichen Elternpaar entstammen, und wenn dies auch eine facettenreiche Familie ist, so ist deren Verschiedenartigkeit vielmehr ein Grund gefeiert zu werden und kein Grund zur Trennung.

Es sollte ebenfalls nicht vergessen werden, dass Verschiedenheit in der Einheit und Einheit in der Verschiedenheit möglich ist. Diese bewegende Feststellung im Qur’an über die große menschliche Familie ist eine profunde Basis für Frieden für und unter allen Völkern.

Über die Bedeutung der gemeinsamen familiären Abstammung der Menschen hinaus­gehend, bestimmt eine grundlegende Regelung das Verhältnis der Muslime mit Menschen anderen Glaubens. Es ist die Bestimmung zu friedlicher Koexistenz, Gerechtigkeit und Mitgefühl [60:8-9]. Dieser Vers verdeutlicht die Pflicht der Muslime ihre Mitbewohner auf der Grundlage von Frieden in Billigkeit (qist) und birr zu behandeln. Der Ausdruck birr und seine Ableitungen bezeichnen im Qur’an und Hadith jenes Verhalten, welchen den Eltern entgegengebracht wird. Solch ein Verhältnis geht über bloße Freundlichkeit hinaus, da sie sowohl Liebe als auch Respekt mit einschließt. Diesen Geist von birr aufzubauen und zu erhalten ist ein Eckpfeiler im Kampf gegen Terrorismus und religiösen Extremismus.

III. Terrorismus und Religiösem Extremismus entgegenzutreten: eine Verpflichtung der Muslime

Es ist für alle Muslime verpflichtend, die korrekte Position gegenüber Terrorismus und religiösem Extremismus darzustellen und aufrecht zu erhalten. Wie die Fatwa von FCNA erklärt, haben wir alle legalen Maßnahmen zu ergreifen, diese Plagen zu bekämpfen. Dies schließt folgendes mit ein.

  • Erziehung und Ausbildung der Muslime, besonders der Führer und Imame in Bezug auf die relevanten islamischen Lehren, gesellschaftliche Belange und zur Aufnahme entsprechender Initiativen gegen Terrorismus und religiösen Extremismus.
  • Verbreitung der „Anti-Terrorismus und Anti-Religiöser Extremismus Fatwa“ von FCNA innerhalb der Gemeinschaft, sie verständlich zu machen und jede Moschee und andere islamische Bildungseinrichtung im Land zur Befürwortung ermutigen.
  • Führer für unislamische Lehren zur Verantwortung ziehen und sie dabei zu ermutigen, Unterweisung von Einrichtungen wie ILDC [ISNA Leadership Development Center] zu beziehen oder Ratschläge von FCNA anzunehmen.
  • Umsetzung von Jugend Programmen, welche die islamische Position zu Terrorismus und religiösem klarstellen.
  • Aufbau und Verstärkung der Beziehungen zu, und Zusammenarbeit mit staatlichen juristischen Exekutivinstitutionen inklusive Bewusstmachungs- und Unterschieds­training.
  • Kontaktaufbau zu nachbarschaftlichen und interreligiösen Einrichtungen, um ein besseres Verständnis füreinander und bessere Kooperation miteinander zu erarbeiten.
  • Allianzen mit nationalen und internationalen islamischen Einrichtungen begründen, um eine globale, geeinte muslimische Plattform und Bewegung gegen Terrorismus und religiösen Extremismus einzurichten.
  1. Aufruf an die Menschen aller Glaubensrichtungen

Im Interesse der Gerechtigkeit und einer Änderung hin zum Besseren, ersuchen wir auch unsere Nachbarn und Freunde anderer Glaubensrichtungen, uns in diesen Bemühungen zu unterstützen, indem sie sich gegen die jüngsten Repressalien gegen Muslime und die weit verbreitete Dämonisierung des Islams aussprechen. Islamophobe Erklärungen und Aktionen strafen und treffen die gesamte, weltweite Gemeinschaft der Muslime für die Handlungen weniger und behindern unsere Bemühungen, eine gemäßigte Sprache, gegenseitiges Verständnis und Frieden zu entwickeln.

Lassen Sie uns aber auch nicht eine kritische und ehrliche Auseinandersetzung in Bezug auf relevante Themen wie Ungerechtigkeit, Unterdrückung und gegenseitige Erniedrigung scheuen, die allesamt fruchtbaren Nährboden für Extremismus, Hass und völlig unsinniger und unüberlegter Gewalt abgeben. Lassen Sie uns erkennen, dass verstehen nicht gleich rechtfertigen bedeutet, denn es gibt absolut keine religiöse, politische oder andere Rechtfertigung für auch nur den geringsten terroristischen Akt. Der Teufelskreis der Gewalt muss in unserer miteinander verknüpften Welt unter­brochen werden und daher müssen wir kooperieren, gegenseitiges Verständnis und konstruktiven Dialog entwickeln, damit wir diese Ziele erreichen. Dies ist die einzige Hoffnung, um wahrhaftigen und echten gegenseitigen Respekt, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen, so Gott will.

Das Fiqa Council von Nord America (FCNA) und die Islamische Gesellschaft von Nord America (ISNA) ermutigen jede Moschee und jede islamische Institution diese Fatwa als Teil ihrer Positionierung hinsichtlich der wichtigen, die amerikanischen Muslime betreffenden Angelegenheiten zu unterstützen.

Bestätigt und herausgegeben durch die Vereinigte Muslimische Interreligiöse Allianz in Amerika (United Muslims of America Interfaith Alliance, UMAIA)

Relevante Verse aus dem Qur’an

Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. [5:32]

Und tötet nicht das Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat, es sei denn zu Recht. Und wer da ungerechterweise getötet wird – dessen Erben haben Wir gewiss Ermächtigung (zur Vergeltung) gegeben; doch soll er im Töten nicht maßlos sein; denn er findet (Unsere) Hilfe. [17:33]

O ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut bei der Wahrnehmung der Gerechtigkeit und seid Zeugen für Allah, auch dann, wenn es gegen euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte geht. Ob der eine reich oder arm ist, so ist Allah beiden näher; darum folgt nicht der persönlichen Neigung, auf dass ihr gerecht handeln könnt. Und wenn ihr aber (die Wahrheit) verdreht oder euch von (der Wahrheit) abwendet, so ist Allah eures Tuns kundig. [4:135]

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig. [5:8]

Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht. [2:216]

O ihr, die ihr glaubt, verneigt euch und werft euch in Anbetung nieder und verehrt euren Herrn und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget. Und eifert in Allahs Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte, der Religion eures Vaters Abraham. Er (Allah) ist es, Der euch vordem schon Muslime nannte und (nun) in diesem (Buch), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und damit ihr Zeugen über die Menschen sein möget. Also verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und haltet an Allah fest. Er ist euer Beschützer, ein vortrefflicher Beschützer und ein vortrefflicher Helfer! [22:77-78]

Oder glauben diejenigen, die böse Taten begehen, dass sie Uns entrinnen könnten? Übel ist es, wie sie urteilen. Wer mit Allahs Begegnung rechnet, (der soll wissen, dass) Allahs angesetzte Frist sicher abläuft. Und Er ist der Allhörende, der Allwissende. Und wer da eifert, eifert nur für seine eigene Seele; denn Allah ist auf niemanden von allen Welten angewiesen. Und jene, die glauben und gute Werke tun – wahrlich, Wir werden ihre Übel von ihnen nehmen und ihnen den besten Lohn für ihre Taten geben. [29:4-7]

So gehorche nicht den Kuffar, sondern eifere mit ihm (dem Qur’an) in großem Eifer gegen sie. [25:52]

Die Gläubigen sind nur jene, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und dann nicht (am Glauben) zweifeln und sich mit ihrem Besitz und ihrem eigenen Leben für Allahs Sache einsetzen. Das sind die Wahrhaftigen. [49:15]

Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Kuffar. Wenn sie aber aufhören, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun. Der heilige Monat ist für den heiligen Monat, und für die geschützten Dinge ist Wiedervergeltung (bestimmt). Wer nun gegen euch gewalttätig handelt, gegen den handelt in gleichem Maße gewalttätig, wie er gegen euch gewalttätig war, und fürchtet Allah und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. [2:190-194]

Die Erlaubnis, (sich zu verteidigen,) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat wahrlich die Macht, ihnen zu helfen -, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sagten: „Unser Herr ist Allah.“ Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen der Name Allahs des öfteren genannt wird, niedergerissen worden. Und Allah wird gewiss dem zum Sieg verhelfen, der für Seinen Sieg eintritt. Allah ist wahrlich Allmächtig, Erhaben. Jenen, die, wenn Wir ihnen auf Erden die Oberhand gegeben haben, das Gebet verrichten und die Zakah entrichten und Gutes gebieten und Böses verbieten, (steht Allah bei). Und Allah bestimmt den Ausgang aller Dinge. [22:39-41]

Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Allah liebt die Gerechten. Doch Allah verbietet euch, mit denen, die euch des Glaubens wegen bekämpft haben und euch aus euren Häusern vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt – das sind die Missetäter. [60:8-9]

Die Menschen waren einst nur eine einzige Gemeinde, dann aber wurden sie uneins; und wäre nicht ein Wort von deinem Herrn vorausgegangen, wäre zwischen ihnen bereits über das, worüber sie uneins waren, entschieden worden. [10:19]

Und hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die Menschen alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht; doch sie wollten nicht davon ablassen, uneins zu sein. Ausgenommen davon sind jene, derer dein Herr Sich erbarmt hat, und dazu hat Er sie erschaffen. Und das Wort deines Herrn ist in Erfüllung gegangen: „Wahrlich, Ich werde Dschahannam mit den Dschinn und den Menschen insgesamt füllen.“[11:118-119]

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend. [2:256]

Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.“ Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: „Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.“ [3:64]

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind. [16:125]

Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und Weise. Ausgenommen davon sind jene, die ungerecht sind. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben.“ [29:46]

Wisset, dass wahrlich das diesseitige Leben nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist und ein Prunk und Geprahle unter euch und ein Wettrennen um Vermehrung von Gut und Kindern. Es gleicht dem reichlichen Regen, dessen Pflanzenwuchs den Säern gefällt. Dann verdorrt er, und du siehst ihn vergilben; hierauf wird er brüchig. – Und im Jenseits gibt es eine strenge Strafe, aber auch Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Und das diesseitige Leben ist nichts anderes als eine Nutznießung, durch die man sich betören lässt. [57:20]

Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham und denen mit ihm, als sie zu ihrem Volk sagten: „Wir haben nichts mit euch noch mit dem zu schaffen, was ihr statt Allah anbetet. Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Haß entstanden, (solange,) bis ihr an Allah glaubt und an Ihn allein!“ – abgesehen von Abrahams Wort zu seinem Vater: „Ich will gewiss für dich um Verzeihung bitten, obwohl ich nicht die Macht dazu habe, bei Allah für dich etwas auszurichten.“ (Sie beteten:) „Unser Herr, in Dich setzen wir unser Vertrauen, und zu Dir kehren wir reumütig zurück, und zu Dir ist die letzte Einkehr. [60:4]

So ermahne; denn du bist wahrlich ein Ermahner, du hast aber keine Macht über sie. [8:21-22]

Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde – es ist kein Gott außer Ihm – und wende dich von den Götzendienern ab. Und hätte Allah es gewollt, hätten sie (Ihm) keine Götter zur Seite gesetzt. Wir haben dich weder zu ihrem Hüter gemacht, noch bist du ihr Wächter. Und schmäht die nicht, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll ohne Wissen Allah schmähen. Also lassen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber werden sie zu ihrem Herrn heimkehren; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan haben. [6:106-108]

Kehren sie sich (vom Glauben) ab, so haben Wir dich nicht als deren Wächter entsandt. Deine Pflicht ist nur die Verkündigung. Wenn Wir dem Menschen von Unserer Barmherzigkeit zu kosten geben, so freut er sich über sie. Doch wenn ein Unheil sie um dessentwillen trifft, was ihre Hände vorausgeschickt haben – siehe, dann ist der Mensch undankbar. [42:48]

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig; [9:5]

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten. [9:29]

O ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen jene, die euch nahe sind unter den Kuffar, und lasst sie euch hart vorfinden; und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. [9:123]

Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt und sie über Land und Meer getragen und sie mit guten Dingen versorgt und sie ausgezeichnet – eine Auszeichnung vor jenen vielen, die Wir erschaffen haben. [17:70]

Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret. [5:48]

Und hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die Menschen alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht; doch sie wollten nicht davon ablassen, uneins zu sein. [11:118]

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig. [5:8]

O ihr, die ihr glaubt, erfüllt die Verträge. Erlaubt ist euch jede Art des Viehs, mit Ausnahme dessen, was euch (in der Schrift) bekanntgegeben wird; nicht, dass ihr die Jagd als erlaubt ansehen dürft, während ihr pilgert; wahrlich, Allah richtet, wie Er will. [5:1]

O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig. [49:13]

Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten. [21:107]

Wer jedoch seiner Verpflichtung nachkommt und gottesfürchtig ist – siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen. [3:76]

Und tastet nicht das Gut der Waise an, es sei denn zu (ihrem) Besten, bis sie die Reife erreicht hat. Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muss Rechenschaft abgelegt werden. [17:34]

Dies ist eine Gemeinde der Vergangenheit; ihr wird zuteil, was sie sich erworben hat, und euch wird zuteil, was ihr euch erworben habt. Und ihr werdet nicht für das verantwortlich sein, was jene getan haben. [2:134]

Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden. [30:22]

Hanel, 18.9.05

Dachverbände der Schweizer Muslime verurteilen Aggression im Namen des Islams

Zürich, 7.8.14 (Kipa) Die beiden grossen islamischen Dachverbände der Schweiz verurteilen aufs Schärfste jegliche Aggression im Namen des Islams. In ihren Stellungnahmen bedauern Hisham Maizar, Präsident der Föderation der islamischen Dachorganisationen Schweiz (Fids), und Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (Kios), dass Berichte über islamistische Terrorgruppen wie Islamischer Staat (IS) im Irak und Boko Haram in Nigeria die leiseren muslimischen Stimmen in der Schweiz übertönen. Diese rufen zu Besonnenheit und friedlichem Zusammenleben in der Schweiz auf.

„Wut und Entsetzen“ lösten die Medienberichte über IS und Boko Haram bei ihm als Muslim aus, sagt Hisham Maizar auf Anfrage der Presseagentur Kipa. Die Ideologie dieser Gruppierungen sei „extremistisch, radikal und fundamentalistisch.“ Sie entweihten die Religion und stellten eine grosse Last für deren Anhänger dar.

Dass politische Gruppierungen aus der Religion eine Kampforganisation machten, erinnere ihn an die Mentalität der Kreuzzüge. Diese habe aus dem Christentum als Religion der Liebe eine Eroberungsreligion gemacht, schreibt Afshar auf Anfrage der Kipa. „Wie sehr müssen die wahren Christen damals angesichts des Fanatismus gelitten haben? So ergeht es den Muslimen, wenn sie mit Entsetzen sehen, was Kriegsverbrecher im Namen ihrer Religion des Friedens Verbrechen verüben“, so Afshar weiter.

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