Archiv für den Monat Februar 2014

Die FRAU & das WEIBLICHE im QUR’AN

Dies ist eine Auflistung von Versen aus dem Qur’an, welche Bezug auf das Wort “FRAU” und/oder das „WEIBLICHE“ nehmen.

(Übersetzung aus „MIFTAH“; Zusammenstellung Muhammad M. HANEL
und Muhammad ASADs KORAN, Übersetzung M. HANEL)

Anmerkung:
Die Textstellen sind meist aus dem Kontext gerissen zitiert und sind daher nicht unbedingt geeignet, volles Verständnis über die Stellung der Frau im Islam zu geben.

Dazu sind notwendige Voraussetzungen Kenntnisse des qur’anischen Kontextes, Qur’ankommentare (Tafsir), qur’anisches Arabisch, Sunnah (Überlieferungen), Aussagen von Gelehrten erforderlich. Eine weiterführende Erklärung zur Methodologie finden Sie HIER in englischer Sprache. 

SURE 2: Die KUH

49. And when We delivered you from Firon’s people, who subjected you to severe torment, killing your sons and sparing your women, and in this there was a great trial from your Lord.

Und denkt daran, dass Wir euch vor den Leuten des Pharao retteten, die euch schlimme Pein zufügten, indem sie eure Söhne abschlachteten und eure Frauen am Leben ließen. Darin lag eine schwere Prüfung von eurem Herrn. [2:49]

2: 49
Und [gedenket jener Zeit] als Wir euch vor dem Volke Pharaos erretteten, welches euch mit grausamen Leid peinigte, eure Söhne schlachtete und [nur] eure Frauen verschonte- was eine Ehrfurcht gebietende Probe von eurem Erhalter für euch war;

O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch die Widervergeltung vorgeschrieben für die Getöteten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, das Weibliche für das Weibliche. Doch wenn jemandem von seinem Bruder etwas vergeben wird, so soll der Vollzug auf geziemende Art und die Leistung ihm gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer nun von jetzt an (die Gesetze) übertritt, dem wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein.[2:178]

2: 178
O IHR, die ihr zum Glauben gelangt seid! Gerechte Vergeltung ist euch in Fällen der Tötung vorgeschrieben: Freier für Freier, und Sklave für Sklave, und Frau für Frau.1

[1] Nachdem hervorgehoben wurde, dass wahre Frömmigkeit sich nicht nach äußeren Formen oder Riten bemisst – eröffnet der Qur’an ein neues Kapitel in Bezug auf des Menschen Betragen. So wie Frömmigkeit nicht ohne rechtschaffene Tat verwirklicht wird, kann individuelle Rechtschaffenheit dies in sozialem Sinne nicht, solange kein Überein­kommen zwischen der Gemeinschaft und deren Mitgliedern besteht, was deren (gegen­seitige) soziale Rechte und Pflichten anlangt: mit anderen Worten werden hier die praktischen Gesetze angesprochen, welche das Verhalten der Individuen innerhalb der Gesellschaft regeln und die Haltung der Gemeinschaft gegenüber dem Individuum und dessen Taten. Dies ist wohl der wesentlichste Grund dafür, warum die Gesetzgebung so eine große Rolle im Denken des Islams spielt, und warum der Qur’an ständig seine moralischen und spiri­tuellen Ermahnungen mit praktischen Vorschreiben des täglichen, sozialen Lebens verknüpft. Nun ist wohl eines der Hauptprobleme jeder Gesellschaft, die Sicherheit ihrer Mitglieder zu gewährleisten: und daher ist es verständlich, dass Gesetze, welche sich mit der Tötung eines Menschen und deren Bestrafung befassen, vorzugs­weise an dieser Stelle behandelt werden. (Man sollte sich daran erinnern, dass die Sure „Die Kuh“ die erste in Medina offenbarte Sure war, also zu einer Zeit, in welcher sich die muslimische Gemeinschaft gerade als unabhängige, soziale Gesellschaft etabliert hatte.) Was den Begriff qisas betrifft, der zu Beginn in obigem Abschnitt Verwendung findet, muss betont werden, dass gemäß aller klassischen Kommentatoren dieser fast synonym mit musawah ist, der bedeutet, „eine Sache [einer anderen] gleich machen“: hier zum Beispiel, die Bestrafung dem Verbrechen gleich (oder angemessen) gestalten – eine Bedeutung, die am besten mit „gerechte Vergeltung oder Ausgleich“ übertragen wird und nicht (wie dies oft und irrtümlich getan wird) mit „Wiedervergeltung“. Wenn man sieht, dass der Qur’an hier von allgemeinen „Tötungsdelikten“ spricht (fi ‚l-qatla, wörtl., „in der Sache des Getöteten“), und damit berücksichtigt, dass sich dies auf alle möglichen Tötungsfälle bezieht – vorsätzlicher Mord, provozierter Mord, schuldhafte Tötung, Totschlag, usw. – ist es offensichtlich, dass das Nehmen eines Lebens für ein anderes (was im Begriff „Wiedervergeltung“ impliziert wird), nicht in jedem Fall den Erfordernissen der Gleichheit entsprechen würde. (Dies wird z.B. in 4:92 klar gemacht, wo die Wiedergutmachung für unbeabsichtigten Totschlag abgehandelt wird.) In Zusammenhang mit „gerechte Vergeltung“ gelesen, womit der Abschnitt beginnt, wird klar, dass die Bestimmung „der Freie für den Freien, und Sklave für Sklave, und Frau für Frau“ nicht – und das war auch gar nicht beabsichtigt – in seinem wörtlichen, einschränkenden Sinn verstanden werden kann: denn dies würde dessen Anwendung auf viele Tötungsdelikte ausschließen, wie z.B. das Töten eines Freien durch einen Sklaven oder der Mord einer Frau an einem Mann oder umgekehrt. Aus diesem Grund muss die obige Vorschreibung als Beispiel einer Kurzbe­schreibung (ijaz) aufgefasst werden, welcher sich der Qur’an so häufig bedient und kann (daher; MH) nur eine Bedeutung haben, nämlich: „wenn ein freier Mann ein Verbrechen begangen hat, muss der freie Mann bestraft werden; wenn ein Sklave ein Verbrechen ….“, mit anderen Worten, wie auch immer der Status der schuldigen Person sein mag, muss sie oder er (und sie oder er alleine) in einer, dem Verbrechen angebrachten Weise bestraft werden.

Hier der LINK zur ganzen Arbeit 64 Seiten PDF

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Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs „Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā“ – AL-JABBAR – und – AL-MUTAKABBIR – Teil 9/10

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der  Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

   Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
   Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”  

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem  AlMaqsad AlAsna  Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
HIER der LINK zur PDF Druckversion dieser Übersetzung aller Namen …
Hier noch der LINK zu meinem Vortrag zum Leben und Wirken von Imam Abu Hamid.

BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-JABBAR
Der Seine Geschöpfe unter Seinen Willen zwingt

AL-JABBAR ist der Eine, dessen Wille gegenüber allem und jedem zwangsweise zur Umsetzung kommt, wohingegen der Wille von nichts und niemandem Zwang Ihm gegenüber auszuüben in der Lage ist. Er ist der Eine, dessen Zugriff nichts und niemand sich zu entziehen vermag, doch der Menschen Zugriff vermag nicht seine unzugängliche Gegenwart erfassen. Der absolute Al-Jabbar ist Gott, der Höchst Erhabene. Gewiss zwingt er jeden, doch niemand zwingt Ihn. Es gibt keine Person in dieser Welt, die Seiner Macht und Unzugänglichkeit entspricht.

Eine Ermahnung:
Unter den Menschen ist Al-Jabbar jener, der sich aus der Lage eines Gefolgsmannes erhoben hat und die Position erreicht hat, dass man ihm folgt. Er ist einzigartig in seinem Rang insofern, als er durch seine Art und Weise die Menschen zwingt, ihm hinsichtlich seines Betragens und Lebensführung zu folgen. Er nützt der Menschheit, doch er zieht keinen Vorteil aus der Menschheit. Er beeinflusst sie, doch sie beeinflussen ihn nicht. Er gebietet anderen die Gefolgschaft, folgt jedoch anderen nicht. Niemand trifft solch eine Person, ohne sich dabei selbst zu vergessen und zu jenen zu gehören, die sich nach Al-Jabbar sehen, ohne dabei auf sich selbst zu achten. Niemand kann auch nur im Geringsten darauf hoffen, ihn zu einem Abhängigen oder Gefolgsmann zu machen. Das Oberhaupt der Menschheit hat als einziger diese Charakterisierung erfüllt – möge Gottes Segen und Friede auf ihm sein. Er sagte: „Wäre Moses am Leben, so könnte er nicht anders, denn mir zu folgen. Denn ich bin das Oberhaupt der Kinder Adams – und das sage ich ohne Prahlerei.“

AL-MUTAKABBIR
Der Höchste an Stolz und Größe

AL-MUTAKABBIR ist der, welcher alles im Vergleich zu seinem eigenen Wesen niedrig ansieht. Er erachtet Majestät und Ruhm niemand anderem zugehörig als ihm selbst. Er sieht auf die anderen, wie Könige auf ihre Untergebenen blicken. Wenn diese Beschreibung wahr ist, so ist dies Stolz im wahrsten Sinne des Wortes; und wer sich so beträgt ist bestimmt eine stolze Person. Und diese Zuschreibung in absolutem Sinne ist undenkbar, außer in Hinblick auf Gott, dem Höchst Erhabenen.
Jedenfalls ist diese Selbstverherrlichung und Selbsterhöhung, so sie falsch ist, tadelnswert. Jener, der meint, dass Größe und Ruhm nur ihm alleine unter Ausschluss aller anderen gehörten, muss wissen, dass diese Einschätzung falsch ist und seine Meinung wertlos. Die Wahrheit in dieser Sache ist, dass diese beiden Eigenschaften einzig und alleine Gott, dem Höchst Erhabenen zugehören.

Eine Ermahnung:
Unter den Menschen ist der Al-Mutakabbir, der zurückhaltend und ein „Gnostiker“ (al ‚arif) ist. Die Bedeutung der Zurückhaltung des „Gnostikers“ ist, dass er frei von erschaffenen Dingen ist, die sein Herz besetzen könnten. Er fühlt sich erhaben über alle Dinge, außer über die Höchst erhabene Wahrheit, sodass er sowohl auf diese Welt, wie auf die kommende in Geringschätzung blickt. Er ist derjenige, der sich darüber erhaben fühlt, von diesen beiden – von der Höchsten Wahrheit – abgelenkt zu werden.
Die Zurückhaltung von einem „Nicht-Gnostiker“ ist nur ein Handel und ein Tausch, für welche er erhofft, die Vergnügen des kommenden Lebens zu erkaufen, indem er die Vergnügen dieser Welt aufgibt. Er gibt eine Sache heute in der Hoffnung auf, sie um ein Vielfaches im Jenseits zurückzubekommen. Das ist gewiss ein Termingeschäft (salam) und Handel. Der vom Appetit nach Nahrung und Heirat versklavt ist, ist verachtenswert, auch wenn diese (Vergnügen) andauernd sind. Jedenfalls ist Al-Mutakabbir jenem Appetit und dem Anteil verächtlich gegenüber, an welchem das tierische Königreich auch nur erdenklichen Anteil hat.


Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs „Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā“ – AL-MUHAYMIN – Der Beschützer und Behüter – Teil 8

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der  Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

   Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
   Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”  

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem  AlMaqsad AlAsna  Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
HIER der LINK zur PDF Version dieser Übersetzung aller Namen soweit …

Hier noch der LINK zu meinem Vortrag zum Leben und Wirken von Imam Abu Hamid.

BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-MUHAYMIN
Der Beschützer und Behüter

Die Bedeutung dieses Begriffs in Hinblick auf Gott, den Höchst Erhabenen ist, dass Er die Handlungen, das Auskommen und die Lebensdauer Seiner Geschöpfe hervorbringt. Viel mehr noch bringt er diese durch das Instrumentarium Seines Wissens, Kontrolle und Bewahrens hervor. Jeder der Überblick über das Wesen einer Sache hat und sie gleichermaßen kontrolliert und bewahrt, ist deren Überwacher und Behüter. Diese Überwachung entspringt dem Wissen, der Kontrolle perfekter Macht und der geistigen Bewahrung. Jener, in dem diese Eigenschaften vereint sind, wird Muhaymin genannt. Doch es gibt niemanden, der all diese Fähigkeiten in vollkommener Weise in sich vereint, außer Gott. Deshalb heißt es in den alten Aufzeich­nungen, dass dies einer der Namen Gottes ist.

Eine Ermahnung:
Jener Mensch wird Muhaymin genannt, der seinen Lebenslauf deshalb ordentlich beobachtet, um dessen Tiefen und Geheimnisse zu erfassen, der dessen verschiedene Bedingungen und Charakteristika kontrol­liert und zusätzlich sich um dessen Erhalt in Übereinstimmung mit dessen Erschaffung kümmert – wenn sein Überblick und Kontrolle die Möglichkeit der Existenz berücksichtigt, da es möglich ist, dass es einen gleichen gibt in Hinblick auf Perfektion und Kostbarkeit. Das dringende Erfordernis nach diesen liegt in der Tatsache, dass sie jeder für alles und ganz gewiss für seine Existenz, deren Fortdauer und Eigenschaften braucht. Diese (absoluten Fähigkeiten der Kontrolle) gibt es aber bei niemandem, außer bei Gott dem Höchst Erhabenen. Denn wir haben erklärt, dass niemand Gott den Höchst Erhabenen wirklich kennt, außer Gott Selbst. Er ist der wirklich absolut Unvergleichliche und Eine und niemand ist Ihm hinsichtlich dieses Namens vergleichbar.

Eine Ermahnung:
Al ‚Aziz unter den Menschen ist jener, dessen die Diener Gottes, des Höchst Erhabenen hinsichtlich ihrer wichtigsten Ziele, nämlich das nächste Leben und ewigliche Glückseligkeit bedürfen. Diese Ziele zu erreichen ist gewiss selten, da ihr Erlangen schwer ist. Jene unter den Menschen, welche andere anleiten diese Ziele zu erreichen, bilden den Rang der Propheten – die Segen Gottes über ihnen. Jene, die während ihres Lebens einmalig sind, sich dem Rang der Propheten anzunähern, sind die Kalifen und Gelehrten, die Erben der Propheten. Jedem von ihnen wurde Verantwortung, die Leichtigkeit diese zu erfüllen und zu verteilen ihrem Rang und ihren Bemühungen die Menschen rechtzuleiten, entsprechend verliehen.

Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs „Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā“ – AL-MU’MIN – Der Urheber von Schutz & Sicherheit – Teil 7

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der  Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

   Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
   Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”  

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem  AlMaqsad AlAsna  Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
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BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-MU’MIN
Der Urheber von Sicherheit und Schutz

AL-MU’MIN – Der Urheber von Sicherheit und Schutz ist jener, dem Sicherheit und Schutz hinsichtlich der Tatsache zugeschrieben werden, dass er jenes zu Verfügung stellt, welches diese beiden realisiert und dadurch die Wege zur Furcht versperrt. Das Konzept der Sicherheit  bekommt nur an einem Ort der Furcht primäre Bedeutung – und es gibt keine wirkliche Furcht, außer dort wo es die Möglichkeit der Nicht-Existenz, des Wunsches und der Zerstörung gibt. Dass einer Sicherheit und Schutz in absolutem Sinne zu Verfügung stellte, ist unvorstellbar, außer diese kämen von Ihm, also von Gott, dem Höchst Erhabenen.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass eine blinde Person sich vor Verletzung im Ausmaß ihrer Blindheit fürchtet; doch ein gesundes Auge gibt ihr ein gewisses Maß an Sicherheit. Das gilt auch für den Einarmigen, der sich vor dem Übel fürchtet, welches nur von beiden Armen abgewendet werden kann, wobei ihm andererseits die eine Hand Schutz gewährt. Dies gilt für alle Sinne und Gliedmaßen. Der Urheber von Schutz und Sicherheit erschuf, formte, unterstützt und stärkt sie.
Wollen wir uns vorstellen, dass ein Mensch von seinen Feinden gesucht wird und nach seiner Gefangennahme in eine Zelle eingesperrt wird, in welcher er seine Gliedmaßen nicht gebrauchen kann. Doch selbst wenn er sie gebrauchen könnte, so hat er keine Waffen, und wenn er Waffen hätte, könnte er sie nicht zum Einsatz bringen; selbst wenn Truppen unter seinem Kommando stünden, könnte er nicht sicher sagen, ob sie nicht besiegt werden würden. Um diese Gedanken fortzuführen, kann er auch nicht auf eine Festung für seinen Schutz zurückgreifen. Doch nun beginnt jemand sich dieses Menschen Schwäche anzunehmen. Er stärkt ihn, indem er ihm Truppen und Waffen zu Verfügung stellt und eine unüberwindliche Festung um ihn herum errichtet. Auf diese Weise sorgt er für angemessen Schutz und genügend Sicherheit und wird daher würdig, ein Mu’min genannt zu werden.

Von Natur aus, ist der Mensch von innen heraus anfällig gegenüber Krankheit, Hunger und Durst und von außen her gegenüber den Gefahren des Verbrennens, Ertrinkens, physischer Verletzung und Ermordung. Der einzige der ihn vor diesen Gefahren bewahrt ist jener, welcher die entsprechenden Mittel gegen Krankheit, Hunger und Durst zu Verfügung stellt, Gliedmaßen die seinen Körper beschützen und die fünf Sinne, die ihm als Spione vor drohenden Gefahren warnen.
Darüber hinaus besteht seine größte Furcht vor der ewigen Verdammnis im Jenseits. Nichts kann ihn davor bewahren außer sein Einheitsbekenntnis. Gott, der Höchst Erhabene ist der Eine, der ihn dazu leitet und ihn es zu wünschen veranlasst, wenn Er spricht: „Es gibt keinen Gott außer Gott, das ist Meine Festung. Und wer Meine Festung betritt, ist sicher vor meiner Strafe.“[1] Keine Sicherheit gibt es in der Welt, außer jene, welche durch die von Gott alleinig geschaffenen Ursachen erreicht wird, und Er alleine weist den Weg zu deren Gebrauch.

„Unser Herr ist Er, der allem seine Natur verlieh und es daraufhin rechtleitete.“[2] Wahrlich, Er alleine ist absoluter Mu’min.“

Eine Ermahnung:
Des Menschen Anteil an dieser Charakterisierung liegt in der Tatsache, dass die ganze Menschheit an seiner (des Muslims) Seite sicher ist. Ja, jede ängstliche Seele sollte sogar auf seine Hilfe hoffen und darauf zurückgreifen, um jegliche Selbstzerstörung hinsichtlich religiöser und auch säkularer Angelegenheiten abzuwehren; gemäß dem Ausspruch des Gesandten Gottes (saws), der sagte, „Jeder der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, dessen Nachbar ist sicher vor dessen Übel.“[3] Jener unter den Menschen ist des Namens Al-Mu’min am würdigsten, der den Menschen vor der Strafe Gottes bewahrt, indem er ihn auf den Pfad Gottes weist und ihm einen Ausweg zeigt. Darum bitten die Propheten und Theologen. Daher sagte der Prophet (saws): „Wahrlich, ihr eilt gleich Motten dem Feuer entgegen, doch ich halte Euch davor zurück.“[4]

Eine Warnung und eine Ermahnung:
Vielleicht sagt ihr: „In Wirklichkeit ist Furcht von Gott. Tatsächlich gibt es niemanden, der Furcht verursacht außer Gott Selbst. Er ist der Eine, der Seine Diener zur Furcht veranlasst und die Ursachen der Furcht erschuf. Wie kann Ihm dann Sicherheit zugeschrieben werden?“ Deine Antwort ist, dass sowohl Furcht und Sicherheit ihren Ursprung bei Ihm haben. Er erschafft die Ursachen der Furcht und der Sicherheit zur gleichen Zeit. Sein Sein als Ursache der Furcht, hindert nicht Sein gleichzeitiges Sein als Ursache der Sicherheit zu sein, genauso wie Sein Sein als Der, welcher demütigt, nicht Seinem Sein entgegensteht, jemanden zu erhöhen. Vielmehr ist Er sowohl der Eine, der erhöht und der Eine, der erniedrigt. Gleicherweise ist Er sowohl der Urheber der Sicherheit, als auch der Eine, der Furcht veranlasst. Doch im Besonderen ist Al-Mu’min in die Aufzählung der Namen inkludiert, wohingegen Al-Mukhawwif (der Eine, der Furcht verursacht) ausgeschlossen ist.


[1] Hadith Qudsi
[2] Qur’an 20:50
[3] Muslim, Kap. Iman
[4] Al Buhari, Riqaq S. 26


Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs „Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā“ – AS-SALAM – Der EINWANDFREIE – Teil 6

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
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Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der  Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

   Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
   Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem  AlMaqsad AlAsna  Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
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BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AS-SALAM
Der Einwandfreie

 AS-SALAM ist der Eine, dessen Wesen frei von Unvollkommenheit ist, seine Eigenschaften lassen jede Spur der Mangelhaftigkeit vermissen und seinen Handlungen fehlt jegliches Böses. Deshalb gibt es keinen vollkom­menen, unbeeinträchtigten Zustand existentiellen Seins, außer jenen, welcher von Ihm zugeschrieben wird und von ihm kommt. Ohne zu zweifeln musst du verstehen, dass die Handlungen Gottes frei von allem Bösen sind; das bedeutet, frei von Bösem, welches um seinetwillen begehrt wird und nicht eines größeren Gut wegen, welches daraus resultiert. Und es gibt kein Böses, wie wir es hier beschrieben haben.

Eine Ermahnung:
Jener, der zu Gott mit reinem Herzen kommt, ist der, dessen Herzen frei von Betrug, Hass, Neid und dem Bedürfnis nach Bösem ist, dessen Glieder frei von Sünde und verbotenen Dingen sind und dessen Eigen­schaften keinesfalls umzudrehen oder zu verkehren sind. Unter den Menschen ist jener der Einwandfreie, dessen Beschreibung einen der absoluten und wahren Fehlerfreiheit nahebringen, die einfach durch niemanden anderen erreicht werden kann. Wenn ich zu dir von der Umkehr seiner  Eigenschaften spreche, dann rede ich von der Möglichkeit, dass sein Intellekt ein Gefangener seiner Leidenschaften und seines Zornes wird, wo doch vielmehr das Gegenteil wahr ist, dass nämlich Gier und Zorn dem Intellekt untergeordnet sind und ihm zu gehorchen haben. Wenn diese Wahrheit umgedreht wird, dann erfolgt unweigerlich ein Rückfall. Es gibt keine Einwandfreiheit, wenn der Herrscher beherrscht wird und der König zum Diener wird.
Niemand wird mit den Begriffen Einwandfreiheit und Islam bezeichnet, außer jener, vor dessen Hand und Zunge die Muslime sicher sind. Wie kann jemand, der nicht sicher vor sich selbst ist, als einwandfrei und islamisch bezeichnet werden?

Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs „Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā“ – AL-QUDDUS – Der Allerheiligste EINE – Teil 5

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der  Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

   Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
   Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem  AlMaqsad AlAsna  Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
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BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-QUDDUS
Der Allerheiligste Eine

Der Allerheiligste Eine ist jener, welcher über jeglicher Beschreibung steht, welche menschlicher Wahrnehmung, Vorstellung und Einbildung zugänglich wäre oder das innerste Bewusstsein durchdringen könnte, um derart ein Verständnis von Ihm zu erlangen oder einen Widerhall davon festzustellen. Ich sage nicht einfach, dass Er frei von allem Fehl und Mangel ist, denn solche zu erwähnen, wäre geradezu gleich einem Bruch jeglichen Anstands. Denn gewiss geziemt es sich nicht vom König eines Landes zu sprechen und zu sagen, „Er ist kein Tuchweber,“ oder „kein Kupferschmied“, da doch die Verneinung einer Sache in gewissem Sinn des Wortes, beinahe das mögliche Vorhandensein dieser Sache suggeriert, womit durch diese Verneinung und die gleichzeitige unterschwellige Unterstellung eine Mangelhaftigkeit zum Ausdruck gebracht wird.

Vielmehr möchte ich sagen, dass Der Allerheiligste Eine von allen Eigenschaften der Vollkommenheit frei ist, welche sich die Mehrheit der Menschen unter diesem Begriff vorzustellen vermögen. Dies deshalb, weil der Mensch zuallererst sich selbst betrachtet, um sich mit seinen eigenen Eigenschaften vertraut zu machen und dabei erkennt, dass nur wenige perfekt sind. Die an sich selbst wahrgenom-mene Vollkommenheit ist von seinem Wissen, Sehen, Hören, Willen, seiner Wahl und Kraft abhängig. In Verbundenheit mit diesen Fähigkeiten meint er, diese wären mit Vollkommenheit zu bezeichnen.

Diese Selbstbetrachtung offenbaren allerdings auch Bereiche der Unvollkommen-heit in Hinblick auf seine Unwissenheit, Unfähigkeit, Blind-, Taub,- und Stummheit und für diese Eigenschaften verwendet er den Begriff Unvollkommenheit. Das Ziel des Menschen Lobpreisung und Charakterisierung Gottes, des Höchsterhabenen ist daher, Ihn in der Begrifflichkeit seiner eigenen Vollkommenheit darzustellen, wie seines eigenen Wissens, Einsicht, Rede oder seiner Macht und Rede, wobei er Ihm gleichzeitig die Eigenschaften seiner eigenen Unvollkommenheit vorenthält.

Doch Gott, Der Höchsterhabene ist völlig frei von aller, an des Menschen Voll-kommenheit anlehnender Beschreibung, ganz so, wie er auch von der, an die menschliche Unvollkommenheit anlehnende Beschreibung frei ist. Gott, Der Höchsterhabene ist frei und erhaben über alle Eigenschaften, die man auch nur irgendwie dem Menschen zuschreiben könnte und jenseits alledem, was diesen ähnlich wäre. Auch wenn es eine besondere Erlaubnis gibt, diese (Namen) zu gebrauchen und es auch in Ordnung ist (dies zu tun), kann die Mehrzahl dieser Eigenschaften nicht Gott, Dem Höchsterhabenen zugeschrieben werden. Doch dies versteht ihr bereits aus dem vierten Teil der Einleitung und muss daher hier nicht wiederholt werden.

Eine Ermahnung:
Der Mensch ist in dem Maße heilig, in dem er seinen Willen und sein Wissen läutert. Was sein Wissen betrifft, sollte er es hinsichtlich aller Dinge der Wahr-nehmung läutern, gegenüber allen Dingen, welche über die Sinne oder auch Einbildung wahrgenommen werden und solcher Wahrnehmungen, die er mit dem Tierreich teilt. Vielmehr sollte sich die Beschäftigung seiner Überlegungen und seines Wissens auf solche Dinge richten, die (entweder) über der sinnlichen Begreiflichkeit, ihr ferne oder unerreicht liegen. In der Tat sollte er sein inneres Sein von allen Dingen sinnlicher Wahrnehmung und Vorstellung befreien und eine solche Form des Wissens erlangen, dass er, selbst wenn es all seiner sinnlichen  Wahrnehmungs- und Vorstellungsinstru­menten beraubt wäre, es doch noch ein nobles, universelle, göttliches Wissen bliebe, welches dem ewigen und immer-währenden verbunden bliebe und nicht dem persönlichen (Wissen), welches doch der Änderung und dem Wechsel unterworfen ist.

Was seinen Willen betrifft, sollte er ihn frei von alldem machen, was unter des Menschen Glück verstanden wird, denn letztlich ist dieses auf die Vergnügungen der Leidenschaft zu reduzieren, wie Zorn, Essen, Heirat, Bekleidung, Gefühle, Betrachtung von Dingen, … und die Überreste dieser Genüsse mögen durch die sinnliche Wahrnehmung und das Verlangen des Herzen bekommen werden. Eher soll er Gott alleine ersehnen. Vergnügliches Wohlbefinden wird er nur in Gott finden. Sein einzig wirkliches Verlangen soll sein Treffen mit Gott sein und nur in der Nähe Gottes wird er seine Glückseligkeit erleben. Wenn ihm das Paradies und all dessen Freuden angeboten würden, berührten sie ihn nicht. Mit nichts wäre er im Haus zufrieden, es sei denn mit dem Herrn des Hauses. Kurz gesagt, alle seine sinnlichen und geistigen Wahrnehmungen werden mit dem Tierreich geteilt. Und wenn dies stimmt, ist es ein Muss, dass er über dieses hinausgeht und in jene Gefilde vorstößt, welche die besonderen, dem Menschen bestimmte Eigenschaf-ten sind. Begehrlichkeiten menschlicher Befriedigung kennt das Tierreich auch. Daher ist es erforderlich, sich von diesen zu befreien. Die Würde des Suchenden ist entsprechend der Würde des Gesuchten. Wer sich mit dem befasst, was den Bauch füllt, wird erkennen, dass dieses dem Wert entspricht, was den Bauch auch wieder verlässt. Doch der, dessen Streben auf nichts gerichtet ist, denn auf Gott, wird einen Rang einnehmen, welcher dem des Angestrebten angemessen[1] ist.

Jener, der sein Wissen über die Stufe der reinen Sinneswahrnehmung und Vorstellung hebt und seinen Willen jenem widmet, welches über das Begehren des Gelüsts und seiner Neigungen hinausgeht, der ist wahrlich in die Fülle des Reichs der Heiligkeit eingetreten.


[1] Kommentar Hanel:
In diesem Zusammenhang darf nochmals daran erinnert werden, dass nichts und niemand mit dem „Rang“ Gottes zu vergleichen ist oder angemessen, proportional oder entsprechend wäre. Was m.E. hier zum Ausdruck gebracht werden soll ist, dass der Rang dessen, dessen Streben auf den EWIGEN, EINEN Gott, ALLAH ausgerichtet ist, ebenfalls unbeschreiblich ist, da dieser Rang und die sich daraus ergebende Glückseligkeit  sich nicht mit den Vorstellungen und der Glückseligkeit jenes Befindens vergleichen oder mit Worten beschreiben lassen, welche sich auf jene Bereiche beziehen, die mit dem Tierreich geteilt werden.

Ist der ISLAM reformierbar?

Islam im Elfenbeinturm  

Die Wissenschaft soll den Islam in der Schweiz reformieren. An der Universität Freiburg entsteht darum ein Zentrum für islamische Religion. Doch es drohen Konflikte mit Glaubensgemeinschaften.
So ein Artikel in der NZZ vom 2.2.2014 von Nina Streeck

Hier noch ein kurzer Ausschnitt (die Hervorhebungen sind von Hanel):
Der Islam soll sich verändern. Sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen, womöglich auch sich in einer Weise modernisieren, wie es das Christentum dank der Aufklärung getan hat. Das ist einer der Gründe, weshalb an der Universität Freiburg ein Zentrum für islamische Religion und Gesellschaft entsteht: die Hoffnung auf eine Reform des Islams. Allerdings knüpfen sich auch ganz anders geartete Wünsche an ein solches Zentrum. Und wenig Interesse am Hinterfragen der eigenen Religion.

KOMMENTAR: Nun, diese Hoffnung auf eine Reform des Islam, stirbt vielleicht zuletzt, aber sterben muss sie! Ich sagte schon mehrmals (z.B. im GSIW NEWSLETTER 69 – September 2012) der ISLAM ist NICHT reformierbar, da „der“ ISLAM sozusagen in erster Linie aus Qur’an und Sunna besteht.
Und QUELLEN, sind nun mal nicht reformierbar!
Höchstens sind sie zu verleugnen, zu verheimlichen, zu vernichten, etc. Gott sei, nein IST diesem vor!

WAS es zu reformieren gilt, und zwar auf muslimischer UND nichtmuslimischer Seite, ist das individuelle und gesellschaftliche VERSTÄNDNIS, die Interpretation hinsichtlich des Stellenwertes und der Inhalte dieser Primärquellen.

Hier nun noch einige explizite Ausführungen, warum der ISLAM nicht reformierbar ist, resp. solch eine Frage einfach vielleicht nicht dumm, so doch von einer etwas beschränkten Denkungsart des Fragestellers Zeugnis gibt. Der Versuch der Erweiterung solch eines Verständnisses möge folgen.

Ist der ISLAM reformierbar?
oder –
Warum der ISLAM nicht reformierbar ist!

Ad 1.
Um diese Frage nach REFORM zu beantworten und eine Antwort darauf zu verstehen, ist es erforderlich, wahr-zunehmen, was Muslime unter ISLAM verstehen (können) und ein diesbezüglich differenziertes Verständnis zu entwickeln.

a.) ISLAM, als vom Schöpfer im universellen Wesen aller Schöpfung ursprünglich angelegte Ein- und Ausprägung.
D.h. alle Schöpfung, sozusagen jedes Atom „weiß“, dass es aufgrund seiner Erschaffung in der Zeit, dem über alle Zeit und Verursachung erhaben Schöpfer ergeben IST (ja, unter diesem Aspekt gesehen – SEIN MUSS)! Darüber gibt es KEINE Diskussion … es sei denn bei Wesen, die mit freiem Willen beeigenschaftet sind und daher in der Lage sind – diese angenommene Tatsache (das Vorhandensein eines SCHÖPFERS und die Selbstwahrnehmung als GESCHÖPF) zu VERNEINEN … woraus sich allerdings ganz klar das Erfordernis (vom Standpunkt des „angenommenen“ Schöpfers, resp. der Logik) nach Religion, Rechtleitung = Zurückbindung ergibt.

b.) ISLAM, als „die universelle, natürliche RELIGION“ der Menschen – beginnend mit ADAM und EVA.
Aus oben kurz ausgeführtem Verständnis in Bezug auf das Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf ist es für Muslime ganz klar, dass die Religion ADAM und EVAs, „DER Islam“ (die „Gottergebenheit“ alles Erschaffenen in ihrer damaligen FORM) war.
Jetzt wird einsichtig, so Gott will, warum die Muslime alle alttestamentarischen Propheten und auch Jesus (Friede und Gottes Segen auf ihnen allen) als MUSLIME, Befolger und Bezeuger des Islams ansehen.

– Das Alte Testament (Bibel) wird also als islamische Offenbarung erachtet, als „erste allgemein bekannte, von Gott den Menschen gegebene Verfassung“ … die „mosaische Ausrichtung“.

– Das Neue Testament (Bibel) stellt somit eine Adaption, eine, von Gott angeordnete RE-FORM dieser ersten Verfassung dar … die „jesuanische Ausrichtung“.

– Das Letzte Testament (der Qur’an ) stellt den nächsten Schritt der göttlich angeordneten Adaption (angepasst an die inneren, seelisch-geistigen Veränderungen, die Entwicklung des Menschen und der dadurch aufgetretenen äußeren, Mensch versursachten Bedingungen), RE-FORM und göttlich bestimmten „Evolution“ der islamischen Verfassung dar … die „muhammadanische Ausrichtung“ – die nun, für Muslime – die letztgültige Verfassung, ganz auf die geistige Entwicklungsstufe des modernen Menschen hin ausgerichtet, darstellt.

Ich erlaube mir zu sagen, der Qur’an als ein „Up-date“ der vorherigen Verfassungsversionen, welche dadurch zwar nicht als völlig ungültig, aber doch als out-dated (to be „no more supported“, sozusagen) verstanden werden.

c.) ISLAM, als die von Menschen organisierte, gelebte Religion; Islam, als die von Menschen, aus religiös bestimmter Weltsicht heraus praktizierte, ausge-FORM-te Lebensweise.
Hier möchte dem denkenden und historisch forschenden Geist einsichtig werden, dass der, unter diesem Aspekt untersuchte Islam, so viele verschiedene Ausprägungen erfahren hat, wie es verschiedene Facetten, der sich dem Islam angehörenden Völker gibt.

d.) ISLAM, als von unterschiedlich geprägten und gebildeten Muslimen (oder sogar Nicht-Muslimen) angesehenes religiöses IDEAL oder vorgestellte Ideal-FORM oder dessen Gegenteil.
Hierzu muss ich keine weiteren Erläuterungen mehr anführen – hat doch jedes Individuum hierzu wohl eine Meinung, die sich durchaus von der diesbezüglichen Meinung des „Nächsten“ unterscheiden mag.

Aus dieser differenzierten Sicht geht hervor – so steht zu hoffen – dass der Islam, so wie in a.) und b.) dargestellt, NICHT reformfähig ist, soweit es in der Gewalt, Macht und Befugnis der Menschen steht … da eine diesbezügliche REFORM nur dem Schöpfer alleine zukommt.
Somit ist auch eine REFORM (Veränderung, Kürzung, Streichung von Passagen und Wörtern, etc.) des Qur’ans (natürlich als absolutes „Wort Gottes“ verstanden) völlig ausgeschlossen (und dieses Verständnis hat gar nichts mit „anti- liberal“, „anti-fortschrittlich“ oder dergleichen zu tun … sondern mit einfachster Logik – welcher sich offenbar sogenannte fortschrittliche, moderne oder liberale Kreise verweigern … nun denn, so mag es so eben sein … hat GOTT selbst bestimmt, dass es keinen ZWANG zum Glauben geben soll).

Ein Islam, wie er unter c.) und d.) beschrieben ist, ist allerdings durchaus reformfähig.

Ist doch alles, welches der Menschen zeitlicher Verfügungsgewalt anheimgestellt ist, der VERGESSLICHKEIT, NACHLÄSSIGKEIT, GEWOHNHEIT, TRÄGHEIT und allerlei weiteren menschlichen Tugenden und Untugenden ausgeliefert.

Aus Platzgründen möchte ich hier nicht ausführlicher werden.

Doch ganz GRUNDSÄTZLICH soll man, will man sich sprachlich vernünftig und nachhaltig ausdrücken, auch an diesem Punkt nicht davon sprechen, den ISLAM REFORMIEREN zu wollen oder von einem reformbedürftigen Islam sprechen.
Vielmehr ist es das VERSTÄNDNIS, welches sich die verschiedensten Menschen innerhalb der letzten 1400 Jahre in Bezug auf „ihren“ Islam oder „den der anderen“ gemacht haben, reformfähig und ganz bestimmt reformbedürftig!

Änderten sich doch nicht nur die historischen Bedingungen auf, sozialer, wissenschaftlicher, politischer, intellektueller, usw. Ebene im Laufe der Jahrhunderte, es sind auch die Bedingungen, aufgrund welcher die heute lebenden menschlichen Individuen ihr Verständnis hinsichtlich „Gott, der Welt und sich selbst“ innerhalb ihrer eigenen, einen Lebensspanne entwickeln, ganz unterschiedlicher FORM.

Wird doch deren Verständnis durch sich stets änderndes Wissen, bestimmte Bildung, individuell unterschiedliche geistige Fähigkeiten, Umwelteinflüsse, Erziehung etc. geformt.

Und WER möchte nun – bis hier her gelangt – die REFORMFÄHIGKEIT und REFORMBEDÜRFTIGKEIT des menschlichen, eigenen, individuellen und damit auch gesellschaftlichen Verständnisses (natürlich auch in Hinblick auf die in Ihrem Absatz 3 angesprochenen Themen), nicht nur seiner Welt, sondern auch seinem Gott und seiner Religion gegenüber, in Abrede stellen?