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Sozialökonomische Weisheitsschätze d. Religionen

Sozialökonomische Weisheitsschätze der Religionen
von Roland GEITMANN

Rezension von M.M. HANEL

Ein Buch, auf das man lange hatte warten müssen.

Haben doch Religionen nicht nur Erbauliches an sich, sondern durchaus Konstruktives zur Gestaltung unseres sozialen Lebens beizutragen – eine Tatsache, welche unser Zeitgeist allerdings mit all seiner Kraft zu unterdrücken sucht.

Roland Geitmann hat mit seinem, mit großem Engagement verfassten Buch sich vor allem – so mein Eindruck – an jene gewandt, für die INTERRELIGÖSER DIALOG sich nicht im Austausch schöner Worte erschöpft, sondern die erforderliche und kurz zu haltende Vorstufe darstellt, um endlich zur INTERRELIGIÖSEN KOOPERATION zu gelangen.

Ohne Umschweife kommt der Autor zum wesentlichen Punkt, wenn es darum geht, den grundlegenden Systemfehler aufzuzeigen, an dem unsere weltweite kapitalistische „Globalökonomie“ krankt und der allem Handeln und Treiben nicht nur zyklisch in der Geschichte durch kriegerischen Brudermord eine tödliche Auszeit bescherte, sondern der durch seine ihm innewohnende selbstmörderische Mechanik das Überleben der Menschheit akut gefährdet.

Es ist das Zinsverbot, welches die drei großen Monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – als von Gott STRENG verbotenes Handeln nicht nur verbindet, sondern deren treue Anhänger in Wahrheit verpflichtet, sich aus dem Morast ökonomischer Irrlehren, gemeinsam am „Seile Gottes“ ziehend, zu befreien.

Roland Geitmann spricht zurecht davon, dass sich Juden, Moslems und Christen und andere auf einen friedlichen Wettbewerb einlassen sollten, um nach dem rechten Weg gesellschaftlicher (ökonomischer) Ordnung zu suchen. Ich gehe weiter und sage, dass es der Menschen Pflicht ist, sich auf diese friedliche Konkurrenz, dieses friedliche „Zusammenlaufen“ einlassen zu MÜSSEN, wenn sie die Verantwortung, die sie von Gott übernommen haben, gerecht zu werden wünschen.

Dieses Buch ist als Handreichung zu lesen, wie sich die Mitglieder der Religionsgesellschaften für dieses Zusammenlaufen und Zusammenwirken vorzubereiten haben. Geitmann spannt den historischen Bogen zum Thema Zinsverbot vom Alten Testament, über das Mittelalter bis zur Einstellung der Kirchen heute. Auch Silvio Gesells, des unverstandenen Reformers Freiland- und Freigeldtheorie und die Einstellung der Anthroposophen werden erläutert. Die Positionen im Islam werden im Wesentlichen zwar korrekt skizziert, sind allerdings in der Ausführung etwas zu kurz geraten. Dem abzuhelfen, wird wohl in die Verantwortlichkeit der Muslime selbst fallen, hier klar, unmissverständlich und deutlich intellektuell Stellung zu beziehen, um derart ihr Wissen und ihr Gesamtpotential der Wohlfahrt aller Menschen zu widmen. Heißt es nicht, dass Prophet Muhammad als Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit gesandt wurde?

Geitmanns Buch liefert einen intellektuellen Hoffnungsschimmer, für ein Entkommen aus engstirniger religiös gefärbter Doktrin, hin zu der in Wirklichkeit gebotener Kooperation zwischen den Anhängern der monotheistischen Religion, um gemeinsam den friedlichen Wettlauf zum GUTEN für die Menschheit zu organisieren und erfolgreich durchzuführen.

Wer in Lessings Nathan einen Lehrer sieht, der findet in Roland Geitmanns Buch eine Lehrbuch, wie auf des Menschen wichtigsten Feld, nämlich der Ökonomie, dem Geld-Markt prinzipiell mit dem Pflug monotheistischer ökonomischer Weisheit verfahren werden muss, quasi mit Esel, Ochse und Kamel noch gemeinsam nachhaltig „geackert“ werden muss, um solche Frucht zu ernten, welche auch noch unseren Enkeln und Urenkeln zu Gute kommen wird.

Monotheisten, lest dieses Buch, erinnert Euch dann der Vorschriften aus Euren jeweils eigenen heiligen Büchern, denkt nach und BEGINNT das WERK – im Namen Gottes.

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Der RATIONALE IMPERATIV

RATIONALER IMPERATIV

Ein „CHECK-IT Program“ für individuelle und gesellschaftliche Abläufe und Verhalten. Entwickelt 1980 von M. M. HANEL

 

ZIEL der UNTERSUCHUNG:        

       1.  Darstellung wahrer Bedeutungsinhalte der Begriffe:

MUSS …….  müssen

SOLL  …….  sollen

DARF  …….  dürfen

WILL   …….  wollen, in eben dieser absteigenden Gewichtung bzgl. ihrer „Realisierungsrechte“.

  1. Verknüpfung dieser 4 Begriffe in jeweils, durch die Gewichtung bedingte, gültige Aussagesätze.
  1. Beschreibung und Kommentar der Aussagesätze.

EINFÜHRUNG:

(Zur alten Version)

Unser gesellschaftliches Verhalten, privates, wie öffentliches Benehmen wird, so behaupte ich, –  von lediglich 4 Begriffen bestimmt, bzw. kann durch diese 4 Begriffe beschrieben werden.

Müssen  –   Sollen   –   Dürfen   –   Wollen

Es ist die denkerische, intellektuelle Herausforderung an den Mensch schlechthin, sich Zeit seines Lebens darum zu bemühen, sichere und gefestigte Standpunkte, in Bezug auf jene Dinge in seinem Leben zu beziehen, welche für ihn unabdingbar sind, quasi ein „MUSS“ darstellen.

Um in Folge seinen Bezug auf solches zu nehmen, welches „nur“ empfohlen werden kann, dem also, was nun nicht „muss“ aber doch sein  „soll“, dem was gedurft und schließlich dem,  was er will.

Dieser „philosophische Unterbau“, diese Position oder innere Einstellung stelle also die Grundlage für den „praktischen Überbau“, also die gelebte Praxis des alltäglichen Handelns dar.

Dieser Überbau wird einfach in der und als die normativ sozial gelebte Realität erkannt – reglementiert und definiert durch eine bestimmte Gesetzgebung, bzw. durch die Ergebnisse ihrer praktischen Umsetzung.

Gemäß dieser Vorstellung kann jede Handlung als ein Verknüpfungskomplex jener 4 oben genannten Begrifflichkeiten und ihrer angeschlossenen, mitrealisierten Assoziationsausformungen beschrieb­en werden.

Diese 4 Begriffe werden in ihrer Gewichtung unterschiedlich stark empfunden. Ich bediene mich einer absteigenden Gewichtung von 4 bis 1.

(4)   Muss/müssen bekommt als stärkster Begriff die höchste Gewichtung also  4;

(3)   Soll/sollen wird als weniger wichtig empfunden, wird also gewichtet mit  3;

(2)   Darf/dürfen wird zwar durch die Betonung der juristischen Erlaubtheit in der durch und durch reglementierten Gesellschaften des 21. Jhd. als alles bestimmend über das gesellschaftliche Verhalten gelegt; dennoch sollte es klar sein, dass es (das menschlich definierte „DARF sein“) gegenüber jenem, was aus der natürlichen Gesetzmäßigkeit  sein MUSS, weniger maßgebend für das natürliche, kosmische Sein einzustufen ist – also  2;

(1)   WILL/wollen genießt zwar in den modernen Zeit, der Zeit in der man alles „wollen darf“ zwar unglaubliche Wertschätzung, so nach dem Motto: „I want it all, I want it now“, dennoch wird eingesehen, dass es dem müssen und sollen untergeordnet zu reihen ist, wie auch dem gesellschaftlich und individuell definierten DÜRFEN; also  1;

 

 BEHAUPTUNG:

Jede menschliche Handlung, Entscheidung, Regelung kann daher darauf hin untersucht werden, welche Anteile an „müssen“, „sollen“ usw. sie in sich trägt.

Dem Verstand der heute lebenden, nicht nur europäischen Bevölkerungsmehrheit scheint es schwer zu fallen, obgenannte 4 Begriffe widerspruchsfrei zu verknüpfen und in Verhaltens­aus­formungen im täglichen Leben umzusetzen.

„Zwang“ welcher im Begriff „MUSS“ bestimmt und ausgedrückt ist, kann kaum mit dem Begriff „WILL/wollen“, welcher mit der Vorstellung „Freiheit“ assoziiert wird, konfliktfrei verbunden werden.

Das Ergebnis falscher Verknüpfungen ist widersprüchliches gesellschaftliches und individuelles Verhalten. Notwendiges, unumgängliches Verhalten (muss) wird verpönt oder gar verboten, Willkürliches zum Gesetz erhoben.
Natürliche Normen und Werte verlieren ihren Bestand und ihre Bedeutung und dies zieht den Niedergang der Gemeinschaft nach sich.

Diese Untersuchung soll zeigen, dass nur vollständige Erkenntnis der Bedeutung und die ent­sprech­ende Umsetzung der wahren Bedeutung aller 4 Begriffe, die Voraussetzung für ein echtes Bestehen, bzw. die „natürliche Verwirklichung“ eines jeden einzelnen Begriffes gewährleistet. Und, dass die Vernachlässigung der Anerkennung der Wesensinhalte, auch nur eines einzigen der Be­griffe, die „reale Existenz“ aller Begriffe (in Bedeutung und Umsetzung) gefährdet, weil eine solche Außerachtlassung die Bedeutungs­inhalte nicht zur „existentiellen (deren eingeschriebenen) Entfaltung“ gelangen lässt. (Ein „MUSS“ muss einfach, auch wenn man es verbieten (nicht dürfen) will und es als nicht erstrebenswert (es soll nicht sein) erachtet).

Mit anderen Worten an einem einfachen Beispiel erklärt: Wenn man das „Herr Lehrer ich muss mal“ als MUSS setzt (was ja auch ganz klar und eigentlich unbestritten zu bleiben hat), dann darf, solcher Wunsch nicht verboten werden, außer man nimmt den zwingend daraus sich ergebenden Konflikt in Kauf.

Werden also diese 4 Begriffe in nicht korrekter Weise miteinander verknüpft (indem ein schwächerer Begriff dominant über einen stärkeren gesetzt wird) ergeben sich sichtbare, erkennbare Reibungen, Spannungs­momente und Kon­flikte auf jed­weder Ebene (physischer, psychischer, geistiger, sozialer, politischer, …).

Die Begründung liegt darin, dass das dem jeweiligen Begriff innewohnende Prinzip des „Strebens nach vollständiger Verwirklichung“, durch den fehlerhaften Gebrauch des Intellektes (falsche Verknüpfung) gestört wird, dieses „Streben nach vollständiger Verwirklichung“ letztlich aber NICHT aufgehalten werden KANN. Es kann aufgeschoben, umgelenkt aber niemals verhindert werden.

Mit anderen Worten bedeutet dies, dass sich ALLE bestimmbaren, erlebbare Spannungen (z.B. WARUM Spanung zwischen Religionen aufgrund von Behauptungen, WARUM Terror aufgrund der ideologischen Begründungen, ja, auch Eheprobleme 🙂 …) auf eine, zwar intellektuelle, jedoch rational unzulässige Verknüpfung von Begriffen (welche letztlich auf obige 4 Begriffe reduziert werden können), der falschen Auffassung ihrer natürlichen „Wertigkeit“, bzw. ihrer unzulässigen Anwendung zurückführen lassen.

Ich schicke voraus und behaupte, dass mit diesem Modell, den Ergebnissen und der Methodik dieser Untersuchung in allen, der Analytik zugänglichen Gebieten (Politik, Gesetzgebung, Psychologie, etc.) gearbeitet werden kann, sofern die jeweils zu untersuchenden Begrifflichkeiten als MUSS, SOLL, DARF, WILL definiert werden (was nicht wirklich schwer fällt) und dann die Konstellation ihrer – in der gelebten Realitiät – vorgefunden Verknüpfung auf die Zulässigkeit gemäß dieser Ausführungen untersucht wird.

Weiterlesen

Der fundamentalistische Prediger

Zur Katholischen Vortragsreihe Ring 2000

Der fundamentalistische Prediger in Kreuzlingen – ein Zeitungsbericht, ein Leserbrief

Bedauerlich ist, wenn in der Debatte über Religion und besonders über den Islam, jeglicher objektive Anstand und nötiger Wille zur Differenzierung subjektivem Vorurteil und einseitiger Wahrnehmung zu weichen hat und verloren geht.
Hanel sagte (oder predigte?) über die strikte, THEOLOGISCH korrekte Rollenzuweisung an die Frau im Islam, dass es NICHT der Rolle der Frau entspricht, sich am Haushaltseinkommen der Familie zu beteiligen, dass sie NICHT einmal verpflichtet ist die Hausarbeit (am Herd oder sonst wo und wie) zu übernehmen, dass sie sogar das Recht habe, für das STILLEN des gemeinsamen ehelichen Kindes von ihrem Ehemann entschädigt zu werden, dass sie berechtigt ist, eigenes Vermögen zu erwerben, über welches nur sie alleine verfügungsberechtigt ist und NICHT verpflichtet ist, dieses dem gemeinsamen familiären Eigentum hinzuzufügen, dass sie, sollte sie sich aus freien Stücken entschließen, doch Haushaltsarbeit zu übernehmen, das Recht hat, von ihrem Mann in der Tat unterstützt zu werden, etc. … all das und noch viel mehr ist theologische Wahrheit und keine Mähr!
Wenn Hanel ganz grundsätzlich das Verheiraten eines dreizehnjährigen Mädchens rechtfertigte, dann explizit vor dem Hintergrund vergleichender gesellschaftlich, ethischer Verhältnisse.
Möge man doch die Situation eines geschlechtsreifen und -bereiten Mädchens unter folgenden Umständen vergleichen.
Einerseits in tatsächlich gelebten gesellschaftlichen Verhältnissen, die es als „normal“, ja liberal und deshalb erwünscht ansehen, dass Mädchen in diesem Alter und noch früher, damit beginnen Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern zu haben, sich dadurch der Gefahr von übertragbaren Krankheiten (z.B. HPV – bereits allgemein verbreitet), die Entwicklung einer stabilen und nachhaltigen, auf Liebe und Zuneigung ausgerichtete Partnerschaft (so WILL es der Koran) vernachlässigen – zu Gunsten einer sogenannten frei ausgelebten Sexualität auf eher rein körperlicher, ja instinktiver Ebene.
Oder andererseits, den natürlichen Wunsch nach Zuneigung, Liebe UND Sexualität in geschütztem und vor allem geregelten Rahmen einer fürsorgenden Großfamilie zu befriedigen? Denn ist es nicht so, dass nur die INSTITUTION der Ehe jenen rechtlichen, emotionalen und materiellen Schutz für die Frauen zu bieten vermag, die es für ein erfülltes Leben für Frau und Mann und Mann und Frau bedarf?
Damit es nochmals klar gesagt und in Erinnerung behalten wird – Hanel hat nicht über die gesellschaftlichen Zustände einer bestimmten Epoche, bestimmten Kultur oder Weltgegend referiert oder gepredigt, sondern über die theologisch begründbaren Verhältnisse und Erfordernisse einer Religion, die ziemlich missverstanden

 

Islam-Vertreter wünschen sich mehr Austausch statt Verbote

LINK:
Islam-Vertreter wünschen sich mehr Austausch statt Verbote

Artikel in der Limmattaler Zeitung – VIOZ Interview

Sehr geehrter Herr Krebs (Tagesanzeiger)

Aus Österreich und aus dem Krankenbett nur kurz:

– Stellen Gesichtsschleier in der Schweiz ein Problem dar?
HANEL:
Nein – kein objektives Problem, da für die amtliche Identitätsprüfung der Niqab vorübergehend gelüftet wird und auch – Gott sei Dank – keine muslimische Frauen bislang auf Demonstrationen als vermummte Steinewerfer ausgemacht werden konnten.


       Was für eine Gesinnung steckt hinter der Initiative?
HANEL:
Es darf mit Recht angenommen werden, dass es sich hier um eine weitere populär populistische Aktion gegen Islam und Muslime handelt.

       Wie steht die VIOZ zur Initiative?
HANEL:
Da es bedauerlicherweise KEINE direkten Kontakte zu den Initianten und den unterstützenden Parteien gibt, um die verschiedenen  dringenden Angelegenheiten persönlich, wie es unter verantwortungsbewussten Staatsbürgern eigentlich sein sollte, zu besprechen – mit großem Bedauern und etwas Unmut. Ich vermisse es sehr, dass die politischen Parteien es bislang nicht wagten, auf den seit Jahren vorgetragenen Vorschlag einzugehen, regelmässige Treffen zu vereinbaren, an welchem je ein offiziell nominierter Vertreter der relevanten politischen Parteien und mindestens ein muslimischer Vertreter die anstehenden Problematiken besprechen und sukzessive Lösungsvorschläge einbringen, gemeinsam debattieren und anschließend ihren Gesellschaften zur Begutachtung vorlegen. DAS wäre ein der Schweiz würdigeres Vorgehen, als ständig aus der eigenen Ecke dem sozialen Frieden querzuschießen.

MfG Hanel

Interview zum 20-jährigen VIOZ Jubiläum

Vereinigung Islamischer Organisationen:
Der lange Weg zur Integration

Link zum Zeitungsbeitrag Limmattaler Zeitung
Hier geht’s zur Druckversion

Original Interview von Matthias Scharrer mit VIOZ Sprecher Muhammad HANEL:

Sehr geehrter Herr Hanel,
wie eben besprochen, arbeite ich für die Limmattaler Zeitung an einem Artikel zum Vioz-Jubiläum und wäre froh, wenn Sie heute möglichst bald zurückrufen könnten. Es geht um folgende Fragen:

-Was waren die Gründe für die Vioz-Gründung 1995?

HANEL:
VIOZ wurde 1995 in Stadthaus Zürich geboren. Als Geburtshelfer wirkte Dr. Peter Wittwer, der ehemalige Stadtbeauftragter für Ausländerfragen. Stadt und Kanton brauchten einen Ansprechpartner für Friedhoffragen und die bestehenden vorwiegend ethnischen Verbände haben sich unter der Führung von Dr. Ismail Amin und Dr. Hassan Hatiboglu geeinigt VIOZ als Dachorganisation zu gründen und als Sprachrohr für alle Muslime in Kanton Zürich zu erklären. Dabei gab es drei Hauptziele:

  • Friedhöfe bzw. Grabfelder für Muslime zu ermöglichen.
  • Die Voraussetzungen für die öffentlich-rechtliche Anerkennung zu schaffen.
  • Eine stadtwürdige Moschee in Zürich zu bauen, um Muslime aus den Hinterhöfen zu holen und Stadtbesuchern einen klaren Gebetsort  anzubieten.

– Was sind die wichtigsten Errungenschaften aus der 20-jährigen Vioz-Geschichte?

HANEL:
Bei der Friedhof Frage ist einen Durchbruch in Wittikon und Winterthur erzielt worden und das galt als Motivation für die Muslime sich vermehrt für eigene Ziele, aber auch ehrenamtlich für der Gesellschaft zu engagieren.

Was sind die Ziele von Vioz für die Zukunft?

HANEL:
Vorgesehen für die Zukunft ist, die noch nicht verwirklichten Ziele zu erreichen und das Engagement für die ordentliche Integration der Muslime zu verstärken. Dabei wird auch daran gedacht, einen “Runden Tisch” mit Verantwortlichen der politischen Parteien zu etablieren, um anstehende Fragen, die  Muslime und den Islam betreffend, kompetent und sachlich zu besprechen und wahrgenommene Probleme möglichst im Konsens nachhaltig zu lösen.

Sehr geehrter Herr Hanel,
Vielen Dank für Ihr E-Mail. Dazu drei Rückfragen:

  1. Welche Hürden sind zu überwinden, um die öffentlich-rechtliche Anerkennung zu schaffen – und in welchem Zeitraum könnte dies geschehen?

    HANEL:
    Bevor die juristische öffentlich-rechtliche Anerkennung zu erlangen ist, hat die gesellschaftspolitische Anerkennung einen bestimmten Grad der wohlwollenden Akzeptanz zu erreichen, Davon sind wir im Augenblick weit entfernt. Vielmehr nimmt die gesellschaftliche Bereitschaft eine muslimische Gemeinschaft öffentlich-rechtlich anzuerkennen drastisch ab. Über einen Zeitraum kann daher nur spekuliert werden. Jedenfalls haben wir in Zürich wahrscheinlich über Jahrzehnte und nicht über Jahre zu reden.
  2. Warum sind die Bemühungen, eine „stadtwürdige Moschee in Zürich zu bauen“, bisher nicht vorangekommen?

    HANEL:
    Bislang konnte weder ein geeigneter Bauplatz, noch die finanziellen Ressourcen gefunden werden, die einen unabhängigen Betrieb garantieren könnten.

  3. Hat Vioz schon Parteien für den von Ihnen erwähnten „Runden Tisch“ kontaktiert – wenn ja: wie waren die Reaktionen?

    HANEL:
    Es gab Kontakte bis hin zur Nationalratsebene. Leider, so scheint es, ist man aus Gründen, über die man nur spekulieren kann, nicht bereit, politische „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Allerdings eines ist klar – und dies entspricht meiner tiefsten Überzeugung. Käme es zu wirklich ernsthaften Gesprächen zwischen Muslimen und namhaften Zürcher Politikern ALLER Parteien, könnte der bereits schmerzhaft empfundenen Ablehnung der Muslime und des Islams nachhaltig, zum Wohle des gesellschaftlichen Friedens in Zürich und darüber hinaus entgegen gewirkt werden.