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WIDER den WIDERSINN der ABROGATION im QUR’AN

DIE ABROGATION im ISLAM

Muhammad Michael HANEL, Feb./März 2014

Für jene, welche sich mit Islam und den aus seiner reinen Quelle hervorgegangenen verschiedenen Strömungen ernsthaft befasst haben, könnte, ja sollte es einsichtig werden, dass das Konzept der ABROGATION eine fürchterliche, der menschlichen Seele, der niederen Nafs (an-nafs al-ammara) durchaus inne liegenden Destruktivität entfesselt hat. Eine Zerstörungskraft, die aufgrund der dadurch freiwerdenden, fanatisch umgesetzten Willkür Schaden an der Menschen Religiosität, Geist, Gemüt, Kultur, gesellschaftlicher, individueller Sicherheit, … in unermesslichem Umfang anrichtet.

Ein nachhaltiger Schaden, der gleicherweise Muslime wie Nicht-Muslime betrifft.

Unter Abrogation verlautet Wikipedia: http://de.ask.com/wiki/Abrogation_%28Islam%29?lang=de&o=2802&ad=doubleDownan=apnap=ask.com (vom Lateinischen abrogare: abschaffen, nasch, arabisch ‏نسخ‎, DMG nasḫ, Aufhebung) wird in dem hier behandelnden Kontext in der islamischen Rechtswissenschaft die Aufhebung einer normativen Bestimmung des Korans verstanden.

Also die Abrogationslehre behauptet, ein Vers des Qur’an wird durch einen anderen aufgehoben, in seiner Bedeutung sozusagen vernichtet, für null und nicht erklärt. Oder anders gesagt, ein Vers stünde einem anderen an Vorzüglichkeit vor, ja verweist diesen anderen in die Bedeutungslosigkeit – audhu bil’Lah (da sei Gott vor)!

Auch wenn ich die diesbezüglichen Anmerkungen, die Fußnoten (eingerückte kursive Abschnitte oder grüne Schrift) von Muhammad ASAD Koranübersetzung, die unten aufgeführt sind als ausreichend erachte, diesem völlig unangebrachten, desintegrativen, unlogischen Konzept die Berechtigung nach Anerkennung zu nehmen, will ich dennoch meine Gedanken dazu nicht verhehlen.

Für diesbezügliche Nachfragen und Diskussionen stehe ich über dieses Medium gerne zu Verfügung.

2: 106
Jede Botschaft, die Wir annullieren oder der Vergessenheit preisgeben, ersetzen Wir mit einer besseren oder gleichen.

Wisst ihr nicht, dass Gott die Macht hat, alles zu wollen?

Dies ist der zentrale Vers, welcher als Eckstein für die Abrogationstheorie herangezogen wird.
Es folgt nun die Begründung der Absurdität dieses Anspruchs durch Muhammad ASAD.

„Das Prinzip welches in diesem Abschnitt niedergelegt ist – in Bezug auf den Ersatz weiterer biblischer Verbreitung durch den Qur’an – war Ursache für weit verbreitete, irrtümliche Interpretation durch muslimische Theologen. Das Wort ayah („Botschaft“) welches hier Verwendung findet, wird auch gebraucht um einen „Vers“ des Qur’an zu bezeichnen (denn jeder dieser Verse beinhaltet eine Botschaft). Diese beschränkte Bedeutung des Wortes ayah im Auge, haben einige Gelehrte von obigem Abschnitt geschlossen, dass bestimmte Abschnitte des Qur’an durch Gottes Befehl „aufgehoben“ wurden, bevor die Offenbarung des Qur’an abgeschlossen war. Abgesehen von der Seltsamkeit dieser Unterstellung – der den Gedanken an einen menschlichen Autor hervorruft, der nach einigem Nachdenken zum Korrekturstift greift und einen Abschnitt seines Manuskripts durch einen anderen ersetzt – gibt es keine einzige verlässliche Überlieferung, dass der Prophet jemals erklärt hätte, dass ein Vers des Qur’an durch einen anderen „aufgehoben“ wäre. Dieser so genannten „Lehre der Aufhebung“ mag die Unfähigkeit einiger früher Kommentatoren zugrunde liegen, einen Abschnitt des Qur’an mit einem anderen in Übereinstimmung zu bringen: eine Schwierigkeit die dadurch überwunden wurde, einen in Frage kommenden Vers als „aufgehoben“ zu erklären. Dieses wider­sprüch­liche Vorgehen erklärt auch, warum es zwischen den Verfechtern der „Lehre der Aufhebung“ keine Einstimmigkeit darüber gibt, wie viele oder welche Verse der Aufhebung zuzuschreiben wären; und darüber hinaus gibt es keine Einhelligkeit darüber, ob die zugeschriebene Aufhebung sich auf die vollständige Eliminierung des Verses aus dem qur’anischen Kontext bezieht oder nur auf die spezifische Vorschreibung oder Feststellung im betreffenden Vers. Kurz gesagt, die „Lehre der Aufhebung“ hat keinerlei historische Grundlage und muss zurückgewiesen werden. Andererseits löst sich die offenkundige Schwierigkeit in der Interpretation obigen qur’anischen Abschnitts sofort auf, wenn der Begriff ayah richtigerweise als „Botschaft“ verstanden wird, und wenn wir diesen Vers in Zusammenhang mit dem vorangegangen lesen, der ja festhält, dass die Juden und Christen jede Offenbarung ablehnen, welche jene der Bibel ablöst: denn, wenn so gelesen wird, bezieht sich die Aufhebung auf die früheren göttlichen Botschaften und nicht auf irgendeinen Teil des Qur’an selbst.“ (Hervorhebungen Hanel)

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Die FRAU & das WEIBLICHE im QUR’AN

Dies ist eine Auflistung von Versen aus dem Qur’an, welche Bezug auf das Wort “FRAU” und/oder das „WEIBLICHE“ nehmen.

(Übersetzung aus „MIFTAH“; Zusammenstellung Muhammad M. HANEL
und Muhammad ASADs KORAN, Übersetzung M. HANEL)

Anmerkung:
Die Textstellen sind meist aus dem Kontext gerissen zitiert und sind daher nicht unbedingt geeignet, volles Verständnis über die Stellung der Frau im Islam zu geben.

Dazu sind notwendige Voraussetzungen Kenntnisse des qur’anischen Kontextes, Qur’ankommentare (Tafsir), qur’anisches Arabisch, Sunnah (Überlieferungen), Aussagen von Gelehrten erforderlich. Eine weiterführende Erklärung zur Methodologie finden Sie HIER in englischer Sprache. 

SURE 2: Die KUH

49. And when We delivered you from Firon’s people, who subjected you to severe torment, killing your sons and sparing your women, and in this there was a great trial from your Lord.

Und denkt daran, dass Wir euch vor den Leuten des Pharao retteten, die euch schlimme Pein zufügten, indem sie eure Söhne abschlachteten und eure Frauen am Leben ließen. Darin lag eine schwere Prüfung von eurem Herrn. [2:49]

2: 49
Und [gedenket jener Zeit] als Wir euch vor dem Volke Pharaos erretteten, welches euch mit grausamen Leid peinigte, eure Söhne schlachtete und [nur] eure Frauen verschonte- was eine Ehrfurcht gebietende Probe von eurem Erhalter für euch war;

O ihr, die ihr glaubt! Es ist euch die Widervergeltung vorgeschrieben für die Getöteten: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, das Weibliche für das Weibliche. Doch wenn jemandem von seinem Bruder etwas vergeben wird, so soll der Vollzug auf geziemende Art und die Leistung ihm gegenüber auf wohltätige Weise geschehen. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer nun von jetzt an (die Gesetze) übertritt, dem wird eine schmerzliche Strafe zuteil sein.[2:178]

2: 178
O IHR, die ihr zum Glauben gelangt seid! Gerechte Vergeltung ist euch in Fällen der Tötung vorgeschrieben: Freier für Freier, und Sklave für Sklave, und Frau für Frau.1

[1] Nachdem hervorgehoben wurde, dass wahre Frömmigkeit sich nicht nach äußeren Formen oder Riten bemisst – eröffnet der Qur’an ein neues Kapitel in Bezug auf des Menschen Betragen. So wie Frömmigkeit nicht ohne rechtschaffene Tat verwirklicht wird, kann individuelle Rechtschaffenheit dies in sozialem Sinne nicht, solange kein Überein­kommen zwischen der Gemeinschaft und deren Mitgliedern besteht, was deren (gegen­seitige) soziale Rechte und Pflichten anlangt: mit anderen Worten werden hier die praktischen Gesetze angesprochen, welche das Verhalten der Individuen innerhalb der Gesellschaft regeln und die Haltung der Gemeinschaft gegenüber dem Individuum und dessen Taten. Dies ist wohl der wesentlichste Grund dafür, warum die Gesetzgebung so eine große Rolle im Denken des Islams spielt, und warum der Qur’an ständig seine moralischen und spiri­tuellen Ermahnungen mit praktischen Vorschreiben des täglichen, sozialen Lebens verknüpft. Nun ist wohl eines der Hauptprobleme jeder Gesellschaft, die Sicherheit ihrer Mitglieder zu gewährleisten: und daher ist es verständlich, dass Gesetze, welche sich mit der Tötung eines Menschen und deren Bestrafung befassen, vorzugs­weise an dieser Stelle behandelt werden. (Man sollte sich daran erinnern, dass die Sure „Die Kuh“ die erste in Medina offenbarte Sure war, also zu einer Zeit, in welcher sich die muslimische Gemeinschaft gerade als unabhängige, soziale Gesellschaft etabliert hatte.) Was den Begriff qisas betrifft, der zu Beginn in obigem Abschnitt Verwendung findet, muss betont werden, dass gemäß aller klassischen Kommentatoren dieser fast synonym mit musawah ist, der bedeutet, „eine Sache [einer anderen] gleich machen“: hier zum Beispiel, die Bestrafung dem Verbrechen gleich (oder angemessen) gestalten – eine Bedeutung, die am besten mit „gerechte Vergeltung oder Ausgleich“ übertragen wird und nicht (wie dies oft und irrtümlich getan wird) mit „Wiedervergeltung“. Wenn man sieht, dass der Qur’an hier von allgemeinen „Tötungsdelikten“ spricht (fi ‚l-qatla, wörtl., „in der Sache des Getöteten“), und damit berücksichtigt, dass sich dies auf alle möglichen Tötungsfälle bezieht – vorsätzlicher Mord, provozierter Mord, schuldhafte Tötung, Totschlag, usw. – ist es offensichtlich, dass das Nehmen eines Lebens für ein anderes (was im Begriff „Wiedervergeltung“ impliziert wird), nicht in jedem Fall den Erfordernissen der Gleichheit entsprechen würde. (Dies wird z.B. in 4:92 klar gemacht, wo die Wiedergutmachung für unbeabsichtigten Totschlag abgehandelt wird.) In Zusammenhang mit „gerechte Vergeltung“ gelesen, womit der Abschnitt beginnt, wird klar, dass die Bestimmung „der Freie für den Freien, und Sklave für Sklave, und Frau für Frau“ nicht – und das war auch gar nicht beabsichtigt – in seinem wörtlichen, einschränkenden Sinn verstanden werden kann: denn dies würde dessen Anwendung auf viele Tötungsdelikte ausschließen, wie z.B. das Töten eines Freien durch einen Sklaven oder der Mord einer Frau an einem Mann oder umgekehrt. Aus diesem Grund muss die obige Vorschreibung als Beispiel einer Kurzbe­schreibung (ijaz) aufgefasst werden, welcher sich der Qur’an so häufig bedient und kann (daher; MH) nur eine Bedeutung haben, nämlich: „wenn ein freier Mann ein Verbrechen begangen hat, muss der freie Mann bestraft werden; wenn ein Sklave ein Verbrechen ….“, mit anderen Worten, wie auch immer der Status der schuldigen Person sein mag, muss sie oder er (und sie oder er alleine) in einer, dem Verbrechen angebrachten Weise bestraft werden.

Hier der LINK zur ganzen Arbeit 64 Seiten PDF

ISLAM & ENVIRONMENT

IT’s HIGH TIME!
Quelle:
http://khaleafa.com/greenkhutbah/resources/
http://www.goethe.de/ges/phi/prj/ffs/the/a99/de11257338.htm
Deutsche Übersetzung Muhammad ASAD/ M. Hanel

Quranic Verses and Hadiths:

Water:

And We send the fecundating winds, then cause the rain to descend from the sky, therewith providing you with water (in abundance), though ye are not the guardians of its stores. And verily, it is We Who give life, and Who give death: it is We Who remain inheritors (after all else passes away). (Qu’rán, 15:22-23).

15: 22 – 23
Und Wir lassen die Winde ziehen, um [Pflanzen] [1] zu befruchten und Wir senden Wasser vom Himmel hernieder und lassen euch davon trinken: und nicht ihr seid es, die über dessen Quell verfügen – denn, wisset, Wir sind es – Wir alleine – welche Leben gewähren und den Tod zuteilen, und Wir alleine sind es, die übrig bleiben werden, nachdem alles andere vergangen ist! [2]


[1] D.h., durch Befruchtung wie auch durch das Bringen von Regenwolken.
[2] Wörtl., „Wir sind [oder „werden sein“] die Erben (al-warithan)“: eine umgangssprachliche Metapher die, gemäß dem Konsens aller klassischen Kommentatoren im Sinne von „einer, der bleibt, nachdem sein Vorgänger gestorben ist“ gebraucht wird – in diesem Fall, nachdem alle Schöpfung vergangen ist. (Vergl. Den Ausdruck „das Erbe der Himmel und der Erde“, der in Hinblick auf Gott in 3:180 und 57:10 gebraucht wird.)

Do not the Unbelievers see that the heavens and the earth were joined together (as one unit of creation), before we clove them asunder? We made from water every living thing. Will they not then believe? (Qu’rán, 21:30).

21: 30
SIND denn jene, welche beharrlich die Wahrheit leugnen, sich nicht klar darüber, dass die Himmel und die Erde [einst] eine einzige Einheit waren, welche Wir dann entzwei teilten? – [1] und [dass] Wir aus Wasser jedes Lebewesen erschaffen haben? Wollen sie denn nicht [beginnen zu] glauben? [2]


[1] Obiger unmissverständlicher Hinweis auf den einheitlichen Ursprung des Universums – im Qur’an umschrieben mit „die Himmel und die Erde“ – greift in auffallender Weise die Ansicht fast aller moderner Astrophysiker voraus, dass das Universum aus einer Einheit heraus entstand, die sich nach und nach durch die Gravität verfestigte und dann sich in einzelne Nebeln, Galaxien und Solarsysteme aufteilte, und in weitere, sich abspaltende einzelne Teile, die wieder neue Einheiten formten in Form von Sternen und Planeten etc. (Was den Qur’anischen Hinweis auf das Phänomen betrifft, welcher mit „expan­dieren­des Universum“ bezeichnet wird, siehe 51:47 und  die entsprechende Anmerkung dazu.)
[2] Die Feststellung, dass Gott „jedes Lebewesen aus Wasser erschaffen hat”, beschreibt ganz exakt eine Wahrheit, welche heutzutage allgemein von der Wissenschaft akzeptiert wird. Sie beinhaltet dreierlei Bedeutung:
  1. Wasser war das Milieu aus welchem der Prototyp aller lebender Materie entstand;
  2. Unter all den vielen unzähligen – existierenden oder vorstellbaren – Flüssigkeiten hat nur das Wasser die nötige Zusammensetzung, aus ihm Leben entstehen und entwickeln zu lassen; und
  3. das Protoplasma, welches die physische Basis jeder lebendigen Zelle ist – sei dies in Pflanzen oder Tieren – repräsentiert die einzige materielle Form, in welcher sich Leben manifestiert, besteht überwiegend aus Wasser und ist in äußerster Art und Weise von diesem abhängig.
Mit der vorangegangenen Feststellung gemeinsam gelesen, welche auf den einheitlichen Ursprung des physischen Universums hinweist, deutet die Entstehung des Lebens aus einem gleichermaßen einheitlichen Element auf das Vorhandensein eines einheitlichen Plans hin, welcher aller Existenz zugrunde liegt und in diesem Sinne auf die Existenz und Einheit des Schöpfers hinweist. Diese Betonung des Eins-Seins Gottes und der Einheit Seiner Schöpfung wird wieder in Vers 92 unten aufgenommen.
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