Archiv der Kategorie: Islam & Bildung

MP3 – SAMMLUNG von FREITAGSANSPRACHEN – PREDIGTEN – KHOTBAS

„Wehe denen, die das Mass verkürzen, Die volles Mass verlangen, wenn sie sich von (anderen) Leuten zumessen lassen, aber weniger geben, wenn sie ihnen zumessen oder auswiegen.“
(Mutaffifîn, 83:1-3)

Heutige Hutba (auf Deutsch) 10.09.2010
https://drive.google.com/file/d/1USz1RYEOSKF0-kaXJVmRge7TzGiq6Txv/view?usp=sharing

„Nur die Wissenden unter Seinen Dienern fürchten Allah. Allah ist gewiss mächtig, verzeihend.“
(Fâtir, 35:28)

Heutige Hutba (auf Deutsch) 03.09.2021
https://drive.google.com/file/d/1SeJWjW7nPRCConlbFIT1JBO953WNm4Hp/view?usp=sharing

Weitere Freitagsansprachen unter diesem LINK

EINE Religion und VIELE Beziehungen

EINE Religion und VIELE Beziehungen
Ägyptische Gesellschaft für Spirituelle und Kulturelle Forschung

Übersetzung und leicht überarbeitet von Muhammad M. Hanel 1/2012
Qur’anzitate nach Muhammad ASAD (Übersetzung M.M. Hanel)
Die Bedeutung des Islams über das Verhalten der Muslime erklärt

Zum gesamter Text in PDF mit weiter erklärenden Fußnoten



Es ist offenkundig, dass das Wort „Islam“, wie es im Qur’an gebraucht wird, eine
Beschreibung des „Weges“ oder der „Methodik“ ist, welcher die Propheten folgten. Islam offenbart sich durch das Benehmen, die Haltung und den Glauben jener, welche im Qur’an Muslime genannt werden. In jedem Gebrauch des Wortes „Muslim“ in Bezug auf die Propheten und ihre Anhänger gibt es eine sprachliche, semantische Dimension,
welche die verschiedenen Aspekte offenbart, was es bedeutet, ein Muslim zu sein.
Sich bereit zu machen, das Wohlgefallen, die Gnade Allahs zu erlangen (- das
vornehmste und erste Ziel des Muslims):

Durch die aufrichtige Bemühung, nach der Wahrheit zu suchen, ist der Muslim (er/sie)
jener, der sich für das Erlangen göttlichen Wohlgefallens und den Empfang Allahs Gnade bereit macht. Die größte aller Gnaden ist die Erkenntnis des ein und einzigen Ursprungs von Allem und die Öffnung für die Rechtleitung Allahs von innen heraus. Dies ist der Weg, über den Abraham (r.a.) die Ein- und Einzigkeit (Tauhid) Gottes erkannte und er nannte diese Erkenntnis, Gott gegebenes „Wissen“. Abraham (r.a.) wird im Qur’an mit folgendem Ausspruch zitiert:

19: 43
„O mein Vater! Wisse, tatsächlich ist zu mir [ein Strahl von] Wissen gekommen, wie es dir bislang noch nie geschehen ist: also, folge mir; ich werde dich auf einen vollkommenen Weg führen.“


Dieses Wissen war Gottes Gnade an alle Propheten. Der Prophet Muhammad (fsai)
machte klar, dass der Mensch ununterbrochen die Gnade Gottes suchen sollte. Als ein
Vorbild der Muslime sagt er:

20: 114
„O mein Erhalter, lass mich an Wissen wachsen!“


Immer und immer wieder finden wir, dass dieses Wissen, welches im Qur’an gespiegelt
wird, die verschiedensten äußeren Formen annimmt. Moses (Friede und Segen auf ihm) wurde von Allah befohlen, Seine Unterstützung über übernatürliche Zeichen zu belegen.
Salomon (Friede und Segen auf ihm) erlernte die Sprache der Vögel und Josef (Friede und Segen auf ihm) verstand die Traumdeutung. Allahs Gnade gegenüber Abraham bestand darin, dass ihm die, in den Herzen innewohnende ursprüngliche Religion offenbart wurde.
Dies ist der Vers, in welchem der erhabene Qur’an Abraham (Friede und Segen auf ihm)
einen Muslim und nicht einen Juden oder Christen nennt,

20: 78
„Und strengt euch hart an in der Sache Gottes, mit solcher Anstrengung, welche Ihm
zukommt; Er ist es, der euch erwählt hat [Seine Botschaft zu überbringen], und hat
euch keine Erschwernis auferlegt [was die Religion betrifft] [und euch] im Glauben eures Vorfahren Abrahams [folgen ließ]. Es ist Er, der euch in vergangener Zeit, wie
auch in dieser [göttlichen Schrift] „jene, welche sich selbst Gott unterworfen haben“
genannt hat, damit der Gesandte die Wahrheit vor euch bezeugen möge, und damit ihr
sie vor aller Menschheit bezeugen möget. Daher, seid dem Gebet treu und gebt eure
reinigende Abgabe, und haltet fest zu Gott. Er ist euer Höchster Herr; und wie großartig
ist dieser Höchste Herr, und wie vortrefflich dieser Hilfe Leistende!)


und dieser Vers, der als Antwort auf ein Streitgespräch offenbart wurde, welches
zwischen Juden und Christen (den Völkern der Schrift):

3: 65
„O BEFOLGER früherer Offenbarung! Warum streitet ihr über Abraham, obwohl ihr seht, dass die Thora und das Evangelium nicht anders als [lange] nach ihm offenbart wurden? Wollt ihr also nicht euren Verstand gebrauchen?


Diese Frage, die ganz ans Ende des Verses gestellt wurde, zeigt, dass die Schriftvölker
etwas Wesentliches nicht erkannt haben. Nämlich, dass Abraham (Friede und Segen auf
ihm) sein Wissen nicht aus einem bestimmten geheiligten Buch bezogen hat; er empfing Eingebung, weil er sich für den Empfang von Gottes Gnade bereit gemacht hatte. Als er es nicht mehr zuließ, dass die trügerischen Ideen seiner Leute seine innere Suche belasteten, begann seine Einsicht seinen Weg zu erleuchten. Daher vermochte er zur uranfänglichen Wahrheit zu gelangen.

Natürlich demütigen diese Verse, welche Abraham (Friede und Segen auf ihm) dem Islam und nicht dem Juden- oder Christentum zuschreiben, weder Christen, Juden oder Muslime, noch vergleichen sie den Islam mit anderen Religionen. Sie betonen einfach die Tatsache, dass Abraham (Friede und Segen auf ihm) dem Islam als die ursprüngliche Religion zuzuordnen ist – also sollte er nicht nach einem Glauben benannt werden – etwas, das auch für alle anderen Propheten gilt.

Das Wissen, welches dem Josef (Friede und Segen auf ihm) gegeben wurde, war ein
anderes. Er verstand die Botschaften, welche in Träumen und Ereignissen eingeschrieben waren und die andere nicht erkennen konnten. Seine Fähigkeit, diese Botschaften zu entschlüsseln wurde ihm infolge seines rechtschaffenen Lebenswandels, welcher ihn ethische Werte und göttliche Lehren einhalten ließ, gegeben.

12: 22
„Und als er sein Mannesalter erreichte, bescherten Wir ihm die Fähigkeit [zwischen richtig und falsch] zu unterscheiden, wie auch [inneres] Wissen: denn so belohnen Wir die Gutes Tuenden.“


Joseph (Friede und Segen auf ihm) sprach:

12: 37
„… Seht, ich habe die Wege jener Leute hinter mir gelassen, die nicht an Gott glauben7
und die sich beharrlich weigern, die Wahrheit des kommenden Lebens anzunehmen;
Joseph (Friede und Segen auf ihm) erklärte sich:“


12: 38
„und ich folge dem Glauben meiner Vorfahren, Abraham, Isaak und Jakob. Es ist undenkbar, dass [es uns erlaubt wäre, dass] wir etwas neben Gott Göttlichkeit zuschreiben: dies ist [das Ergebnis von] Gottes Gnade an uns und an aller Menschheit doch die meisten Menschen sind undankbar.“


Salomons (Friede und Segen auf ihm) Wissen und seine Macht erstanden aus seinem
Sein als Muslim. Gott sagt im Qur’an:


27: 15
Wir gaben das Wissen dem David und dem Salomon und beide
sprachen: … „Alles Lob gehört Gott, der uns [dadurch] vor all Seinen gläubigen Dienern begünstigt hat!“


Salomon nahm diese Gnade Gottes an und rief die Königin von Sabaa auf, an Allah zu
glauben, der ihm solches Wissen gegeben hatte. Er sprach:

27: 24
Und ich fand heraus, dass sie und ihr Volk die Sonne anstelle Gottes anbeten; und Satan hat ihnen ihr Vorgehen gut erscheinen lassen und sie [derart] vom Wege [Gottes] abgeriegelt, sodass sie den rechten Weg nicht finden können;“

Er konnte seine Aufgabe erfüllen und sie folgte seinem Weg und wurde Muslim:
Sie sprach:

27: 44
… „O mein Erhalter! Ich habe gegen mich selbst gesündigt [indem ich anderes als Dich
angebetet habe]; doch mit Salomon habe ich mich [nun] dem Erhalter aller Welten
ergeben!“


Sie hatte nämlich verstanden, dass es eine unsichtbare Macht gibt, die alle Dinge ordnet. Aufgrund dieser Erkenntnis unterwarf sie sich dieser Macht und ließ ihre früheren Illusionen zurück.

Respekt, Vernunft, Furchtlosigkeit und die Erkenntnis vollständiger Freiheit

Alle Propheten erweisen im Qur’an der Vernunft ihren Respekt, indem sie die
allgemeinen, überkommenen Traditionen zurückwiesen, welche doch nur die Vernunft
demütigen und Dogmen unziemlichen Respekt zollten. Wegen ihrer Beachtung der
Vernunft verweigerten sich die Propheten blinder Nachahmung. Sie waren nicht wie die
Menschen ihrer Zeit, die zu sagen pflegten:

43: 22
… „Siehe, wir fanden unsere Vorfahren mit dem übereinstimmen, woran wir glauben –
und, wahrlich, in ihren Fußspuren finden wir unser Rechtleitung!“


Propheten hatten erkannt, dass alle spirituelle Freiheit nur in der Gottesergebung zu
finden ist und nicht in der Hingabe an irgendein, von Menschen fabriziertes Dogma. Ihre Weigerung falsche Gottheiten zu verehren, war das Ergebnis ihrer Suche nach spiritueller Freiheit und ihres Gewahrseins, dass dem Menschen diese Freiheit vorenthalten wird, wenn er etwas oder jemandem Göttlichkeit zuschreibt, was nicht wirklich Gott ist. Sie waren sich völlig bewusst, dass ein Götze nicht nur eine Sache der äußerlichen Praxis ist; er verkörpert eine innerliche Starrheit und einen innerlichen Stillstand, welche es der Fähigkeit des Menschen verwehren, spirituell frei zu sein. Diese Haltung hält die Seele in Illusionen gefangen, welche durch die begrenzte Existenz geschaffen werden. Aus dieser Perspektive, so lesen wir im Qur’an, sprach Abraham (Friede und Segen auf ihm) zu seinem Vater:

6: 74
… „Akzeptierst du Götzen als Götter? Wahrlich, ich sehe, dass du und deine Leute wirklich in die Irre gegangen sind!“

19: 42
… „O mein Vater! Warum betest du etwas an, das weder hört, noch sieht und dir in
keiner Weise nützlich sein kann?


Auch Joseph (Friede und Segen auf ihm) sagte:

12: 40
„All das, was ihr anstelle Gottes anbetet, ist nichts als [leere] Namen, die ihr erfunden
habt – ihr und eure Vorfahren – [und] wofür Gott keinerlei Ermächtigung herabgesandt
hat. … „

Abraham (Friede und Segen auf ihm) ist nicht durch die Androhung seines Vaters, ihn für die Beleidigung seines Glaubens und seiner Praktiken zu betrafen, verängstigt. Als ihm sein Vater droht:

19: 46
… „Magst du meine Götter nicht, O Abraham? Wenn du damit nicht aufhörst, werde ich
dich ganz gewiss zu Tode steinigen lassen! Nun hinfort mit dir von mir, für immer!“


antwortet er ihm nur:

19: 47-48
„Friede sei mit dir! Ich werde meinen Erhalter bitten, dir zu vergeben; denn, wisse, Er
war stets freundlich zu mir. Doch ich werde mich von dir zurückziehen und von allem, was immer du anstelle Gottes anrufst und werde meinen Erhalter [alleine] anrufen: es kann gut sein, dass mein Gebet [für dich] von meinem Erhalter nicht unbeantwortet bleibt.“


Auch die Zauberer des Pharao sind im Qur’an ein Beispiel für das Muslimsein. Sie folgten dem Moses (Friede und Segen auf ihm), als sie erkannten, dass es eine höhere Macht gibt, welche die sichtbaren und unsichtbaren Dinge in allen Bereichen des Lebens ordnet.
Sie wusste aufgrund ihrer eigenen Erfahrung und Fertigkeiten, dass Moses (Friede und
Segen auf ihm) keine Zauberkunsttücke vorführte, sondern dass sie der Manifestation
dieser unsichtbaren, allmächtigen Macht beiwohnten. Intuitiv entzündete sich der Glaube an Allah in ihren Herzen und die Macht des Pharao fürchteten sie nicht mehr, noch wechselten sie ihren Glauben unter der Bestrafung des Pharaos. Vollständig unterwarfen sie sich dem Willen Allahs. Diese Geschichte der Zauberer zeigt, wie verschieden doch die Menschen angesichts der selben Phänomene reagieren. Der Pharao und die Zauberer waren Zeugen der selben Vorkommnisse – doch er leugnete den Aspekt des Wunders daran, wohingegen sie die Botschaft Allahs völlig in ihre Herzen aufnahmen. Muslim zu sein, wie sie dies waren, bedeutet, dass ein Mensch nichts mehr fürchtet und völlige Freiheit erfährt. Die Unterwerfung unter Gottes Willen erfüllt den Menschen mit Entschlossenheit. Als Moses (Friede und Segen auf ihm) zu seinen Leuten sprach, hob er diesen Aspekt hervor; er wollte, dass sie Mut genug schöpften, um dem Tyrannen mit Glauben und Zuversicht entgegenzutreten. Als sie unsicher waren und nicht wussten was zu tun war, weil sie die Macht des Pharao fürchteten, der sprach:

7: 127
… „Wir werden ihre Söhne in Massen erschlagen und [nur] ihre Frauen verschonen: denn, wahrlich, wir haben die Gewalt über sie!“


Ermahnte sie Moses (Friede und Segen auf ihm) ihr Vertrauen alleine in Allah zu setzen:

7: 128
… „Wendet euch an Gott um Hilfe, und habt Geduld im Ungemach. Wahrlich, die ganze
Welt gehört Gott: Er gibt sie als Erbe – an welche Seiner Diener Er will; und die Zukunft
gehört jenen, die Gottes eingedenk sind!“

Den Glauben zu verteidigen und das Wort der Wahrheit zu unterstützen

Gemäß Qur’an ist ein Muslim jener, der genug innere Kraft hat, jemandes Glauben
nachhaltig zu stärken. Beispiel dafür sind die Jünger Jesu (Friede und Segen auf ihm). Eine Sache stand im Zentrum des Aufrufs Jesu. Er rief die Menschen auf, dem rechtschaffenen Weg zu folgen und nur wenige folgten ihm. Dies waren die Schüler, die sich selbst Muslime nannten:

3: 52
„Und als Jesus ihrer Weigerung gewahr wurde, die Wahrheit zu bekennen, fragte er: „Welche werden meine Helfer in der Sache Gottes sein?“, antworteten die in
weiß Gekleideten: „Wir werden [deine] Helfer [in der Sache] Gottes sein! Wir glauben
an Gott: und bezeuge du, dass wir uns Ihm ergeben haben!


und doch wies die Mehrheit seinen Aufruf zurück. Im Falle der Jünger Jesu verlangte ihr Muslimsein ihre Selbstverantwortlichkeit in der Unterstützung der Botschaft Jesu. Muslim zu sein bedeutet, jemandes Glauben zu verteidigen und das Wort der Wahrheit zu unterstützen. An anderer Stelle lesen wir im Qur’an:

5: 111
„UND [erinnere dich daran] als Ich den Weißgekleideten durch Inspiration eingab:
„Glaubt an Mich und an Meinen Gesandten!“ Sie antworteten: „Wir glauben; und Du
bezeuge, dass wir uns [Dir] ergeben haben.““


Wir begreifen, dass das Muslimsein jemanden bereit dafür macht, durch Allah über
Eingebung oder viele andere Möglichkeiten unterstützt zu werden.
Der Qur’an macht klar, dass alle Propheten und in Allah Ergebenen starke Beispiele in der Verteidigung des Glaubens waren:

3: 146
„Und manch einer der Propheten, dem viele Gott ergebenen Männer folgten, hatte [in der Sache Gottes] zu kämpfen: und sie verzagten nicht auf Grund dessen, was sie in der
Sache Gottes zu erleiden hatten, noch ermüdeten sie, noch erniedrigten sie sich [vor
dem Feind], denn Gott liebt jene, die im Unglück standhaft bleiben;

Keine Entlohnung von den Menschen zu erwarten, noch sich in Gefälligkeit zu
ergehen; ein Muslim beschäftigt sich nur mit Allah


Noah (Friede und Segen auf ihm) ist im Qur’an ein Beispiel eines Muslims, da er keinerlei Belohnung von seinen Leuten erwartete, noch kümmerte er sich darum, ihnen zu gefallen. Seine größte Aufmerksamkeit widmete er dem Befolgen des rechten Weges und so wurde er geleitet, ein Muslim zu sein und deshalb wurde er errettet.

10: 73
„Und dennoch bezichtigten sie ihn der Lüge! Und so erretteten Wir ihn und alle, die zu ihm standen in der Arche, und machten sie zu Erben [der Erde], wohingegen Wir jene,
welche Unsere Botschaften eine Lüge nannten, ertrinken ließen: seht also, was am
Ende jenen Leuten geschah, die [vergeblich] gewarnt worden waren!“


Der Qur’an offenbart, dass alle Propheten, wenn sie ihr Volk auf den rechten Weg riefen, durch die Liebe und Barmherzigkeit motiviert waren und nach keinerlei persönlichen Lohn verlangten. Die Propheten Noah (Friede und Segen auf ihm), Hud (Friede und Segen auf ihm), Salih (Friede und Segen auf ihm), Lot (Friede und Segen auf ihm) und Shu’aib (Friede und Segen auf ihm) sprachen:

26: 109
Und keinerlei Lohn verlange ich von euch dafür; denn mein Lohn liegt bei niemand
anders als beim Erhalter der Welten.“
(HQ: 26: 127, 145, 164, 180)

Und so war es auch an Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm), unter göttlicher Anleitung zu sprechen:

25: 57
… „Dafür verlange ich keinen Lohn von euch [- keinen Lohn] außer den, dass der, der so
will, seinen Weg zu seinem Erhalter finden möge!“

Irdische Gesetze respektieren und um göttliche Unterstützung beten

Sich Allah zu ergeben (ein Muslim zu sein), verlangt nach ständigem Gebet um Allahs
Unterstützung, vereint mit jeder möglichen Bemühung, die eigenen Ziele zu erreichen.
Das ist ein gemeinsames Merkmal aller Propheten.
Noah (Friede und Segen auf ihm) baute die Arche, da er erkannte, dass dies der Weg
war, seine Leute vor der Flut zu retten. Moses (Friede und Segen auf ihm) ging zum
Pharao und sprach zu ihm, gebrauchte Logik und das Wort, um ihn zu überzeugen die
Kinder Israels freizulassen, damit sie Ägypten verlassen könnten. Und zur gleichen Zeit
bat er Allah um Unterstützung und wollte dem Pharao nicht entgegentreten, solange
Allah ihm nicht versprach, mit ihm und seinem Bruder zu sein, sie beide zu behüten und zu beschützen.
Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) ertrug Demütigung und Widerstand in Mekka. Er verließ sich nicht auf Wunder, die ihn und seine Anhänger
erretten sollten, sondern bemühte vielmehr menschliche Fähigkeiten um die Menschen zu erreichen und ihr Bewusstsein zu erwecken. Als er auswanderte, gebrauchte er ebenfalls seinen Verstand, denn der wusste von der Absicht der quraischitischen Führung, ihn zu ermorden.

Der erhabene Qur’an zeigt klar und deutlich, wie Joseph (Friede und Segen auf ihm) die
irdischen Gesetze achtete und gleichzeitig um die Unterstützung Gottes betete. Als ihm
der Pharao Ägyptens die Verantwortung übergab, sich um die erwarteten ökonomischen Probleme zu kümmern, teilte er dem Pharao mit, dass er diese Probleme auf solider praktischer Grundlage zu lösen gedachte:
Er sprach:

12: 55
… „Gib des Landes Lagerhaus in meine Obhut; siehe, ich werde ein guter und wissender
Verwalter sein.“


Gleichzeitig brachte Joseph (Friede und Segen auf ihm) seine Gottesergebenheit zum
Ausdruck und seine Gewahrsam, dass er nur durch Seine Unterstützung auf dem
rechten Weg zu wandeln vermöge. Er sprach:

12: 101
„O mein Erhalter! Du hast mir wahrlich etwas an Macht gewährt, und mir einiges vom
Wissen der inneren Bedeutung der Geschehnisse eingegeben. Urheber der Himmel und
der Erde! Du bist mir nahe in dieser Welt und im nächsten Leben: lass mich sterben als
einer, der sich Dir selbst ergeben hat, und vereine mich mit den Rechtschaffenen!“

Der erhabene Qur’an verdeutlicht auch einen Weg, sich Allah zu ergeben: Muslim zu sein bedeutet, sich aller Eigenschaften und Tugenden zu befleißigen, welche Allah einem verliehen hat, um alle Lebensaspekte zu bereichern, zu verbessern und zu verschönern.
Erst dann, wenn der Mensch alle seine Fähigkeiten wirklich zum Einsatz bringt, wird er in Übereinstimmung mit dem göttlichen Gesetz leben. Daher werden im Qur’an die
Anhänger des Prophet Salomons (Friede und Segen auf ihm) für ihre diesbezüglichen
Fortschritte gelobt:

34: 13
„… sie fertigten für ihn, was immer er an Heiligtümern wünschte, und Statuen, und Becken wie [große] Teiche – Tröge und fest verankerte Kessel. [Und Wir sprachen:] „Arbeitet, O Volk Davids, in Dankbarkeit [Mir gegenüber] – und [denkt daran,] nur wenige [sogar] unter Meinen Dienern sind die wahrhaft Dankbaren!“


Die Leitlinie, irdische Gesetze zu respektieren und parallel Gottes Unterstützung zu
erbitten, wird im Qur’an auf verschiedenen Ebenen erwähnt – indem die Völker zur Arbeit gerufen werden, Wissen zu erwerben und nach den Geheimnissen der Schöpfung zu forschen.

MENSCH – TECHNIK – ZUKUNFT

Ein Vortrag aus der Vergangenheit, vor 20 Jahren – reread if you wish


Audhu billahi minash shaytani rajim – Bismillahir Rahmanir RahimMeine ganze Zuflucht nehme ich bei dem Allmächtigen GOTT vor dem verworfenen Üblen.

Im Namen Gottes, des Allerbarmers und jedem Gnädigen. Gepriesen sei Gott, der Herr der Welten!

Und der Segen Gottes sei auf all Seinen vorzüglichen Dienern und deren Gefährten!

 MENSCH – TECHNIK – ZUKUNFT

Verfasser: Muhammad Michael HANEL; Linz 2001

Der MENSCH

Im Qur’an, der Offenbarungsschrift der Muslime kommt der Begriff „Mensch“ oder „Menschen“ 359 mal vor;, wenn ich richtig gezählt habe.

Als Abriss einer – sozusagen – islamischen Anthropologie, sollen im folgenden die menschlichen Eigenschaften, wie sie im Qur’an definiert sind kurz vorgestellt werden.

Der Mensch wurde von Gott – Allah – aus ursprünglich einem einzigen Wesen, aus Erde und im weiteren aus Wasser und einem Samentropfen in bester Form erschaffen. Daher ist es auch die grundsätzliche verpflichtend gemachte Bestimmung des Menschen Gott zu verherrlichen, nur IHN alleine anzubeten und Ihm zu dienen. Die Menschheit wurde als Paar erschaffen und die Menschen sind von einander abhängig und bedürfen einander – daher hat der Schöpfer die Liebe zwischen die Menschen gesetzt – dies als eines der Zeichen Seiner Macht und Einheit. Mann und Frau sind grundsätzlich ebenbürtig und ergänzen einander quasi komplementär.

Daher sollen die Menschen einander lieben, aber nicht fürchten – Gott aber sollen sie lieben und fürchten.

Gleichwohl er in bester Form erschaffen ist, wurde der Mensch jedoch schwach erschaffen und wird ständig geprüft und ist aufgerufen, diese Schwäche zu erkennen und durch aufrichtige Hingabe an Gott auszugleichen, der ihn durch Seine Rechtleitung von den Konsequenzen dieser natürlichen Schwäche errettet und die Erfolgreichen mit den unermesslichen Gnaden des Paradieses belohnt. Auch wenn der Mensch als eigenverantwortliches Individuum erschaffen wurde, ist er ein Wesen, welches über die Gemeinschaft definiert ist und mit welcher er in Schicksalsgemeinschaft verbunden und dieser auch friedensstiftend verpflichtet ist. Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit ist den Menschen untereinander verbindlich gemacht. Die Menschen sind gleich und unterscheiden sich voneinander nur im Ausmaß ihrer Frömmigkeit.

Hier geht es weiter: http://www.islamheute.ch/menschtechnik.htm

GRUNDLAGEN des WIRTSCHAFTENS

Über die WIRTSCHAFT
Ernste Gedanken eines Besorgten

GRUNDLAGEN zur ENTWICKLUNG des WIRTSCHAFTSSYSTEMS für das 21. JD. n.C., 1421 n.H.
(Ein „säkularer“ Beitrag)

Wir, sehr geehrter Leser, so nehme ich an, sind ziemlich einig in der Einschätzung der prekären ökonomischen, ökologischen Situation, in welche sich der „Homo sapiens“, wie er sich selber nennt, am Ausgang des 20. Jhd. selbst hin manövriert hat.
Wir sind uns wahrscheinlich auch einig, dass die Lösung der ökologischen Frage, nur Hand in Hand mit der Lösung der ökonomischen Frage einhergehen kann. Denn noch ist es so, dass nicht die Vernunft in erster Linie das Handeln der Menschheit bestimmt, sondern es immer noch das Geld ist, welches „anschafft“, den Ton angibt und die Befehle erteilt.

Da es nun feststeht, dass das globale ökologische Problem, so es keiner Lösung zugeführt wird, eher düstere Zukunftsprognosen erlaubt, sollte es unbedingt möglichst bald, um nicht zu sagen „sofort“ beherrscht werden. Daraus ergibt sich der zwingende Schluss, das globale Wirtschaftsdenken dermaßen zu verändern, dass es z.B. ökologisch erforderliche Investitionen anregt und nicht, wie bislang aus falsch verstandenem Profitüber­le­gungen zu verhindern in der Lage ist.

Der wirtschaftliche Komplex beinhaltet neben der biologischen Komponente, zumindest noch zwei weitere. Nämlich den philosophischen und den technischen Aspekt. Die Philosophie hat zu beantworten WAS geschieht bzw. geschehen soll und die Technik hat zu bestimmen, WIE die definierten Absichten zu verwirklichen sind. Der eine legt fest was und wie viel, von und für wen produziert wird, der zweite definiert den Weg, wie produziert und verteilt wird.

Es ist wesentlich zu verstehen, dass die heutige vernetzte wirtschaftliche Abhängigkeit der Völker untereinander, ein möglichst im Konsens, abgestimmtes Vorgehen verlangt, so diese sich doch noch wirklich für ein friedliches Miteinander entschließen.

Um also ein gerechtes, stabiles und möglichst reibungslos funktionierendes Wirtschaftssystem für die Zukunft überhaupt entwickeln zu können, ist es unabdingbar, dass die daran teilnehmenden Personen und Völker, gleiche, oder bekanntermaßen kompatible Vorstellungen über den Gebrauch des wirtschaftlichen Systems und dessen Ziele entwickeln. Dies ist insofern wesentlich, da menschliches Handeln ohnehin stets unvollkommen bleiben wird und daher ständig die Notwendigkeit besteht, zu improvisieren und kreativ zu bleiben. Eigenschaften, die bei Überstrapazierung zu einer drastischen Abnahme der Kooperationsbereitschaft zwischen Menschen führen und daher auf ein Minimum im wirtschaftlichen Handeln zu beschränken sind.

Wenn nun die philosophischen Prinzipien des Wirtschaftens definiert werden sollen, ist die Frage nach den allgemein anerkannten Zielen und den Regeln zu stellen, und durch welche „Denkensart“ diese zu verwirklichen sind. Diese wirtschaftlichen Verkehrsregeln legen alsdann fest, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten, d.h. Unternehmen, Investitionen, Vorrang vor anderen haben. Bei Missachtung des Vorranges, werden selbstverständlich die gleichen Konsequenzen fällig, wie es bei der Übertretung von Straßenverkehrsregeln üblich ist. Es ist zu büssen!

Der alles entscheidende Punkt dabei ist, WIE sehe ich meinen Nächsten in wirtschaftlicher Hinsicht. Ist er mein Partner, mein Mitbewerber, mein  Konkurrent, den es auszustechen gilt oder sehe ich ihn gar als meinen Feind oder Sklaven und unterwerfe ihn meiner Macht und Kraft, meinen wirtschaftlichen Sanktionen, bis hin zu seinem Untergang?

Es ist die letztendliche Botschaft aller ethischen Sozialbewegungen, jedes Individuum darauf hinzuweisen, dass der Nächste man selbst sein könnte und man sein Verhalten ihm gegenüber dementsprechend ausrichten solle. Es ist jene Botschaft, welche das Bewusstsein einer wirklichen Brüderlichkeit der Menschen untereinander bewirken soll. Im Allgemeinen besser als „Kategorischer Imperativ“ oder „Goldene Regel“ bekannt.

Die erste umfassende Regel den wirtschaftlichen Umgang miteinander festlegend, hat, gemäß der menschlichen komplexen Veranlagung, sowohl den individuellen und kollektiven Eigennutz, wie auch den humanitären, nun global gewordenen Gemeinnutz zuzulassen, wobei dem Gemeinnutz im Entscheidungsfall der Vorrang einzuräumen ist. (Linienbusse haben ja auch beim Ausscheren aus der Haltestelle Vorrang gegenüber dem fließenden Individualverkehr.)

Die zweite Regel umfasst die Einstellung des Einzelnen zu anderen Individuen.
Wählt man gesunde Konkurrenz als Basis des miteinander Handelns, so soll dies ruhig geschehen, wenn unter Beachtung der ersten Regel, man Konkurrenz als ein faires gemeinsames Streben nach dem „Guten mit besten Mitteln“ versteht. Sportlicher Wettkampf ist allen Völkern bekannt. Fairness und Ritterlichkeit waren und sind allemal noch Tugenden bei allen Völkern dieser Erde und bilden daher eine allgemein zugängliche Verständigungsgrundlage auch in wirtschaftlichem Handeln.

Die Schwierigkeit der Masse der heute lebenden Menschen besteht darin, sich als Einheit zu begreifen. („O Ihr Menschen“) Um jedoch global intelligent zu handeln, d.h. Produktion und Distribution nach rationalen und „menschlichen“ Gesichtspunkten zu gestalten und nicht irrational egozentrisch, wie zweifellos zur Zeit vorherrschend, ist diese einheitliche Sicht von der Mehrheit einzunehmen. Die auf dieser Welt einerseits vorherrschende Überproduktion und der Mangel andererseits, ist der schreiende, unlautere Beweis der praktizierten Irrationalität durch die aktive Menschheit und ihre gelehrten Proponenten.

Vielleicht ist es unter anderem der Verdienst des Genre der Science Fiktion im 20. Jhd., der Menschheit den nötigen Anstoß zu geben, zu jener ganzheitlichen Betrachtungsweise des Beziehungsgeflechtes in welches sie eingewoben ist und ihrer selbst zu gelangen, durch welche sie sich, trotz aller individueller Unterschiede, als eine einzige (und hoffentlich „-artige“) Spezies erlebt, und dadurch sich bereit machte, zum eigenen Wohl als homogener Organismus zu handeln.

Man stelle sich vor, es gäbe außerirdische Rassen, welche mit uns Handelsbeziehungen einzugehen gewillt sind. Schon hätten wir die Motivation als TERRANER an einem Strang zu ziehen, um zu kooperieren, anstatt staatlich sanktioniert, einander zu ruinieren und zu massakrieren.

Dann könnte es nicht mehr allgemein zulässig bleiben, dass einzelne Personen, Konzerne oder andere Rechtsgebilde, vom egozentrischen „Alles nur für sich haben wollen“ geleitet, auf Kosten, Gesundheit und Leben anderer, die mögliche Gesamtproduktivität und Ressourcen mit allen Mitteln, einschließlich der gegenseitigen Zerstörungsmöglichkeiten, auf ihre Seite reißen dürfen.

Dann erst steht nicht mehr der maximale Gewinn für Einzelne, sondern der absolute Gewinn für die gesamte Menschheit als anerkanntes Wirtschaftsziel fest.

Hat uns einmal die Begeisterung für die „einheitliche, ganzheitliche“ Sicht gepackt, so wird sie der Antrieb, tatsächlich richtige Entscheidungen zu treffen, individuell, gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Leicht wird dann die Erkenntnis, dass für eine Menschheit, die Wirtschaft als ein alle Beteiligte berührender Kreislauf funktionieren muss, um deren und ihr ganzes Potential erfassen bzw. entfalten zu können.

Und damit ist auch schon die Aufgabe des Geldes, des Wirtschaft vermittelnden Zahlungsmittels, zwar erst im Ansatz, so dennoch deutlich umrissen.

Geld wird nun in erster Linie nicht mehr als der stimulierende Anlass für wirtschaftliche Tätigkeiten angesehen, sondern als bloß verrechnender und bezeugender Begleiter wirtschaftlicher Transaktionen.
Damit ist auch klar, dass Geld keinesfalls als etwas, mit der Tendenz zu kumulieren, verstanden werden darf oder braucht. Auch muss es nach letztlich getaner Arbeit nicht als Gewinn übrig bleiben, sondern als Beleg.
Geld bleibt was es wirklich war und ist (ein Beleg, ein Mittel, ein Mittler)  – der Gewinn ist: WAS geschaffen wurde.

Sehen wir das Geld – vielmehr als Transportmittel, wie das Blut als den Träger aller Nährgüter im Kreislauf einer organischen Einheit.

Weder soll es ruhen, noch darf sein Umlauf stocken, auch unkontrolliert vermehren oder in seiner Menge abnehmen darf es nicht, um die Lebensfähigkeit „seines“ Organismus aufrecht zu erhalten.

Die Natur ist, bleibt und sei der Lehrmeister der Menschen. An ihrem Wirtschaften hat sich das Wirtschaften des Menschen auszurichten. So wie in der Natur das im zyklischen Kreislauf geführte Wasser in seiner Gesamtmenge seit Millionen Jahren unverändert bleibt und dennoch in dieser Zeit Trilliarden über Trilliarden Lebewesen mit frischen Nährstoffen versorgte und am Leben erhielt, so sei die Funktion des Geldes verstanden und konzipiert.
Dieses Beispiel, lieber Leser, ist in seiner umfassenden Bedeutung Ihrem Verständnis dringend anempfohlen. Jenen, die nicht hören, begreifen und folgen wollen – sei als letzte Mahnung die dramatische Geschichte Noahs in Erinnerung gerufen.

Hanel,1997
Überarbeitung 1/2006/2018

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Über das Wirtschaften, zu den Wurzeln seines monetären Beginns, sein wahres „KÖNIGSKLEID“, …

INTERPELLATION QUADRANTI an den BUNDESRAT

Interpellation

Immer wieder sorgen Aussagen von in der Schweiz praktizierenden Imamen für Aufsehen und immer wieder erstaunt, dass umstrittene Imame in Moscheen predigen können.
Dies ist in meinen Augen schädlich für ein friedliches Miteinander in unserem Land. Ansatzpunkte, um gegen streitbare Imame vorzugehen, bieten sich insbesondere auf drei Ebenen:
Erstens mittels der Wahrung des religiösen Friedens und der öffentlichen Ordnung, was primär Sache der Kantone ist.
Zweitens kann strafrechtlich erfolgt werden, wer zu Gewalt und Rassismus, etwa in Form sogenannter Hasspredigten, aufruft.
Drittens gibt es im Bereich des Migrationsrechts Ansatzpunkte mittels der Einreisebestimmungen und des Aufenthaltsrechts.
In diesem Zusammenhang stellen wir dem Bundesrat folgende Fragen:

1. Erachtet er die in den relevanten Rechtsbereichen zur Verfügung stehenden Mittel als genügend, um gegen Hassprediger und weitere illegale Aktivitäten im Umfeld religiöser Gruppierungen?

2. Welche zusätzlichen rechtlichen oder vollzugstechnischen Massnahmen müssten seiner Meinung nach ergriffen werden, um die angesprochenen Probleme allenfalls effektiver bekämpfen zu können?

3. Sieht er insbesondere im Migrationsbereich Handlungsbedarf, um illegale Aktivitäten wirkungsvoller zu unterbinden?

4. Welche Massnahmen zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten im religiösen Umfeld stehen den Schweizer Nachbarstaaten zur Verfügung?

5. Welche Vor- und Nachteile sieht er in der Schaffung einer Imam-Ausbildung in der Schweiz und in der staatlichen Anerkennung des Islams in der Schweiz?

Antwort des Bundesrates

1./2. Der Bundesrat beurteilt die vorhandenen Mittel als ausreichend, um gegen sicherheitsgefährdende Hassprediger vorzugehen. Das Bundesamt für Polizei fedpol erlässt Einreiseverbote und Ausweisungen gestützt auf Artikel 67 Absatz 4 und Artikel 68 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer (AuG; SR 142.20) gegenüber ausländischen Predigern, wenn sie die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz unmittelbar gefährden. Dabei stützt sich fedpol auf die Erkenntnisse des Nachrichtendienstes des Bundes. Geht von ausländischen Hasspredigern eine Gefahr für die öffentliche Ordnung aus, fällt der Erlass eines Einreiseverbots in die Zuständigkeit des Staatssekretariates für Migration, das diese Massnahme gestützt auf Artikel 67 Absatz 2 AuG verfügt. Befinden sich solche ausländischen Prediger bereits in der Schweiz, können die kantonalen Behörden gestützt auf Artikel 62 Buchstabe c und Artikel 63 Absatz 1 Buchstabe b AuG prüfen, ob die Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung zu entziehen ist. Anschliessend werden sie aus der Schweiz weggewiesen und mit einem Einreiseverbot belegt. Im Bereich des präventiven Staatsschutzes dürfen die Sicherheitsorgane des Bundes und der Kantone Informationen über islamistische Imame unter Berücksichtigung der gesetzlichen Schranken bearbeiten. Sie tun dies beispielsweise wenn der begründete Verdacht besteht, dass terroristische oder gewalttätig-extremistische Tätigkeiten durch Predigen religiösen Hasses vorbereitet werden. Wer in religiösem Zusammenhang Hass predigt, kann sich unter einem strafrechtlichen Blickwinkel insbesondere nach den Artikeln 259 (Öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit) und 261bis (Rassendiskriminierung) des Schweizerischen Strafgesetzbuches (StGB; SR 311.0) strafbar machen. Gestützt auf den neuen Artikel 66abis StGB (Fassung gemäss der Änderung vom 20. März 2015 des Strafgesetzbuches und des Militärstrafgesetzes, BBl 2015 2735) der am 1. Oktober 2016 in Kraft tritt, wird das Gericht gegen eine Ausländerin oder einen Ausländer eine Landesverweisung von 3-15 Jahren anordnen können, wenn diese oder dieser wegen einer der oben erwähnten Straftaten zu einer Strafe verurteilt oder gegen sie oder ihn eine stationäre Massnahme angeordnet wird. Zudem sind mit dem (befristeten) Bundesgesetz vom 12. Dezember 2014 über das Verbot der Gruppierungen „Al-Qaida“ und „Islamischer Staat“ sowie verwandter Organisationen (SR 122) jegliche Unterstützungsleistungen gegenüber diesen Organisationen, namentlich Propagandaaktionen, strafrechtlich erfasst.

3. Die in Ziffer 1 und 2 erläuterten ausländerrechtlichen und strafrechtlichen Zwangsmittel sowie die den Sicherheitsbehörden zur Verfügung stehenden Mittel zur Überwachung der Hassprediger reichen grundsätzlich aus. Sie stellen insbesondere auch in präventiver Hinsicht sicher, dass Personen, die nachweislich die öffentliche Ordnung und Sicherheit oder die innere oder äussere Sicherheit der Schweiz gefährden, entweder nicht in die Schweiz gelangen können oder aus der Schweiz aus- oder weggewiesen werden und mit einem Einreiseverbot belegt werden können.

4. Wie in der Schweiz werden auch in den Nachbarländern Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien die „öffentliche Aufforderung zu Straftaten“ und die „Hetze“ gegen Teile der Bevölkerung wie beispielsweise religiöse Gruppen strafrechtlich geahndet.

5. Aufgrund der Rolle von Imamen und anderen Verantwortlichen für die religiöse Führung und die Integration von Ausländern hält es der Bundesrat für wichtig, Weiterbildungsmöglichkeiten für Imame zu schaffen.
Zu diesem Ergebnis kam auch das Nationale Forschungsprogramm 58 „Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft“. Der Bundesrat hält daher die Schaffung institutionalisierter Weiterbildungsbildungsmöglichkeiten für muslimische Betreuungspersonen für sinnvoll. Er hat deshalb die Entstehung des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft (SZIG) begrüsst und unterstützt (vgl. Antwort des Bundesrates auf die Interpellation Marra 14.3783).

Für die Regelung des Verhältnisses von Kirche und Staat sind im Übrigen die Kantone zuständig (Art. 72 Abs. 1 BV).
Link zur Veröffentlichung des Bundes:

Hintergründe sind bekannt.

HÄNDEDRUCK spaltet SCHWEIZER

Hier nochmals der LINK zur VIMENTIS Debatte aus 2012, die nun weitergeführt wird:

Hier der LINK zum ersten Interview mit SCHWEIZ am SONNTAG

Hier eine weitere Interviewanfrage des RSI:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Korrespondentin aus Zürich für die Tagesschau der Italienischen Schweiz. Ich mache heute ein Bericht über die Schüler in Therwil, die das Hand der Lehrerinnen nicht schütteln wollen. Ich habe vergeblich versucht, mit jemandem von Ihnen ein Interview abzumachen. Ich habe im Blick-Online diese Stellungnahme gefunden,  und werde sie in meinem Bericht zitieren, ausser jemand vom VIOZ doch noch etwas dazu zu sagen hätte.

„M. Muhammad Hanel, Mediensprecher der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) nahm in einem Blogeintrag Stellung zur neuen Regelung. «Diese Regelung der höflichen Zurückhaltung gilt nicht für Kinder (Knaben oder Mädchen), sondern für adoleszente Menschen beiderlei Geschlechts. Also für geschlechtsreife junge Frauen und Männer gleichermassen im Hinblick auf das andere Geschlecht.» Es gehe dabei lediglich um den Respekt und um Höflichkeit.“

Freundliche Grüsse
Lidia Debernardi
Korrespondentin Zürich

Fernsehen 
www.rsi.ch

Antwort von Muhammad Hanel

Sehr geehrte Frau Debernardi.

Anbei das GESAMTE Interview mit der Schweiz am Sonntag – es wurde inhaltlich nur teilweise publiziert:
Es ist aber WICHTIG beide Aspekte – das PRO und das CONTRA zu veröffentlichen, damit die Position der Muslime umfänglich verstanden werden kann.
 
und der Link zum diesbezüglichen Diskurs aus 2012:

 

Hinzuzufügen wäre noch, ob man den Grundsatz im Auge behält, dass sich INTEGRATION GRUNDSÄTZLICH an der VERFASSUNGSTREUE misst oder ob man langsam aber stetig auch in der Schweiz dazu übergeht, die – ohne „wenn und aber“ – Übernahme einer „Leit“KULTUR (was immer das in einem säkularen Staat sein mag) zum gesellschaftlichen Ausschluss- oder Integrationskriterium erhebt und somit auch die verfassungsmässig garantierte Religionsfreiheit ad absurdum führt, indem man rechtlich völlig irrelevantes Verhalten (z.B. Handgeben oder nicht, welches seit Jahrhunderten in den muslimischen Gesellschaft unterschiedlich gepflogen wurde) in den Rang der Staatsräson erhebt?

 

Die derzeit geführte Diskussion in der Gesellschaft, die weit über das Thema im schulischen Bereich hinausgeht, entbehrt objektiver seriöser Differenziertheit und ist offensichtlich und nachvollziehbar darauf ausgerichtet – negative EMOTIONEN gegen Islam und Muslime zu befördern. Der gesellschaftliche Wille, Muslime MIT ihren juristisch unbedenklichen Besonder- und Eigenheiten wahrhaftig zu integrieren und diese somit zu RESPEKTIEREN, ist jedenfalls gesellschaftlich mehrheitlich kaum mehr zu verorten.

 

Für gezielte Rückfragen stehe ich gerne zu Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen
M. Hanel
VIOZ Mediensprecher
Hier der Beitrag vom Deutschen  MERKUR:

WURDE dieser MEDIENHYPE strategisch VORBEREITET?

Einiges spricht dafür: 
Aus der VIMENTIS Statistik geht hervor, dass zwischen September 2015 und Jänner 2016 der Artikel 10000 x angeklickt wurde.
Den PEAK gab es mit über 5000 Klicks im November.
Vimentis

Händedruck spaltet Schweizer Muslime

Lieber Herr Hanel

Wie erwähnt meine Frage per Email.

Gestern in der „Arena“ (Ausschnitt siehe hier: http://www.watson.ch/Schweiz/Medien/817302834-Islam-%C2%ABArena%C2%BB–Alle-auf-den-Blancho-und-dann-l%C3%A4uft-der-Moslem-Pr%C3%A4sident-voll-ins-Messer-) kam es zu einer kleinen Kontroverse zum Thema Händeschütteln. Fids-Präsident Montassar Benmrad antwortete einer Zuschauerin, pensionierte Lehrerin, die von Fällen an Schulen sprach, wo muslimische Buben sich weigerten, Lehrerinnen die Hand zu geben. Benmrad gab dazu keine klare Stellungnahme ab (er sagte „Ja und Nein“.

Wie beurteilen Sie bzw. VIOZ diese Frage? Ist es in Ordnung, wenn Buben der Lehrerin den Händedruck verweigern?

Danke, schönes Wochenende,
Mit besten Grüssen
Patrik Müller

 

ANTWORT von Muhammad HANEL

Lieber Herr Müller

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich mir wie folgt zu beantworten erlaube.

Herrn Benmrads „Ja und Nein“ stimme ich zu.

Doch dazu einige kurze Erläuterungen, da die Zeit in der Arena je nicht ausreicht, um differenzierende Darlegungen auszubreiten.

Warum „JA“ habe ich in meinem, von Ihnen zitierten VIMENTIS BLOG zu einem guten Teil schon beantwortet.
https://www.vimentis.ch/d/dialog/readarticle/warum-gibt-ein-hoeflicher-muslim-einer-frau-nicht-die-hand/

Warum „NEIN“.
Diese Regelung der höflichen Zurückhaltung gilt nicht für Kinder (Knaben oder Mädchen), sondern für, im geschlechtlichen Sinne adoleszente Menschen BEIDERLEI Geschlechts. Also für junge geschlechtsreife junge Frauen und Männer gleichermaßen in Hinblick auf das jeweils andere Geschlecht.

Dies bei der Erziehung im privaten und im öffentlichen Rahmen zu berücksichtigen und damit zu respektieren wäre bestimmt ein kulturverbindender Auftrag für alle Beteiligten.

Darüber hinaus, sollte diese, im Wesen auf einen respektvollen Umgang mit dem anderen Geschlecht ausgerichtete Regelung nicht auf beste Weise, sondern auf eine UNHÖFLICHE, DEMÜTIGENDE, BELEIDIGENDE oder sonst irgendwie RESPEKTLOSE Art umgesetzt werden, ist hier das klare „NEIN“ … „SO NICHT“ — von Seiten der Muslime und natürlich auch von Seiten Andersgläubiger zu Recht angebracht.

Ich hoffe mit diesen Begründungen die beiden Ansichten, die zustimmende und die verneinende, nachvollziehbar gemacht zu haben.

Vor der Veröffentlichung ersuche ich Sie, mir meine Zitate IM KONTEXT zur Freigabe zuzusenden.

Mit besten Grüßen und auch Ihnen ein schönes Wochenende wünschend
Muhammad Hanel, 2.4.2016

 

Hier das Ergebnis im Druck:

 

Händedruck spaltet Schweizer Muslime

Patrik Müller ist Chefredaktor der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Ausgerechnet der Präsident des als liberal geltenden islamischen Dachverbandes distanziert sich nicht von Händedruck-Verweigerern an Schulen.

Die Frage von «Arena»-Moderator Jonas Projer war unmissverständlich: «Muss man es akzeptieren, wenn ein Schüler sagt, er wolle der Lehrerin die Hand nicht geben?» Vom Präsidenten der Föderation islamischer Dachorganisationen (Fids) hätte man eigentlich ein klares «Nein» erwartet. Denn der wichtigste Muslim-Verband der Schweiz gilt als gemässigt und liberal. Doch Montassar Benmrad, erst seit vergangenem Sommer im Amt, wich der Frage vorgestern Freitagabend zuerst aus. Nachdem Projer sie wiederholt hatte, antwortete Benmrad: «Ja und nein.» Dann ergänzte er: «Ich würde sagen, eher nein. Auf der anderen Seite, wenn jemand solche Sachen sagt, würde ich eher mit ihm diskutieren.»

Der oberste Muslim im Land präzisierte gestern gegenüber der «Schweiz am Sonntag», er selber gebe Frauen die Hand und empfehle es den muslimischen Schülern ebenfalls, um Respekt gegenüber den Lehrpersonen zu zeigen. Benmrad wirbt aber um Geduld mit Muslimen, die es anders halten und denken, dass es respektvoll sei, die Hand eben gerade nicht zu geben. «Mit solchen Schülern sollte man den Dialog suchen», sagt Benmrad, «und ihnen erklären, dass es in der Schweiz ein Zeichen von Respektlosigkeit sei, die Hand nicht zu geben».

Eindeutig ist die Meinung von Emine Sariaslan. Sie ist Präsidentin des Forums für die Integration der Migrantinnen und Migranten, will ihre Aussagen aber als Privatperson machen. «Die Regeln an einer Schule und überhaupt in unserer Gesellschaft sollten für alle gelten.» Sie erlebe es an Schulen immer wieder, dass muslimische Kinder in einen Loyalitätskonflikt kämen, wenn sich die Regeln des Elternhauses von jenen der Schule unterscheiden. «Aber den Kindern ist mit Sonderregeln an Schulen nicht geholfen.»

Aus welchen Gründen Oberstufenschüler den Händedruck ablehnen, erklärt M. Muhammad Hanel, Mediensprecher der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ). In einem Blog legt er ausführlich dar, was für das Berührungsverbot spreche: Es gehe um Höflichkeit, um Respekt und auch um «Hochachtung vor der selbstbestimmten Souveränität jedes Individuums». Bezogen auf die Schule ergänzt er: «Diese Regelung der höflichen Zurückhaltung gilt nicht für Kinder (Knaben oder Mädchen), sondern für adoleszente Menschen beiderlei Geschlechts. Also für geschlechtsreife junge Frauen und Männer gleichermassen in Hinblick auf das jeweils andere Geschlecht.»

Weiterlesen: http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/nachrichten/haendedruck_spaltet_schweizer_muslime/
HIER zum nächsten Interview RSI

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Hier meine Antwort auf Herrn ZOLLER im Vimentis BLOG

Sehr geehrter Herr Zoller

Vielen Dank für die Aufrichtigkeit in Ihrer Antwort.
Natürlich ist das Thema ein zwiespältiges und daher sollte die Lösung nicht einfältig sein – da es zwei berechtigte – anscheinend diametral gegenüberstehende „Ansätze und Anschauungen“ – dazu gibt.

Wie Sie allerdings richtig andeuten, wäre das im Auge zu behaltende und zu berücksichtigende Oberprinzip um welches es geht, nicht einer nationalen Gepflogenheit, sondern einer gemeinsam zu tragenden WERTEHALTUNG zu folgen.

Und dies ist DER RESPEKTVOLLE GEGENSEITIGE UMGANG.

Wie Sie dies bereits sagten und dies auch in meinem ursprünglichen Interview (in welchem dieser Teil allerdings bei der Veröffentlichung unterschlagen wurde) auch explizit gesagt wurde.
Hier nachzulesen:
https://hanelislam.com/2016/04/03/haendedruck-spaltet-schweizer-muslime/

Und – SELBSTVERSTÄNDLICH kann der GEGENSEITIGE RESPEKT zwischen MANN und FRAU auch OHNE körperliche Berührung zum Ausdruck gebracht werden!

Wer auf Gegenteiligem BESTEHT, verdient „… “ (nach Belieben ergänzen)

Sozialökonomische Weisheitsschätze d. Religionen

Sozialökonomische Weisheitsschätze der Religionen
von Roland GEITMANN

Rezension von M.M. HANEL

Ein Buch, auf das man lange hatte warten müssen.

Haben doch Religionen nicht nur Erbauliches an sich, sondern durchaus Konstruktives zur Gestaltung unseres sozialen Lebens beizutragen – eine Tatsache, welche unser Zeitgeist allerdings mit all seiner Kraft zu unterdrücken sucht.

Roland Geitmann hat mit seinem, mit großem Engagement verfassten Buch sich vor allem – so mein Eindruck – an jene gewandt, für die INTERRELIGÖSER DIALOG sich nicht im Austausch schöner Worte erschöpft, sondern die erforderliche und kurz zu haltende Vorstufe darstellt, um endlich zur INTERRELIGIÖSEN KOOPERATION zu gelangen.

Ohne Umschweife kommt der Autor zum wesentlichen Punkt, wenn es darum geht, den grundlegenden Systemfehler aufzuzeigen, an dem unsere weltweite kapitalistische „Globalökonomie“ krankt und der allem Handeln und Treiben nicht nur zyklisch in der Geschichte durch kriegerischen Brudermord eine tödliche Auszeit bescherte, sondern der durch seine ihm innewohnende selbstmörderische Mechanik das Überleben der Menschheit akut gefährdet.

Es ist das Zinsverbot, welches die drei großen Monotheistischen Religionen – Judentum, Christentum und Islam – als von Gott STRENG verbotenes Handeln nicht nur verbindet, sondern deren treue Anhänger in Wahrheit verpflichtet, sich aus dem Morast ökonomischer Irrlehren, gemeinsam am „Seile Gottes“ ziehend, zu befreien.

Roland Geitmann spricht zurecht davon, dass sich Juden, Moslems und Christen und andere auf einen friedlichen Wettbewerb einlassen sollten, um nach dem rechten Weg gesellschaftlicher (ökonomischer) Ordnung zu suchen. Ich gehe weiter und sage, dass es der Menschen Pflicht ist, sich auf diese friedliche Konkurrenz, dieses friedliche „Zusammenlaufen“ einlassen zu MÜSSEN, wenn sie die Verantwortung, die sie von Gott übernommen haben, gerecht zu werden wünschen.

Dieses Buch ist als Handreichung zu lesen, wie sich die Mitglieder der Religionsgesellschaften für dieses Zusammenlaufen und Zusammenwirken vorzubereiten haben. Geitmann spannt den historischen Bogen zum Thema Zinsverbot vom Alten Testament, über das Mittelalter bis zur Einstellung der Kirchen heute. Auch Silvio Gesells, des unverstandenen Reformers Freiland- und Freigeldtheorie und die Einstellung der Anthroposophen werden erläutert. Die Positionen im Islam werden im Wesentlichen zwar korrekt skizziert, sind allerdings in der Ausführung etwas zu kurz geraten. Dem abzuhelfen, wird wohl in die Verantwortlichkeit der Muslime selbst fallen, hier klar, unmissverständlich und deutlich intellektuell Stellung zu beziehen, um derart ihr Wissen und ihr Gesamtpotential der Wohlfahrt aller Menschen zu widmen. Heißt es nicht, dass Prophet Muhammad als Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit gesandt wurde?

Geitmanns Buch liefert einen intellektuellen Hoffnungsschimmer, für ein Entkommen aus engstirniger religiös gefärbter Doktrin, hin zu der in Wirklichkeit gebotener Kooperation zwischen den Anhängern der monotheistischen Religion, um gemeinsam den friedlichen Wettlauf zum GUTEN für die Menschheit zu organisieren und erfolgreich durchzuführen.

Wer in Lessings Nathan einen Lehrer sieht, der findet in Roland Geitmanns Buch eine Lehrbuch, wie auf des Menschen wichtigsten Feld, nämlich der Ökonomie, dem Geld-Markt prinzipiell mit dem Pflug monotheistischer ökonomischer Weisheit verfahren werden muss, quasi mit Esel, Ochse und Kamel noch gemeinsam nachhaltig „geackert“ werden muss, um solche Frucht zu ernten, welche auch noch unseren Enkeln und Urenkeln zu Gute kommen wird.

Monotheisten, lest dieses Buch, erinnert Euch dann der Vorschriften aus Euren jeweils eigenen heiligen Büchern, denkt nach und BEGINNT das WERK – im Namen Gottes.

Rezension auf Amazon

LETZTE AUSGABE – GSIW newsletter

Sehr geehrte Leser des GSIW – Newsletters

NEWSLETTER 111 – März 2016    

Hier der Link zur  PDF  Ausgabe März 2016:   

http://www.gsiw.ch/newsletter111-03-16.pdf 

GSIW – NEWSLETTER ARCHIV                                                                               

GSIW –  FORUM                                                                                    

GSIW – HP   KONTAKT: m.hanel@gmail.com  

 

Diese Ausgabe des GSIW Newsletters wird bis auf weiteres die letzte sein. Der Autor ist nach beinahe 10-jährigem ununterbrochenem Engagement, diese monatliche Informationsschrift herauszugeben und aufgrund … – 60 Jahre und müde geworden …

Es bleibt noch zu sagen: Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Interesse.     

Das GSIW FORUM ist weiterhin offen und gerne können dort Kommentare zu den verschiedensten Themen verfasst oder Fragen geschrieben werden.

Auch auf meiner HOMEPAGE, ISLAMHEUTE als BLOG geführt, stehe ich weiterhin gerne zu Verfügung.


Mit besten Grüssen

M.M.HANEL
Vizepräsident GSIW
www.gsiw.ch
www.islamheute.ch