Gemeinsame Erklärung der Juden und Muslime in der Schweiz

Im Nachgang zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel und Gaza im letzten Sommer haben sich die jüdischen und muslimischen Dachverbände der Schweiz zu einem gemeinsamen Aufruf gegen Gewalt und für Frieden entschlossen.

 

Es gibt keinen Zweifel, dass Muslime und Juden unterschiedliche Ansichten über den israelisch-palästinensischen Konflikt haben. Wir, Juden und Muslime in der Schweiz, anerkennen, dass unsere Gemeinschaften über die Ursprünge, die aktuellen Gründe und die möglichen Lösungen unterschiedlicher Auffassung sind.

Dennoch herrscht zwischen uns in vielen Punkten auch Übereinstimmung. Der Tod von Zivilisten macht uns alle traurig. Der Missbrauch von Zivilisten und ziviler Einrichtungen ist inakzeptabel und widerspricht unseren religiösen  Auffassungen. Wir sprechen uns zudem gemeinsam für ein baldiges Ende des Konflikts und für einen dauerhaften Frieden aus, der für alle gilt.

Trotz der schwierigen Lage im Nahen Osten wollen wir uns weiterhin für gute Beziehungen zwischen unseren Gemeinschaften in der Schweiz einsetzen. Wir dürfen Konflikte im Ausland nicht zu uns hinein lassen, sondern wollen stattdessen Friedensbotschaften in die Welt hinaustragen.

Während jeder das Recht hat, seine politische Meinung zu äussern, sei es bei einer Kundgebung oder in den sozialen Medien, so müssen wir doch immer achtsam sein, wie unsere Protestbekundungen vermittelt werden. Es kann keine Entschuldigung für Rassismus, Antisemitismus, Gewalt oder andere Formen der Einschüchterung geben, wenn solche Ansichten in den Medien, auf der Strasse oder im Internet verbreitet werden.

Wir verurteilen entschieden jede Ausdrucksweise von Juden- und Muslimfeindlichkeit und jede Form von Rassismus. Wir fordern muslimische und jüdische Gemeinschaften in der Schweiz dazu auf, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen.

Wir brauchen einen konstruktiven Dialog, um unsere Meinungsverschiedenheiten einzudämmen und um ein möglichst breites Spektrum von Bereichen der Zusammenarbeit definieren zu können. Es gibt mehr Themen, die uns verbinden als solche, die uns trennen. In diesem Sinne sprechen wir uns auch für Hoffnung und Frieden in der Welt aus.

 

Für weitere Anfragen:

Dr. Herbert Winter, Präsident SIG (+41 79 206 67 03)
Nicole Poëll, Präsidentin PLJS (+41 79 404 22 10)
Dr. Hisham Maizar, Präsident FIDS (+41 79 406 69 55)
Dr. Farhad Afshar, Präsident KIOS (+41 78 830 82 80)

Dies ist eine gemeinsame Erklärung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) und der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS).

 

Anmerkungen von Muhammad HANEL …:
Der Tod von Zivilisten empört mich zuallererst und dann macht mich traurig.
Es kann nicht nur keine Entschuldigung für Rassismus, Antisemitismus – sondern auch keine für „Muslimophobie“ geben!
Ich und mit mir manch Andere fordern nicht nur jüdische und muslimische Gemeinschaften in der Schweiz dazu auf, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen – sondern auch die säkulare Gesellschaft und die classe politique!

Ansonsten ein gelungenes Papier – Dank an die Initianten!

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Ein Gedanke zu „Gemeinsame Erklärung der Juden und Muslime in der Schweiz

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