Archiv der Kategorie: Islam & Gewalt

Ingrid THURNER’s KOMMENTAR in der FURCHE – 6.11.2014

Warum werden hierzulande alle mit muslimischen Wurzeln ohne Unterschied unentwegt aufgefordert, sich öffentlich gegen kriminelle Aktivitäten von Muslimen zu stellen?

Hervorhebungen von M. HANEL (siehe auch: HANEL für VIOZ zu „islamistischen“ GRÄUEL)

Wenn in den letzten Jahren unter dem Integrationstaatssekretariat Kurz und der Innenministerein Mikl-Leitner Diffamierungen des Islam und Pauschalverdächtigungen von Gläubigen abgenommen haben, so erleben sie in den letzten Wochen eine neue Blüte und neue Dimensionen.
Befeuert werden sie von Prominenten der Islamkritik und nicht zuletzt von Leuten mit islamischem Hintergrund wie Necla Kelek und Hamed Abdel-Samad, wobei die Wortspenden von solchen Personen besonders einflussreich sind.
Vielleicht verfolgt der eine oder die andere ja bloß das Ziel, Bücher und Auftritte zu verkaufen, und streitet daher für eine Meinung, die ohne viel Aufwand breite Zustimmung in verunsicherten gesellschaftlichen Gruppen findet. Jedenfalls wird ihren Äußerungen Gewicht beigemessen, weil sie durch das biografische Detail der Abstammung von muslimischen Eltern scheinbar über Expertise verfügen.
Aber warum eigentlich? Warum ist ein Muslim unweigerlich Islamexperte? Gläubige sind noch keine Theologen, eine Jüdin ist keine Judaistin, Hindu und Buddhisten sind keine Religionswissenschaftler. Agnostiker und Atheistinnen sind auch keine Spezialisten, doch um Ex-Angehörige des Islam und sonstige Islam-Hasser herrscht viel Medienrummel, auch wenn sie über keinen wissenschaftlichen Hintergrund oder entsprechende berufliche Praxis verfügen.
Bis vor Kurzem ist von der sogenannten Islam-Kritik und den einschlägig bekannten Boulevard-Blättern die gesamte Religion mit ihren verschiedenen Strömungen als Ganzheit verunglimpft worden. Inzwischen haben alle dazu gelernt. Jetzt wird differenziert. Selbst die unbedarftesten Neulinge wissen, dass IS nicht Mainstream-Islam ist, dass die meisten Angehörigen des Islam im Keller keine Bomben basteln und nicht nach Syrien reisen, um dort als Kanonenfutter der Anti-IS-Allianz den Märtyrertod zu erleiden und sogleich ins Himmelreich aufzufahren.
Die neue Facette der Islamkritik besteht darin, dass Muslime und Musliminnen kollektiv in die Pflicht genommen werden, die terroristischen Gräueltaten zu verurteilen. Terroristen begehen Verbrechen und alle Personen gleichen Glaubens teilen eine Kollektivschuld. Du bist Muslim? Distanziere dich! Das ist Sippenhaftung.Niemand verlangt von allen Staatsangehörigen Österreichs, dass sie sich distanzieren, wenn irgendwo auf der Welt Österreicher Verbrechen begehen. Niemand verlangt von allen Geistlichen, dass sie sich distanzieren, weil es Fälle von Kindesmissbrauch unter Geistlichen gibt. Niemand verlangt von allen Personen eines Namens, dass sie sich distanzieren, weil jemand gleichen Namens krimineller Handlungen verdächtig ist. Niemand verlangt von den Familienangehörigen eines mutmaßlichen Mörders oder Bankräubers, dass sie sich persönlich rechtfertigen.

Aber alle mit muslimischen Wurzeln, praktizierend oder nicht, gläubig oder nicht, werden ohne Unterschied von Bildung, Geschlecht, Beruf und Herkunft unentwegt aufgefordert, sich öffentlich gegen die medial gerade aktuellen kriminellen Aktivitäten von Personen gleichen Glaubens zu stellen.
Dabei gibt es soziologische, politologische, sozialanthropologische und islamwissenschaftliche Forschungsarbeiten, die gesellschaftliche Ursachen dafür geltend machen, dass die gerade hippe Jugendkultur darin besteht, im Nahen Osten den Köpfeabschneidern die Kalaschnikow zu putzen oder andere niedere Hilfsdienste zu leisten, die im Terroristenalltag anfallen. Dass Schulkinder aus Zwängen ausbrechen und dabei in anderen Zwängen landen, ist nichts Neues, auch nicht, dass sie Opfer von Gewaltkulturen werden. Das ist in allen Kriegen zu beklagen.
Es gibt eine gesellschaftliche Verantwortung diesen Minderjährigen gegenüber. Sie liegt darin, ihnen Perspektiven zu bieten. Sie fühlen sich aber an die Ränder gedrängt. Im Alltag erleben sie Anfeindungen, Diskriminierungen und werden grundlos beleidigt. Es fehlt eine Gemeinschaft, die Halt bietet. Da haben die Anwerber leichtes Spiel. Wer ein T-Shirt trägt mit der Aufschrift “Ich bleib Ghetto” klagt an, nicht zu Unrecht, denn die gesamtgesellschaftliche Verantwortung besteht darin, für deprivierte Jugendliche Strukturen zu schaffen, dass kriminelle Heilsangebote für sie nicht attraktiv sind. Erst dann, wenn solche Strukturen bestehen und angenommen werden, wenn Minderjährige sich ernst genommen fühlen und eine Zukunft mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten vor sich sehen, kann man die Eigenverantwortung der Person einmahnen, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden.
Die IS-Führung jedenfalls kann mit ihren bisherigen Erfolgen in Europa zufrieden sein. Das Misstrauen, das dem Islam entgegengebracht wird, der Generalverdacht unter den seine Angehörigen gestellt werden, ist genau die Stimmung, die sie braucht, um hierzulande eine fünfte Kolonne zu installieren. Und bekanntlich sind nicht nur Muslime und Musliminnen ihre Zielgruppe für Rekrutierungen und ideologische Unterwanderung.
Ingrid Thurner
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ISLAM – ISLAMISMUS – FUNDAMENTALISMUS – TERROR

Eine Assoziationskette – fatal & ununterbrochen

Da die Beschäftigung mit dem Islam und dessen Werten vielerorts zunehmend auf undifferenzierte Weise geschieht, sehe ich mich als „Neu-Schweizer“ und Muslim veranlasst, folgende Erklärungen meinen nichtmuslimischen Mitbürgern zur Kenntnis zu bringen und eindringlich ans Herz zu legen. Ich bringe damit nicht nur meine Loyalität und Verantwortung für eine lebenswerte und sichere Schweiz zum Ausdruck, sondern auch meine Besorgnis gegenüber solchen Entwicklungen und Bewegungen, welche den Muslimen unbewusst, aber auch sehr bewusst, grundsätzlich jegliche gesellschafts­politisch positive Beteiligung am Aufbau einer friedlichen, stabilen und prosperierenden Schweizer Eidgenossenschaft absprechen – und damit solcher Entwicklung tatsächlich den Weg verbauen.

Zuerst sei einmal festgehalten, dass ohne ein gemeinsames, gleiches Verständnis der im Dialog verwendeten Begriffe, weder eine verlässliche Kommunikation, noch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gesellschaften oder zwischen gesellschaftlich relevanten Gruppen möglich ist.

Daher ist nun mein Anliegen, einige solche, von Muslimen und Nicht-Muslimen widersprüchlich aufgefasste, den gesellschaftlichen Konsens schwer belastende Begriffe aus Sicht eines Muslims darzustellen.

ISLAMISMUS 

Das erste wesentliche Problem mit diesem Begriff welches der Aufdeckung bedarf, ist, dass er, ohne auf einer allgemein gültigen, eindeutigen lexikalischen Definition zu fußen, im Grunde mit dem ISLAM an sich gleichgesetzt ist.
Was, um Gottes willen, soll gemäß normaler Auffassung ein ISLAMIST sein, denn ein Mensch, dessen Religion der ISLAM IST! Und ISLAMISMUS ist jenes Denken, Sprechen und Tun, welches sich aus der Befolgung der islamischen Lehre ergibt.
So wie ein Kapitalist einer ist, welcher das Kapital in das Zentrum seiner Ideologie, seiner Wertschätzung stellt und sein dadurch bestimmtes Denken, Reden und Tun als Kapitalismus bezeichnet wird.

FUNDAMENTALISMUS

Das zweite, ohne Zweifel noch größere Problem liegt darin, dass der Begriff Islamismus in seiner Bedeutung ohne „wenn und aber“ mit Fundamentalismus1 und dieses Wort in seiner Bedeutung mit „Terrorist und Staatsfeind“ gleichgesetzt wird.

Nicht nur westliche Islamwissenschaftler (z.B. Bernard Lewis) bezeichnen den Begriff des Fundamentalismus bezogen auf den Islam als unglücklich und irreführend, da er ursprünglich auf das Christentum bezogen angewendet wurde, wo damit zumeist protestantische Strömungen bezeichnet wurden, die den göttlichen Ursprung der Bibel und ihre Unfehlbarkeit verfechten. (Quelle: Wikipedia)

Nun muss aber klar verstanden werden, dass es im Islam, in der islamischen Gemeinschaft grundsätzlich niemanden gibt, der am göttlichen Ursprung des Qur’ans und seiner Unfehlbarkeit zweifelt und von daher jeder Muslim, also jeder Anhänger des Islam dem Wortsinne nach ein Fundamentalist ist; es – wenn so verbreitet und verstanden – also zur ursprünglichen IDENTITÄT des Muslims gehört, sich wortwörtlich als FUNDAMENTALIST zu sehen oder ein solcher werden zu wollen.

Denn der Begriff „Fundamentalist“ (usuli) wird ja auch schon seit Jahrhunderten in der islamischen Welt verwendet. Das Wort bezeichnet traditionell und im eigenen Verständnis allerdings die Gelehrten der ilm al usul Wissenschaft, die sich mit dem Studium der ursprünglichen Quellen, den Fundamenten islamischen Rechts befassen.

Ist also grundsätzlich jeder Muslim aus seinem eigenen Selbstverständnis gern ein Fundamentalist, so kann er doch mit dem hiesigen Verständnis dieses Begriffes herzlich wenig anfangen und nicht nur das. Sein Denken, sein Streben, welches ihm als selbstverständlich und lobenswert erscheint, lässt ihn sich ganz offen und aber auch sehr subtil als Mörder, Gewaltverbrecher, Staatsfeind, Anarchist und Bombenleger in den Augen der Gesellschaft widerspiegeln und sich in diesen als solchen selbst erkennen.

Muss man wirklich Psychologe, Soziologe, Politologe sein, um zu begreifen, dass eine, in solcher Form gesellschaftlich und individuell umfassend wahrgenommene Un-Gestalt sich weder selbst integrieren noch konfliktfrei integriert werden kann?

Untersucht man die unzähligen privaten oder staatlich propagierten Analysen die Muslime, deren Absichten, Ziele und Motivationen betreffend, ist deutlich festzustellen, dass es für die Muslime ein aussichtsloses Unternehmen darstellt, ständig jeweilige Gegendarstellungen zu platzieren, abgesehen davon, dass diese Richtigstellungen gar nicht angenommen und veröffentlicht würden.

Wie soll und will also ein konfliktminimiertes Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in unserem Staat ermöglich werden?

Etwa anders, als des Selbstverständnis des anderen zu respektieren, es verstehen lernen zu wollen, einander als Gleiche im Gleichen anzuerkennen und im Guten zu bestärken?
Oder etwa den anderen in Unkenntnis seiner jeweilig eigenen wahrhaften Werte und seines Selbstverständnis zu missachten und ihn für die höllischen Ängste – vor eigener Unvollkommenheit – verantwortlich zu machen?

Eines darf als Abschluss noch gesagt werden. Wenn die westlich orientierte Gemeinschaft wirklich glaubt, dass der real existierende Islam und dessen real existierenden, unter uns lebenden Anhänger nicht mit zivilen, resp. zivilisierten  Mitteln in der hiesigen Gesellschaft zu integrieren sind, so bleibt tatsächlich als einzige Alternative unvermeidlicher Krieg, der keine Gewinner kennt*.

Möge der Allmächtige Schöpfer die Menschen unserer Gesellschaften das für uns Förderliche Seines Wortes erkennen lassen:

Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und ein bestimmtes Vorgehen bestimmt. Und wenn der Allmächtige Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins ward.
[Qur’an 5:48]

 

WEITERLESEN unter: http://www.islamheute.ch/Islamismus.htm
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UNSER STANDPUNKT – seit eh und je

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P.O. Box 38, Plainfield, Indiana 46168
Tel 317-839-8157 ext. 228
www.Isna.net  or www.Balancedislam.org

Übersetzung und Bearbeitung: M.M.HANEL
http://www.islamheute.ch/Isna.htm

FIQH COUNCIL – RECHTSGUTACHTEN

Gegen Terrorismus und Religiösen Extremismus
M
uslimischer Standpunkt und muslimische Verantwortungen September 2005

http://www.balancedislam.org/FiqhCouncilFatwa.htm

  1. Unsere Position zu Terrorismus

Die Menschheit lebt heute in einer von einander abhängigen und miteinander verbundenen Welt, in welcher ein friedliches und faires gegenseitiges Umgehen, eingeschlossen dem Dialog zwischen und innerhalb der verschiedenen Glaubens­richtungen, ein Muss darstellt. Eine große Bedrohung für uns alle stellt die Geißel des religiösen und politischen Extremismus dar, welcher sich in den verschiedensten Arten der Gewalt, einschließlich Terrorismus manifestiert. Auf Grund des Fehlens einer all­ge­mein verbindlichen Definition des Wortes Terrorismus, kann dieser als jede Form der wahllosen Gewalt gegen unbeteiligte Menschen verstanden werden, ungeachtet ob diese von Einzelpersonen, Gruppen oder Staaten ausgeübt wird.

Als Muslime haben wir die Verantwortung wahrzunehmen, eine eindeutige, auf dem Glauben basierende, rechtschaffene und redliche Position zu dieser Problematik zu beziehen, besonders dann, wenn terroristische Aktionen im Namen des Islam verübt werden. Die Absicht dieses Schreibens ist es, einiges Wesentliche zu diesem Thema zu veröffentlichen, nicht aufgrund äußerlichen Drucks oder der „political correctness“ wegen, sondern aus aufrichtiger Überzeugung heraus, wofür Islam steht. Bislang hat das Fiqh Council of North America (FCNA), eine Islamisch rechtliche Körperschaft, eine Fatwa (religiöser Entscheid) am 28. Juli 2005 herausgegeben, welche die seit langem eingenommene Position zu dieser Angelegenheit bekräftigt und die unmissverständliche Verurteilung von Terrorismus durch die Feststellung zum Ausdruck brachte: „Der Islam verurteilt strikt religiösen Extremismus und Gewaltausübung gegenüber unschuldigem Leben. Der Islam liefert keinerlei Rechtfertigung für Extremismus und Terrorismus“. Festgehalten wurde des Weiteren: „Der Rechtleitung unserer Offenbarung, dem Qur’an und den Lehren unseres Propheten Muhammads – Friede sei mit ihm – folgend, bestätigen die religiösen Vorschriften folgende hervorstechenden Prinzipien:

  1. Alle terroristischen Handlungen, einschließlich solcher, welche gegen das Leben und Eigentum von Zivilisten gerichtet sind, ob sie durch Selbstmordanschläge oder andere Angriffsformen ausgeführt werden, sind haram (verboten) im Islam.
  2. Es ist für einen Muslim haram, mit irgendeiner Person oder Gruppe zu kooperieren, welche mit irgendeiner Form des Terrorismus oder verbotener Gewalt zu tun hat.
  3. Es ist die staatsbürgerliche und religiöse Pflicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen, das Leben aller Zivilisten zu schützen und die Sicherheit und das Wohlergehen der Mitbürger zu gewährleisten. Vor nicht allzu langer Zeit wurden ähnliche Verlautbarungen von religiösen Gelehrten und Führern in England, Kanada und Australien veröffentlicht.

Ohne Berücksichtigung der Zulässigkeit der Missstände in Bezug auf Aggression oder Unterdrückung, ist Terrorismus der Inbegriff von Ungerechtigkeit, da er auf unbeteiligte Personen abzielt. Das Ziel rechtfertigt nicht die Mittel und unbeteiligte Bürger sollen niemals den Preis für die Untaten anderer bezahlen oder quasi als Bauernopfer missbraucht werden, militärische oder politische Konflikte auszutragen. Muslime sind durch die qur’anischen Verbote gebunden, welche das Töten unschuldigen Lebens [Qur’an: 5:32; 17:33], als eine der schwersten Sünden im Islam erachten. Darüber hinaus verlangt der Qur’an eindeutig von den Muslimen, gerecht, auch gegenüber Feinden zu verfahren [4:135, 5:8].

  1. Darstellung von damit verbundenen Sachverhalten
  2. Jihad ist nicht mit Terrorismus gleichzusetzen.

Im Gegensatz zu gebräuchlicher fehlerhafter Auffassung und Übersetzungen, bedeutet das Wort Jihad nicht “Heiliger Krieg” oder einen Krieg, welcher durch die Unterschiede in der Glaubensauffassung gerechtfertigt wäre. Das arabische Äquivalent von „Heiliger Krieg“ findet sich nirgendwo im Qur’an. Krieg ist in keiner Weise „heilig“ und wird im Qur’an als eine verhasste Tat beschrieben [2:216]. Der qur’anische arabische Begriff Jihad und seine Ableitungen bedeuten, sich in besonderem Maße anzustrengen und sich zu bemühen. Diese Begriffe werden im Qur’an und den Prophetenaussprüchen, den Ahadith, in drei verschiedenen Zusammenhängen verwendet:

  •   Erstens wird der innere Jihad angesprochen, der Kampf gegen die eigenen Unzuläng­lich­­keiten des Selbst [22:77-78; 29:4-7];
  •   zweitens in Bezug auf einen gesellschaftlichen Jihad oder der gemeinschaftlichen Bemüh­ung um Wahrheit, Gerechtigkeit und Wohlstand [25:52; 49:15]; und
  •   drittens in Bezug auf das Schlachtfeld, oftmals den Begriff Qital (kriegerisches Kämpfen) verwendenden. Dieser kriegerische Jihad ist im Qur’an der legitimierten Selbstverteidigung im Falle unprovozierter Aggression oder als Widerstand gegen schwere Unterdrückung, aus religiöser oder anderer Motivation, gestattet [2:190-194; 22:39-41]. Kein Vers des Qur’an, im korrekten geschichtlichen und textlichen Zusammenhang belassen, erlaubt das Bekämpfen anderer auf Grund deren Glaubens, Rasse oder Nationalität.

Mehrere zwingende Bedingungen müssen erfüllt sein, bevor der kriegerische Jihad begonnen werden darf.

Um mit der „verhassten Tat“ zu beginnen, darf Krieg nur als letztes Mittel, nach dem Scheitern aller anderen Bemühungen begonnen werden.

Weiters kann der Jihad nicht beliebig von Einzelpersonen oder einer Gruppe ausgerufen werden, sondern vielmehr nach eingehender Beratung durch eine legitimierte Autorität.

Und letztlich hat die Absicht der Muslime, welche sich am militärischen Jihad beteiligen, rein und unberührt von persönlichen oder nationalistischen Beweggründen zu bleiben. Außerdem haben für den Kriegsfall die Lehren des Propheten Muhammad – Friede sei mit ihm – und des ersten Kalifen Abu Bakr (r) eindeutige Richtlinien für das Verhalten der Kämpfer am Schlachtfeld festgelegt. Diese Richtlinien verbieten den Angriff auf Unbeteiligte, besonders alte und unbewaffnete Zivilisten, Kinder, Frauen und Geistliche sowie die Zerstörung von Infrastruktureinrichtungen. [Sunan Abi Dawood (Bab Al-Jihad); sowie Tareekh Al-Tabari].

Da Krieg nur als letztes Mittel gegen noch größeres Übel zum Einsatz gelangen soll, ist die allgemeine Regel und das Ideal für muslimisches Verhalten friedvolles Zusammen­leben mit anderen Menschen in Güte und Gerechtigkeit [60:8-9]. Tatsächlich anerkennt der Qur’an die Pluralität, einschließlich religiöser Vielfalt innerhalb von menschlichen Gesellschaften als Teil des göttlichen Schöpfungsplans [10:19; 11:118-119]. Aus diesem Grund ruft Gott zu friedlicher und respektvoller Auseinandersetzung und Rede mit anderen Menschen auf, nicht zu erzwungener Bekehrung, sei dies nun durch Krieg oder andere gewaltvolle Zwangsmaßnahmen [2:256; 3:64; 16:125; 29:46].

Unglücklicherweise propagieren sowohl Extremisten als auch die Gegner des Islams, welche die Bedeutung des Wortes Jihad entstellen, eine falsche Vorstellung über Jihad, indem sie Begriffe wie „Jihadisten“ oder „islamischen Terror“ verwenden oder indem Terroristen sich auf den Jihad berufen. Solche Stereotypen und der Gebrauch von Ausdrücken wie „Islamischer Terrorist“ sind gerade so ungerechtfertigt wie die Bezeich­nung von Timothy McVeigh als „Christlichen Terroristen“ oder zu behaupten, dass Angriffe auf Abtreibungskliniken als „christliche, terroristische Aktionen“ zu bezeichnen wären.

Im Verlauf muslimischer Geschichte passierte es, wie es mit ähnlichen Normen in anderen Gesellschaften und Zivilisationen ebenfalls geschah, dass die oben erwähnten Regeln für den Jihad zu verschiedensten Zeiten und in unterschiedlichstem Maße verletzt wurden. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass die Islamische Lehre weder auf Handlungen einzelner Muslime in der Vergangenheit oder Gegenwart, noch auf vergangene oder gegenwärtige Missinterpretationen zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf die moralischen Prinzipien, welche den ursprünglichen, authentischen islamischen Quellen eingeschrieben sind.

  1. Der Islam erachtet Menschen anderen Glaubens nicht als “Ungläubige” und befürwortet nicht Gewalt gegen sie.

Erstens bezeichnet der Begriff “Ungläubige” in etwa „jemanden, der keinem religiösen Glauben anhängt, einen Atheisten“. Diese Bezeichnung ist mit der qur’anischen Fest­stellung völlig unvereinbar, dass die „Völker der Schrift“, (Juden und Christen) an den gleichen universellen Gott wie die Muslime glauben [29:46]. Darüber hinaus ist „Ungläubiger“ eine falsche Übersetzung des arabischen Wortes „Kafir“, welches wörtlich jemanden bezeichnet, der „etwas verdeckt“ oder „zurückweist“ (einen Glauben, der mit dem eigenen unvereinbar erscheint). Dieser Begriff wird im Qur’an in unterschiedlichem Kontext gebraucht: in neutralem Sinne, wobei Bauern als Kuffar bezeichnet werden, welche die Samen mit Erde bedecken [57:20], in positivem Sinne, wobei das Fehlen jeglichen Glaubens an Gott und die Zurückweisung des Götzendienstes bezeichnet wird [2:256; 60:4]; an anderer Stelle ist damit die Weigerung einen Propheten anzuer­kennen, ohne die Existenz Gott zu leugnen gemeint.

Zweitens wird nirgendwo im Qur’an zur Gewalt gegen jemanden, alleine aufgrund seiner Zurückweisung des Islams, aufgerufen [2:256; 88:21-22; 6:107-108; 42:48]. Sämtliche Verse, welche in diesem Zusammenhang durch eine „cut & paste“ Methodik aus dem Zusammenhang gerissen, zitiert werden (wie 9:5; 29; 123), beziehen sich auf eine bestimmte historische Wirklichkeit, in welcher sich Gruppen oder Völker mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund feindselig und aggressiv gegen die im Entstehen begriffene Gemeinschaft der Muslime in der Zeit des Propheten (Friede sei auf ihm) gewandt haben. Das Verständnis dieses geschichtlichen Zusammenhangs und die Anwendung sorgfältiger Textanalyse belassen keinen Zweifel, dass die Erlaubnis zurückzuschlagen nichts mit den religiösen Überzeugungen dieser Gruppen oder Völker zu tun hat, sondern auf deren Aggression und brutale Unterdrückung zurückzuführen ist; sie stellte eine Notwendigkeit für die staatliche Sicherheit dar.

Auch wenn einige Muslime diese eindeutigen qur’anischen Grenzen missachten, liefert der Islam weder eine Rechtfertigung für solche Taten, noch kann er dafür verantwort­lich gemacht werden.

Drittens ist es als hinterlistige und irreführende Taktik zu bezeichnen, ausschließlich auf solche Verse hinzuweisen, welche sich mit den Möglichkeiten legitimer Selbstverteidi­gung befassen und jene Verse des Qur’ans zu ignorieren, die wiederholt und wider­spruchs­frei die Unan­tast­barkeit menschlichen Lebens [5:32], den Respekt menschlicher Würde [17:70], Achtung der Pluralität, einschließlich der Pluralität religiöser Überzeu­gungen [5:48; 11:118], die friedliche Koexistenz mit allen Menschen [60:8-9], allgemeine und vorurteils­lose Gerechtigkeit, selbst dem Feind gegenüber [4:135; 5:8], die Bruderschaft unter den Menschen [49:13] und die Barmherzigkeit gegenüber aller Schöpfung [21:107] betonen. Der Qur’an ist ein zusammenhängendes, in sich schlüssiges Buch und sollte nicht auf zerstückelnde Art interpretiert werden.

iii. Muslime haben sich als verantwortungsvolle Bürger zu verhalten.

Es ist ein wohl begründetes islamisches Prinzip, dass die Bürger einer Nation, unabhängig ihrer religiösen Überzeugung, nicht nur verpflichtet sind, die staatlichen Gesetze einzuhalten, sondern ebenfalls die Sicherheit und Wohlfahrt des Landes zu schützen und zu gewährleisten. Dieser Grundsatz wurde jüngst in verschiedensten Verlautbarungen des Europäischen Ifta` und Forschungsrates wiederholt. Dieser Rat hat die in westlichen Ländern lebenden Muslime und deren muslimische Staatsbürger aufgerufen, dem (Sozial)Vertrag treu verbunden zu bleiben, dem sie als Staatsbürger verpflichtet wurden oder den sie als Bewohner anerkannt haben, da die Erfüllung von Verträgen gemäß Qur’an, Hadith und Konsens der Gelehrten eine religiöse Pflicht darstellt [siehe 5:1, 3:76, 17:34, und der abschließenden Stellungnahme des Rates bei der 11 Versammlung in Stockholm; 22. – 26. Jänner 2003 und der 14. Versammlung in Dublin; 23. – 27. Februar].

Durch Staatsbürger begangene terroristische Aktionen sind zu verurteilen, weil sie sowohl unbeteiligten Menschen Gewalt zufügen, als auch heimtückischen Verrat am Wesen der Staatsbürgerschaft begehen.

  1. iv. Islam verbietet religiösen Extremismus.

Extremismus läuft der qur’anischen Anweisung an die Muslime zuwider, eine gerechte und ausgeglichene Gemeinschaft der Gläubigen (ummatan wasata) zu formen, so dass sie durch das Beispiel ihres Lebens Zeugnis von der Wahrheit vor aller Menschheit abzulegen vermögen [2:143]. Dieser Vers bekräftigt über allen Zweifel erhaben, dass der der muslimischen Gemeinschaft vorgeschriebene Kurs, der ausgewogene Mittelweg ist. Alle extremen Neigungen sind zu vermeiden. Diese Vorschreibungen zur Mäßigung und Ausgeglichenheit werden ständig wiederholt und in weiteren Versen und den Gepflogenheiten und Aussprüchen des Propheten – Friede sei mit ihm – in Hinblick auf die Bereiche des Gottesdienstes, Pflichten gegenüber der Familie, Heirat und andere Angelegenheiten hervorgehoben. Tatsächlich warnte er ganz besonders vor Extremis­mus und Übertreibung in religiösen Dingen (ghulow) und sagte: „Folgt immer dem mittleren Weg, auf welchem ihr euer Ziel erreichen werdet“ (Sahih Al-Bukhari). In diesem Lichte der kennzeichnenden Mäßigung und Toleranz, der Aufnahme der Beiträge anderer Glaubensgemeinschaften und ziviler Gesellschaften ist die Entwicklung zum Erblühen von Kreativität, Wissen und Erfindungen während einiger Jahrhunderte zu sehen, welche einen enormen Einfluss auf die Renaissance ausübte.

  1. Muslime sind ein Teil der universalen Familie der Menschen und sind dem Zusammenleben in Frieden und Gerechtigkeit verpflichtet.

Über die Zurückweisung von Intoleranz und Extremismus hinausgehend, sucht der Islam die Völker verschiedenster Rassen, Nationen und Religionen zusammen zu bringen und überlässt das Urteil religiöser „correctness“ über einen Menschen oder eine Gruppe alleine Gott am Tage des Gerichts (Wiederauferstehung). Wenn der Qur’an über die Bruderschaft im Glauben spricht [49:10], so spricht er im gleichen Kapitel über eine noch weiter gefasste Familie der Menschheit:

O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig.[49:13, siehe auch 30:22]

Beachtenswert ist, dass dieser Vers nicht alleine die Muslime anspricht, sondern vielmehr über den allgemein gehaltenen Begriff “O ihr Menschen”, alle Völker mit einschließt. Er erinnert die Menschheit, dass sie einer einzigen Familie, vom gleichen Elternpaar entstammen, und wenn dies auch eine facettenreiche Familie ist, so ist deren Verschiedenartigkeit vielmehr ein Grund gefeiert zu werden und kein Grund zur Trennung.

Es sollte ebenfalls nicht vergessen werden, dass Verschiedenheit in der Einheit und Einheit in der Verschiedenheit möglich ist. Diese bewegende Feststellung im Qur’an über die große menschliche Familie ist eine profunde Basis für Frieden für und unter allen Völkern.

Über die Bedeutung der gemeinsamen familiären Abstammung der Menschen hinaus­gehend, bestimmt eine grundlegende Regelung das Verhältnis der Muslime mit Menschen anderen Glaubens. Es ist die Bestimmung zu friedlicher Koexistenz, Gerechtigkeit und Mitgefühl [60:8-9]. Dieser Vers verdeutlicht die Pflicht der Muslime ihre Mitbewohner auf der Grundlage von Frieden in Billigkeit (qist) und birr zu behandeln. Der Ausdruck birr und seine Ableitungen bezeichnen im Qur’an und Hadith jenes Verhalten, welchen den Eltern entgegengebracht wird. Solch ein Verhältnis geht über bloße Freundlichkeit hinaus, da sie sowohl Liebe als auch Respekt mit einschließt. Diesen Geist von birr aufzubauen und zu erhalten ist ein Eckpfeiler im Kampf gegen Terrorismus und religiösen Extremismus.

III. Terrorismus und Religiösem Extremismus entgegenzutreten: eine Verpflichtung der Muslime

Es ist für alle Muslime verpflichtend, die korrekte Position gegenüber Terrorismus und religiösem Extremismus darzustellen und aufrecht zu erhalten. Wie die Fatwa von FCNA erklärt, haben wir alle legalen Maßnahmen zu ergreifen, diese Plagen zu bekämpfen. Dies schließt folgendes mit ein.

  • Erziehung und Ausbildung der Muslime, besonders der Führer und Imame in Bezug auf die relevanten islamischen Lehren, gesellschaftliche Belange und zur Aufnahme entsprechender Initiativen gegen Terrorismus und religiösen Extremismus.
  • Verbreitung der „Anti-Terrorismus und Anti-Religiöser Extremismus Fatwa“ von FCNA innerhalb der Gemeinschaft, sie verständlich zu machen und jede Moschee und andere islamische Bildungseinrichtung im Land zur Befürwortung ermutigen.
  • Führer für unislamische Lehren zur Verantwortung ziehen und sie dabei zu ermutigen, Unterweisung von Einrichtungen wie ILDC [ISNA Leadership Development Center] zu beziehen oder Ratschläge von FCNA anzunehmen.
  • Umsetzung von Jugend Programmen, welche die islamische Position zu Terrorismus und religiösem klarstellen.
  • Aufbau und Verstärkung der Beziehungen zu, und Zusammenarbeit mit staatlichen juristischen Exekutivinstitutionen inklusive Bewusstmachungs- und Unterschieds­training.
  • Kontaktaufbau zu nachbarschaftlichen und interreligiösen Einrichtungen, um ein besseres Verständnis füreinander und bessere Kooperation miteinander zu erarbeiten.
  • Allianzen mit nationalen und internationalen islamischen Einrichtungen begründen, um eine globale, geeinte muslimische Plattform und Bewegung gegen Terrorismus und religiösen Extremismus einzurichten.
  1. Aufruf an die Menschen aller Glaubensrichtungen

Im Interesse der Gerechtigkeit und einer Änderung hin zum Besseren, ersuchen wir auch unsere Nachbarn und Freunde anderer Glaubensrichtungen, uns in diesen Bemühungen zu unterstützen, indem sie sich gegen die jüngsten Repressalien gegen Muslime und die weit verbreitete Dämonisierung des Islams aussprechen. Islamophobe Erklärungen und Aktionen strafen und treffen die gesamte, weltweite Gemeinschaft der Muslime für die Handlungen weniger und behindern unsere Bemühungen, eine gemäßigte Sprache, gegenseitiges Verständnis und Frieden zu entwickeln.

Lassen Sie uns aber auch nicht eine kritische und ehrliche Auseinandersetzung in Bezug auf relevante Themen wie Ungerechtigkeit, Unterdrückung und gegenseitige Erniedrigung scheuen, die allesamt fruchtbaren Nährboden für Extremismus, Hass und völlig unsinniger und unüberlegter Gewalt abgeben. Lassen Sie uns erkennen, dass verstehen nicht gleich rechtfertigen bedeutet, denn es gibt absolut keine religiöse, politische oder andere Rechtfertigung für auch nur den geringsten terroristischen Akt. Der Teufelskreis der Gewalt muss in unserer miteinander verknüpften Welt unter­brochen werden und daher müssen wir kooperieren, gegenseitiges Verständnis und konstruktiven Dialog entwickeln, damit wir diese Ziele erreichen. Dies ist die einzige Hoffnung, um wahrhaftigen und echten gegenseitigen Respekt, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt zu bringen, so Gott will.

Das Fiqa Council von Nord America (FCNA) und die Islamische Gesellschaft von Nord America (ISNA) ermutigen jede Moschee und jede islamische Institution diese Fatwa als Teil ihrer Positionierung hinsichtlich der wichtigen, die amerikanischen Muslime betreffenden Angelegenheiten zu unterstützen.

Bestätigt und herausgegeben durch die Vereinigte Muslimische Interreligiöse Allianz in Amerika (United Muslims of America Interfaith Alliance, UMAIA)

Relevante Verse aus dem Qur’an

Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. [5:32]

Und tötet nicht das Leben, das Allah unverletzlich gemacht hat, es sei denn zu Recht. Und wer da ungerechterweise getötet wird – dessen Erben haben Wir gewiss Ermächtigung (zur Vergeltung) gegeben; doch soll er im Töten nicht maßlos sein; denn er findet (Unsere) Hilfe. [17:33]

O ihr, die ihr glaubt, seid auf der Hut bei der Wahrnehmung der Gerechtigkeit und seid Zeugen für Allah, auch dann, wenn es gegen euch selbst oder gegen Eltern und Verwandte geht. Ob der eine reich oder arm ist, so ist Allah beiden näher; darum folgt nicht der persönlichen Neigung, auf dass ihr gerecht handeln könnt. Und wenn ihr aber (die Wahrheit) verdreht oder euch von (der Wahrheit) abwendet, so ist Allah eures Tuns kundig. [4:135]

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig. [5:8]

Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht. [2:216]

O ihr, die ihr glaubt, verneigt euch und werft euch in Anbetung nieder und verehrt euren Herrn und tut das Gute, auf dass ihr Erfolg haben möget. Und eifert in Allahs Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte, der Religion eures Vaters Abraham. Er (Allah) ist es, Der euch vordem schon Muslime nannte und (nun) in diesem (Buch), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und damit ihr Zeugen über die Menschen sein möget. Also verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und haltet an Allah fest. Er ist euer Beschützer, ein vortrefflicher Beschützer und ein vortrefflicher Helfer! [22:77-78]

Oder glauben diejenigen, die böse Taten begehen, dass sie Uns entrinnen könnten? Übel ist es, wie sie urteilen. Wer mit Allahs Begegnung rechnet, (der soll wissen, dass) Allahs angesetzte Frist sicher abläuft. Und Er ist der Allhörende, der Allwissende. Und wer da eifert, eifert nur für seine eigene Seele; denn Allah ist auf niemanden von allen Welten angewiesen. Und jene, die glauben und gute Werke tun – wahrlich, Wir werden ihre Übel von ihnen nehmen und ihnen den besten Lohn für ihre Taten geben. [29:4-7]

So gehorche nicht den Kuffar, sondern eifere mit ihm (dem Qur’an) in großem Eifer gegen sie. [25:52]

Die Gläubigen sind nur jene, die an Allah und Seinen Gesandten glauben und dann nicht (am Glauben) zweifeln und sich mit ihrem Besitz und ihrem eigenen Leben für Allahs Sache einsetzen. Das sind die Wahrhaftigen. [49:15]

Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Kuffar. Wenn sie aber aufhören, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun. Der heilige Monat ist für den heiligen Monat, und für die geschützten Dinge ist Wiedervergeltung (bestimmt). Wer nun gegen euch gewalttätig handelt, gegen den handelt in gleichem Maße gewalttätig, wie er gegen euch gewalttätig war, und fürchtet Allah und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. [2:190-194]

Die Erlaubnis, (sich zu verteidigen,) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat wahrlich die Macht, ihnen zu helfen -, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sagten: „Unser Herr ist Allah.“ Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, so wären gewiss Klausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen, in denen der Name Allahs des öfteren genannt wird, niedergerissen worden. Und Allah wird gewiss dem zum Sieg verhelfen, der für Seinen Sieg eintritt. Allah ist wahrlich Allmächtig, Erhaben. Jenen, die, wenn Wir ihnen auf Erden die Oberhand gegeben haben, das Gebet verrichten und die Zakah entrichten und Gutes gebieten und Böses verbieten, (steht Allah bei). Und Allah bestimmt den Ausgang aller Dinge. [22:39-41]

Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Allah liebt die Gerechten. Doch Allah verbietet euch, mit denen, die euch des Glaubens wegen bekämpft haben und euch aus euren Häusern vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt – das sind die Missetäter. [60:8-9]

Die Menschen waren einst nur eine einzige Gemeinde, dann aber wurden sie uneins; und wäre nicht ein Wort von deinem Herrn vorausgegangen, wäre zwischen ihnen bereits über das, worüber sie uneins waren, entschieden worden. [10:19]

Und hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die Menschen alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht; doch sie wollten nicht davon ablassen, uneins zu sein. Ausgenommen davon sind jene, derer dein Herr Sich erbarmt hat, und dazu hat Er sie erschaffen. Und das Wort deines Herrn ist in Erfüllung gegangen: „Wahrlich, Ich werde Dschahannam mit den Dschinn und den Menschen insgesamt füllen.“[11:118-119]

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend. [2:256]

Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah.“ Und wenn sie sich abwenden, so sprecht: „Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.“ [3:64]

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind. [16:125]

Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und Weise. Ausgenommen davon sind jene, die ungerecht sind. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben.“ [29:46]

Wisset, dass wahrlich das diesseitige Leben nur ein Spiel und ein Zeitvertreib ist und ein Prunk und Geprahle unter euch und ein Wettrennen um Vermehrung von Gut und Kindern. Es gleicht dem reichlichen Regen, dessen Pflanzenwuchs den Säern gefällt. Dann verdorrt er, und du siehst ihn vergilben; hierauf wird er brüchig. – Und im Jenseits gibt es eine strenge Strafe, aber auch Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Und das diesseitige Leben ist nichts anderes als eine Nutznießung, durch die man sich betören lässt. [57:20]

Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham und denen mit ihm, als sie zu ihrem Volk sagten: „Wir haben nichts mit euch noch mit dem zu schaffen, was ihr statt Allah anbetet. Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Haß entstanden, (solange,) bis ihr an Allah glaubt und an Ihn allein!“ – abgesehen von Abrahams Wort zu seinem Vater: „Ich will gewiss für dich um Verzeihung bitten, obwohl ich nicht die Macht dazu habe, bei Allah für dich etwas auszurichten.“ (Sie beteten:) „Unser Herr, in Dich setzen wir unser Vertrauen, und zu Dir kehren wir reumütig zurück, und zu Dir ist die letzte Einkehr. [60:4]

So ermahne; denn du bist wahrlich ein Ermahner, du hast aber keine Macht über sie. [8:21-22]

Folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde – es ist kein Gott außer Ihm – und wende dich von den Götzendienern ab. Und hätte Allah es gewollt, hätten sie (Ihm) keine Götter zur Seite gesetzt. Wir haben dich weder zu ihrem Hüter gemacht, noch bist du ihr Wächter. Und schmäht die nicht, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll ohne Wissen Allah schmähen. Also lassen Wir jedem Volke sein Tun als wohlgefällig erscheinen. Dann aber werden sie zu ihrem Herrn heimkehren; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan haben. [6:106-108]

Kehren sie sich (vom Glauben) ab, so haben Wir dich nicht als deren Wächter entsandt. Deine Pflicht ist nur die Verkündigung. Wenn Wir dem Menschen von Unserer Barmherzigkeit zu kosten geben, so freut er sich über sie. Doch wenn ein Unheil sie um dessentwillen trifft, was ihre Hände vorausgeschickt haben – siehe, dann ist der Mensch undankbar. [42:48]

Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig; [9:5]

Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen – von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten. [9:29]

O ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen jene, die euch nahe sind unter den Kuffar, und lasst sie euch hart vorfinden; und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. [9:123]

Und wahrlich, Wir haben die Kinder Adams geehrt und sie über Land und Meer getragen und sie mit guten Dingen versorgt und sie ausgezeichnet – eine Auszeichnung vor jenen vielen, die Wir erschaffen haben. [17:70]

Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret. [5:48]

Und hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die Menschen alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht; doch sie wollten nicht davon ablassen, uneins zu sein. [11:118]

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig. [5:8]

O ihr, die ihr glaubt, erfüllt die Verträge. Erlaubt ist euch jede Art des Viehs, mit Ausnahme dessen, was euch (in der Schrift) bekanntgegeben wird; nicht, dass ihr die Jagd als erlaubt ansehen dürft, während ihr pilgert; wahrlich, Allah richtet, wie Er will. [5:1]

O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angesehenste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allkundig. [49:13]

Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten. [21:107]

Wer jedoch seiner Verpflichtung nachkommt und gottesfürchtig ist – siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen. [3:76]

Und tastet nicht das Gut der Waise an, es sei denn zu (ihrem) Besten, bis sie die Reife erreicht hat. Und haltet die Verpflichtung ein; denn über die Verpflichtung muss Rechenschaft abgelegt werden. [17:34]

Dies ist eine Gemeinde der Vergangenheit; ihr wird zuteil, was sie sich erworben hat, und euch wird zuteil, was ihr euch erworben habt. Und ihr werdet nicht für das verantwortlich sein, was jene getan haben. [2:134]

Und unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die Wissenden. [30:22]

Hanel, 18.9.05

Der «Islamische Staat» und die Muslime in der Schweiz

B. OSMAN & M.HANEL bei SRF zum Thema GRÄUELTATEN im Nahen Osten

http://www.srf.ch/sendungen/tagesgespraech/der-islamische-staat-und-die-muslime-in-der-schweiz

Die grosse Mehrheit der Schweizer Muslime hat keinen Bezug zu radikalen Organisationen wie dem «Islamischen Staat». Einige wenige aber sind in den Jihad gezogen. Klaus Ammann spricht mit Belkis Osman und Mohammad Hanel von der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich über ihre Situation.

KOMMENTAR:
Schade finde ich nur, dass im Gespräch selbst nicht wirklich explizit darauf hingewiesen wurde, dass mit dem Präsidenten der VIOZ, Mahmoud EL GUINDI, die Vizepräsidentin Belkis OSMAN und die Vorstandsmitglieder Imam HALILOVIC und Muhammad HANEL sich zum Thema nun ausreichend geäussert haben.

Gemeinsame Erklärung der Juden und Muslime in der Schweiz

Im Nachgang zu den kriegerischen Auseinandersetzungen in Israel und Gaza im letzten Sommer haben sich die jüdischen und muslimischen Dachverbände der Schweiz zu einem gemeinsamen Aufruf gegen Gewalt und für Frieden entschlossen.

 

Es gibt keinen Zweifel, dass Muslime und Juden unterschiedliche Ansichten über den israelisch-palästinensischen Konflikt haben. Wir, Juden und Muslime in der Schweiz, anerkennen, dass unsere Gemeinschaften über die Ursprünge, die aktuellen Gründe und die möglichen Lösungen unterschiedlicher Auffassung sind.

Dennoch herrscht zwischen uns in vielen Punkten auch Übereinstimmung. Der Tod von Zivilisten macht uns alle traurig. Der Missbrauch von Zivilisten und ziviler Einrichtungen ist inakzeptabel und widerspricht unseren religiösen  Auffassungen. Wir sprechen uns zudem gemeinsam für ein baldiges Ende des Konflikts und für einen dauerhaften Frieden aus, der für alle gilt.

Trotz der schwierigen Lage im Nahen Osten wollen wir uns weiterhin für gute Beziehungen zwischen unseren Gemeinschaften in der Schweiz einsetzen. Wir dürfen Konflikte im Ausland nicht zu uns hinein lassen, sondern wollen stattdessen Friedensbotschaften in die Welt hinaustragen.

Während jeder das Recht hat, seine politische Meinung zu äussern, sei es bei einer Kundgebung oder in den sozialen Medien, so müssen wir doch immer achtsam sein, wie unsere Protestbekundungen vermittelt werden. Es kann keine Entschuldigung für Rassismus, Antisemitismus, Gewalt oder andere Formen der Einschüchterung geben, wenn solche Ansichten in den Medien, auf der Strasse oder im Internet verbreitet werden.

Wir verurteilen entschieden jede Ausdrucksweise von Juden- und Muslimfeindlichkeit und jede Form von Rassismus. Wir fordern muslimische und jüdische Gemeinschaften in der Schweiz dazu auf, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen.

Wir brauchen einen konstruktiven Dialog, um unsere Meinungsverschiedenheiten einzudämmen und um ein möglichst breites Spektrum von Bereichen der Zusammenarbeit definieren zu können. Es gibt mehr Themen, die uns verbinden als solche, die uns trennen. In diesem Sinne sprechen wir uns auch für Hoffnung und Frieden in der Welt aus.

 

Für weitere Anfragen:

Dr. Herbert Winter, Präsident SIG (+41 79 206 67 03)
Nicole Poëll, Präsidentin PLJS (+41 79 404 22 10)
Dr. Hisham Maizar, Präsident FIDS (+41 79 406 69 55)
Dr. Farhad Afshar, Präsident KIOS (+41 78 830 82 80)

Dies ist eine gemeinsame Erklärung des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) sowie der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS) und der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS).

 

Anmerkungen von Muhammad HANEL …:
Der Tod von Zivilisten empört mich zuallererst und dann macht mich traurig.
Es kann nicht nur keine Entschuldigung für Rassismus, Antisemitismus – sondern auch keine für „Muslimophobie“ geben!
Ich und mit mir manch Andere fordern nicht nur jüdische und muslimische Gemeinschaften in der Schweiz dazu auf, ihre Bemühungen zu intensivieren, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen zu ermöglichen – sondern auch die säkulare Gesellschaft und die classe politique!

Ansonsten ein gelungenes Papier – Dank an die Initianten!

ISLAM unter FASCHISMUSVERDACHT

Für den Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad trägt der Islam faschistische Züge. Der Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide bestreitet dies vehement. Ein Streitgespräch. Moderator Norbert Bischofberger SRF.

Hier der LINK zum Radiogespräch: http://www.srf.ch/sendungen/sternstunde-religion/islam-unter-faschismusverdacht

KOMMENTAR:
Lehrstück: „ISLAM = ISLAMISMUS = FASCHISMUS“

Bischofberger: Souveräner Gesprächsleiter.
Abdel-Samad: Kein Theologe, verdreht historische Tatsachen, versaut logische Regeln, sondern absolutistischer, fundamentalistischer, extremistischer Atheist, traumatisiert und über seine Selbstverliebtheit instrumentalisiert.
Khorchide: Argumentativer und wissenschaftlicher Sieger auf (fast) allen Ebenen, zwar auch selbstverliebt (doch seien wir ehrlich, WER dürfte in dieser Lage und Hinsicht wohl den ersten Stein werfen?)

Weitere Info zu Mouhanad Khorchide:
http://muslime.forumprofi.de/thema-anzeigen-dokumentation-und-quot-islam-der-barmherzigkeit-und-quot-t83.html#489

Weitere INTERVIEWANFRAGEN … distanziert Euch!

STIMMEN von gemässigten Muslimen kommen nicht GENUG zu WORT

Guten Tag Herr Hanel

Da die Stimmen der gemässigten Muslime offenbar nicht genug zu Wort kommen (oder gehört werden), möchte ich diese Thematik – gerade auch im Bezug auf Syrien/Irak – gerne noch mit Stimmen von VIOZ ergänzen.

(Wann) können Sie sich ein solches Gespräch (zur Aufzeichnung) vorstellen?

Mein letztes persönliches Treffen in Zusammenhang mit VIOZ fand an einem Tag der offenen Moschee statt und ich habe damals noch mit Fatih Dursun gesprochen.

Freundliche Grüsse
Radio Life Channel

Georg Hoffmann
Redaktor, Chef vom Dienst
ERF Medien – www.erf.ch | www.lifechannel.ch | tv.erf.ch
Witzbergstrasse 23 | CH-8330 Pfäffikon
Tel.: +41 44 953 35 60 | Fax: +41 44 953 35 02 | E-Mail:
georg.hoffmann@lifechannel.ch

Gesendet: Mittwoch, 03. September 2014 um 18:45 Uhr
Von: „M.M.Hanel“ <m.hanel@gmail.com>
An: „Georg Hoffmann“ <georg.hoffmann@lifechannel.ch>
Cc: „VIOZ Googlegroups“ <vioz@googlegroups.com>
Betreff: [vioz-group:1474] Re: Anfrage Life Channel

Guten Tag Herr Hoffmann

M.M.Hanel hat Folgendes geschrieben:

Bedanke mich für Ihre Anfrage und erlaube mir einige einführenden Worte zur muslimischen Sicht der “Thematik” wie Sie dies nennen.Es ist NICHT unbedingt so, dass “gemässigte Muslime” nicht genug zu Wort kommen oder gehört werden.
Es ist vielmehr – oder zumindest – ebenso, dass Schweizer Muslime zu OFT (auf unpassende Art) gehört werden WOLLEN!

1. STANDPUNKTE sind KLAR, KOMMUNIZIERT und UNVERÄNDERT
Die Muslime und ALLE ihre Verbände haben sich in den letzten JAHREN stets mit gleicher Deutlichkeit UND Aufrichtigkeit zum Thema Gewalt, Politik, Religion, Recht und Staatstreue in der Schweiz geäussert.
Ihre Standpunkte und Ansichten haben sich NICHT geändert. Daran hat nicht einmal die unwürdige Antiminarettinitiative etwas zu ändern vermocht.
Vorkommnisse im Ausland hatten EBENSO keinerlei Einfluss darauf, an ihren klaren Prinzipien festzuhalten, welche die Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu erhalten haben.

2. Muslimische Interessen sind auf INLÄNDISCHE Geschehnisse fokussiert
Die Muslime in der Schweiz und deren Dachverbände haben keinerlei Prioritäten (die Situation in Gaza ist seit Jahrzehnten die Ausnahme) oder Interesse, Geschehnisse im Ausland zu kommentieren.
Die Gründe liegen auf der Hand. Heterogenität der Gemeinschaften in der Schweiz, völlig unterschiedliche politische Einstellungen, überdurchschnittlich stark mit der Alltagsbewältigung, mit der ordentlichen Etablierung und Integration in der hiesigen Gesellschaft befasst (das ALLEINE überschreitet die Kapazitäten der meisten), KEINERLEI Einfluss auf die Geschehnisse im Ausland, daher auch kein Interesse sich überall dort einzumischen oder zu Wort zu melden, wo die westliche Presse ihre “islamistisch” gefärbten SPOTS hin leuchten lassen.

3. Muslime SIND wie alle anderen auch, „NORMAL“ empfindende Menschen
Muslime empfinden es mehr als befremdend, ständig darüber Auskunft geben zu sollen oder gar zu “MÜSSEN”, dass sie GENAUSO wie andere, normal empfindende Menschen auch, angewidert von Berichten über Massenexekutionen von und Morden an Zivilisten und anderen Gräueltaten sind.

4. Muslime verlangen KEINE Distanzierung von christlichen MITBÜRGERN
Mindestens genauso befremdend aber empfinden es die Muslime in der Schweiz (und natürlich nicht nur hier), dass nicht erkannt, verstanden und respektiert wird, dass sie selbst NIE von “Christen” in unserem Land (wer immer dies sein mag – gibt es doch auch in der christlichen Gemeinschaft höchst unterschiedliche Gemeinschaften) lautstark eine Distanzierung verlangt haben oder verlangen, wenn Massaker an Muslimen verübt wurden oder werden.
Erst wenige Monate ist es her, dass in Zentralafrika “Christen” ihre muslimischen Nachbarn, Zivilisten mit schockierender Barbarei, Brutalität und Unmenschlichkeit auf offener Strasse und in ihren Häusern erschlagen, erstochen und sonst wie bestialisch ermordet haben.

Auch übersehen die Muslime nicht nur in der Schweiz nicht, dass die Christen in “God’s own Country” oder salopp gesagt das “christliche Amerika” in völkerrechtswidrigen brutalen Angriffen und Politik unsagbares Leid und flächendeckenden Tod in die muslimischen Länder, u.a. den Irak getragen haben und damit die umfänglich katastrophale Lage in der Region eingeleitet und massgeblich verursacht haben! Auch das “christliche” Massaker in Bosnien bleibt nicht vergessen – und erst recht nicht, dass all diese Geschehen OHNE Distanzierung der “christlich-jüdischen” Kultur- und Wertegemeinschaft (um dieses unsägliche Vokabel zu gebrauchen), ja mit deren Zustimmung über die Bühne gingen und gehen!

Warum verlangen die Muslime keine Distanzierung und Verurteilung dieser Verbrechen von den christlichen VEREINEN in der Schweiz?
Vielleicht weil sie wissen, dass die Schweizer Christen keinen wirklichen Anteil an diesen Geschehnissen haben und weil sie in ihrer „gemeinsamen Ohnmacht” viel mehr auf gemeinsame Bemühungen IN und FÜR die Schweiz zu setzen und sich zu engagieren bereit sind?

Sehr geehrter Herr Hoffmann

Bei diesen EINLEITENDEN Worten will ich es vorerst belassen und sie noch auf drei Interviews hinweisen, die ich zu dieser Thematik bereits gegeben habe. Quelle www.gsiw.ch :

Was tun gegen IS? HANEL für annabelle
http://muslime.forumprofi.de/thema-anzeigen-was-tun-gegen-is-t210.html#552
Stellungnahme zu „islamistischen“ Gräuel HANEL für KIPA
http://muslime.forumprofi.de/thema-anzeigen-hanel-fuer-vioz-zu-und-quot-islamistischen-und-quot-graeuel-t208.html#549
Stellungnahme zu „islamistischen“ Gräuel KIOS & FIDS
http://www.gsiw.ch/Stellungnahme_der_Nationalverbaende.pdf
Ein „schräges“ NZZ Interview HANEL
http://muslime.forumprofi.de/thema-anzeigen-nzz-man-darf-muslimischen-eltern-ihre-erziehungsrechte-..-t202.html#541

Sollten Sie Interesse haben, ein Gespräch in DIESE Richtungen mit mir zu führen und von den bislang bewusst und/oder unbewusst gehegten Klischees Abstand nehmen zu wollen, sehe ich Ihren dementsprechenden schriftlichen Fragen gerne entgegen und will einen Termin für eine Audioaufzeichnung mit Ihnen suchen.

Mit der Erwartung, dass offene Worte das journalistische Interesse und nicht politische Ablehnung provozieren, verbleibe ich mit
freundlichem Gruß
M. Hanel
Medienverantwortlicher VIOZ

Wie erwartet, kam KEINE weitere Anfrage von der Redaktion

 

WAS tun gegen IS?

INTERVIEW mit ANNABELLE

Lieber Herr Hanel
Ich arbeite für die Zeitschrift annabelle an einem Beitrag über den Widerstand von Muslimen gegen den IS und andere extremistische Terrorgruppen, wie etwa Boko Haram und Al Kaida. Tatsache ist, dass die Gräueltaten dieser extremistischen Gruppen im Namen des Islam begangen werden, etwas, das Musliminnen und Muslime in aller Welt schockiert und abstösst. Man weiss aber auch, dass gerade der islamische Extremismus auf viele Jugendliche anziehend wirkt, auch auf Jugendliche in der Schweiz.
Mir liegt es nun daran zu erkunden, wie muslimische Würdenträger und Vorsteher von Organisationen und Vereinen gegen den islamischen Extremismus ankämpfen. Inwiefern wird die unglaubliche Gewalt, die von Extremisten verübt wird, in Moscheen und /oder während des Religionsunterrichts diskutiert und verurteilt? Wie werden junge Menschen, die radikale Tendenzen aufweisen, aufgefangen? Inwiefern wird analysiert, warum der Islam heute zu derartiger Gewalt verleitet?
Ich bereise als Journalistin seit Jahren den arabischen Raum und setze mich mit Fragen zu Wirtschaft, Politik und Religion, besonders aber auch mit dem Alltagsleben der Menschen auseinander.
Sehr gerne können wir diese Fragen persönlich oder telefonisch besprechen, oder, falls nicht anders möglich, via Email
Ich freue mich, von Ihnen zu hören.
Lieber Gruss
Helene Aecherli, 19.8.2014

 

–          Wie wird die unglaubliche Gewalt, die von Extremisten wie den IS verübt wird, in Moscheen und /oder während des Religionsunterrichts diskutiert?

HANEL: Mit Erschrecken und Verunsicherung – vor allem deshalb, weil man durch die Tatsache, dass völlig eskalierte, grauenhafte  Dinge unter der Flagge des Islam geschehen in der Öffentlichkeit als potentiell „Mitschuldige“ oder „Mitträger“ gilt und in (der Öffentlichkeit und) den Medien derart dargestellt wird.  Mit Verärgerung und in grossem innerem Aufruhr  – weil man durch ständig wiederholte Aufforderungen sich von dieser Gruppe und deren Verbrechen zu distanzieren, nebst der unterschwelligen Unterstellung der Komplizenschaft  vor allem auch – seitens der vorgeblichen Muslime – in Bezug auf die Entstellung des Islam, in dem wir unsere Hoffnung und moralische und ethische Erfüllung finden, durch eine Gruppe großenteils unreflektierter, undifferenzierter, ungebildeter und irregeleiteter Haudegen, Hasardeure, Mörder und Totschläger betroffen ist.

Allerdings haben solche Ereignisse auch das Potential, uns zu alarmieren und somit unseren Willen zur theologischen und intellektuellen Richtigstellung in Wort und Tat sowie zur persönlichen Selbstreflektion zu aktivieren.

 

–          Wie werden junge Menschen, die extremistische Tendenzen aufweisen, aufgefangen?

HANEL: Es gibt kaum andere Möglichkeiten, als solcherart gefährdete Menschen mit aller Deutlichkeit auf die wahren religiösen Werte im Islam hinzuweisen und ihnen eindringlich ans Herz zu legen  diese zu verinnerlichen und auszuleben, anstatt sich durch brandgefährliche politische Parolen auf verwerflichen Weg verführen zu lassen. Das Problem dabei ist, dass die politische Großwetterlage und ihr destabilisierender Einfluss auf die gesunde islamische Befindlichkeit weltweit dazu angetan ist, auf undifferenzierte „schwarz-weiss, Freund-Feind Zeichnung“ höchst ungesund „anzuspringen“.

Dazu reicht es einige historische und politische Fakten aus dem Gesamtkontext heraus, mit ausgesuchtem islamisch theologischem Vokabular verbrämt, in den eigenen ideologischen Kontext zu stellen. Ein weiteres tut unter Anderem das weltweit inzwischen auf gefährlichen Tiefststand gesunkene Bildungsniveau. Auch die tatsächliche oder vor allem von muslimischen Jugendlichen empfundene Benachteiligung bei der Arbeitssuche, am Arbeitsmarkt oder das ganz allgemein stark zunehmende „islamophobe“ weltweit zu beobachtende Gebaren trägt zur allgemeinen Rückzugstendenz, Entfremdung und dem Abgleiten in extremistische Gefilde bei.

Ein starker, liebevoller Familienzusammenhalt bildet nach wie vor beste Grundvoraussetzung für eine Persönlichkeitsstruktur, die dieser Herausforderung standzuhalten vermag. Desweiteren behalten, Gott sei Dank,  in der Mehrzahl der Moscheen diejenigen Stimmen die Oberhand, welche zur Geduld und zum freundschaftlichen Dialog mit der nichtmuslimischen Umwelt  mahnen.

 

–          Wird analysiert, warum der Islam zu derartiger Gewalt verleitet?

 HANEL: Zuerst weise ich die Frage in dieser Form der Unterstellung klar zurück.

Nicht der Islam verleitet zu derartiger Gewalt, sondern eine fragmenthafte, einseitige und verkommene Sicht auf die Welt, das Leben und Religion ganz allgemein!

Nicht der BLEISTIFT verleitet jemanden dazu, eine „Hassrede“ oder eine „Ode an die Liebe“ und das Leben zu verfassen – es ist die innere Einstellung, welche das Werkzeug für diesen oder jenen Zweck einsetzt. Die Religion ist im Eigentlichen ein Werkzeug, um inneren Frieden und Ausgeglichenheit in einer komplexen und für den Menschen nicht ungefährlichen Welt zu finden!

          Zurück zur von mir nun neu formulierten Frage: Wird analysiert, warum man die weitverbreitete Meinung vertritt, dass der Islam zu derartiger Gewalt verleitet?

Natürlich! Doch wie schon angedeutet, ist eine differenzierte Sicht zu erarbeiten, aus- und zu verbreiten ein höchst schwieriges Unterfangen.

 

–          Gerade von muslimischer Seite und besonders von jungen Menschen höre ich immer wieder, dass es an der Zeit ist, sich kritisch mit dem Koran und den unterschiedlichen Interpretationen auseinanderzusetzen. Was sagen Sie dazu?

HANEL: Es ist das Recht der Jugend Althergebrachtes in Frage zu stellen und zu verlangen, zu wünschen und zu hoffen, von dessen bereitgestellten Antworten überzeugt zu werden und auch Eigenes, Neues beizusteuern.

Islamische Gelehrsamkeit, zeitgenössische und althergebrachte sind grundsätzlich bestens gerüstet, diesem Recht mit größtem Wohlwollen zu begegnen. Nicht nur deshalb, weil diesem Hinterfragen  mit der Gewissheit begegnet werden kann, dass die islamische Lehre aufgrund ihrer Quelle – aus der Weisheit des höchst erhabenen Schöpfers aller Welten und Universen – über jede, auch zeitliche Anfechtung erhaben ist.  Weiter bin ich auch der Überzeugung, dass in jedem Zeitalter kostbare, einzigartige Beiträge zur Vervollkommnung des menschlichen Verständnisses über das Göttliche und dessen Verbindung zu aller Schöpfung bereitgestellt sind und darauf harren entdeckt und berücksichtigt zu werden.

 

–          Gerade von  MuslimInnen (vom Jemen bis zur Schweiz) höre ich immer öfter, dass sie sich wünschen, offen und kritisch über Themen wie Familienrecht, Menschenrechte, Sexualität, Demokratie und das Reizthema Kopftuch zu diskutieren, aber dass sie damit in ihren jeweiligen Communities auf Ablehnung und Unverständnis stossen.  Was sagen Sie dazu? Wie werden diese Diskussionen in der Community hier geführt?

HANEL: Diese Frage lässt mich ein wenig schmunzeln. War die Jugend aller Kulturen, Regionen und Zeiten nicht immer mit ablehnendem Widerstand der älteren und mitunter sehr müde gewordenen Generation konfrontiert, wenn es darum ging IHRE Fragen beantwortet zu bekommen, die oft für die Eltern selbst nie oder nur ungenügend beantwortet wurden?

So bedauerlich diese, ganz natürlich zu erklärende Ablehnung für mich ist – so selbstverständlich ist sie für alle „Communities“ – tatsächlich und leider auch für die muslimische Gemeinschaften ein wahrhaftiges Hemmnis für deren Entwicklung. Die große und umfassende Herausforderung, die sich uns Muslimen in der heutigen Zeit stellt, können wir als Gemeinschaft nur meistern, indem wir uns  den forschenden, furchtlosen, unverbrauchten Fragestellungen der nachfolgenden Generation stellen – um in Zusammenarbeit mit ihr neue Ufer zu erreichen.

In diesem Sinne wünschte ich mir unbedingt eine tiefe Wurzeln berührende Begegnung der „reifen“ Generation mit den heranreifenden Generationen in ALLEN Communities, allen Ländern und allen (Lebens-) Gemeinschaften.

 

 

 

 

Dachverbände der Schweizer Muslime verurteilen Aggression im Namen des Islams

Zürich, 7.8.14 (Kipa) Die beiden grossen islamischen Dachverbände der Schweiz verurteilen aufs Schärfste jegliche Aggression im Namen des Islams. In ihren Stellungnahmen bedauern Hisham Maizar, Präsident der Föderation der islamischen Dachorganisationen Schweiz (Fids), und Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (Kios), dass Berichte über islamistische Terrorgruppen wie Islamischer Staat (IS) im Irak und Boko Haram in Nigeria die leiseren muslimischen Stimmen in der Schweiz übertönen. Diese rufen zu Besonnenheit und friedlichem Zusammenleben in der Schweiz auf.

„Wut und Entsetzen“ lösten die Medienberichte über IS und Boko Haram bei ihm als Muslim aus, sagt Hisham Maizar auf Anfrage der Presseagentur Kipa. Die Ideologie dieser Gruppierungen sei „extremistisch, radikal und fundamentalistisch.“ Sie entweihten die Religion und stellten eine grosse Last für deren Anhänger dar.

Dass politische Gruppierungen aus der Religion eine Kampforganisation machten, erinnere ihn an die Mentalität der Kreuzzüge. Diese habe aus dem Christentum als Religion der Liebe eine Eroberungsreligion gemacht, schreibt Afshar auf Anfrage der Kipa. „Wie sehr müssen die wahren Christen damals angesichts des Fanatismus gelitten haben? So ergeht es den Muslimen, wenn sie mit Entsetzen sehen, was Kriegsverbrecher im Namen ihrer Religion des Friedens Verbrechen verüben“, so Afshar weiter.

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