Archiv der Kategorie: Islam & Politik

VIOZ Imamenempfang im Stadthaus ZÜRICH

Wie jedes Jahr kurz vor dem Fastenmonat Ramadan, empfängt der/die Zürcher Stadtpräsident/Stadtpräsidentin die Imame des Zürcher Dachverbands der Muslime zu einem Meinungsaustausch.

Die Rede von Stadtpräsidentin Corine MAUCH ist unter folgendem LINK zu lesen:

Hier die diesjährige Rede der VIOZ, des VIOZ Präsidenten Mahmoud EL GUINDI

VIOZ Rede in Stadthaus am Mittwoch 25.6.2014
anlässlich Ramadan  2014 G / 1435 H
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بسم الله الرحمن الرحيم

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Corine Mauch, Frau Stadträtin Claudia Nielson
Sehr geehrte Herrn Stadträte Gerold Lauber, Andreas Türler, Raphael Golta –
Sehr geehrter Herr Christoph Meier
Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne möchten wir Ihnen, Frau Mauch, heute zu Ihrer Wiederwahl als Stadtpräsidentin herzlich gratulieren und wünschen Ihnen auch weiterhin viel Erfolg in Ihrem Amt. Doch wollen wir Ihnen nicht nur Erfolg wünschen, sondern hoffen auch zu diesem Erfolg auf die eine oder andere Weise  durch unsere Kooperation beitragen zu können.
Wir bedanken uns auch für die Gelegenheit mit Ihnen und den anwesenden Gastgebern den Beginn des Fastenmonats Ramadan – der in ein paar Tagen beginnt – zu feiern und uns gemeinsam darüber zu freuen.

In wenigen  Tagen ist es aber auch 100 Jahre her, dass der verheerende Funke zum Beginn des ersten Weltkriegs gezündet wurde.
Daher erlaube ich mir, diesbezüglich einige historische Zusammenhänge zum Vortrag zu bringen.

Nach unseren Berechnungen ist der erste Tag des Monats Ramadans am 28. Juni 2014. Auf den Tag genau ein hundert Jahre zuvor, also am 28. Juni 1914, wurde beim Attentat von Sarajevo der österreichische Thronfolger von Mitgliedern der revolutionären Untergrund­organisation Mlada Bosna, die in Verbindung mit offiziellen Stellen Serbiens standen, ermordet. Das Hauptmotiv war die Befreiung Bosnien-Herzegowinas von der Österreich-Ungarischen Herrschaft mit dem Ziel einer Einigung der Südslawen unter der Führung Serbiens.

Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg auslöste, und wegen seiner bis in die jüngste Vergangenheit nachwirkenden Folgen, gilt er als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Bekanntlich steckte im ersten Weltkrieg der Keim für den zweiten Weltkrieg mit all seinen tragischen Folgen. Darin lag aber auch der Keim für jenes Phänomen, welches im Westen islamischer Fundamentalismus genannt wird, der seinerseits wieder wesentlichen Einfluss auf den politischen Islam hatte und damit auch auf die Situation und Befindlichkeit der muslimischen Minderheiten in Europa heute.

Interessant ist die Betrachtung der Rolle der „Minderheiten“ im ersten Weltkrieg und im speziellen Fall der muslimischen Minderheiten und die damit verbundenen Ursachen für das Entstehen des sogenannten „Euro-Islam“ in Europa.

Nachdem Atatürk 1923 nach dem ersten Weltkrieg das „Kalifat“ System abgeschafft hatte, wurde die Organisation der Muslim Brüder 1928 u.a. als Reaktion darauf gegründet, um zu versuchen das daraus entstandene wahrgenommene Vakuum zu füllen.
Dies kann als die Geburtsstunde des oben bezeichneten, sogenannten islamischen Fundamentalismus bezeichnet werden und selbstverständlich auch als Reaktion auf einen gewaltsamen Eingriff in das gesellschaftspolitische Gefüge muslimischer Völker.

Obwohl der erste Weltkrieg vorwiegend ein europäischer Krieg war, haben Muslime in diesem Krieg tatsächlich als Feinde gegeneinander gekämpft!
Während die Türken auf der Seite Deutschlands standen, haben Nordafrikaner auf der Seite von Frankreich und asiatische Muslime auf Seiten Englands gekämpft.
So konnten z.B. auch nordafrikanische Kriegsge­fangenen von türkischen Seelsorgern betreut werden.

In vereinten Kampf mit Frankreich starben insgesamt 70’000 Muslime im Dienste der französischen Streitkräfte, davon alleine 28’000 in der Schlacht um Verdun. Obwohl laizistisch, hatte Frankreich in einem symbolischen Akt nach Kriegsende den Muslimen je einen Quadratmeter pro gefallenen Muslim d.h.  70’000 m² im Pariser „Quartier Latin“ geschenkt, um darauf eine Moschee zu bauen.

Dies erfolgte in Dankbarkeit und Anerkennung für die Leistungen und Opfer der Muslime im ersten Weltkrieg. Die Moschee wurde am 15. Juli 1926 vom damaligen französischen Präsidenten eröffnet. Sie ist als „Monument historique“ eingestuft.
Die Engländer haben den Muslimen, die sie in ihren Kriegshandlungen unterstützt hatten eine Moschee in London geschenkt und Deutschland den Türken eine Moschee in Berlin.

Der sogenannte Euro-Islam war geboren.

Eine durchaus logische, wenn auch etwas provokante Frage, die aus dieser historischen Betrachtung entsteht, lautet daher:

Müssen wir Muslime hier warten, bis die Schweiz einmal einen Krieg zu führen hat (Gott möge dies verhüten),  um sie in diesem Krieg zu unterstützen, um eine „grosse“ Moschee in Zürich zu haben?

Gerade im gesegneten Monat Ramadan nehmen viel mehr Personen als sonst während des Jahres an Gebeten und Anlässen teil und vermissen eine repräsentative Moschee, die Gebetsmöglich­keiten für eine solch grosse Anzahl von Personen bietet und wir hoffen, dass es eben eine solche auch einmal in der Weltstadt Zürich geben wird.
Zürich ist eine schöne, wohlhabende und friedliche Metropole.
Die Muslime hier leisten ihren Beitrag zur Volkswirtschaft und zum Wohl und Wohlstand aller ihrer Bewohner. Wir, die VIOZ als Dachorganisation der verschiedensten muslimischen Vereinigungen und Organisationen, sind der aufrichtigen Ansicht, dass Zürich, sowie die Muslime hier eine schöne und ästhetisch passende, dieser Stadt würdige Moschee verdienen.

Noch ein Wort zum Thema Minarett.

Wenn der Islam für die Schweiz gefährlich wäre, wäre er ihr nicht auch ohne Minarette gefährlich?

Wir respektieren diesen Volksentscheid, doch betrachten ihn deshalb allerdings als irrational.
Er widerspiegelt eine unbegründete Angst vor dem Islam, die wir durchaus ernst nehmen und auch gezielt mit den gesellschaftspolitisch relevanten Kräften in Zürich abbauen wollen. Ein Muslim und eine Muslimin brauchen kein Minarett um in den Himmel, ins Paradies zu kommen. Für die Schweiz ist das Minarett Verbot aber aus unserer Sicht eine schwere Blamage. Auf der ganzen Welt verbieten nur die Schweiz und Nord Korea Minarette.

Alle Moscheen in Europa haben Minarette und die Muslime haben dennoch nicht die Macht in Europa deshalb übernommen. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass der politische Diskurs um den Islam und die Muslime versachlicht und mit weniger Polemik verbunden wird, sodass die Schweiz wahrhafte Religionsfreiheit, die doch verfassungsmässig garantiert ist, im Rahmen hiesiger Rechtsstaatlichkeit und Ordnung unbeschränkt gewährt.

Ich danke Ihnen

2014-06-25 12.19.58

Mahmoud EL GUINDI VIOZ Präsident

2014-06-25 12.16.55-1

Corinne MAUCH Zürcher Stadtpräsidentin

2014-06-25 12.30.09

Christof MEIER Zürcher Integrationsbeauftragter

Christof MEIER lädt Muslime ein Mitglied im städtischen AUSLÄNDERBEIRAT zu werden – also, bitte melden … 🙂
Bedingungen: Wohnort in Zürich, keine Schweizer Staatsbürgerschaft

Ali Ben Massoud Imam Volketswil

Ali Ben Massoud
Imam Volketswil spricht über die Segnungen des Monats Ramadan

 

Von den Muslimen wurden zu folgenden Themen Fragen gestellt:

Wie kann die Versorgung  Muslime mit HALAL Fleisch verbessert werden?
Welche Besonderheiten sind bei der Kindergartenbewilligung zu beachten?
Wie kann das Spitalseelsorgenetz für Muslime verbessert werden?
Kann die Blockarbeitszeit für Muslime in der Stadtverwaltung am Freitag aufgehoben werden?
Warum gibt es ein VIOZ Vorstandsmonopol? Was tut die Stadt dagegen?
Zur Zürcher Friedhofsverordnung – Änderungen erwünscht *
Zu Maßnahmen der Stadt, um das Muslimsein in Zürich zu einer „Normalität“ werden zu lassen.

* Meine Anfrage betrifft die Zürcher Friedhofsordnung.
Aufgrund aktueller Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit stellt sich für die Muslime in Zürich die Frage, was wohl unternommen werden müsste, damit die Züricher Friedhofsordnung – nach dem Vorbild jener in Basel Stadt – derart angepasst wird, dass Muslime, welche im Stadtgebiet Zürich versterben, auch im muslimischen Teil des Friedhofs Witikon  begraben werden können.

Zusatzfrage:
Es sind ca. drei Grabsteine die immer wieder zu Reklamationen der Friedhofsbesucher in Wittikon führen.
Grabsteine die Lebewesen bildlich oder als Skulptur darstellen, trotz der im Merkblatt des Bestattungsamts festgehaltenen Vereinbarung: (In islamischen Kulturen ist es üblich, weder Menschen noch Tiere abzubilden. Arabesken und Pflanzen sind erlaubt)
Unser Leiter der Friedhofskommission Herr Issa Gerber ist jeder Zeit bereit die Trauerfamilie bei der Bestellung von Grabsteinen beratend zu unterstützen, damit so eine Ungereimtheit gar nicht entstehen kann. Nun geht es darum, dass wir eine Lösung finden wie wir solche Probleme umgehen können. Die Stadt hat einen Ansprechpartner in dieser Angelegenheit und sollte dies sollte doch nicht auch genutzt werden?

 

 

 

 

Zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung d. Muslime in der Schweiz

As Salamu alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatuhu
An ALLE Muslime in der Schweiz

GUTACHTEN: http://www.gsiw.ch/22_08_2013_Gutachten_Ummah.pdf

EINLADUNG: http://www.gsiw.ch/KIOS_Einladung_Uni_Luzern.pdf

Hier der LINK zur vorherigen DOKUMENTATION

Ein offener Brief an die Muslime in der Schweiz von
Farhad AFSHAR (KIOS)

Salam liebe KIOS Familie

Es ist mir eine besondere Freude Euch in der Beilage die Einladung der Universität Luzern zur Buchpräsentation des Rechtsgutachtens über die öffentlich-rechtliche Anerkennung der islamischen Gemeinschaft und die Vorstellung der geplanten „UMMA – Islamische Glaubensgemeinde der Schweiz“ zu senden. Ihr erhält das Gutachten als PDF und ich bitte Euch dieses Gutachten allen Mitgliedern der islamischen Verbände und Vereine zur Verfügung zu stellen und auf den Homepages aufzuschalten, damit alle Muslime an der Diskussion teilnehmen können. Wir laden alle Muslime ein bei der Gründung der „UMMA“ aktiv mitzuwirken. Wir wollen folgende basisdemokratische Vorgehensweise umsetzen:

  1. Gutachten: Kenntnisnahme vom Rechtsgutachten der Universität Luzern zur öffentlich-rechtlichen Anerkennung der Islamischen Glaubensgemeinschaft.
  2. Vernehmlassung der Muslime zum Rechtsgutachten und Einreichung ihrer Vorschläge.
  3. Modellstatut: Berücksichtigung der Vorschläge und Stellungnahmen aller interessierter Muslime und Entwurf eines Modellstatutes und Konstitution der „UMMA – Islamische Glaubensgemeinde der Schweiz“.
  4. Testwahl: Durchführung einer Testwahl in einer liberalen Gemeinde und in einem Kanton, als Beispiel für die demokratische Konstitution einer Islamischen Glaubensgemeinde.

Ich hoffe Euch am 19. März 2014 um 16 Uhr in Luzern zu sehen,

wa-assalam
Farhad Afshar, KIOS
Koordination Islamischer Organisationen Schweiz
Interlakenstrasse 79
3705 Faulensee
078 830 82 80
033 654 28 42
KIOS@bluewin.ch

"Freiheit und Religion" Buchpräsentation in der UNI Luzern am 19.3.2014 Das Buch ist die revidierte Form des unten veröffentlichten GUTACHTENS

„Freiheit und Religion“
Buchpräsentation in der UNI Luzern am 19.3.2014
Das Buch ist die revidierte Form des unten veröffentlichten GUTACHTENS

Kurze Reflexionen von einem Österreicher, der 12 Jahre lang führender Funktionär der öffentlich-rechtlich anerkannten Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich war,
also jener Person in der Schweiz, welche die meiste Erfahrung 
in dieser Frage aufweist.
Gott sei Dank – darf sich diese Person wenigstens in der einzig öffentlichen Dokumentation zum Thema engagieren …

1.) Hört auf Alexander MORAWA (zufällig auch ein Österreicher)
2.) Farhad AFSHAR präferiert die „reformierte Variante“ (bottom up)
3.) Hisham MAIZAR präferiert die „katholische Variante“ (top to bottom)

Muhammad HANEL sagt – es muss die „schweizer Variante“ werden.
Wer wissen möchte, was diese Variante wäre, möge doch nachfragen.

Es ist zu unterscheiden zw. gesellschaftlicher und öffentlich rechtlicher Anerkennung

Und klar ist  hoffentlich und endlich:
die gesellschaftliche Anerkennung ist OHNE öffentl. rechtliche jedenfalls zu erlangen –
Beispiel: Genf?
die gesellschaftliche Anerkennung ist MIT öffentl. rechtl. NICHT zwingend zu erlangen –
Beispiel: Österreich?
WAS also ist das prioritäre ZIEL auf dem WEG, der doch das ZIEL ist?
WER mag das verbindlich zu beantworten und zwar für die SCHWEIZER – MUSLIME?

KLAR ist für die Muslime bislang ebenfalls, dass sie mit EINER STIMME sprechen möchten.
Doch M. Hanel hat das Gefühl, dass es noch nicht klar ist, ob dies primär gemeint ist:
a.) inhaltlich
oder
b.) organisatorisch, institutionell

Für M. HANEL ist klar, dass natürlich LETZTLICH institutionell das Ziel ist – doch um zu diesem Ziel zu gelangen, ist es seiner Meinung nach erforderlich, sich zuerst und PRIMÄR darin zu üben, INHALTLICH – also im KONSENS – mit einer Stimme zu sprechen, also den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und vorerst DARIN höchstes Vergnügen und Auslangen zu finden.
Deshalb schlägt er vor, dieses Ziel über die Gründung eines möglichst breit aufgestelltes GENERALSEKRETARIAT zu erreichen, welches keine andere Aufgabe hat, als zu aktuellen Fragen jene islamischen Antworten zu finden, die möglichst breite Akzeptanz (nat. wissen die Österreicher, dass JEDEM recht getan, ist eine Kunst, die NIEMAND kann“) unter den schweizer Muslimen finden.
Man darf gespannt sein, wer sich mit diesem Vorschlag anfreunden und ihn umzusetzen vermag.

Erhellend war das „Geständnis“ von Hisham MAIZAR an der Veranstaltung, sich vom Befürworter, zuerst sich für die gesellschaftliche Akzeptanz zu bemühen, bevor die öffentlich-rechtliche anzustreben  wäre,  sich nun anders entschieden zu haben, und jetzt die öffentlich rechtliche als erstes Ziel ins Auge zu fassen – um mit buddhistisch anmutender Gelassenheit zu erkennen:
„Der Weg sei das Ziel“.

HANELs Kommentar:
„Das eine tun, das andere nicht lassen“ – wobei UNBEDINGT zu respektieren ist, dass eine „erkämpfte“ öffentlich rechtliche Anerkennung ohne GLEICHZEITIG entsprechende Professionalisierung des muslimischen organisierten Vereinswesens und dessen Vernetzung im Dienste der schweizerischen Wohlfahrt nachvollziehbar und erlebbar zur machen, unverdient, überflüssig und für die Schweiz(er) selbstverständlich unerwünscht ist.
Wobei „das eine“ ist, sich die gesellschaftliche Anerkennung zu erarbeiten und „das andere“ ist, sich um die formale juristische Wegbereitung einzusetzen – und NICHT UMGEKEHRT!
Womit die Frage beantwortet – allerdings nicht verbindlich – wäre.

KIar war das Bekenntnis Farhad AFSHARS, sich ohne wenn und aber für einen „basisdemokratischen“ Aufbau auszusprechen.

HANELs Kommentar:
Dies ist das ERSTE Kriterium für die „schweizerische Lösung“ …
EIN KOPF – EINE STIMME … EIN VEREIN – KEINE STIMME
JEDES muslimische INDIVIDUUM hat aktives und passives Wahlrecht zu beanspruchen.
Das ZWEITE Kriterium ist die geeignete juristische Form des Modellstatuts.
Bin gespannt, wer da ein Wörtchen mitzureden bekommt (unter den Muslimen natürlich!)

Ist der ISLAM reformierbar?

Islam im Elfenbeinturm  

Die Wissenschaft soll den Islam in der Schweiz reformieren. An der Universität Freiburg entsteht darum ein Zentrum für islamische Religion. Doch es drohen Konflikte mit Glaubensgemeinschaften.
So ein Artikel in der NZZ vom 2.2.2014 von Nina Streeck

Hier noch ein kurzer Ausschnitt (die Hervorhebungen sind von Hanel):
Der Islam soll sich verändern. Sich den hiesigen Gepflogenheiten anpassen, womöglich auch sich in einer Weise modernisieren, wie es das Christentum dank der Aufklärung getan hat. Das ist einer der Gründe, weshalb an der Universität Freiburg ein Zentrum für islamische Religion und Gesellschaft entsteht: die Hoffnung auf eine Reform des Islams. Allerdings knüpfen sich auch ganz anders geartete Wünsche an ein solches Zentrum. Und wenig Interesse am Hinterfragen der eigenen Religion.

KOMMENTAR: Nun, diese Hoffnung auf eine Reform des Islam, stirbt vielleicht zuletzt, aber sterben muss sie! Ich sagte schon mehrmals (z.B. im GSIW NEWSLETTER 69 – September 2012) der ISLAM ist NICHT reformierbar, da „der“ ISLAM sozusagen in erster Linie aus Qur’an und Sunna besteht.
Und QUELLEN, sind nun mal nicht reformierbar!
Höchstens sind sie zu verleugnen, zu verheimlichen, zu vernichten, etc. Gott sei, nein IST diesem vor!

WAS es zu reformieren gilt, und zwar auf muslimischer UND nichtmuslimischer Seite, ist das individuelle und gesellschaftliche VERSTÄNDNIS, die Interpretation hinsichtlich des Stellenwertes und der Inhalte dieser Primärquellen.

Hier nun noch einige explizite Ausführungen, warum der ISLAM nicht reformierbar ist, resp. solch eine Frage einfach vielleicht nicht dumm, so doch von einer etwas beschränkten Denkungsart des Fragestellers Zeugnis gibt. Der Versuch der Erweiterung solch eines Verständnisses möge folgen.

Ist der ISLAM reformierbar?
oder –
Warum der ISLAM nicht reformierbar ist!

Ad 1.
Um diese Frage nach REFORM zu beantworten und eine Antwort darauf zu verstehen, ist es erforderlich, wahr-zunehmen, was Muslime unter ISLAM verstehen (können) und ein diesbezüglich differenziertes Verständnis zu entwickeln.

a.) ISLAM, als vom Schöpfer im universellen Wesen aller Schöpfung ursprünglich angelegte Ein- und Ausprägung.
D.h. alle Schöpfung, sozusagen jedes Atom „weiß“, dass es aufgrund seiner Erschaffung in der Zeit, dem über alle Zeit und Verursachung erhaben Schöpfer ergeben IST (ja, unter diesem Aspekt gesehen – SEIN MUSS)! Darüber gibt es KEINE Diskussion … es sei denn bei Wesen, die mit freiem Willen beeigenschaftet sind und daher in der Lage sind – diese angenommene Tatsache (das Vorhandensein eines SCHÖPFERS und die Selbstwahrnehmung als GESCHÖPF) zu VERNEINEN … woraus sich allerdings ganz klar das Erfordernis (vom Standpunkt des „angenommenen“ Schöpfers, resp. der Logik) nach Religion, Rechtleitung = Zurückbindung ergibt.

b.) ISLAM, als „die universelle, natürliche RELIGION“ der Menschen – beginnend mit ADAM und EVA.
Aus oben kurz ausgeführtem Verständnis in Bezug auf das Verhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf ist es für Muslime ganz klar, dass die Religion ADAM und EVAs, „DER Islam“ (die „Gottergebenheit“ alles Erschaffenen in ihrer damaligen FORM) war.
Jetzt wird einsichtig, so Gott will, warum die Muslime alle alttestamentarischen Propheten und auch Jesus (Friede und Gottes Segen auf ihnen allen) als MUSLIME, Befolger und Bezeuger des Islams ansehen.

– Das Alte Testament (Bibel) wird also als islamische Offenbarung erachtet, als „erste allgemein bekannte, von Gott den Menschen gegebene Verfassung“ … die „mosaische Ausrichtung“.

– Das Neue Testament (Bibel) stellt somit eine Adaption, eine, von Gott angeordnete RE-FORM dieser ersten Verfassung dar … die „jesuanische Ausrichtung“.

– Das Letzte Testament (der Qur’an ) stellt den nächsten Schritt der göttlich angeordneten Adaption (angepasst an die inneren, seelisch-geistigen Veränderungen, die Entwicklung des Menschen und der dadurch aufgetretenen äußeren, Mensch versursachten Bedingungen), RE-FORM und göttlich bestimmten „Evolution“ der islamischen Verfassung dar … die „muhammadanische Ausrichtung“ – die nun, für Muslime – die letztgültige Verfassung, ganz auf die geistige Entwicklungsstufe des modernen Menschen hin ausgerichtet, darstellt.

Ich erlaube mir zu sagen, der Qur’an als ein „Up-date“ der vorherigen Verfassungsversionen, welche dadurch zwar nicht als völlig ungültig, aber doch als out-dated (to be „no more supported“, sozusagen) verstanden werden.

c.) ISLAM, als die von Menschen organisierte, gelebte Religion; Islam, als die von Menschen, aus religiös bestimmter Weltsicht heraus praktizierte, ausge-FORM-te Lebensweise.
Hier möchte dem denkenden und historisch forschenden Geist einsichtig werden, dass der, unter diesem Aspekt untersuchte Islam, so viele verschiedene Ausprägungen erfahren hat, wie es verschiedene Facetten, der sich dem Islam angehörenden Völker gibt.

d.) ISLAM, als von unterschiedlich geprägten und gebildeten Muslimen (oder sogar Nicht-Muslimen) angesehenes religiöses IDEAL oder vorgestellte Ideal-FORM oder dessen Gegenteil.
Hierzu muss ich keine weiteren Erläuterungen mehr anführen – hat doch jedes Individuum hierzu wohl eine Meinung, die sich durchaus von der diesbezüglichen Meinung des „Nächsten“ unterscheiden mag.

Aus dieser differenzierten Sicht geht hervor – so steht zu hoffen – dass der Islam, so wie in a.) und b.) dargestellt, NICHT reformfähig ist, soweit es in der Gewalt, Macht und Befugnis der Menschen steht … da eine diesbezügliche REFORM nur dem Schöpfer alleine zukommt.
Somit ist auch eine REFORM (Veränderung, Kürzung, Streichung von Passagen und Wörtern, etc.) des Qur’ans (natürlich als absolutes „Wort Gottes“ verstanden) völlig ausgeschlossen (und dieses Verständnis hat gar nichts mit „anti- liberal“, „anti-fortschrittlich“ oder dergleichen zu tun … sondern mit einfachster Logik – welcher sich offenbar sogenannte fortschrittliche, moderne oder liberale Kreise verweigern … nun denn, so mag es so eben sein … hat GOTT selbst bestimmt, dass es keinen ZWANG zum Glauben geben soll).

Ein Islam, wie er unter c.) und d.) beschrieben ist, ist allerdings durchaus reformfähig.

Ist doch alles, welches der Menschen zeitlicher Verfügungsgewalt anheimgestellt ist, der VERGESSLICHKEIT, NACHLÄSSIGKEIT, GEWOHNHEIT, TRÄGHEIT und allerlei weiteren menschlichen Tugenden und Untugenden ausgeliefert.

Aus Platzgründen möchte ich hier nicht ausführlicher werden.

Doch ganz GRUNDSÄTZLICH soll man, will man sich sprachlich vernünftig und nachhaltig ausdrücken, auch an diesem Punkt nicht davon sprechen, den ISLAM REFORMIEREN zu wollen oder von einem reformbedürftigen Islam sprechen.
Vielmehr ist es das VERSTÄNDNIS, welches sich die verschiedensten Menschen innerhalb der letzten 1400 Jahre in Bezug auf „ihren“ Islam oder „den der anderen“ gemacht haben, reformfähig und ganz bestimmt reformbedürftig!

Änderten sich doch nicht nur die historischen Bedingungen auf, sozialer, wissenschaftlicher, politischer, intellektueller, usw. Ebene im Laufe der Jahrhunderte, es sind auch die Bedingungen, aufgrund welcher die heute lebenden menschlichen Individuen ihr Verständnis hinsichtlich „Gott, der Welt und sich selbst“ innerhalb ihrer eigenen, einen Lebensspanne entwickeln, ganz unterschiedlicher FORM.

Wird doch deren Verständnis durch sich stets änderndes Wissen, bestimmte Bildung, individuell unterschiedliche geistige Fähigkeiten, Umwelteinflüsse, Erziehung etc. geformt.

Und WER möchte nun – bis hier her gelangt – die REFORMFÄHIGKEIT und REFORMBEDÜRFTIGKEIT des menschlichen, eigenen, individuellen und damit auch gesellschaftlichen Verständnisses (natürlich auch in Hinblick auf die in Ihrem Absatz 3 angesprochenen Themen), nicht nur seiner Welt, sondern auch seinem Gott und seiner Religion gegenüber, in Abrede stellen?

Gesellschaft Schweiz – Islamische Welt – GSIW Newsletter

GSIW100

GSIW NEWSLETTER 86 – Februar 2014 erschienen

Hier der Link zur PDF Ausgabe Februar 2014
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Mit besten Grüssen
Muhammad Michael HANEL

Gedanken zur TÖTUNG Glaubensabtrünniger im ISLAM

Zitat 20 Min online:
IZRS lädt Hassprediger an Konferenz ein
von D. Pomper – An der Jahreskonferenz des Islamischen Zentralrates Schweiz IZRS in Genf soll Dr. Muhammad Salah auftreten. Dieser fordert im Internet zur Tötung abtrünniger Muslime auf.

«Ist es erlaubt, einen Glaubensabtrünnigen zu töten?»
„So lautet die Publikumsfrage, die im Huba TV, das über einen Satellitenkanal ausgestrahlt wird, gestellt wird.

Muhammad Salah im Huda TV kennt die Antwort: «Wenn eine Person den Islam aus freiem Willen angenommen hat oder in den Islam geboren wurde, dann – darüber herrscht allgemeine Einigkeit unter den Gelehrten – ist die Strafe für den Abfall vom Glauben Exekution.»“
Zitat Ende

Dieser KOMMENTAR ist längst fällig und die PROVOKATION wird aufgegriffen
und erwidert
:

Der IZRS „provoziert“ erneut mit der Einladung illustrer Gäste, wie z.B. den Gelehrten Muhammad Salah.
Provokation … ist sie gut zu heißen, ist sie abzulehnen?

Jede Sache, jedes Wort hat ja in Hinblick auf eine bestimmte beurteilende Wahrnehmung stets mindestens 2, allenfalls 4 Seiten (die EINE, die ANDERE, SOWOHL als AUCH, WEDER NOCH) aufzuweisen.
Ursprünglich bedeutet das Wort Provokation ja „FÜRSPRACHE“ gegen einen, als negativ empfundenen Entscheid einzulegen. Heute versteht man darunter allerdings im besten Fall das Hervorrufen von (allerdings doch meist negativ wahrgenommenen) Reaktionen, welche ohne diese Provokation ws. nicht stattgefunden hätten.

Wir als aufgeklärte und dem gesellschaftlichen Frieden verpflichtete Schweizer Bürger haben nichts im Sinn mit Verharmlosung, verschämter oder unverschämter, lautstarker oder auch höflich geschliffener, zurückhaltend leiser Leugnung von Tatsächlichkeiten, sondern sind wahrhaftig dem Besseren von Herzen zugetan. Daher – nur zu, mit im Rahmen des Gesetzes zulässiger Provokation – doch aufgepasst!

Zuviel des Guten ist oft schlechter als das Schlechte selbst. Dies sei als ernste Warnung deutlich kundgetan!

Rüttelt Provokation doch auf, aus biedermänn- und -weiblicher Schläfrigkeit, reizt unterdrückte Aggression sich ungeschminkt zu zeigen, auch Heuchelei wird in ihrem Winden hin und her erkannt, doch ganz allgemein drängt Provokation bedauerlicherweise meist zu ungestüm und vorschnell auf das noch nicht bereitete Sägemehlrund der Schwinger.

Doch nun zur Sache selbst.

Gott sei Dank, brauche ich mich nicht zum Kreis der Gelehrten zählen (zu lassen) und habe daher auch auf keine in Einigkeit und Konsens geschlossene Meinung von bestimmten Gelehrten Rücksicht zu nehmen.
Daher gibt es hier auch keine FATWA, sondern gerade mal wird im Weiteren die Ansicht eines einfachen Gläubigen angerissen, der den ISLAM aus tiefster Überzeugung, im Verständnis der Vollkommenheit dessen Lehre und nicht aufgrund der tatsächlich beschränkenden und beschränkten, d.h. relativen Interpretation von sich mitunter vollkommen dünkender, sich wahrlich absolutistisch gebender Menschen, versteht und auch lebt.

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AUFSÄTZE, REDEN, GEDANKEN

Eine besondere Freude ist es mir, dass es uns hier in der Schweiz gelungen ist – über die Veröffentlichung im GSIW Newsletter – eine wirklich beträchtliche Anzahl von Aufsätzen zusammenzustellen, welche islamrelevante Themen bearbeiten. Verhehlen möchte ich nicht, dass die meisten Beiträge von GSIW Mitgliedern verfasst wurden.
Doch auch kommen Präsidenten, Muftis, Religionsgelehrte und Nationalräte zu Wort.

Die fleissigsten Schreiber – Allah möge sie belohnen – sind:
Sumaya MOHAMED
Der FREITAGSCLUB
Die Brüder KITABI

M. HANEL

Die Themen:

  • Integration
  • Wirtschaft
  • Umwelt
  • Religion
  • Medien
  • Politik
  • Kultur

Nun wünsche ich spannendes, interessantes, lehrreiches und auch amüsantes Stöbern und Lesen.

 

VERMUMMUNGSVERBOT in der SCHWEIZ

Niqab

«Als würde man Walfang im Zürichsee verbieten»

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/12178828

Kommentar für VIOZ und GSIW formuliert:

ZUR TESSINER ABSTIMMUNG

Unbenommen der Tatsache, dass es das gute Recht der Tessiner ist – besonders in Hinblick auf gewaltvolle Strassendemonstrationen (von welchen nicht bekannt ist, dass Muslime daran teilnehmen), solch ein Verhüllungsverbot zur Abstimmung zu unterbreiten – gehen Muslime und neutrale Beobachter durchaus davon aus, dass sich diese Abstimmung primär gegen den muslimischen Gesichtsschleier richtet und wir hier tatsächlich von einer “Burkaverbotsinitiative”, wie dies landläufig ausgedrückt wird, zu sprechen haben. Weiterlesen