ÜBER den KLANG – dem „URMUSTER des SEIENDEN“ verfasst von S.A.MOHAMED

GEDANKEN zum FASTENMONAT RAMADAN

Unlängst – am 1. Februar 2015 – strahlte das Schweizer Radio eine Sendung aus, in der die Frage behandelt wurde, ob die drei „Buchreligionen“ Judentum, Christentum und Islam nicht auch bezw. viel mehr als HÖRRELIGION bezeichnet werden können. Die Antwort wies klar in die Richtung, dass dem Hören der Vorrang vor dem Geschriebenen zusteht – unvorstellbar, eine gelebte Religion auf geschriebene Bücher zu reduzieren, Wohlklang in Rezitationen und Gesängen wegzudenken. Religionen wissen um die grundlegende Bedeutung des Klanglichen, man denke an das biblische „am Anfang war das Wort“ oder den an die Israeliten gerichtete Befehl „höre und gehorche“. Als Muslime kennen wir aus dem Heiligen Qur’an Allahs Befehl „Kun“, der alles Seiende gemäss Seinem Willen in die Schöpfung rufen zu vermag (z. B. 36:82) und wissen auch, dass am Ende der Zeit, wenn das Universum wieder „aufgerollt“ wird, ein Engel (`Izrafil) damit beauftragt ist, dies mit einer „Posaune“ einzuleiten: Und es wird ein einziger „Schrei“ sein… An vielen Stellen der Sure 36, Ya-Sin, finden wir solche Hinweise, zum Beispiel 36:29, sowie 36:49 – 51.

Vor längerer Zeit, nämlich am 28. November 1981 sendete der Südwestfunk eine zweiteilige Hörsoiree. Joachim Ernst Berendts Nada Brahma. Die Welt ist Klang. Die Sendung erreichte ein grosses Publikum und löste über tausend Zuschriften aus. 1983 gab Berendt im Anschluss die Bücher Nada Brahma − die Welt ist Klang und Das dritte Ohr. Vom Hören der Welt heraus. Dem ehemaligen Physikstudenten war es hiermit in seiner Funktion als Musikjournalist auf einmalige Weise gelungen, Wissenschaftliches mit archaischem Wissen zu verbinden, untermauert durch Klänge, sodass man hier ein tief berührendes und inspirierendes Hörerlebnis gewinnen kann, welches einen das eigene Vibrieren in einem schwingenden und er – klingenden Kosmos erahnen lässt. Es öffnet unsere Sinne hin zum Erspüren subtiler Zusammenhänge und Geheimnisse – Geheimnisse, die aus dem Grunde eines gesunden (das Wort ist mit dem englischen SOUND verwandt) Herzen unverwunden zugänglich sind – und die das Ohr ihm vermittelt. Man muss nicht unbedingt alle Schlussfolgerungen zu 100% teilen, zu denen Berendt kommt, um sich durch die „Reise“, durch die er führt, beschenkt und beglückt zu fühlen.

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat den philosophischen Tiefgang des Werks gewürdigt und seine Thesen „Universum als Musikinstrument“ wie auch „Individuum als Manifestation des Universums“ ausführlich besprochen. Berendt erhielt u. a. das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1984), die Ehrenprofessorwürde (1979), den Polnischen Kulturpreis (1970), den Kritikerpreis des Deutschen Fernsehens (1962) und zweimal den Bundesfilmpreis (1961).Seit 2012 verleiht die Stadt Baden-Baden den „Joachim-Ernst Berendt Ehrenpreis der Stadt Baden-Baden“ im Rahmen eines Musikfestivals.
Berendt weist in einer Zeit einer wachsenden Informationsflut vornehmlich übers Auge, und deren überwiegend an den Sehsinn gekoppelten gedanklichen Verarbeitung auf ein Sinnesorgan hin, welches komplementär dazu ein ungleich breiteres Spektrum an Wirklichkeitswahrnehmung abdeckt, nämlich an das Ohr. Es ist dasjenige Organ im menschlichen Körper, an dem die meisten Nervenenden zusammenlaufen. Wir hören 7mal schneller, ausserdem um vieles exakter und unmittelbarer als wir sehen. Unser Hörsinn ist der empfindlichste unserer Sinne. Wir können Schwingungen hören, die kleiner sind als eine Lichtwelle, 10mal kleiner als ein Wasserstoffatom. 30`000 Nervenfasern und ebenso viele Haarzellen enden in der Cochlea, dem Innenohr. Das Gehör ist für die Aufrichtung des Menschen, einer „Meisterleistung der Schöpfung“, von unerlässlicher Bedeutung, es bestehen ungleich mehr Nervenverbindungen zwischen der Wirbelsäule und dem Ohr als von ihr zum Auge, die Wurzeln des Rückenmarks hängen vom Vestibularzweig des Hönervs ab. Keine Bewegung entgeht der Kontrolle dieses Nervs – man kann daraus die Bedeutung von Klang für Motorik und Beweglichkeit des Körpers verstehen. Das Gehör ist zudem Voraussetzung für Sprache und Denken: die moderne Neurologie hat nachgewiesen, dass das Gehirn 90% der elektrischen Energie durch das Ohr empfängt! Der Hörsinn ist, enger als das Sehen, mit dem Herzen und so mit dem Fühlen verbunden – schon Aristoteles stellte fest: „das Gehör hat einen direkten Einfluss auf die Bildung des sittlichen Charakters, was für das Geschaute nicht unmittelbar gilt.“

Im heiligen Qur´an finden wir, dass das Gehör durchwegs vor dem Sehsinn und meistens in engstem Zusammenhang mit dem Herzen erwähnt wird.*) Unser Prophet Muhammad, Friede und Segen Gottes sei auf ihm, allerdings, hat den Sehsinn wohlweislich als des Menschen „Liebstes“ bezeichnet und demjenigen das Paradies versprochen, der seinen Verlust – die Erblindung – geduldig erträgt. Tatsächlich bestätigen auch aktuelle Studien, dass Menschen das Erblinden um vieles mehr fürchten als die Taubheit. Die reale Erfahrung zeigt allerdings etwas anderes: Menschen, die im Laufe ihres Lebens blind und taub wurden, empfinden den Verlust des Gehörs als das schlimmere Übel.

Innerhalb unseres Denkens nimmt das Visuelle, Formbezogene einen wichtigen Platz ein. Unter anderem beruht die Kunst der Dialektik darauf („gerne“ schwarz – weiss), jegliches Unterscheidende, Polare baut darauf: Standpunkte, Stellungnahmen, Weltanschauungen sie entstehen, indem wir verschiedene „Schattierungen“ gegeneinander abwägen und ausspielen, sie zu „Bildern“, Ideen, Ideologien formen. So gerne wir sie entwerfen und uns auf sie berufen, so zerbrechlich sind sie doch, aufgrund ihrer Bedingtheit, ihrer Abhängigkeit von einem komplexen, höchst dynamischen und wandelbaren Hintergrund, der weit über die situationsbezogenen, polaren Abstufungen hinausreicht und sich unserem Zugriff weitgehend entzieht.

Das Auge ist, so Berendt der „maskulinste, expansivste, agressivste“ unserer Sinne. Da sich das Visuelle zudem der Projektion bedient, ein, wie Forscher des Gebiets wissen, „dem Sehvorgang inhärenter Vorgang“, nimmt man Ungenauigkeit und Verzerrung im Zusammenhang damit unweigerlich in Kauf. In der Psychologie bezeichnet der Begriff „Projektion“ ein Spiegeln eines seelischen Inhalts in ein Aussen, wodurch es in einen anderen Zusammenhang gesetzt und dem Eigentlichen entfremdet wird. Wir projizieren ständig – als Individuum sowie als Kollektiv – und identifizieren uns mit verschiedensten Projektionen. Im Zeitalter der Bildschirme nun wird dem Visuellen eine zusätzliche Plattform gegeben, auf dem sich dieser Teil des Denkens weitgehend abgekoppelt „austoben“ kann, wo wir ein Netz von Vorstellungen und Ansichten immer weiter ausbauen können, ohne dass dieses gleichzeitig der „Prüfung“ durch die umfassende Wirklichkeit standhalten muss – im Gegenteil, es wird versucht, unsere Lebenswirklichkeit danach auszurichten – wodurch wir uns dem lebendigen, ganzheitlichen Hier und Jetzt zunehmend entfremden, ja, an unseren eigenen Konstrukten ernsthaft erkranken.

Schon Johann Wolfgang von Goethe, als „Augenmensch par excellence“ eingestuft, wusste: „das blosse Anblicken einer Sache kann uns nicht fördern“, der Philosoph Martin Heidegger sagt: „Das Denken ist ein Blicken. Von beidem, vom Denken und vom Blicken gilt das gleiche – es führt uns fort von uns selbst. Mit dem Denken (Blicken) begeben wir uns zu der Sache, die wir `anblicken´“ Und Jean Paul Sartre stellte fest: „Alle abendländische Philosophie ist eine Philosophie durch das Auge“. Dass Beobachtung vom Beobachtenden nicht zu trennen und dass eine Wahrnehmung der Wirklichkeit daher immer subjektiv sowie momentbezogen ist, hat wiederum die moderne Teilchenphysik offengelegt. Wir sind Teil dessen, das wir beobachten und der Vorgang der Beobachtung selbst schafft die jeweilige, „einmalige“ Beobachtung! Ja, die Beobachtung kann mit dem Fragestellen verglichen werden und, wie man ebenfalls in der Teilchenphysik erfahren hat, was die Weisen aller Zeiten schon immer gewusst haben: „Die Unschärferelation lässt keinen Zweifel darüber, dass die Natur nicht dem Experiment (der Frage „an sich“) antwortet, sondern DEM FRAGENDEN.“ Wir tun also gut daran, unsere Fragen – in jeglicher Hinsicht – ganzheitlich und mit Einbezug aller Sinne zu stellen, damit die Antworten sowie auf ihnen fussende Entscheidungen in der Tiefe greifen und wurzeln dürfen. „Frag, und es wird Tag“: eine Weisheit, die ein sensibles, tief nach innen HÖRENDES Fragen voraussetzt.

„Das Auge markiert einen Endzustand – das Ohr führt weiter“. Und: Das Auge führt den Menschen in die Welt das Ohr die Welt in den Menschen“. (Lorenz Onken, deutscher Naturphilosoph). Übers Gehör sind wir, unmittelbarer als übers Auge mit dem Herzen verbunden und haben über dieses wiederum einen unmittelbaren Zugang zu Urformen der Schöpfung. Forschungen haben ergeben, dass das Herz dasjenige Organ mit dem weitaus grössten elektromagnetischen Feld ist (um vieles grösser als das des Gehirns) ja, manche erlauben den Schluss, dass gewisse Frequenzen universumübergreifend übers Herz um vieles schneller als in Lichtgeschwindigkeit – nämlich annähernd zeitgleich – wahrnehmbar sind. Das Herz – arabisch „Qalb“- das sich (ständig) wendende – ist dem Dynamischen, Schwingenden und Tanzenden, dem Inneren Sein verbunden, während der „Endzustand“, welchen das Auge und sein zugehöriges menschliches Denken umschreibt, zwar gerne als Vorzeigestück menschlichen „Könnens“, menschlicher Macht herangezogen wird, jedoch, als Manifestation des Punktuellen, Starren, Unwandelbaren unausweichlich dem nahen Tod geweiht ist.

Schon der Philosoph, Naturwissenschaftler und Mathematiker Pythagoras hat ca 550 v. Chr. eine Theorie der „Sphärenharmonie“ aufgestellt, nach der jedes Ding seinen spezifischen „Klang“ besitze und der Wissenschaftler Johannes Kepler, der zwar im 17. Jh. für seine astronomischen Erkenntnisse Berühmtheit erlangte, sich aber selbst vorrangig als Musiker verstand, hat dies bestätigt und in seinem Werk „de harmonice mundi“ (über die Harmonie der Welt) mathematisch nachgewiesen, dass die Planeten eigene klangliche Schwingungsmuster besitzen, zwischen denen Harmonien bestehen, was von der NASA in jüngerer Zeit aufgezeichnet und bestätigt wurde. Wir können also, wenn wir diese Tatsache tief in unserem Inneren „überprüfen“, davon ausgehen, dass auch andere Lebewesen, ja, auch wir selbst und die Gemeinschaften, die wir bilden, „Schwingungsmuster“ besitzen – man kennt das von Rupert Sheldrake angenommene Phänomen des „morphischen“ (oder „morphogenetischen“) „Feldes“ – in dem (oder als das?!) wir selbst „vibrieren“ und über welches wir mit anderen solchen „Feldern“ und „Mustern“ verbunden sind, neue solche zu bilden vermögen.

Aus der Musik sowie aus der Forschung über das klangliche Zusammenspiel in den Sphären weiss man nun, dass Harmonien die weitaus häufiger im Universum vorkommenden sind und dass Disharmonien danach streben, sich in Harmonien aufzulösen! Auch Tiere lassen ein dem Menschen ähnliches Harmoniegefühl erkennen: Vögel und Wale, so stellte man fest, reagieren auf menschliches Falschsingen irritiert – sie hören auf, „mitzusingen“, Pflanzen, denen verschieden „harmonische“ Musik vorgespielt wurde, reagierten darauf ebenso verschieden. (Östliche Klänge sind der Favorit, Westliche Klassik mögen sie sehr, Hardrockmusik treibt sie in grösstmöglichste Distanz zur Emissionsquelle.) Dieses Harmoniestreben ist, in seiner engen Relation zum Mathematischen allem Anschein nach ein universelles und so auch eng mit dem Grundbegriff des „Schönen“ verquickt, der von Plotin bis zu Heisenberg Naturwissenschaft, Philosophie und Religon des Orient wie Okzident durchzieht und in seiner Gestalt als universelle Forderung eint.

Harmonie also ein „Grundprinzip der Schöpfung“, das „Klangliche“ im weitesten Sinne möglicher – ja, vielleicht unbedingter Weg hin zu ihr? Wie dem auch sei, wir müssen hier sehr davor auf der Hut sein, eine möglicherweise in der Tiefe wurzelnde Wahrheit auf der Basis unseres Wünschens und Denkens kurzzuschliessen – auch Berendt warnt hiervor. Die offenkundige Harmonie sei uns zwar näher, die grundlegende, verborgene jedoch mächtiger, wie bereits Heraklit feststellte. So gilt das Ziel eigentlichen Hörens dem „Hören der Stille“, sowie dem „Durchdringen durch die Offensichtlichkeit des Harmonischen“. Sie, die Harmonie, „dorthin zu tragen, wo wir sie noch nicht hören/sehen/schmecken und riechen können“!: „Klang“ also im Sinne einer Art von Urmuster des Seienden, das zuallererst in der Stille, in der Kontemplation, im Gebet zu suchen sei? Letztendlich als Manifestation eines „Tanzes“ und „Gesanges“ zum Lob Gottes?

Im Islam kennen wir einen sehr vorsichtigen Umgang sowohl mit Musik als auch mit anderen Arten „kurzschlüssigen Harmoniebestrebens“. Gesellschaftliche Regelungen des Verbots sowie spirituelle Praktiken des Verzichts können durchaus auf solchem Hintergrund reflektiert werden. Aber auch die Pflege des guten Umgangs unter den Menschen, die Bildung gesunder („sounder“..) Gemeinschaftswesen und die Stärkung des Individuums sowie der Zivilgesellschaft im Sinne eines möglichst umfassenden ERKLINGENS jedes einzelnen ihrer Elemente bei gleichzeitiger Verwurzelung im Göttlichen kann aus dieser Perspektive gut nachempfunden werden.

Wir sind mit Sicherheit in einer Zeit angelangt, in der wir uns vom Urgrund weiter entfernt haben, als je zuvor. In der das Sehnen nach einem Wiederverbinden mit der allem zugrunde liegenden, mächtigen Harmonie schmerzhaft spürbar werden kann. Re- ligion ist die Basis, auf welcher diese (Wieder – ) Verbindung stattfinden kann – das Arabische Wort DIIN bezieht sich auf das Transaktionsmuster, welches unserem Umgang mit dem Schöpfer wie den Geschöpfen zugrunde liegt. In dieser Zeit, in der – angeheizt durch ein entsprechendes Wirtschaftssystem –der „Pool der Experimentiermöglichkeiten“ immer weiter ausgeschöpft wird und damit einhergehend, die Etablierung der „menschlicher Macht“ – auf der Grundlage eines sich rasant weiter verzweigenden, verfeinernden Geflechts von Standpunkten und Ideen, Ideologien und Polemik, sowie politischen und wissenschaftlichen Weltbildern immer neuen Raum schafft, insgesamt immer aufgeregter an der Oberfläche eines Geschehens „blubbert“, welches uns in seinem Kern zunehmend zu entgleiten, dessen eigentliche Wirklichkeit sich uns Schicht um Schicht zu verhüllen droht, täten wir gut daran, die Prioritäten neu zu setzen, unseren DIIN neu zu begreifen und zu beleben. Unmöglich, ohne zum einen die Massstäbe wieder gerade zu richten und das bedeutet für uns Muslime zuallererst nichts weniger, als sich vorrangig an der Gottesfurcht – arabisch Taqwa – sowie an der Gottesliebe und der Liebe zu unserem Propheten s.s. auszurichten. Unmöglich auch, ohne Einbezug aller unserer Sinne und ohne das demütige Eingeständnis, dass sämtliche Antworten, die wir zu geben vermögen, nur – momentbezogene – Ausschnitte widerzuspiegeln vermögen. Unmöglich daher, ohne dem (fragenden) Hören wieder mehr Raum zu geben, unsere Fragen in Gebete und unser Hören in Lobgesang münden zu lassen. Unmöglich auch, ohne Räume zu schaffen, in denen „Klangnyancen“ in allen ihren Variationen wieder vielfältig zur Geltung kommen dürfen.

Das „Erklingen“ selbst allerdings liegt gänzlich in anderer Hand – Hildegard von Bingen drückte das im 12. Jahrhundert so aus: „Es sind die Menschen Gefässe von Ton. So laut sie ihre Geheimnisse auch hinausschmettern mögen, sie sind wie eine Posaune, die den Ton nur erklingen lässt, ihn jedoch nicht selber bewirkt, in die vielmehr ein anderer bläst, damit sie ertöne. So möge ich denn erklingen wie eine Posaune aus lebendigem Licht.“

Oder, in den Worten unseres Zeitgenossen Peter Sloterdijk: „Für den, der wirklich sieht, ist das Auge ein Ohr des Lichts“.

Wir begehen nun wieder einmal in den heiligen Monat Ramadan, enthalten uns dadurch tagsüber des Essens und Trinkens. Werden dadurch zu „leeren Gefässen“, die sich neu befüllen, neu ordnen lassen.

Der Heilige Qur’an ist dasjenige Wunder, über welches uns in Struktur, Inhalt und Klang Schönheit, Harmonie und Wahrheit aus Göttlicher Quelle erreicht. Lasst ihn uns lesen, laut rezitieren es soll uns das Wunder in dieser gesegneten Zeit tief berühren, erfüllen, wandeln!

Ramadan Mubarak!

*) 2:7, 6: 46, 10:31; 16:78; 16:108; 36:17; 23:78; 32:9; 41:20, 41:22; 45:23; 46:26; 67:23; 76:2

**) Siehe: Quantenverschränkung und/oder „spukhafte Fernwirkung“ (A. Einstein)

Wolfgang BENZ – Islamfeindlichkeit und Antisemitismus

Wolfgang Benz in der Roten Fabrik in Zürich am 10. Mai 2015
HERZLICHEN Dank an Dr. BENZ für die Überlassung des Textes

Islamfeindlichkeit und Antisemitismus: Feindbilder einst und heute(Vortrag in Zürich 10. Mai 2015)

Wenn eine Umfrage ergibt, dass 80% der Deutschen den Islam als „fanatische und gewalttätige Religion“ sehen, dann beruht diese Erkenntnis nicht auf der Beschäftigung mit Inhalten und Lehrmeinungen, nicht auf Kenntnis von Koran und Sunna, nicht auf dem Studium von Geschichte und Kultur des Islam. Die Umfrage spiegelt vielmehr Angst und Abneigung, stimuliert durch Ressentiments, deren Tradition weit zurückreicht. Die stereotype Wahrnehmung der anderen Kultur gründet sich auf überlieferte Konnotationen und Assoziationen, die Kerne der Argumentation im Diskurs über den Islam bilden und nicht mehr hinterfragt werden, weil sie Bestandteil überlieferten „Wissens“ sind.

Die derzeit mit mehr Leidenschaft als Sachkenntnis beschworene Gefahr einer „Islamisierung Europas“, ausgetragen in Kopftuchdebatten, artikuliert im Verlangen nach Minarettverboten, agiert mit hasserfüllten Tiraden in der Blogger-Szene, demonstriert von der Bewegung „Pegida“ auf der Straße, greift auf jahrhundertealte Deutungsmuster zurück. Feindschaft gegen den Islam argumentiert seit dem Mittelalter mit schlichten Thesen der Abwehr, die durch Koran-Polemik Religion und Kultur des Islam als inhuman denunzieren und durch kulturrassistische Postulate den Muslimen generell negative Eigenschaften zusprechen. Der aktuelle „islamkritische“ Diskurs hat erhebliche xenophobe Züge, bedient Überfremdungsängste, argumentiert durchgängig mit religiösen Vorbehalten, die seltsamerweise in den säkularisierten Gesellschaften Europas mit großem Ernst vorgetragen und nachempfunden werden. Die Vorstellungen von Despotie (beginnend in der Familie), immanenter Gewaltbereitschaft, verbreiteter Bildungsunlust reichen weit zurück. Sie werden bekräftigt durch Verweise auf aktuellen Terrorismus durch Islamisten und auf Unrechtsregime, die durch Terror im Inneren und Drohungen nach außen diskreditiert sind.

Die Strategie des islamfeindlichen Diskurses zielt dahin, den „Islam“ als Einheit erscheinen zu lassen, für die islamistischer Terror typisch ist. Dazu lassen sich die Traditionen der Wahrnehmung des Islam gut instrumentalisieren. Im Orientalismus und Antisemitismus des 19. Jahrhunderts entwickelten sich Feindbilder, die als vermeintlich dualer Gegensatz von „Semiten“ und „Ariern“ historisch wirkungsmächtig wurden. Dem christlichen Antijudaismus, der als religiöse Judenfeindschaft das Mittelalter und die frühe Neuzeit bestimmte, folgte der „moderne Antisemitismus“, der sich viel zugute hielt, dass er im Gegensatz zum Antijudaismus wissenschaftlich argumentiere und als Kategorie der Ausgrenzung nicht mehr die Religion sondern die „Rasse“ benutze. Inzwischen wissen wir, dass es gar keine Rassen gibt, aber die Stereotypen der Judenfeindschaft, die religiösen wie die rassistischen, sind immer noch verbreitet und werden ins Treffen geführt gegen die Juden. Dem rassistischen Nationalismus der deutschen Identitätsdebatte, die im Berliner Antisemitismusstreit 1879 gipfelte, folgte der wahnhafte Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten gegen die europäische Judenheit – argumentativ begleitet von axiomatischen Ressentiments als ideologischer Begründung.

Parallelen in der Emanzipationsdebatte des 19. Jahrhunderts gegenüber Juden (als Fremden oder Anderen) und in der Gegenwart gegenüber Muslimen sind unübersehbar. Die Tradition reicht weit zurück: „Türken“ waren im Hohen Mittelalter zu emblematischen Feinden des Abendlandes geworden. Sie spielten diese Rolle auch im verschwörungstheoretischen Kontext der Judenfeindschaft. So war 1321 in Südfrankreich der Vorwurf der Brunnenvergiftung an die Juden mit der Beschuldigung verknüpft, Muslime hätten sie dazu angestiftet. In der Reformationszeit gehörte zu den gängigen Anklagen gegen Juden, die in den Legenden von Ritualmord, Hostienfrevel und Brunnenvergiftung konkretisiert wurden, auch die Vorstellung, sie seien mit dem Teufel im Bund und paktierten heimlich mit den Türken. „Die Türkengefahr“ bildete seit dem Fall Konstantinopels einen Topos, der dank dem neuen Medium Buchdruck rasch omnipräsent wurde. Das Bild von der Türkengefahr war anschlussfähig. Die Belagerungen Wiens nährten die historischen Ängste der Europäer mit nachhaltigen Folgen: Die derzeitige populistische „Islamkritik“ arbeitet mit den gleichen Mitteln, wenn sie Hass gegen die fremde Kultur predigt und Intoleranz propagiert. Der mit religiösen Argumenten gegen die Muslime als Fremde geübte aktuelle Kulturrassismus der Mehrheit steht in der Tradition der Judenfeindschaft, die als theologisch begründeter Antijudaismus begann.

Die Vorbehalte gegen Juden waren, seit sich das Christentum im 3./4. Jahrhundert als Staatsreligion im Römischen Reich durchgesetzt hatte, zunächst auch im Mittelalter ausschließlich religiöser Natur. Erst im 19. Jahrhundert entstand als neue Form der Judenfeindschaft der rassistisch motivierte „moderne Antisemitismus“.

In der Zeit der Aufklärung mit der von Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn propagierten Idee der Toleranz gegenüber Juden wurde der Weg zur Emanzipation, d.h. der rechtlichen Gleichstellung als Bürger, bereitet. Aber der Widerstand gegen die Gleichstellung der Juden mit den Christen, die Bürgerrechte und damit Sicherheit genossen, war beträchtlich und populär. Ins Treffen geführt gegen die Minderheit wurden theologische Argumente, die das Außenseitertum der Juden begründen und verfestigen sollten. Der wahrscheinlich wirkungsmächtigste Judenfeind, der seinen Judenhass als Frucht jahrzehntelanger Gelehrsamkeit agierte, war Johann Andreas Eisenmenger, geboren 1654 in Mannheim (dort ist er 1704 auch gestorben). Er war ab 1700 Professor für orientalische Sprachen in Heidelberg. Sein zweibändiges, 1700 im Selbstverlag publiziertes Werk „Entdecktes Judentum“ war das Initial einer Judenfeindschaft, die in der Tradition des christlichen, religiös fundamentierten Antijudaismus argumentierte, aber die Säkularisierung der Judenfeindschaft durch Zuschreibungen über ihr Wesen und ihren Charakter vorbereitete und die wichtigsten Stereotypen über „Die Juden“ dauerhaft fixierte.

Die Wirkung Eisenmengers bestand in der Installation der Vorstellung vom Juden, der durch die Lehren seiner Religion zu abscheulichen Handlungen im täglichen Leben verpflichtet sei, zu Handlungen wie Betrug, Diebstahl, Wucher, sexueller Lüsternheit, und zwar immer gerichtet gegen Nichtjuden: Eisenmenger stützte sich auf die Exegese des Talmuds und rabbinischer Literatur. Eisenmenger war der Wegbereiter für einen Judenhass, der die Denunziation des Talmuds als geheimnisvoller Gebrauchsanleitung jüdischer Heimtücke propagierte. Talmudhetze wurde gängiges und dauerhaftes Ingredienz der Judenfeindschaft. Mit der Autorität des Gelehrten, dessen Aussagen vom Publikum nicht überprüft und schon gar nicht falsifiziert werden können, suchte Eisenmenger mit Zitaten aus den religiösen Schriften zu beweisen, dass die Juden nicht nur ungestraft sondern durch religiöses Gebot sogar dazu angehalten seien, den Christen zu schaden. Dem Gelehrten folgten viele Epigonen.

Besonders vulgär bediente sich der katholische Theologe August Rohling (1839-1931) der Eisenmengerschen Methode. 1863 zum Priester geweiht, 1877-1885 Professor an der deutschen Universität Prag, propagierte Rohling die Legenden vom Ritualmord und über Hostienschändungen durch die Juden. Auch Rohling polemisierte in der Rolle des Fachmannes gegen den Talmud und argumentierte (obgleich er des Hebräischen nicht mächtig war) mit aus dem Zusammenhang gerissenen Talmudzitaten. Rohlings Schriften wurden von der Amtskirche als obszön abgelehnt, sie entzog ihm die Lehrerlaubnis. Publizistisch erreichte Rohling mithilfe der Wortführer des Antisemitismus in Österreich, Karl Lueger und Georg Heinrich Ritter von Schönerer und des Bonifatiusvereins in Deutschland viele Katholiken. Weit verbreitet und einflussreich war die 1871 erstmals veröffentlichte Schrift „Der Talmudjude“. Rohlings antijudaistische Agitation wurde noch vom Nationalsozialisten Julius Streicher als Referenz und Quellenmaterial des aggressiven „Stürmer“-Antisemitismus in Anspruch genommen.

Nach dem Vorbild der Talmudhetze gegen Juden entstand zwei Jahrhunderte später die Koranhetze gegen Muslime. Die Argumentation der „Islamkritiker“ folgt spiegelbildlich den Mustern der Judenfeinde. Das Böse, das ihnen ihre Religion angeblich gegen „Ungläubige“ auszuüben befiehlt, wird jetzt mit Suren aus dem Koran begründet. Wutgeschwollene Bürger mit Überfremdungsangst bedrängen den Referenten über Muslimfeindschaft mit der bohrenden Frage „Wissen Sie nicht, dass Muslime in so und so viel Suren des Korans zur tödlichen Gewalt gegen Andersgläubige aufgerufen werden?“ Und plädieren damit dafür, alle Muslime unter Generalverdacht im Namen einer Religion zu stellen. Man glaubt sich, ob der monoton vorgebrachten Gewissheit solcher Behauptung, von Islamwissenschaftlern umzingelt. Aber wie einst die Judenhasser Eisenmenger oder Rohling auf Mutmaßungen mangels Sachkompetenz angewiesen waren, so behaupten die heutigen Stichwortgeber der Muslimfeindschaft, Publizisten wie Raddatz und Ulfkotte, der Islam gebiete als Religion den Muslimen Gewalt gegen Nichtmuslime.

Dass Repräsentanten des Islam sich von Gewalt und allen anderen bösartigen Mutmaßungen über den Islam distanzieren, beeinträchtigt die Glaubwürdigkeit der zweifelhaften Experten bei ihrem Publikum nicht. Die Absicht der Ausgrenzung ist deutlich erkennbar, Muslime sollen, auch wenn sie längst loyale Bürger der Schweiz oder Deutschlands sind, Fremde bleiben, die stigmatisiert sind durch Herkunft, Kultur und Religion. Beklagt wird in gleichem Atemzug die angeblich fehlende Bereitschaft von Muslimen zur Integration. Angesichts der tatsächlich weit vorangeschrittenen und vielfach längst vollzogenen Integration muslimischer Mitbürger ist darüber nicht weiter zu diskutieren. Wohl aber darüber, ob die Angebote von Christen und Juden zum Dialog auf Augenhöhe ausreichend sind. Vielversprechende Anfänge sind zu konstatieren, aber viel mehr an Begegnung, an praktischer, an alltäglicher Gemeinsamkeit ist noch notwendig.

Neben den Terroranschlägen in Frankreich, neben der Trauer um Journalisten die für die Pressefreiheit ermordet wurden, und Juden, die als Geiseln Opfer islamistischer Gewalt wurden beunruhigt uns ein neues Phänomen. Es heißt Pegida. Die Abkürzung steht für „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“. Wie Islamisten den Islam für ihre Zwecke missbrauchen, so ist die Methode der Pegida-Bewegung nichts anderes als freche Usurpation. Der Anspruch, europäischen Patriotismus zu verkörpern ist absurd, denn einen solchen gibt es nicht ohne die gelebte Idee der Toleranz. Auch der Diebstahl der Parole „Wir sind das Volk“, mit der Bürger das Unrechtsregime der DDR besiegten, ist Anmaßung. Als „Bewegung“ hat sich Pegida rasch erledigt, als Haltung, als Attitüde der Angst und Abwehr, wird diese Art von Fremdenfeindschaft fortleben.

Das Abendland schließlich, in dessen Namen die Dresdner Bewegung und ihre Ableger agierten oder noch agieren, ist ein fragwürdiger Begriff. Das Abendland ist ein Mythos: er steht für eine Wertegemeinschaft, die griechisch-römische Philosophie mit christlichem Denken verbindet und den Eindruck erweckt, als habe sich die Antike im Christentum vollendet. Der Begriff ist immer als Kampf- oder Ausgrenzungsbegriff verwendet worden.

Wie inhaltsleer und dehnbar der Begriff Abendland war, zeigt sich auch darin, dass er sich immer auch gegen die Juden richtete. Das erscheint als die dreisteste Usurpation. Doch in jüngster Zeit wurde – nachdem Millionen Juden ermordet wurden – die jüdische Religion einbezogen, wenn es um die Abgrenzung gegen Muslime geht. Nicht nur Demonstranten bei den Pegida-Veranstaltungen beschwören die christlich-jüdischen Werte des Abendlandes, auch Politiker deklamieren den Spruch und in den Medien ist er präsent.

Das Ziel vernünftigen Strebens ist nicht die Rettung des Abendlandes durch dubiose rechtslastige Fanatiker, sondern eine offene friedliche, demokratische, interkulturelle, religiös und rechtlich tolerante Gesellschaft. Dazu ist statt dumpfer Abwehr und stumpfem Beharren auf dem Eigenen das Aufeinanderzugehen notwendig, der Dialog und der Austausch, voneinander zu lernen, um einander zu verstehen und zu akzeptieren.

Tariq Ramadan: Was ist ein Europäischer, was ein Schweizer Islam?

Der Anteil an Muslimen in der Schweiz entspricht rund 5% der Bevölkerung, der Islam ist somit die zweitgrösste Religionsgemeinschaft. Ein Drittel von ihnen besitzt einen Schweizer Pass.
In Frankreich ist der Anteil bei 8%, zwei Drittel davon haben einen französischen Pass. Ähnliche Zahlen gibt es zu Deutschland und zu England.
Der Islam ist Bestandteil Europas geworden. Ist es daher angebracht, den Schwerpunkt auf die Forderung nach „Integration” zu legen, wenn die Situation der Muslime, wie Ramadan diagnostiziert, „postintegrativ“ ist?
Hat die Mehrheit der Muslime nicht ein bikulturelles Selbstbewusstsein und ist in dieser Gesellschaft längst angekommen? Angesichts des Fokus des Westens auf Identität und Integration, der der Vielfalt nicht förderlich ist, ist für Ramadan die Frage von heute nicht die: »Woher komme ich?«, sondern: »Wohin gehe ich und mit wem?«.
Statt Integration müssten Mitbestimmung und Teilhabe, die volle Anerkennung des Islam gefördert werden.
Ziel ist es, mit dem weltweit bekannten Islamologen Tariq Ramadan herauszufinden, was ein europäischer und im speziellen was ein Schweizer Islam sein könnte. Wie müsste angesichts einer “postintegrativen Situation” der Mehrheit der Muslime im Westen die Partizipation der Muslime und die Institutionalisierung des Islams gefördert werden?
Tariq Ramadan, Schweizer Islamwissenschaftler, Präsident des European Muslim Network, lehrt am St. Antony’s College an der Oxford University.
Moderation: Alain Gresh, ehemaliger Chefredaktor des “Monde diplomatique”.
Einleitende Worte: Roland Merk, Schriftsteller und Philosoph.
Theatersaal Volkshaus Zürich, 20h, Eintrittspreise 27,-CHF, ermässigt 17,-CHF.
Vortrag bis 42:00
Diskussion mit A. Gresh bis 1:05
anschließend Q&A
Weitere Informationen ab Juni 2015 unter:

WANN ist EID ul FITR und EID ul ADHA 2015 – 1436

ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN für die BESTIMMUNG des DATUMS ISLAMISCHER FEIERTAGE in EUROPA

Verfasser: Muhammad M. HANEL für VIOZ
(Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich)

 Für die Sichtungsdaten/Sichtungskurven 2015/1436 bitte HIER klicken

Die islamische Zeitrechnung beginnt am 16. Juli 622 n.C, mit dem 1. Muharram, dem von der islamischen Tradition festgelegten Datum der Hidschra, der Auswanderung des Propheten Muhammad aus Mekka nach Medina. Der islamische Kalender rechnet nach Mondjahren. Ein islamischer Monat beginnt immer mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (Hilal). Besonders wichtig ist dies für den Fastenmonat Ramadan.Die Länge jedes Monats ist je nach Mondstellung 29 oder 30 Tage. Der im Westen benutzte gregorianische Kalender rechnet nach Sonnenjahren. Weil das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist (10 -11 Tage pro Jahr), wandern die vom Mondzyklus bestimmten Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Sonnenjahr, bis sie wieder zur gleichen Zeit, gemessen am Sonnenjahr, stattfinden. Somit verschieben sich auch die religiösen islamischen Festtage jedes Jahr 10 -11 Tage nach vorne.

Zur Bestimmung der Monate kommen grundsätzlich zwei Methoden zur Anwendung:

  1. Sichtung der Mondsichel mit dem Auge.(Eine Überlieferung des Propheten Muhammad sagt: Wenn ihr ihn (den Neumond) seht, dann fastet, und wenn ihr ihn wieder seht, dann beendet euer Fasten, und wenn seine Sichtung nicht möglich ist, so schätzt die Zeit dafür.“
  2. Astronomische Vorausrechnung der Mondstellung, resp. das Zählen der Tage (der islamische Mondmonat hat entweder 29 oder 30 Tage – wichtig für die geographischen Gebiete, welche regnerisch und bewölkt sind und in welchen deshalb eine Sichtung des Mondes mit bloßem Auge nicht oder kaum möglich ist.) Über die Möglichkeiten der „globalen“ und „lokalen“ Sichtung weiter unten.

Basierend auf diesen zwei Methoden ergeben sich für die Muslime in der Schweiz, welche ursprünglich aus über 100 Ländern der Welt stammen, bislang folgende ACHT Entscheidungsvarianten für die Bestimmung der Daten der Festtage: Weiterlesen

BMK & öffentlich rechtliche Anerkennung

Sehr geehrter Herr Hanel

Momentan studiere ich Recht an der Universität Fribourg.
Ich schreibe meine Masterarbeit im Bereich der öffentlich-rechtlichen Anerkennung von jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften im Kanton Basel-Stadt.
In einem Teil meiner Arbeit untersuche ich, ob die BMK die Voraussetzung für eine kantonale Anerkennung im Kanton Basel-Stadt erfüllt. Ich wurde von Herr Karatekin gebeten, Sie diesbezüglich zu kontaktieren. Könnten Sie sich vorstellen noch heute ein Telefoninterview mit mir zu führen? Es würde nicht länger als 30 Minuten dauern.

Mit freundlichen Grüssen
Vania

    1. Inwiefern kann der BMK eine genügend grosse gesellschaftliche Bedeutung zugemessen werden?

      Durch ihr seit beinahe 20-jähriges Bestehen (Gründung 1997) und der Übernahme unterschiedlicher Aufgaben und Tätigkeiten* kommt der BMK eine grosse gesellschaftliche Bedeutung zu, besonders in den Bereichen Integration, gesellschaftlicher Dialog und Aufrechterhaltung des Religionsfriedens.

      * Einige Aufgaben und Tätigkeiten der BMK.
      – Ansprechpartner bei Fragen im Zusammenhang mit dem Islam gegenüber den Behörden, der
      Öffentlichkeit und den Medien.

      – Schnittstelle zwischen islamischen Organisation und Behörden auf Bundes-, Kantonal- und
      Gemeindeebene.
      – Förderung einer positiven Präsenz der Muslime und einer von allen Seiten akzeptablen
      Integration der islamischen Gesellschaft in die hiesige Gesellschaft.
      – Kontakte zu muslimischen Organisationen im nationalen und internationalen Bereich
      – Förderung und Führung des Interreligiösen Dialogs und des Runden Tisches.

    2. Die Religionsgemeinschaft sollte eine gewisse Grösse aufweisen, damit man diese anerkennen kann. Was ist die effektive Mitgliederzahl der BMK?

      Der BMK gehören 22 Mitgliedervereine und Stiftungen an. Die Mitgliederzahl, die derart der BMK verbunden sind und sich aus den Mitgliederzahlen der angeschlossenen Organisationen ergibt, beträgt in etwa 2200 Aktivmitglieder plus deren Familienangehörigen.

    3. Inwiefern trägt die BMK zur Respektierung des Religionsfriedens und der Rechtsordnung bei?

      Die BMK versteht sich als typisch schweizerische Organisation, ist als Verein nach dem ZGB organisiert und bezieht ihre Identität und Handlungsrichtlinien aus dem umfänglichen Bekenntnis zur Schweizer Rechtsordnung und gestaltet ihre Aktivitäten gemäss dieses Bekenntnisses.

    4. Wie ist die Finanzverwaltung der BMK ausgestattet?

      Die Finanzverwaltung ist gemäss den, für Schweizer Vereine gesetzlich geforderten Richtlinien gestaltet und erfüllt somit alle juristischen Erfordernisse. Die Einkommen der BMK setzen sich zusammen aus je 200.- CHF Mitgliedsbeiträge der Vereine, Spenden und Gönnerbeiträge. Hinzu kommen noch Einkünfte aus Veranstaltungen, welche allerdings gerade wieder für die Finanzierung dieser Veranstaltungen verbraucht werden.

    5. Wie gestaltet sich der Austritt aus einer islamischen Religionsgemeinschaft? Was für einen Beitrag leistet die BMK dazu bei?

      In diesem Zusammenhang verweise ich Sie auf ein Interview, welches ich der NZZ zum Thema gegeben habe.
      https://hanelislam.com/2015/01/28/steiniger-weg-zur-offentlich-rechtlichen-anerkennung/
      Ein muslimischer Verein in der Schweiz ist eine zivile juristische Person und daher der Schweizer Gesetzlichkeit unterworfen. Es stellt also grundsätzlich überhaupt kein Problem dar – weder juristisch noch theologisch – einem muslimischen/islamischen Verein oder einer muslimischen Gemeinschaft, welche nach öffentlich rechtlicher Anerkennung strebt oder diese bereits genießt, beizutreten und/oder diese wieder zu verlassen.

    6. Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

      Ein auf Sachlichkeit und rechtsstaatlich unzweifelhaftes und ordentlich ausgerichtetes Verhältnis der muslimischen Gemeinschaft zur Mehrheitsgesellschaft.

Dschihad & Muslime – ein Radio Interview, das nicht on-air ging

Diese Anfrage vom SRF (Schweizer Rundfunk und Fernsehen) wurde beantwortet und doch ging das Interview nicht on-air.

Die Begründung:
Ich zog mein Einverständnis zurück, da nur ein einziger Satz gesendet worden wäre (siehe rote Kennzeichnung) und – das ist wesentlich – die die Wortwahl der Frage derart geändert wurde, dass meine Antwort einen Kontext untermauert hätte, den ich nicht mittrage(n kann, soll, darf und will).
Der 40 minütige Disput mit dem leitenden Redakteur, der unbedingt eine Freigabe erwirken wollte – blieb aus Gründen, de ich gerne in einem „MEDIENSEMINAR im Umgang mit MUSLIMEN“ für Journalisten erläutere … ein LEHRSTÜCK!

Es gibt zwei Varianten. Die ursprüngliche (ganz unten) und die verkürzte darüber.

————————————————————————————————————–

Guten Tag Herr Hanel

Wie besprochen sende ich Ihnen einige Fragen zur Problematik, dass offenbar verschiedentlich Jugendliche aus dem Raum Zürich in den Dschihad gereist sein sollen.

–       Wie steht die Vioz zum Dschihad, z.B. in Syrien im Allgemeinen?

Der Begriff Dschihad wird in seiner umfänglichen Bedeutung meist missverständlich und einseitig fokussiert gebraucht. Daher im Namen der VIOZ zur Erinnerung:

In erster Linie bezeichnet dieser Fachausdruck die Bemühung der Menschen ihre eigene Triebseele zu beherrschen – oder umgangssprachlich gesagt, den „inneren Schweinehund“ unter Kontrolle zu bringen.

Erst in zweiter Linie bezeichnet dieser Begriff eine kriegerische Auseinandersetzung.

Die VIOZ stellt hiermit erneut unmissverständlich klar, dass sie sogenannte „dschihadistische“ Ideologien und daraus resultierende Handlungen ganz allgemein und im Zusammenhang mit den Vorgängen in Syrien oder sonst wo auf der Welt grundsätzlich ablehnt.

Im Übrigen ist der Begriff im zeitgemäßen globalen politischen Kontext unter den muslimischen Gelehrten in Bezug auf die Gültigkeit seiner Umsetzung höchst umstritten.

–       Offenbar sollen Jugendliche gezielt für den Dschihad angeworben werden, zum Teil soll diese Anwerbung auch in Moscheen stattfinden: Ist Ihnen dieses Problem bekannt?

Junge Menschen für kriegerische Auseinandersetzungen in der Moschee anzuwerben ist in der Schweiz bestimmt kein Unternehmen, welches mit dem Wissen der Moscheeverantwortlichen durchgeführt wird, ohne sofort gestoppt und verboten zu werden.

Eine Moschee ist allerdings nicht nur ein Ort religiöser Erbauung, sondern auch öffentlicher sozialer Treffpunkt an welchem über alles, sozusagen über Gott und die Welt gesprochen wird. Dass auch in Moscheen, wie an sonst jedem anderen beliebigen Ort Kontakte mit höchst unterschiedlichen Motivationen geknüpft werden können, (kann, darf und) sollte von keiner vernünftigen Person negiert werden.

–       Die Moscheen sagen stets, sie wüssten nichts davon oder sie geben gar keine Auskunft, Imame oder andere Verantwortliche sind nicht erreichbar: Verschliessen sie da zu fest die Augen, bräuchte es ein Umdenken?

Es scheint wirklich so zu sein, dass die Medien über die aktuellen Vorfälle in der Schweiz früher und besser informiert sind, als die Muslime selbst. Eigentlich kein Wunder, da die Haltung der Imame, der Moscheevereinsführung und der VIOZ klar ist. Daher werden Personen, welche sich als Rekrutierer für ausländische Kriegs- oder terroristische Handlungen betätigen möchten, nicht augenfällig agieren.

Dass die Muslime sich vermehrt weigern, den Medien Auskünfte zu geben ist einfach erklärt. Die Medien beherrschen jedenfalls den kompetenteren Umgang mit der Sprache und üben zusätzlich durch ihr mehrheitlich selektives, willkürliches und verkürztes Zitieren ursprünglicher Aussagen ihre Macht gesellschaftlicher Beeinflussung auf eine Art und Richtung aus, welche die Muslime nicht zu unterstützen bereit sind.
(Nachträgliches Kommentar: ein Umstand, der sich gerade bei diesem Interview wieder bewahrheitet hat 😦 )0

Ein Umdenken muss tatsächlich stattfinden. Und zwar in der ganzen Gesellschaft – es geht also vielmehr um das ÖFFNEN der Augen jener Tatsache gegenüber, dass nicht die Muslime oder deren Moscheen die erste Ursache für höchst schädliche Entwicklungen und in das Zentrum der Beachtung medialer und somit gesellschaftlicher Verdächtigung und Verursachung gerückt werden. Die Thesen von Jürgen Todenhöfer (nachträglich eingefügt: und die These, dass die militärischen Drohnen über muslimischen Ländern die besten Rekrutierer für den „islamistischen Dschihad sind,) dürfen in diesem Zusammenhang studiert werden!

–       Von Fachstellen wird bemängelt, dass in den Moscheen keine Jugendarbeit gemacht wird, das wäre dringend nötig. In dieser Richtung gibt es tatsächlich noch kein Angebot?

Ja natürlich gibt es auf diesem Gebiet einen Mangel festzustellen und doch – die Muslime bemühen sich ständig, diesbezügliche Angebote zu entwickeln und umzusetzen – doch es mangelt den Muslimen einfach an jenen Ressourcen, welchen staatlichen oder kirchlichen Organisationen und Institutionen zu Verfügung stehen, um professionelle Jugendarbeit durchzuführen.

–       Wenn nicht, wurde in Sachen Jugendarbeit schon etwas angedacht?

 

–       Wenn ja, was konkret?

Hierbei sind vor allem die Bemühungen und Veranstaltungen der Jugendlichen selbst zu erwähnen, die natürlich ihre eigene Zukunft gerne positiv selbst gestalten möchten. Ich nenne nur beispielhaft die Veranstaltungen studentischer Organisationen wie den Freitagsclub, die MSAZ oder die der Ummah. Auch muslimische Dachverbände wie die VIOZ oder VAM und selbst einzelne Moscheevereine bemühen sich z.B. mit Lagern für Jugendliche oder Familien in dieser Hinsicht aktiv zu werden. Doch – ich wiederhole mich – es fehlt ganz einfach an den Ressourcen, um hier wirklich zeitgemäß agieren zu können.

– Bezüglich fehlender Ressourcen würde ich sie dann gerne noch fragen, was ihre Ideal-Vorstellungen sind, um zu mehr Ressourcen zu gelangen.

Dafür gibt es verschiedene Ansätze.

  • Die öffentlich rechtliche Anerkennung muslimischer Gemeinschaften,
  • die finanzielle Unterstützung für diesbezügliche muslimische Projekte
  • oder ganz allgemein – und dies ist meine persönliche Präferenz – die offene und finanziell gesicherte KOOPERATION also ZUSAMMENARBEIT entsprechender Fachstellen mit kompetenten Vertretern aus der muslimischen Gesellschaft.

Für meinen Beitrag über Jugendliche, die in den Dschihad reisen, spreche ich auch noch mit verschiedenen anderen Personen: Zum Beispiel mit 2 Fachstellen, die sich mit radikalisierten Jugendlichen befassen und mit einer Professorin, die in diesem Gebiet Forschungen betreibt. Gerne würde ich dazu auch die Sicht der VIOZ darstellen.

Über einen Anruf würde ich mich sehr freuen. Wie gesagt, sind wir beim Radio auf Töne angewiesen. Ich würde ihnen die Fragen deshalb gerne am Telefon stellen und das Gespräch aufzeichnen, so dass ich ein Statement von ihnen verwenden kann.

Freundliche Grüsse
F.K.

 ERSTE, URSPRÜNGLICHE VERSION

–       Wie steht die Vioz zum Dschihad, z.B. in Syrien im Allgemeinen?

Da der Begriff Dschihad stets in seiner umfänglichen Bedeutung missverständlich gebraucht wird, ist es wohl im Namen der VIOZ erforderlich, eine erneute Klarstellung in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. In erster Linie bezeichnet dieser Fachausdruck die Bemühung der Menschen ihre eigene Triebseele zu beherrschen – umgangssprachlich gesagt, den „inneren Schweinehund“ unter Kontrolle zu bringen.

In zweiter Linie bezeichnet dieser Begriff eine kriegerische Auseinandersetzung eines legitimen islamischen Staatswesens im Falle eines Angriffs. Die VIOZ stellt erneut unmissverständlich klar, dass sie sogenannte dschihadistische Ideologie ganz allgemein und im Zusammenhang mit den Vorgängen in Syrien oder sonst wo auf der Welt grundsätzlich ablehnt. Im Übrigen ist der Begriff im zeitgemäßen globalen politischen Kontext unter den muslimischen Gelehrten in Bezug auf die Gültigkeit seiner Umsetzung höchst umstritten.

–       Offenbar sollen Jugendliche gezielt für den Dschihad angeworben werden, zum Teil soll diese Anwerbung auch in Moscheen stattfinden: Ist Ihnen dieses Problem bekannt?

Junge Menschen für kriegerische Auseinandersetzungen anzuwerben ist ein Unternehmen, welches durchaus auch mit Unterstützung jeweiliger Regierungen auf dem Universitätscampus oder über die Medien passiert – Stichwort „Vietnamkrieg“ nach amerikanischem Vorbild. Eine Moschee ist nicht nur ein Ort religiöser Erbauung, sondern auch sozialer Treffpunkt an welchem über alles, sozusagen über Gott und die Welt gesprochen wird. Dass gezielte Anwerbungen in Zürcher Moscheen stattfinden, ist völlig auszuschließen. Dass auch in Moscheen, wie an sonst jedem anderen beliebigen Ort Kontakte mit höchst unterschiedlichen Motivationen geknüpft werden können, (kann, darf und) sollte von keiner vernünftigen Person negiert werden.

–       Die Moscheen sagen stets, sie wüssten nichts davon oder sie geben gar keine Auskunft, Imame oder andere Verantwortliche sind nicht erreichbar: Verschliessen sie da zu fest die Augen, bräuchte es ein Umdenken?

Es scheint wirklich so zu sein, dass die Medien über die aktuellen Vorfälle in der Schweiz früher und besser informiert sind, als die Muslime selbst. Eigentlich kein Wunder, da die Haltung der Imame, der Moscheevereine und der VIOZ klar ist. Daher werden Personen, welche sich als Rekrutierer für ausländische Kriegs- oder terroristische Handlungen betätigen möchten, nicht augenfällig agieren.

Ein Umdenken muss tatsächlich stattfinden. Und zwar in der ganzen Gesellschaft – es geht also vielmehr um das ÖFFNEN der Augen jener Tatsache gegenüber, dass nicht die Muslime oder deren Moscheen die erste Ursache für höchst schädliche Entwicklungen und in das Zentrum der Beachtung medialer und somit gesellschaftlicher Verdächtigung und Verursachung gerückt werden. Die Thesen von Jürgen Todenhöfer dürfen in diesem Zusammenhang studiert werden!

–       Von Fachstellen wird bemängelt, dass in den Moscheen keine Jugendarbeit gemacht wird, das wäre dringend nötig. In dieser Richtung gibt es tatsächlich noch kein Angebot?

Doch, doch – die Muslime bemühen sich ständig, diesbezügliche Angebote zu entwickeln und umzusetzen – doch es fehlen den Muslimen einfach jene Ressourcen, welchen staatlichen oder kirchlichen Organisationen und Institutionen zu Verfügung stehen, um professionelle Jugendarbeit durchzuführen.

–       Wenn nicht, wurde in Sachen Jugendarbeit schon etwas angedacht?

–       Wenn ja, was konkret?

Hierbei sind vor allem die Bemühungen und Veranstaltungen der Jugendlichen selbst zu erwähnen, die natürlich ihre eigene Zukunft gerne positiv selbst gestalten möchten. Ich nenne nur beispielhaft die Veranstaltungen studentischer Organisationen wie den Freitagsclub, die MSAZ oder Ummah. Auch muslimische Dachverbände wie die VIOZ oder VAM und selbst einzelne Moscheevereine bemühen sich z.B. mit Lagern für Jugendliche oder Familien in dieser Hinsicht aktiv zu werden. Doch – ich wiederhole mich – es fehlt ganz einfach an den Ressourcen um hier wirklich zeitgemäß agieren zu können.

GSIW Newsletter 99 – März 2015

GSIW100

Sehr geehrte Leser des GSIW – Newsletters                     NEWSLETTER 99 – März 2015

Hier der Link zur  PDF  Ausgabe März 2015:    http://www.gsiw.ch/newsletter99-03-15.pdf 

Hier der Link zur HTML Ausgabe März 2015:   http://www.gsiw.ch/newsletter99-03-15.htm

                                                     

GSIW – NEWSLETTER ARCHIV                                                                               

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Inhalt

NEWSLETTER 95 – März 2015     

Interview zur ÖR- Anerkennung – Le TEMPS

Am 02.02.2015 17:04 schrieb „Sandrine Hochstrasser“ <sandrine.hochstrasser@letemps.ch>:

Sehr geehrter Herr Hanel,

Wie vereinbart, hier sind meine Fragen über die Anerkennung der Muslimgemeinschaft in Basel-Stadt.

  • Ist die Basler Muslim-Kommission verantwortlich für das Gesuch?
  • Wann wollen Sie genau das Gesuch einreichen?
  • Warum nicht sofort?
  • Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort (wäre es noch möglich vor 19 Uhr?)

Freundliche Grüsse
SANDRINE HOCHSTRASSER
Journaliste
Rubrique Suisse

 Re: Artikel in Le TEMPS

Sehr geehrte Frau Hochstrasser

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Hier meine kurzen Antworten.

Ist die Basler Muslim-Kommission verantwortlich für das Gesuch?

Die Basler Muslim Kommission will und wird die Organisation des Anerkennungsverfahrens übernehmen isA.

Wann wollen Sie genau das Gesuch einreichen?

Der Zeitpunkt der Einreichung steht noch nicht fest und hängt ab von der diesbezüglichen Kooperation der Stadt Basel und deren muslimischen Bevölkerung.

Warum nicht sofort?

Gut Ding braucht Weile, ordentliche, koordinierte und kompetente Vorbereitung.

Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

Ein auf Sachlichkeit und rechtsstaatlich unzweifelhaftes und ordentlich ausgerichtetes Verhältnis der muslimischen Gemeinschaft zur Mehrheitsgesellschaft.

Bitte um Zusendung der Zitate für die Freigabe und des veröffentlichten Artikels für Dokumentationszwecke.

Mit freundlichen Grüßen M. Hanel

 

Merci beaucoup !

Wie kann ich Sie vorstellen?
Michael M. Hanel, vice-président de Société Suisse-monde islamique ?

Hier Ihr Zitat :

Bâle-Ville pourrait être le premier canton à reconnaître la communauté musulmane dans son ensemble. Aucune  demande officielle n’a encore été déposée, mais la Commission des musulmans de Bâle dit préparer sa demande. «Nous ne pouvons pas encore communiquer la date de remise de notre requête, cela dépend de la coopération de la population musulmanne, ainsi que de la ville», justifie Michael M. Hanel, vice-président de Société Suisse-monde islamique.

ALLAH führt den rechten Weg, wen ER will

ALLAH führt den rechten Weg, wen ER will

Lieber Herr Hanel,

schon lange habe ich eine Frage im Zusammenhang mit einem Satz aus dem Koran, für die ich bis jetzt keine Antwort bekommen konnte. Nun habe ich gedacht, auf Sie zuzukommen; vielleicht haben Sie eine Erklärung oder Interpretation dazu.

Der Satz „Gott führt zu seinem Licht, wen Er will“ kommt in verschiedenen Suren vor (z.B. in der Sure des Lichtes und in der Fatiha). Wie ist er genau zu verstehen? Wenn ich ihn so lese, habe ich den Eindruck, dass nur gewisse Menschen „auserwählt“ sind, Gottes Weg zu folgen. Darin sehe ich aber eine Diskrepanz zu den göttlichen Attributen der Liebe und des Erbarmens.

Besten Dank.
Freundliche Grüsse
MLZ

 

Liebe Frau Z.

Herzlichen Dank, dass Sie mein Angebot angenommen haben, gibt dies mir doch die Gelegenheit gleich auf einige wesentliche, doch meist übersehene Fakten hinzuweisen.

Unten finden Sie 2 eindeutige Verse aus dem Qur’an, welche auf Ihre Frage Bezug nehmen. Sie können dies in dem blauen Qur’an den Sie von mir bekommen haben nachlesen (unten ist allerdings meine eigene Übersetzung und daher wird es kleine Abweichungen geben, die aber keinen Einfluss auf den Sinn haben). 
 

1.) Wird klar, warum es für Muslime essentiell ist, dass der Qur’an in Arabisch seine unbedingte Verbindlichkeit behält und jede Übersetzung nur als Interpretation zu erachten ist.

2.) Ist der Hinweis fällig, dass selbst die meisten Muslime auf der Welt NICHT des Arabischen mächtig sind und daher von den Übersetzungen/Interpretationen in ihrem Religionsverständnis abhängig sind.

3.) Sollte gewusst werden, dass viele Muslime welche den Qur’an vollständig auswendig zu rezitieren vermögen, NICHT wissen, welchen Inhalt sie vortragen.

4.) Ist sehr interessant zu wissen, dass die meisten Muslime auf der Welt diese Verse so interpretieren, wie SIE dies aus den Ihnen bislang vorliegenden Übersetzungen bekannt ist.

5.) Noch interessanter ist, dass Arabisch sprechende Menschen überhaupt kein Problem damit haben diese Verse sowohl aktiv – wie passiv (aus der Sicht des Menschen) zu übersetzen, sie jedoch stets die passive mitzuteilen vorziehen … darüber zu sprechen wäre ein eigenes Kapitel.

WAS meine ich mit “passiv”:
„Er lässt in die Irre gehen, wen Er will, und rechtleitet wen Er will“.
Dies ist die gängige Variante, die sprachlich (arabisch) völlig richtig ins Deutsche übersetzt ist. Sie ist aber eben nur EINE
der beiden gleichermaßen arabisch grammatikalisch richtigen Übersetzungen – die, wenn NUR diese Variante gepflegt wird, eben den Eindruck entstehen lässt, Gott wäre ein willkürlich waltender und schaltender Tyrann, der NUR ganz nach Seinem Gutdünken die einen in das Paradies und die anderen in die Hölle schickte.

Dazu ist zu sagen, dass SELBSTVERSTÄNDLICH Gott die ABSOLUTE Herrschafts- und Verfügungsgewalt innehat, die letztlich nicht hinterfragt werden KANN! (Weil absolut!)

Doch vergessen die Menschen, ja die meisten Muslime sogar, dass Gott den Menschen mit einem besonderen Geschenk
begabt hat, durch welchen Er ihn vor aller Schöpfung ausgezeichnet, darf sagen, bevorzugt hat. Nämlich, mit einem freien Willen, der es dem Menschen erlaubt (im Gegensatz zu all anderer Schöpfung) sich Gott willentlich NICHT zu ergeben (alle andere Schöpfung, welche diese Möglichkeit “NEIN” zu sagen nicht hat, gehorcht Gottes Willen, Gesetz, Wort ohne Widerwillen oder Ungehorsam.
ALLES in der “freienwillen-losen” Welt, die Sterne, die Bäume, die Ameisen … einfach ALLES gehorcht dem Befehl, dem Willen Gottes, welche in der Stimme der in den Dingen angelegten physikalischen, biologischen, etc. also umfänglich natürlichen Naturgesetzlichkeit zu den Dingen, Wesen “spricht”.

Dies im Sinne habend, macht es für einsichtig denkende Menschen doch klar, dass oben erwähnte “passive” Übertragung zwar korrekt sein muss, doch eben nicht vollständig sein kann
. Da in den Übersetzungen allerdings DURCHGEHEND diese “passive” Version gebraucht wird … bleibt eine LEERE.
LEIDER wird sie nicht einmal durch Nachfrage von Seiten der Muslime selbst gefüllt.

Diese LEERE wäre natürlich durch eine “aktive
” Variante zu füllen. Doch – überraschenderweise musste auch ich mind. 15 Jahre lang Muslim sein, um sie endlich zu entdecken – da sie, wie gesagt NICHT Bestandteil des gängigen Massenbewusstseins (muslimischen wie nichtmuslimischen) ist.

Was meine ich mit “aktiver” Variante:

„… und rechtleitet den, der [rechtgeleitet werden] will“
Um über das explizite Vorhandensein dieser aktiven Variante überhaupt bewusst zu werden, bedarf es eben der sprachlich einwandfreien Beherrschung des Arabischen.

Der arabische Originaltext ist semantisch so gestaltet, dass BEIDE Interpretationen sprachlich KORREKT sind.

a.) NUR Gott ist als Rechtleitender aktiv … das MUSS das grundlegende Verständnis bleiben, da Gott die absolute URSACHE aller Ursachen ist und der Mensch hat KEINEN Anteil (= passiv) an dieser alleine Gott vorbehaltenen AKTION (der Rechtleitung).

b.) Gott bleibt als Rechtleitender aktiv, doch lässt den Menschen Anteil (= aktiv) daran haben.
(Siehe auch Qur’an 13:11 „… Gott ändert nicht das Schicksal eines Volkes, ehe sie (die Individuen) nicht ändern, was in ihren Herzen ist“.)
Sonst wäre Gott als Machthabender zu bezeichnen, welcher Sein Gnadenschenk (den FREIEN WILLEN), welches Er dem Menschen überließ selbst nicht wertschätzte – und das wäre ja eine höchst UNWÜRDIGE Eigenschaft des über Alles HÖCHSTERHABEN!

Deshalb trifft Gott im Qur’an in ein und der selben Wortfolge zwei einander ergänzende und vervollkommnende Aussagen – indem er in dieser zweiten Bedeutung hervorhebt, dass jene Menschen, welche Gottes Rechtleitung wirklich FREI-WILLENTLICH WOLLEN gewiss auf Sein Wort zählen dürfen – RECHTGELEITET zu werden.


Sie sehen, sehr geehrte Frau Z. – Islam ist ein Feld, welches WOHL bestellt sein will, will man dessen süße Früchte ernten … doch die Kunst des rechten Säens, Kultivierens und Erntens ist selten und sehr kostbar, wenn nicht beinahe unerkannt geworden.

Hoffe mit meinen etwas umfangreich ausgefallenen Darlegungen Ihre Frage genugtuend beantwortet zu haben, isA.

Gerne höre/lese ich wieder von Ihnen.

Mit besten Empfehlungen Muhammad Hanel



14: 4

UND NIEMALS haben Wir einen Gesandten anders entsandt, als [mit einer Botschaft] in seines eigenen Volkes Sprache, damit er ihnen [die Wahrheit] klar machen möge;[1] doch Gott lässt den in die Irre gehen, der [in die Irre gehen] will, und leitet jenen, der [geleitet werden] will – denn Er alleine ist Allmächtig, wahrhaft Weise.[2]


——————————————————————————–

[1] Da jede göttliche Schrift vom Menschen verstanden werden sollte, ist es offensichtlich, dass jede in der Sprache jenes Volkes abgefasst worden sein musste, an welches sich der entsprechende Prophet in erster Linie richtete; und der Qur’an ist trotz seiner universellen Bedeutung – in dieser Hinsicht keine Ausnahme (vergl. die Anmerkung zu 7:158).

[2] Oder: „Gott lässt wen Er will in die Irre gehen und rechtleitet wen immer Er will“. Alle Qur’anischen Referenzen auf Gottes, „den Menschen in die Irre gehen lassen“ müssen vor dem Hintergrund von 2:26-27 verstanden werden – „niemanden lässt Er in die Irre gehen, außer die Unrechtschaffenen, die ihren Bund mit Gott brechen“ (in Bezug auf den letzteren Begriff, siehe die Anmerkung zu Sure 2:27): das soll heißen, dass des Menschen „in die Irre gehen“ eine Folge seiner eigenen Haltungen und Neigungen ist, und nicht ein Ergebnis widriger „Prädestination“ im geläufigen Sinne des Wortes (vergl. die Anmerkung zu 2:7). In seinem Kommentar zu obigem Vers hebt Zamakhshari den Aspekt des menschlichen freien Willens hervor und betont, dass „Gott niemals jemanden in die Irre gehen lässt, außer einen, der, wie Er weiß, niemals zum Glauben gelangen wird; und Er rechtleitet niemanden, außer den, von dem Er weiß, dass Er zum Glauben gelangen wird. Daher bedeutet [der Ausdruck] „in die Irre gehen lassen“, dass „Gott jemanden alleine lässt (takhliyah) und ihm alle Gunst entzieht, wohingegen der Ausdruck „Rechtleitung“, [Seine] Gnadengewährung (tawfiq) und Gunst bedeutet … Daher lässt Er keinen im Stich, außer den, der es verdient, (der es durch seine „unnachgiebige, hals­starrige Leugnung der Wahrheit“, sozusagen selbst „wünscht“ und bedingt; siehe auch den Ausdruck in der deutschen Sprache in Bezug auf das Bedauern nach geschehenem Unglück: „du wolltest es ja nicht anders“; MMH) im Stich gelassen zu werden, und er gewährt Seine Gnade keinem, außer dem, der es verdient (es durch seine Anerkennung der Wahrheit und der Befolgung dessen, was für ihn gut ist, wünscht und bedingt; siehe auch den Ausdruck in der deutschen Sprache: „wer sich selbst hilft (indem er sich an das Richtige hält), dem hilft Gott; MMH) begünstigt zu werden“. In seinem Kommentar zu einem gleichen Ausdruck in 16:93 sagt Zamakhshari: „[Gott] lässt jenen im Stich, der, wie Er weiß, sich [bewusst] dazu entscheidet, die Wahrheit zu leugnen und in dieser [Leugnung] beharrt; … und Er gewährt Seine Gunst jenem, der, wie Er weiß, sich für den Glauben entscheidet: was bedeutet, dass Er die Angelegenheit vom freien Willen [des Menschen] abhängig macht (al-ikhtiyar), (um so entweder [Gottes] Gunst oder die Rücknahme [Seiner Hilfe] zu verdienen … und sie nicht vom Zwang [d.h. Prädestination] abhängig macht, die allen Erwerb [des Menschen] von oben erwähntem ausschlösse.“



16: 93

Denn, hätte Gott so gewollt, hätte Er euch alle zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht;[1] doch, Er lässt den in die Irre gehen, der [in die Irre gehen] will, und leitet den recht, der [rechtgeleitet werden] will;[2] und ihr werdet sicherlich für alles zur Rechenschaft gezogen werden, was ihr getan habt![3]
——————————————————————————–

[1] D.h., durch gegenseitig anerkannte moralische Werte aneinander gebunden. Siehe in diesem Zusammenhang 10:19 und die entsprechenden Anmerkungen dazu. Für eine Erläuterung der Bedeutung von ummah wahidah („eine einzige Gemeinschaft“) und den damit verbundenen Implikationen, siehe die beiden Anmerkungen zu Sure 2:213.

[2] Oder: „Er lässt in die Irre gehen, wen Er will, und rechtleitet wen Er will“. Bezüglich des Problems des freien Willens versus Vorherbestimmung, welches dem Anschein nach in der Lehre von, „den Menschen in die Irre gehen lassen“ oder alternativ „ihn rechtleitet“, mit eingeschrieben ist, siehe die zweite Anmerkung zu Sure 14:4 .

[3] In Anspielung auf die irrtümliche Idee, dass des Menschen gute oder böse Taten – und daher auch seine Neigungen und daraus resultierende Einstellungen – von Gott „vorbestimmt“ wären und nicht wirklich das Ergebnis seines freien Willens wären, rundet Zamakhshari (von mir in der Anmerkung zu Sure 14:4 erwähnt) seine Ansicht hinsichtlich dieser Problematik mit den Worten ab: „Wenn [es wahr ist, dass] Gott [die Menschen] zwingt in die Irre zu gehen, oder alternativ, Seiner Rechtleitung zu folgen – warum sollte Er dann ihre Taten als etwas bestimmt haben, wofür sie Rechenschaft abzulegen haben?“

 

Steiniger Weg zur Öffentlich Rechtlichen Anerkennung

 Sehr geehrter Herr Hanel

 Wie besprochen, schicke ich Ihnen gerne meine Fragen per Mail zu.

Streben Sie mittel- bis langfristig eine öffentliche und allenfalls auch öffentlich-rechtliche Anerkennung an?

  • HANEL:
    Durchaus! Da die öffentlich rechtliche Anerkennung einer muslimischen Gemeinschaft in der Schweiz selbstverständlich einen wertvollen Beitrag zu gesellschaftlicher Stabilität und zum religiösen Frieden, beides prioritäre Ziele der hiesigen muslimischen Gemeinschaft, zu leisten vermag.

Falls ja: Gibt es konkrete Schritte in diese Richtung?

  • HANEL:
    Seit vielen Jahren gibt es, durch Farhad Afshar, Präsident der KIOS initiiert, theoretische Vorbereitungen diesbezüglich. (Die Dokumentation über diese Bestrebungen in den letzten Jahren) finden Sie hier:
    https://hanelislam.com/2014/03/16/1026/ )
    Wie Sie wissen, hat Farhad Afshar ein entsprechendes Gutachten bei der Uni Luzern in Auftrag gegeben und über die KIOS bezahlt. Nun wird von der Basler Muslim Kommission (BMK) mit der von ihr vor kurzem ins Leben gerufenen Kommission ein Modellstatut erarbeitet und weitere operative Schritte vorbereitet. Noch ist es allerdings zu früh, darüber detaillierte Auskünfte zu geben.

Inwiefern stellt die ethnische Zersplitterung und auch die Aufteilung in verschiedene Konfessionen ein Problem dar?

  • HANEL:
    Verschiedene Sprachen und unterschiedliche politische Erfahrungen aus den ursprünglichen Heimatländern stellen natürlich eine grosse Herausforderung dar. Durch überzeugende Aufklärungsarbeit der “Schrittmacher” sollte diese Herausforderung gemeistert werden können – so Gott will. Konfessionelle Unterschiede, durch die Präferenz verschiedener islamischer Rechtsschulen gegeben, sollten letztlich durch die Umsetzung des Konsens der Rechtsgelehrten – ein anerkanntes islamisches juristisches Instrument – gebührende, umsetzbare und zufriedenstellende Berücksichtigung finden.

Anders gefragt: Wäre es denkbar, dass es letztlich mehrere verschiedene anerkannte muslimische Glaubensgemeinschaften gäbe, analog zu Christen (Reformierte, Katholiken, Christkatholiken) und Juden (zwei anerkannte Gemeinden)?

  • HANEL:
    Diese Möglichkeit besteht durchaus. Doch der Anfang wird zuerst durch eine Gemeinschaft gemacht werden und deren Erfahrungen werden den weiteren Entwicklungen ihre Richtung weisen.

Inwiefern werden die ethnischen Wurzeln der Schweizer Muslime langfristig überhaupt eine Rolle spielen? Ist es denkbar, dass hier geborene Muslime verschiedener Herkunft die gleichen Moscheen besuchen, in denen Deutsch als gemeinsame Sprache gesprochen würde?

  • HANEL:
    Ethnische Wurzeln werden alleine schon aus dem Interesse der Kulturpflege ihre Bedeutung nie zur Gänze verlieren. Dass die Muslime verschiedener Herkunft die gleichen Moscheen besuchen, ist heute schon vielerorts gelebte Realität und wird in der Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein. Genauso wie auch in einigen Jahren die Freitagspredigten in den Schweizer Landessprachen vorgetragen werden, was in immer mehr Moscheen teilweise oder über Simultanübersetzungen schon fleissig und engagiert geübt wird.

 

Ich wäre sehr froh, wenn Sie mir bis am frühen Nachmittag ein Feedback geben könnten.
Vielen Dank und beste Grüsse

Simon Hehli,
Redaktion Inland Neue Zürcher Zeitung | Falkenstrasse 11 | Postfach | CH-8021 Zürich | Telefon +41 44 258 10 27 | Mobile  +41 78 879 83 12 | E-Mail simon.hehli@nzz.ch | www.nzz.ch |

HIER der LINK zur Veröffentlichung des Artikels in der NZZ, in welchem auch Farhad AFSHAR zu Wort kam.
Von meinen Aussagen kam allerdings nur ein Halbsatz zur Veröffentlichung.
Hier noch als PDF

Hier noch ein Beitrag aus 2014