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MONDSICHTUNG 2014/1435

ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN für die BESTIMMUNG des DATUMS ISLAMISCHER FEIERTAGE in EUROPA

Verfasser: Muhammad M. HANEL für VIOZ
(Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich)

 Für die Sichtungsdaten 2014/1435 bitte HIER klicken

Die islamische Zeitrechnung beginnt am 16. Juli 622 n.C, mit dem 1. Muharram, dem von der islamischen Tradition festgelegten Datum der Hidschra, der Auswanderung des Propheten Muhammad aus Mekka nach Medina. Der islamische Kalender rechnet nach Mondjahren. Ein islamischer Monat beginnt immer mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (Hilal). Besonders wichtig ist dies für den Fastenmonat Ramadan.Die Länge jedes Monats ist je nach Mondstellung 29 oder 30 Tage. Der im Westen benutzte gregorianische Kalender rechnet nach Sonnenjahren. Weil das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist (10 -11 Tage pro Jahr), wandern die vom Mondzyklus bestimmten Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Sonnenjahr, bis sie wieder zur gleichen Zeit, gemessen am Sonnenjahr, stattfinden. Somit verschieben sich auch die religiösen islamischen Festtage jedes Jahr 10 -11 Tage nach vorne.

Zur Bestimmung der Monate kommen grundsätzlich zwei Methoden zur Anwendung:

  1. Sichtung der Mondsichel mit dem Auge.(Eine Überlieferung des Propheten Muhammad sagt: Wenn ihr ihn (den Neumond) seht, dann fastet, und wenn ihr ihn wieder seht, dann beendet euer Fasten, und wenn seine Sichtung nicht möglich ist, so schätzt die Zeit dafür.“
  2. Astronomische Vorausrechnung der Mondstellung, resp. das Zählen der Tage (der islamische Mondmonat hat entweder 29 oder 30 Tage – wichtig für die geographischen Gebiete, welche regnerisch und bewölkt sind und in welchen deshalb eine Sichtung des Mondes mit bloßem Auge nicht oder kaum möglich ist.) Über die Möglichkeiten der „globalen“ und „lokalen“ Sichtung weiter unten.

Basierend auf diesen zwei Methoden ergeben sich für die Muslime in der Schweiz, welche ursprünglich aus über 100 Ländern der Welt stammen, bislang folgende ACHT Entscheidungsvarianten für die Bestimmung der Daten der Festtage:

I.
Entscheidung nach „Mekka“, auch wenn eine faktische „Sichtung“ der jungen Mondsichel (Hilal) wissenschaftlich nicht haltbar ist.Eine Vorgangsweise, die (vor allem bei den Daten für den Fastenmonat Ramadan) immer weniger Akzeptanz und Anwendung bei anderen muslimischen Ländern, resp. muslimischen Gemeinschaften findet. Meist sind die Daten von Saudi Arabien einen Tag zu früh, da die publizierte, angeblich erfolgte Sichtung durch wissenschaftliche, astronomische Fakten zu oft ausgeschlossen werden muss(te). Da die Pilgerfahrt (Hadsch) in Saudi Arabien stattfindet und der Feiertag des Schlachtopferfestes (Id al-Adha) im Rahmen der Pilgerfahrt angelegt ist – richten sich bei diesem Festtag allerdings mehr muslimische Gemeinschaften nach Saudi Arabischen Vorgaben als sie dies beim Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr) tun.

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