Schlagwort-Archive: Islam in der Schweiz

Interview zur „BURKA – INITIATIVE“

Sehr geehrter Herr Krebs (AZ Medien)

Aus Österreich und aus dem Krankenbett nur kurz:

– Stellen Gesichtsschleier in der Schweiz ein Problem dar?

Zitat:
Nein – kein objektives Problem, da für die amtliche Identitätsprüfung der Niqab vorübergehend gelüftet wird und auch – Gott sei Dank – keine muslimische Frauen bislang auf Demonstrationen als vermummte Steinewerfer ausgemacht werden konnten.

– Was für eine Gesinnung steckt hinter der Initiative?

Zitat:
Es darf mit Recht angenommen werden, dass es sich hier um eine weitere populär populistische Aktion gegen Islam und Muslime handelt.

– Wie steht die VIOZ zur Initiative?

Zitat:
Da es bedauerlicherweise KEINE direkten Kontakte zu den Initianten und den unterstützenden Parteien gibt, um die verschiedenen dringenden Angelegenheiten persönlich, wie es unter verantwortungsbewussten Staatsbürgern eigentlich sein sollte, zu besprechen – mit großem Bedauern und etwas Unmut. Ich vermisse es sehr, dass die politischen Parteien es bislang nicht wagten, auf den seit Jahren vorgetragenen Vorschlag einzugehen, regelmässige Treffen zu vereinbaren, an welchem je ein offiziell nominierter Vertreter der relevanten politischen Parteien und mindestens ein muslimischer Vertreter die anstehenden Problematiken besprechen und sukzessive Lösungsvorschläge einbringen, gemeinsam debattieren und anschließend ihren Gesellschaften zur Begutachtung vorlegen. DAS wäre ein der Schweiz würdigeres Vorgehen, als ständig aus der eigenen Ecke dem sozialen Frieden querzuschießen.

Hier zum Artikel

Eine PROFESSUR auf PROBE

Ein INTERVIEW von André Müller (NZZ) gegeben für VIOZ
von Muhammad HANEL

Sehr geehrter Herr Hanel

… wende ich mich mit meiner Anfrage an Sie:

In der heutigen Ausgabe unserer Zeitung machten wir bekannt, dass ab Herbst an der Universität Zürich eine Gastprofessur für Islamische Theologie eingerichtet wird. Für drei Jahre ist diese Professur privat finanziert und gesichert, übernehmen wird sie Abbas Poya, der momentan eine Forschungsgruppe an der Universität Erlangen leitet.

Die Professur soll die islamische Theologie in den Kontext europäischer Gesellschaften setzen. Es geht darum, dass der akademische Nachwuchs die interreligiöse Koexistenz zu verstehen lernt. Der Gastdozent wird auch für den Dialog mit der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen; auch wenn der Fokus nicht auf dem hiesigen Zusammenleben von muslimischen Zuwanderern und Alteingesessenen liegt.

Hier der LINK zum INTERVIEW und dessen VERÖFFENTLICHUNG

GSIW Newsletter 99 – März 2015

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Sehr geehrte Leser des GSIW – Newsletters                     NEWSLETTER 99 – März 2015

Hier der Link zur  PDF  Ausgabe März 2015:    http://www.gsiw.ch/newsletter99-03-15.pdf 

Hier der Link zur HTML Ausgabe März 2015:   http://www.gsiw.ch/newsletter99-03-15.htm

                                                     

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GSIW – HP   KONTAKT: m.hanel@gmail.com  

Inhalt

NEWSLETTER 95 – März 2015     

ISLAM & STRATEGIE

ISLAM & STRATEGIE – AKTUELL wie NIE
Muhammad Hanel in der König Faisal Stiftung Basel am 9.12.2010
Hier der LINK zur AUDIO Datei dieses Vortrags 

STRATEGIE

Strategie bezeichnet eine bestimmte, intelligente, festgelegte und konsequent zu befolgende Vorgangsweise, um ein definiertes Ziel zu erreichen.

Die wesentlichen Werkzeuge strategisch durchgeführten Handelns sind:

eine bewusste AKTION &
eine bewusste REAKTION

Untaugliche Werkzeuge für die Durchführung einer Strategie sind:

Paralysiertes STILLHALTEN oder die Aussetzung jeder Handlung (Perplexität, Lähmung) und
Unkontrollierter REFLEX oder unkontrolliertes Handeln als Reaktion auf eine Konfliktsituation.

Eine Strategie wird im Konfliktfall  entwickelt, entweder
um einen Angriff auszuführen (nennen wir dies Aktion)
einem Angriff zuvorzukommen (eine reaktionäre Aktion) oder
einen Angriff abzuwehren (Reaktion).

Strategie im konfliktfreien Raum könnte als:
BENEHMEN, SITTE, TRADITION, RITUAL, VERHALTEN, GESETZ, GEWOHNHEIT
bezeichnet, bzw. erkannt werden.

Der ISLAM – die MUSLIME und STRATEGIE

Bevor wir uns der Entwicklung und Beschreibung einer allgemeinen oder auf bestimmte Vorkommnisse spezifisch bezogenen Strategie zuwenden, mögen einige wesentliche Punkte und Zusammenhänge erläutert werden.

Die Schwierigkeiten welche sich der Islam ganz allgemein in der heutigen Zeit, global gegenübersieht, haben im Wesentlichen ihre Ursache im kollektiven Missverständnis bezüglich der Ziele des Islams, wenn wir Muslime nach Ursachen zu suchen bei uns selbst beginnen.

Die Nichtbeachtung, das Vergessen des korrekten islamischen Zieles lässt die Muslime weder eine gemeinsame erfolgreiche Strategie entwickeln, noch, selbst bei Vorhanden­sein einer korrekten Strategie, aufgrund der „Zielunschärfe“, diese erfolgreich zur Anwendung bringen.

Wie von einigen Muslimen besorgt bemerkt wurde, haben die Muslime zurzeit offensichtlich nur zwei Handlungsmöglichkeiten.
Egal was sie tun, ob sie agieren, ob sie reagieren, entweder „sie machen es falsch oder sie machen es falsch“.

Für uns hier in der Schweiz ist allerdings einzig und allein relevant, ob die muslimischen Gesellschaften, Organisationen und Gemeinschaften es zuwege bringen, erstens eine machbare, zeitgemäße und korrekte, für sie alle erfolgreiche, gemeinsame Strategie überhaupt erarbeiten zu können und zweitens, diese auch konsequent umzusetzen.

Dafür ist es vor allem unabdingbar, die ZIELE des ISLAMS einfach, verständlich und verbindlich nochmals zu formulieren und einander in Erinnerung zu heben.

STRATEGISCHES ZIEL des ISLAM/der MUSLIME

Bevor wir uns der Darstellung des strategischen Ziels des Islams zuwenden, darf festgestellt werden, dass es traurige Tatsache zu sein scheint, dass die Muslime das von Gott vorgegebene religiöse Ziel mit jenem vertauscht haben, welches die Glaubensverweigerer für sich selbst definiert haben und darüber hinaus, die Muslime sich mit größtem Bemühen anstrengen, diesen Shirk (diesen Dienst, dem Götzen namens „MACHT“ gewidmet. Audhu bil’Lahi mina ash Shaiytani rajim. Vor dieser verteufelten Irrung möge Gott uns bewahren. 

Der kapitalistische Westen strebt heute unverkennbar danach, seine globale, ja hegemoniale Vormachtstellung zu verteidigen und weiter auszubauen, wobei kaum ein Zweck oder Mittel tabu zu sein scheint, nach dem Motto:

„Mein Zweck heiligt meine Mittel.“

Auch die Mehrheit der Muslime scheint, wie vom Teufel geblendet, der eigenartigen Auffassung, dass es ihre, von Gott gewollte, heilige Aufgabe sei, die Macht, wie oben beschrieben, auf Erden zu erringen, darin mit den Nichtmuslimen zu wetteifern und dabei erwähnten Wahlspruch umzusetzen.

Dies ist gewiss eine falsche, von den islamischen Glaubensgrundsätzen nicht abgedeckte, verblendete, ego­zentrische Auffassung, welche den absoluten Vorschriften Allahs zuwider läuft und mit aller Kraft und Anstrengung bekämpft werden muss und tatsächlich bis zum Ende der Zeiten auch wird. Denn sie bedient polarisierenden Dualismus. Diese Einstellung, dieses verzerrte Glaubenskonzept führt geradewegs in den Krieg zwischen egomanischen, „einäugigen“ Menschengesell­schaften und hat nichts, rein gar nichts mit einem gerechten kleinen oder gar großen Dschihad zu tun.

Harte Worte? Wahre Worte – bi ithni Allah!

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Der Umgang der Religionen mit ihren Fundamentalisten

HERAUSFORDERUNG & VERANTWORTUNG

Der Umgang der Religionen mit ihren Fundamentalisten
Susanne Heine am 2.11.2014 vor dem Interreligiösen Runden Tisch – Zürich

Einleitung

Wer sind sie – unsere und eure Fundamentalisten? Traditionsbewusste, die einen frommen Lebenswandel pflegen, sind nicht schon Fundamentalisten. Und aufgeklärte Geister sind nicht notwendig frei von einem fundamentalistischen Kampfgeist. Wer auf die Fundamente der heiligen Schriften zurückgreift, ist nicht schon ein Fundamentalist; das hat auch die Refor-mation getan. Pietistische, evangelikale, erneuerungsorientierte Gruppen lassen sich nicht mit Fundamentalismus gleichsetzen, grenzen sich selbst oft von einer solchen Zuschreibung ab, können aber in ein fundamentalistisches Fahrwasser geraten.

Hier den gesamten FESTVORTRAG lesen: Susanne_Heine_2-11-2014