Archiv der Kategorie: Islam in der Schweiz

Händedruck spaltet Schweizer Muslime

Lieber Herr Hanel

Wie erwähnt meine Frage per Email.

Gestern in der „Arena“ (Ausschnitt siehe hier: http://www.watson.ch/Schweiz/Medien/817302834-Islam-%C2%ABArena%C2%BB–Alle-auf-den-Blancho-und-dann-l%C3%A4uft-der-Moslem-Pr%C3%A4sident-voll-ins-Messer-) kam es zu einer kleinen Kontroverse zum Thema Händeschütteln. Fids-Präsident Montassar Benmrad antwortete einer Zuschauerin, pensionierte Lehrerin, die von Fällen an Schulen sprach, wo muslimische Buben sich weigerten, Lehrerinnen die Hand zu geben. Benmrad gab dazu keine klare Stellungnahme ab (er sagte „Ja und Nein“.

Wie beurteilen Sie bzw. VIOZ diese Frage? Ist es in Ordnung, wenn Buben der Lehrerin den Händedruck verweigern?

Danke, schönes Wochenende,
Mit besten Grüssen
Patrik Müller

 

ANTWORT von Muhammad HANEL

Lieber Herr Müller

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich mir wie folgt zu beantworten erlaube.

Herrn Benmrads „Ja und Nein“ stimme ich zu.

Doch dazu einige kurze Erläuterungen, da die Zeit in der Arena je nicht ausreicht, um differenzierende Darlegungen auszubreiten.

Warum „JA“ habe ich in meinem, von Ihnen zitierten VIMENTIS BLOG zu einem guten Teil schon beantwortet.
https://www.vimentis.ch/d/dialog/readarticle/warum-gibt-ein-hoeflicher-muslim-einer-frau-nicht-die-hand/

Warum „NEIN“.
Diese Regelung der höflichen Zurückhaltung gilt nicht für Kinder (Knaben oder Mädchen), sondern für, im geschlechtlichen Sinne adoleszente Menschen BEIDERLEI Geschlechts. Also für junge geschlechtsreife junge Frauen und Männer gleichermaßen in Hinblick auf das jeweils andere Geschlecht.

Dies bei der Erziehung im privaten und im öffentlichen Rahmen zu berücksichtigen und damit zu respektieren wäre bestimmt ein kulturverbindender Auftrag für alle Beteiligten.

Darüber hinaus, sollte diese, im Wesen auf einen respektvollen Umgang mit dem anderen Geschlecht ausgerichtete Regelung nicht auf beste Weise, sondern auf eine UNHÖFLICHE, DEMÜTIGENDE, BELEIDIGENDE oder sonst irgendwie RESPEKTLOSE Art umgesetzt werden, ist hier das klare „NEIN“ … „SO NICHT“ — von Seiten der Muslime und natürlich auch von Seiten Andersgläubiger zu Recht angebracht.

Ich hoffe mit diesen Begründungen die beiden Ansichten, die zustimmende und die verneinende, nachvollziehbar gemacht zu haben.

Vor der Veröffentlichung ersuche ich Sie, mir meine Zitate IM KONTEXT zur Freigabe zuzusenden.

Mit besten Grüßen und auch Ihnen ein schönes Wochenende wünschend
Muhammad Hanel, 2.4.2016

 

Hier das Ergebnis im Druck:

 

Händedruck spaltet Schweizer Muslime

Patrik Müller ist Chefredaktor der Zeitung «Schweiz am Sonntag».

Ausgerechnet der Präsident des als liberal geltenden islamischen Dachverbandes distanziert sich nicht von Händedruck-Verweigerern an Schulen.

Die Frage von «Arena»-Moderator Jonas Projer war unmissverständlich: «Muss man es akzeptieren, wenn ein Schüler sagt, er wolle der Lehrerin die Hand nicht geben?» Vom Präsidenten der Föderation islamischer Dachorganisationen (Fids) hätte man eigentlich ein klares «Nein» erwartet. Denn der wichtigste Muslim-Verband der Schweiz gilt als gemässigt und liberal. Doch Montassar Benmrad, erst seit vergangenem Sommer im Amt, wich der Frage vorgestern Freitagabend zuerst aus. Nachdem Projer sie wiederholt hatte, antwortete Benmrad: «Ja und nein.» Dann ergänzte er: «Ich würde sagen, eher nein. Auf der anderen Seite, wenn jemand solche Sachen sagt, würde ich eher mit ihm diskutieren.»

Der oberste Muslim im Land präzisierte gestern gegenüber der «Schweiz am Sonntag», er selber gebe Frauen die Hand und empfehle es den muslimischen Schülern ebenfalls, um Respekt gegenüber den Lehrpersonen zu zeigen. Benmrad wirbt aber um Geduld mit Muslimen, die es anders halten und denken, dass es respektvoll sei, die Hand eben gerade nicht zu geben. «Mit solchen Schülern sollte man den Dialog suchen», sagt Benmrad, «und ihnen erklären, dass es in der Schweiz ein Zeichen von Respektlosigkeit sei, die Hand nicht zu geben».

Eindeutig ist die Meinung von Emine Sariaslan. Sie ist Präsidentin des Forums für die Integration der Migrantinnen und Migranten, will ihre Aussagen aber als Privatperson machen. «Die Regeln an einer Schule und überhaupt in unserer Gesellschaft sollten für alle gelten.» Sie erlebe es an Schulen immer wieder, dass muslimische Kinder in einen Loyalitätskonflikt kämen, wenn sich die Regeln des Elternhauses von jenen der Schule unterscheiden. «Aber den Kindern ist mit Sonderregeln an Schulen nicht geholfen.»

Aus welchen Gründen Oberstufenschüler den Händedruck ablehnen, erklärt M. Muhammad Hanel, Mediensprecher der Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ). In einem Blog legt er ausführlich dar, was für das Berührungsverbot spreche: Es gehe um Höflichkeit, um Respekt und auch um «Hochachtung vor der selbstbestimmten Souveränität jedes Individuums». Bezogen auf die Schule ergänzt er: «Diese Regelung der höflichen Zurückhaltung gilt nicht für Kinder (Knaben oder Mädchen), sondern für adoleszente Menschen beiderlei Geschlechts. Also für geschlechtsreife junge Frauen und Männer gleichermassen in Hinblick auf das jeweils andere Geschlecht.»

Weiterlesen: http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/nachrichten/haendedruck_spaltet_schweizer_muslime/
HIER zum nächsten Interview RSI

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Hier meine Antwort auf Herrn ZOLLER im Vimentis BLOG

Sehr geehrter Herr Zoller

Vielen Dank für die Aufrichtigkeit in Ihrer Antwort.
Natürlich ist das Thema ein zwiespältiges und daher sollte die Lösung nicht einfältig sein – da es zwei berechtigte – anscheinend diametral gegenüberstehende „Ansätze und Anschauungen“ – dazu gibt.

Wie Sie allerdings richtig andeuten, wäre das im Auge zu behaltende und zu berücksichtigende Oberprinzip um welches es geht, nicht einer nationalen Gepflogenheit, sondern einer gemeinsam zu tragenden WERTEHALTUNG zu folgen.

Und dies ist DER RESPEKTVOLLE GEGENSEITIGE UMGANG.

Wie Sie dies bereits sagten und dies auch in meinem ursprünglichen Interview (in welchem dieser Teil allerdings bei der Veröffentlichung unterschlagen wurde) auch explizit gesagt wurde.
Hier nachzulesen:
https://hanelislam.com/2016/04/03/haendedruck-spaltet-schweizer-muslime/

Und – SELBSTVERSTÄNDLICH kann der GEGENSEITIGE RESPEKT zwischen MANN und FRAU auch OHNE körperliche Berührung zum Ausdruck gebracht werden!

Wer auf Gegenteiligem BESTEHT, verdient „… “ (nach Belieben ergänzen)

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LETZTE AUSGABE – GSIW newsletter

Sehr geehrte Leser des GSIW – Newsletters

NEWSLETTER 111 – März 2016    

Hier der Link zur  PDF  Ausgabe März 2016:   

http://www.gsiw.ch/newsletter111-03-16.pdf 

GSIW – NEWSLETTER ARCHIV                                                                               

GSIW –  FORUM                                                                                    

GSIW – HP   KONTAKT: m.hanel@gmail.com  

 

Diese Ausgabe des GSIW Newsletters wird bis auf weiteres die letzte sein. Der Autor ist nach beinahe 10-jährigem ununterbrochenem Engagement, diese monatliche Informationsschrift herauszugeben und aufgrund … – 60 Jahre und müde geworden …

Es bleibt noch zu sagen: Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Interesse.     

Das GSIW FORUM ist weiterhin offen und gerne können dort Kommentare zu den verschiedensten Themen verfasst oder Fragen geschrieben werden.

Auch auf meiner HOMEPAGE, ISLAMHEUTE als BLOG geführt, stehe ich weiterhin gerne zu Verfügung.


Mit besten Grüssen

M.M.HANEL
Vizepräsident GSIW
www.gsiw.ch
www.islamheute.ch

2015 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 8.600 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 3 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

ALLAH führt den rechten Weg, wen ER will

ALLAH führt den rechten Weg, wen ER will

Lieber Herr Hanel,

schon lange habe ich eine Frage im Zusammenhang mit einem Satz aus dem Koran, für die ich bis jetzt keine Antwort bekommen konnte. Nun habe ich gedacht, auf Sie zuzukommen; vielleicht haben Sie eine Erklärung oder Interpretation dazu.

Der Satz „Gott führt zu seinem Licht, wen Er will“ kommt in verschiedenen Suren vor (z.B. in der Sure des Lichtes und in der Fatiha). Wie ist er genau zu verstehen? Wenn ich ihn so lese, habe ich den Eindruck, dass nur gewisse Menschen „auserwählt“ sind, Gottes Weg zu folgen. Darin sehe ich aber eine Diskrepanz zu den göttlichen Attributen der Liebe und des Erbarmens.

Besten Dank.
Freundliche Grüsse
MLZ

 

Liebe Frau Z.

Herzlichen Dank, dass Sie mein Angebot angenommen haben, gibt dies mir doch die Gelegenheit gleich auf einige wesentliche, doch meist übersehene Fakten hinzuweisen.

Unten finden Sie 2 eindeutige Verse aus dem Qur’an, welche auf Ihre Frage Bezug nehmen. Sie können dies in dem blauen Qur’an den Sie von mir bekommen haben nachlesen (unten ist allerdings meine eigene Übersetzung und daher wird es kleine Abweichungen geben, die aber keinen Einfluss auf den Sinn haben). 
 

1.) Wird klar, warum es für Muslime essentiell ist, dass der Qur’an in Arabisch seine unbedingte Verbindlichkeit behält und jede Übersetzung nur als Interpretation zu erachten ist.

2.) Ist der Hinweis fällig, dass selbst die meisten Muslime auf der Welt NICHT des Arabischen mächtig sind und daher von den Übersetzungen/Interpretationen in ihrem Religionsverständnis abhängig sind.

3.) Sollte gewusst werden, dass viele Muslime welche den Qur’an vollständig auswendig zu rezitieren vermögen, NICHT wissen, welchen Inhalt sie vortragen.

4.) Ist sehr interessant zu wissen, dass die meisten Muslime auf der Welt diese Verse so interpretieren, wie SIE dies aus den Ihnen bislang vorliegenden Übersetzungen bekannt ist.

5.) Noch interessanter ist, dass Arabisch sprechende Menschen überhaupt kein Problem damit haben diese Verse sowohl aktiv – wie passiv (aus der Sicht des Menschen) zu übersetzen, sie jedoch stets die passive mitzuteilen vorziehen … darüber zu sprechen wäre ein eigenes Kapitel.

WAS meine ich mit “passiv”:
„Er lässt in die Irre gehen, wen Er will, und rechtleitet wen Er will“.
Dies ist die gängige Variante, die sprachlich (arabisch) völlig richtig ins Deutsche übersetzt ist. Sie ist aber eben nur EINE
der beiden gleichermaßen arabisch grammatikalisch richtigen Übersetzungen – die, wenn NUR diese Variante gepflegt wird, eben den Eindruck entstehen lässt, Gott wäre ein willkürlich waltender und schaltender Tyrann, der NUR ganz nach Seinem Gutdünken die einen in das Paradies und die anderen in die Hölle schickte.

Dazu ist zu sagen, dass SELBSTVERSTÄNDLICH Gott die ABSOLUTE Herrschafts- und Verfügungsgewalt innehat, die letztlich nicht hinterfragt werden KANN! (Weil absolut!)

Doch vergessen die Menschen, ja die meisten Muslime sogar, dass Gott den Menschen mit einem besonderen Geschenk
begabt hat, durch welchen Er ihn vor aller Schöpfung ausgezeichnet, darf sagen, bevorzugt hat. Nämlich, mit einem freien Willen, der es dem Menschen erlaubt (im Gegensatz zu all anderer Schöpfung) sich Gott willentlich NICHT zu ergeben (alle andere Schöpfung, welche diese Möglichkeit “NEIN” zu sagen nicht hat, gehorcht Gottes Willen, Gesetz, Wort ohne Widerwillen oder Ungehorsam.
ALLES in der “freienwillen-losen” Welt, die Sterne, die Bäume, die Ameisen … einfach ALLES gehorcht dem Befehl, dem Willen Gottes, welche in der Stimme der in den Dingen angelegten physikalischen, biologischen, etc. also umfänglich natürlichen Naturgesetzlichkeit zu den Dingen, Wesen “spricht”.

Dies im Sinne habend, macht es für einsichtig denkende Menschen doch klar, dass oben erwähnte “passive” Übertragung zwar korrekt sein muss, doch eben nicht vollständig sein kann
. Da in den Übersetzungen allerdings DURCHGEHEND diese “passive” Version gebraucht wird … bleibt eine LEERE.
LEIDER wird sie nicht einmal durch Nachfrage von Seiten der Muslime selbst gefüllt.

Diese LEERE wäre natürlich durch eine “aktive
” Variante zu füllen. Doch – überraschenderweise musste auch ich mind. 15 Jahre lang Muslim sein, um sie endlich zu entdecken – da sie, wie gesagt NICHT Bestandteil des gängigen Massenbewusstseins (muslimischen wie nichtmuslimischen) ist.

Was meine ich mit “aktiver” Variante:

„… und rechtleitet den, der [rechtgeleitet werden] will“
Um über das explizite Vorhandensein dieser aktiven Variante überhaupt bewusst zu werden, bedarf es eben der sprachlich einwandfreien Beherrschung des Arabischen.

Der arabische Originaltext ist semantisch so gestaltet, dass BEIDE Interpretationen sprachlich KORREKT sind.

a.) NUR Gott ist als Rechtleitender aktiv … das MUSS das grundlegende Verständnis bleiben, da Gott die absolute URSACHE aller Ursachen ist und der Mensch hat KEINEN Anteil (= passiv) an dieser alleine Gott vorbehaltenen AKTION (der Rechtleitung).

b.) Gott bleibt als Rechtleitender aktiv, doch lässt den Menschen Anteil (= aktiv) daran haben.
(Siehe auch Qur’an 13:11 „… Gott ändert nicht das Schicksal eines Volkes, ehe sie (die Individuen) nicht ändern, was in ihren Herzen ist“.)
Sonst wäre Gott als Machthabender zu bezeichnen, welcher Sein Gnadenschenk (den FREIEN WILLEN), welches Er dem Menschen überließ selbst nicht wertschätzte – und das wäre ja eine höchst UNWÜRDIGE Eigenschaft des über Alles HÖCHSTERHABEN!

Deshalb trifft Gott im Qur’an in ein und der selben Wortfolge zwei einander ergänzende und vervollkommnende Aussagen – indem er in dieser zweiten Bedeutung hervorhebt, dass jene Menschen, welche Gottes Rechtleitung wirklich FREI-WILLENTLICH WOLLEN gewiss auf Sein Wort zählen dürfen – RECHTGELEITET zu werden.


Sie sehen, sehr geehrte Frau Z. – Islam ist ein Feld, welches WOHL bestellt sein will, will man dessen süße Früchte ernten … doch die Kunst des rechten Säens, Kultivierens und Erntens ist selten und sehr kostbar, wenn nicht beinahe unerkannt geworden.

Hoffe mit meinen etwas umfangreich ausgefallenen Darlegungen Ihre Frage genugtuend beantwortet zu haben, isA.

Gerne höre/lese ich wieder von Ihnen.

Mit besten Empfehlungen Muhammad Hanel



14: 4

UND NIEMALS haben Wir einen Gesandten anders entsandt, als [mit einer Botschaft] in seines eigenen Volkes Sprache, damit er ihnen [die Wahrheit] klar machen möge;[1] doch Gott lässt den in die Irre gehen, der [in die Irre gehen] will, und leitet jenen, der [geleitet werden] will – denn Er alleine ist Allmächtig, wahrhaft Weise.[2]


——————————————————————————–

[1] Da jede göttliche Schrift vom Menschen verstanden werden sollte, ist es offensichtlich, dass jede in der Sprache jenes Volkes abgefasst worden sein musste, an welches sich der entsprechende Prophet in erster Linie richtete; und der Qur’an ist trotz seiner universellen Bedeutung – in dieser Hinsicht keine Ausnahme (vergl. die Anmerkung zu 7:158).

[2] Oder: „Gott lässt wen Er will in die Irre gehen und rechtleitet wen immer Er will“. Alle Qur’anischen Referenzen auf Gottes, „den Menschen in die Irre gehen lassen“ müssen vor dem Hintergrund von 2:26-27 verstanden werden – „niemanden lässt Er in die Irre gehen, außer die Unrechtschaffenen, die ihren Bund mit Gott brechen“ (in Bezug auf den letzteren Begriff, siehe die Anmerkung zu Sure 2:27): das soll heißen, dass des Menschen „in die Irre gehen“ eine Folge seiner eigenen Haltungen und Neigungen ist, und nicht ein Ergebnis widriger „Prädestination“ im geläufigen Sinne des Wortes (vergl. die Anmerkung zu 2:7). In seinem Kommentar zu obigem Vers hebt Zamakhshari den Aspekt des menschlichen freien Willens hervor und betont, dass „Gott niemals jemanden in die Irre gehen lässt, außer einen, der, wie Er weiß, niemals zum Glauben gelangen wird; und Er rechtleitet niemanden, außer den, von dem Er weiß, dass Er zum Glauben gelangen wird. Daher bedeutet [der Ausdruck] „in die Irre gehen lassen“, dass „Gott jemanden alleine lässt (takhliyah) und ihm alle Gunst entzieht, wohingegen der Ausdruck „Rechtleitung“, [Seine] Gnadengewährung (tawfiq) und Gunst bedeutet … Daher lässt Er keinen im Stich, außer den, der es verdient, (der es durch seine „unnachgiebige, hals­starrige Leugnung der Wahrheit“, sozusagen selbst „wünscht“ und bedingt; siehe auch den Ausdruck in der deutschen Sprache in Bezug auf das Bedauern nach geschehenem Unglück: „du wolltest es ja nicht anders“; MMH) im Stich gelassen zu werden, und er gewährt Seine Gnade keinem, außer dem, der es verdient (es durch seine Anerkennung der Wahrheit und der Befolgung dessen, was für ihn gut ist, wünscht und bedingt; siehe auch den Ausdruck in der deutschen Sprache: „wer sich selbst hilft (indem er sich an das Richtige hält), dem hilft Gott; MMH) begünstigt zu werden“. In seinem Kommentar zu einem gleichen Ausdruck in 16:93 sagt Zamakhshari: „[Gott] lässt jenen im Stich, der, wie Er weiß, sich [bewusst] dazu entscheidet, die Wahrheit zu leugnen und in dieser [Leugnung] beharrt; … und Er gewährt Seine Gunst jenem, der, wie Er weiß, sich für den Glauben entscheidet: was bedeutet, dass Er die Angelegenheit vom freien Willen [des Menschen] abhängig macht (al-ikhtiyar), (um so entweder [Gottes] Gunst oder die Rücknahme [Seiner Hilfe] zu verdienen … und sie nicht vom Zwang [d.h. Prädestination] abhängig macht, die allen Erwerb [des Menschen] von oben erwähntem ausschlösse.“



16: 93

Denn, hätte Gott so gewollt, hätte Er euch alle zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht;[1] doch, Er lässt den in die Irre gehen, der [in die Irre gehen] will, und leitet den recht, der [rechtgeleitet werden] will;[2] und ihr werdet sicherlich für alles zur Rechenschaft gezogen werden, was ihr getan habt![3]
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[1] D.h., durch gegenseitig anerkannte moralische Werte aneinander gebunden. Siehe in diesem Zusammenhang 10:19 und die entsprechenden Anmerkungen dazu. Für eine Erläuterung der Bedeutung von ummah wahidah („eine einzige Gemeinschaft“) und den damit verbundenen Implikationen, siehe die beiden Anmerkungen zu Sure 2:213.

[2] Oder: „Er lässt in die Irre gehen, wen Er will, und rechtleitet wen Er will“. Bezüglich des Problems des freien Willens versus Vorherbestimmung, welches dem Anschein nach in der Lehre von, „den Menschen in die Irre gehen lassen“ oder alternativ „ihn rechtleitet“, mit eingeschrieben ist, siehe die zweite Anmerkung zu Sure 14:4 .

[3] In Anspielung auf die irrtümliche Idee, dass des Menschen gute oder böse Taten – und daher auch seine Neigungen und daraus resultierende Einstellungen – von Gott „vorbestimmt“ wären und nicht wirklich das Ergebnis seines freien Willens wären, rundet Zamakhshari (von mir in der Anmerkung zu Sure 14:4 erwähnt) seine Ansicht hinsichtlich dieser Problematik mit den Worten ab: „Wenn [es wahr ist, dass] Gott [die Menschen] zwingt in die Irre zu gehen, oder alternativ, Seiner Rechtleitung zu folgen – warum sollte Er dann ihre Taten als etwas bestimmt haben, wofür sie Rechenschaft abzulegen haben?“

 

Der Medienspiegel von kath.ch – Stichwort ISLAM

Es ist schier unglaublich, wie islamrelevante Artikel in ihrer Zahl explodiert sind – vergleichen Sie dies anhand des GSIW Newsletters. Hier der LINK zum Archiv

Nun hier die Artikel, wie sie vom katholischen Medienspiegel in der Schweiz gesammelt wurden:
Hier der LINK zu diesem kompetenten Medienspiegel

Salafisten missionieren auf Zürcher Strassen

«Die wahre Religion» warb vergangene Woche in Winterthur und Zürich um neue Mitglieder. Die salafistische Organisation vertritt einen radikalen Islam.

Der Bund, 27.01.2015

Wie reagieren auf das Phänomen «Pegida»?

Die «Pegida»-Bewegung in Deutschland sorgt international für Schlagzeilen. Mit welchen Strategien die Politik nun versucht, mit dem Phänomen umzugehen, erklärt NZZ-Korrespondent Markus Ackeret im Interview.

NZZ, 27.01.2015

Top-Fokus: Wie wird der Islam wahrgenommen?

Top-Fokus: Wie wird der Islam im Sendegebiet von Tele Top wahrgenommen?

Tele Top, 27.01.2015

Jede Woche Drohbriefe

Der Terroranschlag auf «Charlie Hebdo» hat die Stimmung gegen die rund 430000 Muslime in der Schweiz angeheizt. Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), zeigt sich besorgt und wünscht sich vom Bundesrat ein Zeichen der Solidarität.

Walliser Bote, 27.01.2015

Der Irrglaube der religiösen Integration

Zur Forderung der Muslim-Organisationen zur staatlichen Anerkennung des Islam in Basel.

Basler Zeitung, 27.01.2015

Weiterlesen

Offene Fragen nach Pariser Massaker

Ein Gespräch auf TELEZÜRICH

Das gestrige Massaker bei der Pariser Zeitung „Charlie Hebdo“ macht weit über Frankreichs Grenzen und die Medienbranche hinaus betroffen. Einen Tag danach drängen sich zudem zahlreiche Fragen auf: Tickt in Frankreich eine gesellschaftliche Zeitbombe? Darf man sich in diesem angespannten Umfeld über den Islam lustig machen? Die kontroverse Diskussion heute im „TalkTäglich“.
Gäste:
  • Gilbert Casasus, Frankreich-Experte
  • Muhammed Hanel, Pressesprecher Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich
  • Erich Gysling, Journalist

Hier ist die SENDUNG anzusehen

Einige Anmerkungen zur Sendung:

Tickt eine gesellschaftliche Zeitbombe …
Tickt immer, wenn es in einer Gesellschaft angeblich oder tatsächlich kontroverse Machtinteressen gibt.

Darf man sich über den Islam lustig machen?
Geschlossene Fragen haben nicht nur etwas unprofessionelles, sondern auch etwas heimückisches an sich.

Die wesentlichen Fragen scheinen mir eher zu sein:
Gibt es einen Unterschied zwischen:

  • sich „lustig machen“, jemanden „beleidigen, verspotten und kränken“ und einer „satirisch verpackten Kritik an Missständen“ – und
  • „WAS ist einem Menschen HEILIG“ und
  • zeugt es von Kultur, Bildung und Anstand, ist es Zeichen der Aufklärung, der Reife, des Respekts jemandes HEILIGE zu verspotten? (die Ehre der Ehefrau z.B., das Andenken der Mutter? Die Opferbereitschaft, Tatkraft und Verlässlichkeit der Väter?) Welch böser Vergleich wäre doch: „die Medien – eine H. à ein bestimmter oder alle Journalisten wären daher Z.?

Wäre es bei aller legitimen Kontroverse nicht ein lohnenderes Ziel zu Antworten zu finden, nach Erklärungen zu forschen, die auch gemeinsam vertreten werden können?

Zur Frage der Pressefreiheit und dem Recht auf dieselbe:
Sind sie dafür oder dagegen? (siehe geschlossene Fragen)

Es gehört zur Ehre des Menschseins, sich den Mund nicht verbieten zu lassen – schon gar nicht gegen Ungerechtigkeit … dies ist eine zutiefst islamische Überzeugung!

Vielmehr gilt es bei diesem Fragenkomplex zu bedenken, dass jedem Recht – ein UNRECHT entgegensteht, jedem rechten Gebrauch – ein unrechter MISSBRAUCH!
Wäre es nicht auch bei dieser Frage nicht sinnvoll, sich um eine gemeinsam getragene Definition der Grenze zwischen diesen Polen zu bemühen?

Wie die VIOZ zu dieser Katastrophe steht – wie sie darauf reagiert?
Nun die Mitglieder des Vorstands sind jedenfalls zutiefst BESTÜRZT (eine normale Reaktion auf böswillige Gewalt) – mit BETROFFENHEIT (es wurde inzwischen gut vorbereitet political correct, die Taten einzelner Muslime oder höchst zweifelhafter muslimischer Gruppierungen, ALLEN MUSLIMEN in sippenhafter Manier anzulasten) – mit BEFÜRCHTUNGEN hinsichtlich der Stabilität des gesellschaftlichen Friedens in der Schweiz.

ISLAM und DEMOKRATIE in der SCHWEIZ

Veranstaltung „ISLAM und DEMOKRATIE in der SCHWEIZ“ 22.11.2014

 

INPUT KANDAL & DETTWYLER:
Statistiken zu Muslimen und muslimischen Dachverbänden in der Schweiz

INPUT Prof. SCHULZE Bern –
hier der LINK zu seiner PRÄSENTATION

Kurz in Stichworten:
Das Gespräch über das „Verhältnis von Religion/Islam und Politik“ IST eine POLITISCHE Diskussion.

Für MUSLIME ist nicht nur deshalb diese Diskussion irrelevant, da sie das STAATSBÜRGERLICHE Verhältnis beachten und betrachten. (FAKTISCH gibt es gross- mehrheitlich die Zustimmung … also WARUM diese Debatte?)

Wie schaut es für die Zukunft aus?

ISLAM = ein DICHTER BEGRIFF = kein Name, sondern PROGRAMM = SACHVERHALT + (ind. & koll.) BEWERTUNG (gilt z.B. auch für den Begriff „MORD“).

Der Muslim wird also „vermessen“ mit der Vorstellung, welcher der Messende zum Begriff ISLAM und MUSLIM hat Konflikt zwischen den „EIGEN- und FREMD MESSWERTEN“ ist programmiert. Daher fragt die Muslime und nehmt ihre Aussagen WAHR im wahrsten Sinne des Wortes.

ISLAM = vielmehr das ERGEBNIS des TUNs der MUSLIME

Gefahr der Anhänger der Anhänger 100%iger NORMENORDNUNG ist gegeben (= Normen müssen nicht mehr über WERTE definiert werden).
Das andere Extrem = Werte brauchen nicht mehr über Normen geschützt werden.

Der WEG der MITTE ist zu suchen!
WERTE ohne NORMEN – NORMEN ohne WERTE kann es nicht geben.

Im ISLAM ist eine Trennung von STAAT und RELIGION DURCHAUS möglich und das Gegenteil nicht unbedingtes Programm (Seite 11)
Einige Statistiken über die Pressemeldungen über:
„ISLAM“ + „DEMOKRATIE“
„Judentum + Demokratie“
„Christentum + Demokratie“

KONFLIKTLÖSUNGEN über die SOLIDARITÄTSBEFÖRDERUNG !

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