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BMK & öffentlich rechtliche Anerkennung

Sehr geehrter Herr Hanel

Momentan studiere ich Recht an der Universität Fribourg.
Ich schreibe meine Masterarbeit im Bereich der öffentlich-rechtlichen Anerkennung von jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften im Kanton Basel-Stadt.
In einem Teil meiner Arbeit untersuche ich, ob die BMK die Voraussetzung für eine kantonale Anerkennung im Kanton Basel-Stadt erfüllt. Ich wurde von Herr Karatekin gebeten, Sie diesbezüglich zu kontaktieren. Könnten Sie sich vorstellen noch heute ein Telefoninterview mit mir zu führen? Es würde nicht länger als 30 Minuten dauern.

Mit freundlichen Grüssen
Vania

    1. Inwiefern kann der BMK eine genügend grosse gesellschaftliche Bedeutung zugemessen werden?

      Durch ihr seit beinahe 20-jähriges Bestehen (Gründung 1997) und der Übernahme unterschiedlicher Aufgaben und Tätigkeiten* kommt der BMK eine grosse gesellschaftliche Bedeutung zu, besonders in den Bereichen Integration, gesellschaftlicher Dialog und Aufrechterhaltung des Religionsfriedens.

      * Einige Aufgaben und Tätigkeiten der BMK.
      – Ansprechpartner bei Fragen im Zusammenhang mit dem Islam gegenüber den Behörden, der
      Öffentlichkeit und den Medien.

      – Schnittstelle zwischen islamischen Organisation und Behörden auf Bundes-, Kantonal- und
      Gemeindeebene.
      – Förderung einer positiven Präsenz der Muslime und einer von allen Seiten akzeptablen
      Integration der islamischen Gesellschaft in die hiesige Gesellschaft.
      – Kontakte zu muslimischen Organisationen im nationalen und internationalen Bereich
      – Förderung und Führung des Interreligiösen Dialogs und des Runden Tisches.

    2. Die Religionsgemeinschaft sollte eine gewisse Grösse aufweisen, damit man diese anerkennen kann. Was ist die effektive Mitgliederzahl der BMK?

      Der BMK gehören 22 Mitgliedervereine und Stiftungen an. Die Mitgliederzahl, die derart der BMK verbunden sind und sich aus den Mitgliederzahlen der angeschlossenen Organisationen ergibt, beträgt in etwa 2200 Aktivmitglieder plus deren Familienangehörigen.

    3. Inwiefern trägt die BMK zur Respektierung des Religionsfriedens und der Rechtsordnung bei?

      Die BMK versteht sich als typisch schweizerische Organisation, ist als Verein nach dem ZGB organisiert und bezieht ihre Identität und Handlungsrichtlinien aus dem umfänglichen Bekenntnis zur Schweizer Rechtsordnung und gestaltet ihre Aktivitäten gemäss dieses Bekenntnisses.

    4. Wie ist die Finanzverwaltung der BMK ausgestattet?

      Die Finanzverwaltung ist gemäss den, für Schweizer Vereine gesetzlich geforderten Richtlinien gestaltet und erfüllt somit alle juristischen Erfordernisse. Die Einkommen der BMK setzen sich zusammen aus je 200.- CHF Mitgliedsbeiträge der Vereine, Spenden und Gönnerbeiträge. Hinzu kommen noch Einkünfte aus Veranstaltungen, welche allerdings gerade wieder für die Finanzierung dieser Veranstaltungen verbraucht werden.

    5. Wie gestaltet sich der Austritt aus einer islamischen Religionsgemeinschaft? Was für einen Beitrag leistet die BMK dazu bei?

      In diesem Zusammenhang verweise ich Sie auf ein Interview, welches ich der NZZ zum Thema gegeben habe.
      https://hanelislam.com/2015/01/28/steiniger-weg-zur-offentlich-rechtlichen-anerkennung/
      Ein muslimischer Verein in der Schweiz ist eine zivile juristische Person und daher der Schweizer Gesetzlichkeit unterworfen. Es stellt also grundsätzlich überhaupt kein Problem dar – weder juristisch noch theologisch – einem muslimischen/islamischen Verein oder einer muslimischen Gemeinschaft, welche nach öffentlich rechtlicher Anerkennung strebt oder diese bereits genießt, beizutreten und/oder diese wieder zu verlassen.

    6. Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

      Ein auf Sachlichkeit und rechtsstaatlich unzweifelhaftes und ordentlich ausgerichtetes Verhältnis der muslimischen Gemeinschaft zur Mehrheitsgesellschaft.

Dschihad & Muslime – ein Radio Interview, das nicht on-air ging

Diese Anfrage vom SRF (Schweizer Rundfunk und Fernsehen) wurde beantwortet und doch ging das Interview nicht on-air.

Die Begründung:
Ich zog mein Einverständnis zurück, da nur ein einziger Satz gesendet worden wäre (siehe rote Kennzeichnung) und – das ist wesentlich – die die Wortwahl der Frage derart geändert wurde, dass meine Antwort einen Kontext untermauert hätte, den ich nicht mittrage(n kann, soll, darf und will).
Der 40 minütige Disput mit dem leitenden Redakteur, der unbedingt eine Freigabe erwirken wollte – blieb aus Gründen, de ich gerne in einem „MEDIENSEMINAR im Umgang mit MUSLIMEN“ für Journalisten erläutere … ein LEHRSTÜCK!

Es gibt zwei Varianten. Die ursprüngliche (ganz unten) und die verkürzte darüber.

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Guten Tag Herr Hanel

Wie besprochen sende ich Ihnen einige Fragen zur Problematik, dass offenbar verschiedentlich Jugendliche aus dem Raum Zürich in den Dschihad gereist sein sollen.

–       Wie steht die Vioz zum Dschihad, z.B. in Syrien im Allgemeinen?

Der Begriff Dschihad wird in seiner umfänglichen Bedeutung meist missverständlich und einseitig fokussiert gebraucht. Daher im Namen der VIOZ zur Erinnerung:

In erster Linie bezeichnet dieser Fachausdruck die Bemühung der Menschen ihre eigene Triebseele zu beherrschen – oder umgangssprachlich gesagt, den „inneren Schweinehund“ unter Kontrolle zu bringen.

Erst in zweiter Linie bezeichnet dieser Begriff eine kriegerische Auseinandersetzung.

Die VIOZ stellt hiermit erneut unmissverständlich klar, dass sie sogenannte „dschihadistische“ Ideologien und daraus resultierende Handlungen ganz allgemein und im Zusammenhang mit den Vorgängen in Syrien oder sonst wo auf der Welt grundsätzlich ablehnt.

Im Übrigen ist der Begriff im zeitgemäßen globalen politischen Kontext unter den muslimischen Gelehrten in Bezug auf die Gültigkeit seiner Umsetzung höchst umstritten.

–       Offenbar sollen Jugendliche gezielt für den Dschihad angeworben werden, zum Teil soll diese Anwerbung auch in Moscheen stattfinden: Ist Ihnen dieses Problem bekannt?

Junge Menschen für kriegerische Auseinandersetzungen in der Moschee anzuwerben ist in der Schweiz bestimmt kein Unternehmen, welches mit dem Wissen der Moscheeverantwortlichen durchgeführt wird, ohne sofort gestoppt und verboten zu werden.

Eine Moschee ist allerdings nicht nur ein Ort religiöser Erbauung, sondern auch öffentlicher sozialer Treffpunkt an welchem über alles, sozusagen über Gott und die Welt gesprochen wird. Dass auch in Moscheen, wie an sonst jedem anderen beliebigen Ort Kontakte mit höchst unterschiedlichen Motivationen geknüpft werden können, (kann, darf und) sollte von keiner vernünftigen Person negiert werden.

–       Die Moscheen sagen stets, sie wüssten nichts davon oder sie geben gar keine Auskunft, Imame oder andere Verantwortliche sind nicht erreichbar: Verschliessen sie da zu fest die Augen, bräuchte es ein Umdenken?

Es scheint wirklich so zu sein, dass die Medien über die aktuellen Vorfälle in der Schweiz früher und besser informiert sind, als die Muslime selbst. Eigentlich kein Wunder, da die Haltung der Imame, der Moscheevereinsführung und der VIOZ klar ist. Daher werden Personen, welche sich als Rekrutierer für ausländische Kriegs- oder terroristische Handlungen betätigen möchten, nicht augenfällig agieren.

Dass die Muslime sich vermehrt weigern, den Medien Auskünfte zu geben ist einfach erklärt. Die Medien beherrschen jedenfalls den kompetenteren Umgang mit der Sprache und üben zusätzlich durch ihr mehrheitlich selektives, willkürliches und verkürztes Zitieren ursprünglicher Aussagen ihre Macht gesellschaftlicher Beeinflussung auf eine Art und Richtung aus, welche die Muslime nicht zu unterstützen bereit sind.
(Nachträgliches Kommentar: ein Umstand, der sich gerade bei diesem Interview wieder bewahrheitet hat 😦 )0

Ein Umdenken muss tatsächlich stattfinden. Und zwar in der ganzen Gesellschaft – es geht also vielmehr um das ÖFFNEN der Augen jener Tatsache gegenüber, dass nicht die Muslime oder deren Moscheen die erste Ursache für höchst schädliche Entwicklungen und in das Zentrum der Beachtung medialer und somit gesellschaftlicher Verdächtigung und Verursachung gerückt werden. Die Thesen von Jürgen Todenhöfer (nachträglich eingefügt: und die These, dass die militärischen Drohnen über muslimischen Ländern die besten Rekrutierer für den „islamistischen Dschihad sind,) dürfen in diesem Zusammenhang studiert werden!

–       Von Fachstellen wird bemängelt, dass in den Moscheen keine Jugendarbeit gemacht wird, das wäre dringend nötig. In dieser Richtung gibt es tatsächlich noch kein Angebot?

Ja natürlich gibt es auf diesem Gebiet einen Mangel festzustellen und doch – die Muslime bemühen sich ständig, diesbezügliche Angebote zu entwickeln und umzusetzen – doch es mangelt den Muslimen einfach an jenen Ressourcen, welchen staatlichen oder kirchlichen Organisationen und Institutionen zu Verfügung stehen, um professionelle Jugendarbeit durchzuführen.

–       Wenn nicht, wurde in Sachen Jugendarbeit schon etwas angedacht?

 

–       Wenn ja, was konkret?

Hierbei sind vor allem die Bemühungen und Veranstaltungen der Jugendlichen selbst zu erwähnen, die natürlich ihre eigene Zukunft gerne positiv selbst gestalten möchten. Ich nenne nur beispielhaft die Veranstaltungen studentischer Organisationen wie den Freitagsclub, die MSAZ oder die der Ummah. Auch muslimische Dachverbände wie die VIOZ oder VAM und selbst einzelne Moscheevereine bemühen sich z.B. mit Lagern für Jugendliche oder Familien in dieser Hinsicht aktiv zu werden. Doch – ich wiederhole mich – es fehlt ganz einfach an den Ressourcen, um hier wirklich zeitgemäß agieren zu können.

– Bezüglich fehlender Ressourcen würde ich sie dann gerne noch fragen, was ihre Ideal-Vorstellungen sind, um zu mehr Ressourcen zu gelangen.

Dafür gibt es verschiedene Ansätze.

  • Die öffentlich rechtliche Anerkennung muslimischer Gemeinschaften,
  • die finanzielle Unterstützung für diesbezügliche muslimische Projekte
  • oder ganz allgemein – und dies ist meine persönliche Präferenz – die offene und finanziell gesicherte KOOPERATION also ZUSAMMENARBEIT entsprechender Fachstellen mit kompetenten Vertretern aus der muslimischen Gesellschaft.

Für meinen Beitrag über Jugendliche, die in den Dschihad reisen, spreche ich auch noch mit verschiedenen anderen Personen: Zum Beispiel mit 2 Fachstellen, die sich mit radikalisierten Jugendlichen befassen und mit einer Professorin, die in diesem Gebiet Forschungen betreibt. Gerne würde ich dazu auch die Sicht der VIOZ darstellen.

Über einen Anruf würde ich mich sehr freuen. Wie gesagt, sind wir beim Radio auf Töne angewiesen. Ich würde ihnen die Fragen deshalb gerne am Telefon stellen und das Gespräch aufzeichnen, so dass ich ein Statement von ihnen verwenden kann.

Freundliche Grüsse
F.K.

 ERSTE, URSPRÜNGLICHE VERSION

–       Wie steht die Vioz zum Dschihad, z.B. in Syrien im Allgemeinen?

Da der Begriff Dschihad stets in seiner umfänglichen Bedeutung missverständlich gebraucht wird, ist es wohl im Namen der VIOZ erforderlich, eine erneute Klarstellung in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. In erster Linie bezeichnet dieser Fachausdruck die Bemühung der Menschen ihre eigene Triebseele zu beherrschen – umgangssprachlich gesagt, den „inneren Schweinehund“ unter Kontrolle zu bringen.

In zweiter Linie bezeichnet dieser Begriff eine kriegerische Auseinandersetzung eines legitimen islamischen Staatswesens im Falle eines Angriffs. Die VIOZ stellt erneut unmissverständlich klar, dass sie sogenannte dschihadistische Ideologie ganz allgemein und im Zusammenhang mit den Vorgängen in Syrien oder sonst wo auf der Welt grundsätzlich ablehnt. Im Übrigen ist der Begriff im zeitgemäßen globalen politischen Kontext unter den muslimischen Gelehrten in Bezug auf die Gültigkeit seiner Umsetzung höchst umstritten.

–       Offenbar sollen Jugendliche gezielt für den Dschihad angeworben werden, zum Teil soll diese Anwerbung auch in Moscheen stattfinden: Ist Ihnen dieses Problem bekannt?

Junge Menschen für kriegerische Auseinandersetzungen anzuwerben ist ein Unternehmen, welches durchaus auch mit Unterstützung jeweiliger Regierungen auf dem Universitätscampus oder über die Medien passiert – Stichwort „Vietnamkrieg“ nach amerikanischem Vorbild. Eine Moschee ist nicht nur ein Ort religiöser Erbauung, sondern auch sozialer Treffpunkt an welchem über alles, sozusagen über Gott und die Welt gesprochen wird. Dass gezielte Anwerbungen in Zürcher Moscheen stattfinden, ist völlig auszuschließen. Dass auch in Moscheen, wie an sonst jedem anderen beliebigen Ort Kontakte mit höchst unterschiedlichen Motivationen geknüpft werden können, (kann, darf und) sollte von keiner vernünftigen Person negiert werden.

–       Die Moscheen sagen stets, sie wüssten nichts davon oder sie geben gar keine Auskunft, Imame oder andere Verantwortliche sind nicht erreichbar: Verschliessen sie da zu fest die Augen, bräuchte es ein Umdenken?

Es scheint wirklich so zu sein, dass die Medien über die aktuellen Vorfälle in der Schweiz früher und besser informiert sind, als die Muslime selbst. Eigentlich kein Wunder, da die Haltung der Imame, der Moscheevereine und der VIOZ klar ist. Daher werden Personen, welche sich als Rekrutierer für ausländische Kriegs- oder terroristische Handlungen betätigen möchten, nicht augenfällig agieren.

Ein Umdenken muss tatsächlich stattfinden. Und zwar in der ganzen Gesellschaft – es geht also vielmehr um das ÖFFNEN der Augen jener Tatsache gegenüber, dass nicht die Muslime oder deren Moscheen die erste Ursache für höchst schädliche Entwicklungen und in das Zentrum der Beachtung medialer und somit gesellschaftlicher Verdächtigung und Verursachung gerückt werden. Die Thesen von Jürgen Todenhöfer dürfen in diesem Zusammenhang studiert werden!

–       Von Fachstellen wird bemängelt, dass in den Moscheen keine Jugendarbeit gemacht wird, das wäre dringend nötig. In dieser Richtung gibt es tatsächlich noch kein Angebot?

Doch, doch – die Muslime bemühen sich ständig, diesbezügliche Angebote zu entwickeln und umzusetzen – doch es fehlen den Muslimen einfach jene Ressourcen, welchen staatlichen oder kirchlichen Organisationen und Institutionen zu Verfügung stehen, um professionelle Jugendarbeit durchzuführen.

–       Wenn nicht, wurde in Sachen Jugendarbeit schon etwas angedacht?

–       Wenn ja, was konkret?

Hierbei sind vor allem die Bemühungen und Veranstaltungen der Jugendlichen selbst zu erwähnen, die natürlich ihre eigene Zukunft gerne positiv selbst gestalten möchten. Ich nenne nur beispielhaft die Veranstaltungen studentischer Organisationen wie den Freitagsclub, die MSAZ oder Ummah. Auch muslimische Dachverbände wie die VIOZ oder VAM und selbst einzelne Moscheevereine bemühen sich z.B. mit Lagern für Jugendliche oder Familien in dieser Hinsicht aktiv zu werden. Doch – ich wiederhole mich – es fehlt ganz einfach an den Ressourcen um hier wirklich zeitgemäß agieren zu können.

Interview zur ÖR- Anerkennung – Le TEMPS

Am 02.02.2015 17:04 schrieb „Sandrine Hochstrasser“ <sandrine.hochstrasser@letemps.ch>:

Sehr geehrter Herr Hanel,

Wie vereinbart, hier sind meine Fragen über die Anerkennung der Muslimgemeinschaft in Basel-Stadt.

  • Ist die Basler Muslim-Kommission verantwortlich für das Gesuch?
  • Wann wollen Sie genau das Gesuch einreichen?
  • Warum nicht sofort?
  • Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort (wäre es noch möglich vor 19 Uhr?)

Freundliche Grüsse
SANDRINE HOCHSTRASSER
Journaliste
Rubrique Suisse

 Re: Artikel in Le TEMPS

Sehr geehrte Frau Hochstrasser

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

Hier meine kurzen Antworten.

Ist die Basler Muslim-Kommission verantwortlich für das Gesuch?

Die Basler Muslim Kommission will und wird die Organisation des Anerkennungsverfahrens übernehmen isA.

Wann wollen Sie genau das Gesuch einreichen?

Der Zeitpunkt der Einreichung steht noch nicht fest und hängt ab von der diesbezüglichen Kooperation der Stadt Basel und deren muslimischen Bevölkerung.

Warum nicht sofort?

Gut Ding braucht Weile, ordentliche, koordinierte und kompetente Vorbereitung.

Was sind die Vorteile dieser Anerkennung?

Ein auf Sachlichkeit und rechtsstaatlich unzweifelhaftes und ordentlich ausgerichtetes Verhältnis der muslimischen Gemeinschaft zur Mehrheitsgesellschaft.

Bitte um Zusendung der Zitate für die Freigabe und des veröffentlichten Artikels für Dokumentationszwecke.

Mit freundlichen Grüßen M. Hanel

 

Merci beaucoup !

Wie kann ich Sie vorstellen?
Michael M. Hanel, vice-président de Société Suisse-monde islamique ?

Hier Ihr Zitat :

Bâle-Ville pourrait être le premier canton à reconnaître la communauté musulmane dans son ensemble. Aucune  demande officielle n’a encore été déposée, mais la Commission des musulmans de Bâle dit préparer sa demande. «Nous ne pouvons pas encore communiquer la date de remise de notre requête, cela dépend de la coopération de la population musulmanne, ainsi que de la ville», justifie Michael M. Hanel, vice-président de Société Suisse-monde islamique.

Steiniger Weg zur Öffentlich Rechtlichen Anerkennung

 Sehr geehrter Herr Hanel

 Wie besprochen, schicke ich Ihnen gerne meine Fragen per Mail zu.

Streben Sie mittel- bis langfristig eine öffentliche und allenfalls auch öffentlich-rechtliche Anerkennung an?

  • HANEL:
    Durchaus! Da die öffentlich rechtliche Anerkennung einer muslimischen Gemeinschaft in der Schweiz selbstverständlich einen wertvollen Beitrag zu gesellschaftlicher Stabilität und zum religiösen Frieden, beides prioritäre Ziele der hiesigen muslimischen Gemeinschaft, zu leisten vermag.

Falls ja: Gibt es konkrete Schritte in diese Richtung?

  • HANEL:
    Seit vielen Jahren gibt es, durch Farhad Afshar, Präsident der KIOS initiiert, theoretische Vorbereitungen diesbezüglich. (Die Dokumentation über diese Bestrebungen in den letzten Jahren) finden Sie hier:
    https://hanelislam.com/2014/03/16/1026/ )
    Wie Sie wissen, hat Farhad Afshar ein entsprechendes Gutachten bei der Uni Luzern in Auftrag gegeben und über die KIOS bezahlt. Nun wird von der Basler Muslim Kommission (BMK) mit der von ihr vor kurzem ins Leben gerufenen Kommission ein Modellstatut erarbeitet und weitere operative Schritte vorbereitet. Noch ist es allerdings zu früh, darüber detaillierte Auskünfte zu geben.

Inwiefern stellt die ethnische Zersplitterung und auch die Aufteilung in verschiedene Konfessionen ein Problem dar?

  • HANEL:
    Verschiedene Sprachen und unterschiedliche politische Erfahrungen aus den ursprünglichen Heimatländern stellen natürlich eine grosse Herausforderung dar. Durch überzeugende Aufklärungsarbeit der “Schrittmacher” sollte diese Herausforderung gemeistert werden können – so Gott will. Konfessionelle Unterschiede, durch die Präferenz verschiedener islamischer Rechtsschulen gegeben, sollten letztlich durch die Umsetzung des Konsens der Rechtsgelehrten – ein anerkanntes islamisches juristisches Instrument – gebührende, umsetzbare und zufriedenstellende Berücksichtigung finden.

Anders gefragt: Wäre es denkbar, dass es letztlich mehrere verschiedene anerkannte muslimische Glaubensgemeinschaften gäbe, analog zu Christen (Reformierte, Katholiken, Christkatholiken) und Juden (zwei anerkannte Gemeinden)?

  • HANEL:
    Diese Möglichkeit besteht durchaus. Doch der Anfang wird zuerst durch eine Gemeinschaft gemacht werden und deren Erfahrungen werden den weiteren Entwicklungen ihre Richtung weisen.

Inwiefern werden die ethnischen Wurzeln der Schweizer Muslime langfristig überhaupt eine Rolle spielen? Ist es denkbar, dass hier geborene Muslime verschiedener Herkunft die gleichen Moscheen besuchen, in denen Deutsch als gemeinsame Sprache gesprochen würde?

  • HANEL:
    Ethnische Wurzeln werden alleine schon aus dem Interesse der Kulturpflege ihre Bedeutung nie zur Gänze verlieren. Dass die Muslime verschiedener Herkunft die gleichen Moscheen besuchen, ist heute schon vielerorts gelebte Realität und wird in der Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein. Genauso wie auch in einigen Jahren die Freitagspredigten in den Schweizer Landessprachen vorgetragen werden, was in immer mehr Moscheen teilweise oder über Simultanübersetzungen schon fleissig und engagiert geübt wird.

 

Ich wäre sehr froh, wenn Sie mir bis am frühen Nachmittag ein Feedback geben könnten.
Vielen Dank und beste Grüsse

Simon Hehli,
Redaktion Inland Neue Zürcher Zeitung | Falkenstrasse 11 | Postfach | CH-8021 Zürich | Telefon +41 44 258 10 27 | Mobile  +41 78 879 83 12 | E-Mail simon.hehli@nzz.ch | www.nzz.ch |

HIER der LINK zur Veröffentlichung des Artikels in der NZZ, in welchem auch Farhad AFSHAR zu Wort kam.
Von meinen Aussagen kam allerdings nur ein Halbsatz zur Veröffentlichung.
Hier noch als PDF

Hier noch ein Beitrag aus 2014

Der Medienspiegel von kath.ch – Stichwort ISLAM

Es ist schier unglaublich, wie islamrelevante Artikel in ihrer Zahl explodiert sind – vergleichen Sie dies anhand des GSIW Newsletters. Hier der LINK zum Archiv

Nun hier die Artikel, wie sie vom katholischen Medienspiegel in der Schweiz gesammelt wurden:
Hier der LINK zu diesem kompetenten Medienspiegel

Salafisten missionieren auf Zürcher Strassen

«Die wahre Religion» warb vergangene Woche in Winterthur und Zürich um neue Mitglieder. Die salafistische Organisation vertritt einen radikalen Islam.

Der Bund, 27.01.2015

Wie reagieren auf das Phänomen «Pegida»?

Die «Pegida»-Bewegung in Deutschland sorgt international für Schlagzeilen. Mit welchen Strategien die Politik nun versucht, mit dem Phänomen umzugehen, erklärt NZZ-Korrespondent Markus Ackeret im Interview.

NZZ, 27.01.2015

Top-Fokus: Wie wird der Islam wahrgenommen?

Top-Fokus: Wie wird der Islam im Sendegebiet von Tele Top wahrgenommen?

Tele Top, 27.01.2015

Jede Woche Drohbriefe

Der Terroranschlag auf «Charlie Hebdo» hat die Stimmung gegen die rund 430000 Muslime in der Schweiz angeheizt. Hisham Maizar, Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen Schweiz (FIDS), zeigt sich besorgt und wünscht sich vom Bundesrat ein Zeichen der Solidarität.

Walliser Bote, 27.01.2015

Der Irrglaube der religiösen Integration

Zur Forderung der Muslim-Organisationen zur staatlichen Anerkennung des Islam in Basel.

Basler Zeitung, 27.01.2015

Weiterlesen

Offene Fragen nach Pariser Massaker

Ein Gespräch auf TELEZÜRICH

Das gestrige Massaker bei der Pariser Zeitung „Charlie Hebdo“ macht weit über Frankreichs Grenzen und die Medienbranche hinaus betroffen. Einen Tag danach drängen sich zudem zahlreiche Fragen auf: Tickt in Frankreich eine gesellschaftliche Zeitbombe? Darf man sich in diesem angespannten Umfeld über den Islam lustig machen? Die kontroverse Diskussion heute im „TalkTäglich“.
Gäste:
  • Gilbert Casasus, Frankreich-Experte
  • Muhammed Hanel, Pressesprecher Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich
  • Erich Gysling, Journalist

Hier ist die SENDUNG anzusehen

Einige Anmerkungen zur Sendung:

Tickt eine gesellschaftliche Zeitbombe …
Tickt immer, wenn es in einer Gesellschaft angeblich oder tatsächlich kontroverse Machtinteressen gibt.

Darf man sich über den Islam lustig machen?
Geschlossene Fragen haben nicht nur etwas unprofessionelles, sondern auch etwas heimückisches an sich.

Die wesentlichen Fragen scheinen mir eher zu sein:
Gibt es einen Unterschied zwischen:

  • sich „lustig machen“, jemanden „beleidigen, verspotten und kränken“ und einer „satirisch verpackten Kritik an Missständen“ – und
  • „WAS ist einem Menschen HEILIG“ und
  • zeugt es von Kultur, Bildung und Anstand, ist es Zeichen der Aufklärung, der Reife, des Respekts jemandes HEILIGE zu verspotten? (die Ehre der Ehefrau z.B., das Andenken der Mutter? Die Opferbereitschaft, Tatkraft und Verlässlichkeit der Väter?) Welch böser Vergleich wäre doch: „die Medien – eine H. à ein bestimmter oder alle Journalisten wären daher Z.?

Wäre es bei aller legitimen Kontroverse nicht ein lohnenderes Ziel zu Antworten zu finden, nach Erklärungen zu forschen, die auch gemeinsam vertreten werden können?

Zur Frage der Pressefreiheit und dem Recht auf dieselbe:
Sind sie dafür oder dagegen? (siehe geschlossene Fragen)

Es gehört zur Ehre des Menschseins, sich den Mund nicht verbieten zu lassen – schon gar nicht gegen Ungerechtigkeit … dies ist eine zutiefst islamische Überzeugung!

Vielmehr gilt es bei diesem Fragenkomplex zu bedenken, dass jedem Recht – ein UNRECHT entgegensteht, jedem rechten Gebrauch – ein unrechter MISSBRAUCH!
Wäre es nicht auch bei dieser Frage nicht sinnvoll, sich um eine gemeinsam getragene Definition der Grenze zwischen diesen Polen zu bemühen?

Wie die VIOZ zu dieser Katastrophe steht – wie sie darauf reagiert?
Nun die Mitglieder des Vorstands sind jedenfalls zutiefst BESTÜRZT (eine normale Reaktion auf böswillige Gewalt) – mit BETROFFENHEIT (es wurde inzwischen gut vorbereitet political correct, die Taten einzelner Muslime oder höchst zweifelhafter muslimischer Gruppierungen, ALLEN MUSLIMEN in sippenhafter Manier anzulasten) – mit BEFÜRCHTUNGEN hinsichtlich der Stabilität des gesellschaftlichen Friedens in der Schweiz.

INTERVIEW für 20 Minuten

 

From: Bigliel Thomas
Sent: Wednesday, January 07, 2015 5:14 PM
To: m.hanel@gmail.com
Subject: Dringend: Medienanfrage 20 Minuten

Guten Abend Herr Hanel,

Vielen Dank für das nette Gespräch. Sicher haben Sie bereits von dem schrecklichen Attentat in Paris gehört. In einem Artikel lasse ich im Moment mehrere muslimische Stimmen zu Wort kommen. Gern würde ich auch Ihnen eine Stimme geben.

Wenn Sie folgende Fragen kurz mit einigen Sätzen beantworten könnte, wäre ich Ihnen sehr dankbar:

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen als Sie von dem Anschlag gehört haben?

HANEL:
Dass die mörderische, wahnsinnige Spirale der Gewalt uns eine Drehung näher gekommen ist.

Was bedeutet das für die Schweizer Muslime?

HANEL:
Dass ihr Leben in der Schweiz und in Europa sich weiter erschweren wird.

Haben sie Angst, dass der Anschlag den religiösen Frieden gefährden könnte?

HANEL:
Dieses Attentat bedeutet leider ganz klar eine wirklich ernsthafte weitere Gefährdung des sozialen und religiösen Friedens, da die Gesamtheit der Muslime völlig zu unrecht aufgrund von Verbrechen Einzelner in Sippenhaft genommen werden wird.

Gibt es Forderungen oder Wünsche, die Sie in diesem Zusammenhang haben?

HANEL:
Von den Medien fordere ich endlich eine differenziertere Berichterstattung hinsichtlich der verschiedenen Phänomene globaler Gewalt, von der Politik fordere ich endlich eine nachhaltige, kompetente und kooperative Befassung mit den tatsächlichen Lebensumständen der Muslime in der Schweiz und die Abkehr von populistischer Propaganda – und ich wünsche mir, dass diese Forderungen von Ihren Lesern nicht als anmaßend empfunden werden und durch gemeinsame Bemühungen die Dinge auf den rechten, uns allen genehmen staatsbürgerlichen Platz gerückt werden.

  • Vielen Dank für Ihre baldige Rückmeldung.

 Freundliche Grüsse, Thomas Bigliel

Thomas Bigliel
Redaktor Inland
20 Minuten AG

HANEL:
Eine Veröffentlichung erfolgte nicht – doch scheint der Tagesanzeiger einige Aussagen übernommen zu haben.
Siehe HIER

Interview für den TAGESANZEIGER

Interview für den Tagesanzeiger am 8.1.2015 von Benjamin Hämmerle mit
Muhammad Hanel

Muslime werden zu Unrecht in Sippenhaft genommen

 

Sie sagten, dass es nach dem Anschlag von Paris unter muslimischen Organisationen in der Schweiz Befürchtungen vor Angriffen auf Moscheen bzw. religiöse Einrichtungen gibt. Empfehlen Sie gegenwärtig Ihren Mitgliedern, die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen? Wissen Sie von Organisationen, die ihre Einrichtungen nun stärker bewachen oder von der Polizei bewachen lassen?

HANEL:
Ich sagte, dass diesbezüglich Befürchtungen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft wohl auftreten werden.

Dies vor allem auch deshalb, weil durch die schwerkriminellen Übergriffe auf muslimische Einrichtungen in Flums eine Hemmschwelle der Gewalt überschritten wurde, hinter welche nur mit vereinten gesellschaftspolitischen Kräften der Vernunft und Rechtsstaatlichkeit zurückgegangen werden kann.

Bislang gibt es eine von Ihnen angesprochene Empfehlung von Seiten des Dachverbands nicht und auch liegen uns bislang keine Informationen vor, dass muslimische Einrichtungen stärker bewacht werden oder um Polizeischutz angesucht hätten. Dass allerdings unter der muslimischen Gemeinschaft eine ganz allgemein höhere Wachsamkeit und leider auch Misstrauen Platz greifen wird, ist natürlich und verständlich.

Dieses Attentat bedeutet leider ganz klar eine wirklich ernsthafte weitere Gefährdung des sozialen und religiösen Friedens, da die Gesamtheit der Muslime völlig zu unrecht aufgrund der Verbrechen Einzelner oder marginaler resp. zweifelhafter Gruppen in Sippenhaft genommen werden wird.

Welche Einrichtungen könnten besonders gefährdet sein? Jene, die von aussen gut als Moscheen erkennbar sind?

HANEL:
Natürlich spielt die äussere Sichtbarkeit eine Rolle, doch keine primäre. Alle muslimischen Einrichtungen sind heutzutage leicht zu finden. Vielmehr macht mir Sorge, dass es zu tätlichen Übergriffen auf Muslime und speziell auf Frauen kommt, welche durch ihre Tracht als Musliminnen erkennbar sind.

Sie sagten, die besonnenen Kräfte, auch bei den Medien, müssten nun näher zusammenrücken, um eine Gewaltspirale zu verhindern. Was stellen Sie sich darunter vor? Was können die Organisationen und ihre Imame tun? Was können die Medien tun?

HANEL:
Diese Frage ist etwas komplexer um kurz beantwortet zu werden. Daher nur einige Ansätze:

Dass den Medien eine zentrale Rolle zukommt, welche assoziativen Bilder in den Köpfen der Europäer erscheinen, wenn sie die Stichworte “Islam, Koran, Muslime” hören, braucht nicht näher erläutert werden.

Dass die Medien, unterstützt durch bestimmte politische Fraktionen nach dem Motto “only bad news is good news” in den letzten Jahrzehnten alles in der Schweiz dazu beigetragen haben, die Muslime und den Islam in einem einseitigen, ungünstigen Licht (zurückhaltend ausgedrückt) darzustellen, ist ernsthaft nicht zu bestreiten.

Wenn Sie mich fragen, was ich von den muslimischen Organisationen und den Medien – resp. der Politik fordere und was ich mir wünsche, erlaube ich mir folgende Antworten:

Von den Medien fordere ich endlich eine differenziertere Berichterstattung (es geht m.E. nicht nur um einen “Informationsauftrag”, sondern auch um einen KOMPETENTEN “BILDUNGSAUFTRAG”, welchen die Medien (wieder) zu übernehmen haben) hinsichtlich der verschiedenen Phänomene globaler und nationaler Gewalt, von der Politik fordere ich endlich eine nachhaltige, kompetente und kooperative Befassung mit den tatsächlichen Lebensumständen der Muslime in der Schweiz und die Abkehr von populistischer Propaganda – und ich wünsche mir, dass diese Forderungen von Ihren Lesern nicht als anmaßend empfunden werden und durch gemeinsame Bemühungen die Dinge auf den rechten, uns allen genehmen staatsbürgerlichen Platz gerückt werden

Jeder (Muslime, wie Nichtmuslime) kehre zuerst vor der eigenen Türe und bringe seine persönlichen und kollektiven Misskonzeptionen und unzulänglichen Vorstellungen von sich selbst und „den Anderen“ in Ordnung. Zudem ist kompetent unterstütztes gemeinsames Arbeiten, sind gemeinsam durchzuführende nachhaltige Projekte umzusetzen, welche nicht als „interreligiöse Wohlfühlaktionen“ über die Bühne laufen, sondern als gesellschaftlich tatsächlich positiv verändernde Massnahmen erkennbar werden. Verkürzt gesagt, nicht „Integration durch Partizipation“ was meines Erachtens zwar in die richtige Richtung weist, allerdings zu kurz greift, sondern vielmehr „Integration durch Kooperation“, in welche unterschiedliche Kreativität zu neuen Harmonien zu führen vermag.

Hier der LINK zum Artikel und dem, was von diesem Interview übriggeblieben ist:
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/anschlag-in-paris/Muslime-werden-zu-Unrecht-in-Sippenhaft-genommen/story/25574948?track

Ach – vielleicht bin ich etwas zu empfindlich, was die Sorgfalt im Umgang mit Worten betrifft.
Gibt es KEINEN Unterschied zwischen Befürchtungen (wie ich schrieb) und ANGST  (wie im Artikel steht)?

THIELs grausliche KORANKRITIK – Interview Hanel

Sehr geehrter Herr Hanel

Anbei finden Sie wie vereinbart den Weltwoche-Artikel. Zusammengefasst macht Andreas Thiel den Koran darin für Gewalt, Krieg und Unterdrückung verantwortlich. «Neben Aufrufen zu Gewalt und ein paar überholten, primitiven Richtsprüchen ermüdet die Lektüre bloss durch die unaufhörliche Selbstbeweihräucherung Mohammeds und die unablässige Betonung seiner angeblich göttlichen Gesandtschaft – im Wechsel mit Schmähungen von Ungläubigen und üblen Drohungen gegen diese», heisst es darin zum Beispiel. Oder: «Dass islamistische Fanatiker zu Terroristen werden, ist kein Wunder. Denn Rache und Gewalt durchziehen die Lehre Mohammeds wie sonst nichts anderes.»

Meine Fragen an Sie wären:

– Verstehen Sie die Kritik Thiels?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– Ja mehr als genug! Denn dies ist die zur Zeit sehr beliebte Strategie von Radikalatheisten den Koran, den Islam und die Muslime und in weiterer Folge alle Religion zu dämonisieren. Man zitiere aus dem Kontext gerissene Passagen, mixe sie mit willkürlicher, nicht theologischer übelwollender, einäugiger Interpretation, würze mit Halbwahrheiten und Lügen, mit Fakten aus der politischen Gegenwart – und serviere dies einem entsprechend sensibilisierten hungrigen Publikum.


– Beleidigt Thiel damit die Muslime in der Schweiz?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– Solches Tun beleidigt alle vernünftig Denkenden, welche ihr Streben auf Wahrheit, Wissen und gesellschaftlichen Frieden hin gerichtet haben – und damit natürlich auch Muslime.


– Kann der Koran aus Ihrer Sicht dazu führen, dass sich Muslime radikalisieren?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– “Kann Fragen” sind der Tod jeglichen ordentlichen Dialogs, da ALLES mit ALLEM verbunden ist und miteinander – auch wider die Regeln allgemeiner Norm – verknüpft werden KANN, womit Willkür Tür und Tor geöffnet wird.


– Was sind die Vorzüge des Korans? Was kann er modernen Muslimen geben?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– Für Muslime sind die Vorzüge des Korans, aus überzeitlicher Quelle zu stammen und somit für alle Zeiten Rechtleitung jenen zu geben, welche ihren Verstand gebrauchen und auf ihre Herzen hören wollen.


– Ist der Koran brutaler als die Bibel?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– Finde diesen Vergleich nicht wirklich angebracht. Dennoch scheint auch wissenschaftlich klar zu belegen sein, dass der Koran einen weit weniger brutalen Wortschatz aufweist als das Buch der Bücher und auch inhaltlich immer dem Frieden den Vorzug gibt und Gewalt nur als letzte Option gegen größere Gewalt und Unrecht legitimiert.


– Glauben Sie, dass sich Thiel mit seiner extremen Kritik in Gefahr bringt?

M.Hanel hat Folgendes geschrieben:
– Bestimmt nicht in größere Gefahr, als Palästinenser, Syrer oder andere Muslime mit ihrem blossen Dasein ausgesetzt sind.


Ich freue mich auf Ihre Antworten!
Beste Grüsse,
Jacqueline Büchi
Stv. Leiterin Inland/Politik
20 Minuten AG
Tamedia AG
Werdstrasse 21
Postfach
CH-8021 Zürich

ISLAM und DEMOKRATIE in der SCHWEIZ

Veranstaltung „ISLAM und DEMOKRATIE in der SCHWEIZ“ 22.11.2014

 

INPUT KANDAL & DETTWYLER:
Statistiken zu Muslimen und muslimischen Dachverbänden in der Schweiz

INPUT Prof. SCHULZE Bern –
hier der LINK zu seiner PRÄSENTATION

Kurz in Stichworten:
Das Gespräch über das „Verhältnis von Religion/Islam und Politik“ IST eine POLITISCHE Diskussion.

Für MUSLIME ist nicht nur deshalb diese Diskussion irrelevant, da sie das STAATSBÜRGERLICHE Verhältnis beachten und betrachten. (FAKTISCH gibt es gross- mehrheitlich die Zustimmung … also WARUM diese Debatte?)

Wie schaut es für die Zukunft aus?

ISLAM = ein DICHTER BEGRIFF = kein Name, sondern PROGRAMM = SACHVERHALT + (ind. & koll.) BEWERTUNG (gilt z.B. auch für den Begriff „MORD“).

Der Muslim wird also „vermessen“ mit der Vorstellung, welcher der Messende zum Begriff ISLAM und MUSLIM hat Konflikt zwischen den „EIGEN- und FREMD MESSWERTEN“ ist programmiert. Daher fragt die Muslime und nehmt ihre Aussagen WAHR im wahrsten Sinne des Wortes.

ISLAM = vielmehr das ERGEBNIS des TUNs der MUSLIME

Gefahr der Anhänger der Anhänger 100%iger NORMENORDNUNG ist gegeben (= Normen müssen nicht mehr über WERTE definiert werden).
Das andere Extrem = Werte brauchen nicht mehr über Normen geschützt werden.

Der WEG der MITTE ist zu suchen!
WERTE ohne NORMEN – NORMEN ohne WERTE kann es nicht geben.

Im ISLAM ist eine Trennung von STAAT und RELIGION DURCHAUS möglich und das Gegenteil nicht unbedingtes Programm (Seite 11)
Einige Statistiken über die Pressemeldungen über:
„ISLAM“ + „DEMOKRATIE“
„Judentum + Demokratie“
„Christentum + Demokratie“

KONFLIKTLÖSUNGEN über die SOLIDARITÄTSBEFÖRDERUNG !

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