Archiv der Kategorie: Allgemein

VIOZ – tote LINK Wiederherstellung –

In eigener Sache:

Da durch das VIOZ Sekretariat der VIOZ Medienspiegel abgeschaltet wurde – und wenn er wieder aufgeschaltet werden sollte, die Beiträge ws. neu verlinkt werden, waren nun alle Links auf den von mir erstellten VIOZ MEDIENSPIEGEL tot.

In aufwändiger Arbeit wurden die Beiträge auf der Interviewseite neu verlinkt.
Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, ja sogar wahrscheinlich, dass ich weitere tote Links übersehen habe.

Ich bitte daher um Mitteilung per „KOMMENTAR“, wenn solche toten Links entdeckt werden.

Vielen Dank
m.hanel@gmail.com

VIOZ Imamenempfang im Stadthaus ZÜRICH

Wie jedes Jahr kurz vor dem Fastenmonat Ramadan, empfängt der/die Zürcher Stadtpräsident/Stadtpräsidentin die Imame des Zürcher Dachverbands der Muslime zu einem Meinungsaustausch.

Die Rede von Stadtpräsidentin Corine MAUCH ist unter folgendem LINK zu lesen:

Hier die diesjährige Rede der VIOZ, des VIOZ Präsidenten Mahmoud EL GUINDI

VIOZ Rede in Stadthaus am Mittwoch 25.6.2014
anlässlich Ramadan  2014 G / 1435 H
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بسم الله الرحمن الرحيم

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Corine Mauch, Frau Stadträtin Claudia Nielson
Sehr geehrte Herrn Stadträte Gerold Lauber, Andreas Türler, Raphael Golta –
Sehr geehrter Herr Christoph Meier
Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne möchten wir Ihnen, Frau Mauch, heute zu Ihrer Wiederwahl als Stadtpräsidentin herzlich gratulieren und wünschen Ihnen auch weiterhin viel Erfolg in Ihrem Amt. Doch wollen wir Ihnen nicht nur Erfolg wünschen, sondern hoffen auch zu diesem Erfolg auf die eine oder andere Weise  durch unsere Kooperation beitragen zu können.
Wir bedanken uns auch für die Gelegenheit mit Ihnen und den anwesenden Gastgebern den Beginn des Fastenmonats Ramadan – der in ein paar Tagen beginnt – zu feiern und uns gemeinsam darüber zu freuen.

In wenigen  Tagen ist es aber auch 100 Jahre her, dass der verheerende Funke zum Beginn des ersten Weltkriegs gezündet wurde.
Daher erlaube ich mir, diesbezüglich einige historische Zusammenhänge zum Vortrag zu bringen.

Nach unseren Berechnungen ist der erste Tag des Monats Ramadans am 28. Juni 2014. Auf den Tag genau ein hundert Jahre zuvor, also am 28. Juni 1914, wurde beim Attentat von Sarajevo der österreichische Thronfolger von Mitgliedern der revolutionären Untergrund­organisation Mlada Bosna, die in Verbindung mit offiziellen Stellen Serbiens standen, ermordet. Das Hauptmotiv war die Befreiung Bosnien-Herzegowinas von der Österreich-Ungarischen Herrschaft mit dem Ziel einer Einigung der Südslawen unter der Führung Serbiens.

Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg auslöste, und wegen seiner bis in die jüngste Vergangenheit nachwirkenden Folgen, gilt er als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Bekanntlich steckte im ersten Weltkrieg der Keim für den zweiten Weltkrieg mit all seinen tragischen Folgen. Darin lag aber auch der Keim für jenes Phänomen, welches im Westen islamischer Fundamentalismus genannt wird, der seinerseits wieder wesentlichen Einfluss auf den politischen Islam hatte und damit auch auf die Situation und Befindlichkeit der muslimischen Minderheiten in Europa heute.

Interessant ist die Betrachtung der Rolle der „Minderheiten“ im ersten Weltkrieg und im speziellen Fall der muslimischen Minderheiten und die damit verbundenen Ursachen für das Entstehen des sogenannten „Euro-Islam“ in Europa.

Nachdem Atatürk 1923 nach dem ersten Weltkrieg das „Kalifat“ System abgeschafft hatte, wurde die Organisation der Muslim Brüder 1928 u.a. als Reaktion darauf gegründet, um zu versuchen das daraus entstandene wahrgenommene Vakuum zu füllen.
Dies kann als die Geburtsstunde des oben bezeichneten, sogenannten islamischen Fundamentalismus bezeichnet werden und selbstverständlich auch als Reaktion auf einen gewaltsamen Eingriff in das gesellschaftspolitische Gefüge muslimischer Völker.

Obwohl der erste Weltkrieg vorwiegend ein europäischer Krieg war, haben Muslime in diesem Krieg tatsächlich als Feinde gegeneinander gekämpft!
Während die Türken auf der Seite Deutschlands standen, haben Nordafrikaner auf der Seite von Frankreich und asiatische Muslime auf Seiten Englands gekämpft.
So konnten z.B. auch nordafrikanische Kriegsge­fangenen von türkischen Seelsorgern betreut werden.

In vereinten Kampf mit Frankreich starben insgesamt 70’000 Muslime im Dienste der französischen Streitkräfte, davon alleine 28’000 in der Schlacht um Verdun. Obwohl laizistisch, hatte Frankreich in einem symbolischen Akt nach Kriegsende den Muslimen je einen Quadratmeter pro gefallenen Muslim d.h.  70’000 m² im Pariser „Quartier Latin“ geschenkt, um darauf eine Moschee zu bauen.

Dies erfolgte in Dankbarkeit und Anerkennung für die Leistungen und Opfer der Muslime im ersten Weltkrieg. Die Moschee wurde am 15. Juli 1926 vom damaligen französischen Präsidenten eröffnet. Sie ist als „Monument historique“ eingestuft.
Die Engländer haben den Muslimen, die sie in ihren Kriegshandlungen unterstützt hatten eine Moschee in London geschenkt und Deutschland den Türken eine Moschee in Berlin.

Der sogenannte Euro-Islam war geboren.

Eine durchaus logische, wenn auch etwas provokante Frage, die aus dieser historischen Betrachtung entsteht, lautet daher:

Müssen wir Muslime hier warten, bis die Schweiz einmal einen Krieg zu führen hat (Gott möge dies verhüten),  um sie in diesem Krieg zu unterstützen, um eine „grosse“ Moschee in Zürich zu haben?

Gerade im gesegneten Monat Ramadan nehmen viel mehr Personen als sonst während des Jahres an Gebeten und Anlässen teil und vermissen eine repräsentative Moschee, die Gebetsmöglich­keiten für eine solch grosse Anzahl von Personen bietet und wir hoffen, dass es eben eine solche auch einmal in der Weltstadt Zürich geben wird.
Zürich ist eine schöne, wohlhabende und friedliche Metropole.
Die Muslime hier leisten ihren Beitrag zur Volkswirtschaft und zum Wohl und Wohlstand aller ihrer Bewohner. Wir, die VIOZ als Dachorganisation der verschiedensten muslimischen Vereinigungen und Organisationen, sind der aufrichtigen Ansicht, dass Zürich, sowie die Muslime hier eine schöne und ästhetisch passende, dieser Stadt würdige Moschee verdienen.

Noch ein Wort zum Thema Minarett.

Wenn der Islam für die Schweiz gefährlich wäre, wäre er ihr nicht auch ohne Minarette gefährlich?

Wir respektieren diesen Volksentscheid, doch betrachten ihn deshalb allerdings als irrational.
Er widerspiegelt eine unbegründete Angst vor dem Islam, die wir durchaus ernst nehmen und auch gezielt mit den gesellschaftspolitisch relevanten Kräften in Zürich abbauen wollen. Ein Muslim und eine Muslimin brauchen kein Minarett um in den Himmel, ins Paradies zu kommen. Für die Schweiz ist das Minarett Verbot aber aus unserer Sicht eine schwere Blamage. Auf der ganzen Welt verbieten nur die Schweiz und Nord Korea Minarette.

Alle Moscheen in Europa haben Minarette und die Muslime haben dennoch nicht die Macht in Europa deshalb übernommen. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass der politische Diskurs um den Islam und die Muslime versachlicht und mit weniger Polemik verbunden wird, sodass die Schweiz wahrhafte Religionsfreiheit, die doch verfassungsmässig garantiert ist, im Rahmen hiesiger Rechtsstaatlichkeit und Ordnung unbeschränkt gewährt.

Ich danke Ihnen

2014-06-25 12.19.58

Mahmoud EL GUINDI VIOZ Präsident

2014-06-25 12.16.55-1

Corinne MAUCH Zürcher Stadtpräsidentin

2014-06-25 12.30.09

Christof MEIER Zürcher Integrationsbeauftragter

Christof MEIER lädt Muslime ein Mitglied im städtischen AUSLÄNDERBEIRAT zu werden – also, bitte melden … 🙂
Bedingungen: Wohnort in Zürich, keine Schweizer Staatsbürgerschaft

Ali Ben Massoud Imam Volketswil

Ali Ben Massoud
Imam Volketswil spricht über die Segnungen des Monats Ramadan

 

Von den Muslimen wurden zu folgenden Themen Fragen gestellt:

Wie kann die Versorgung  Muslime mit HALAL Fleisch verbessert werden?
Welche Besonderheiten sind bei der Kindergartenbewilligung zu beachten?
Wie kann das Spitalseelsorgenetz für Muslime verbessert werden?
Kann die Blockarbeitszeit für Muslime in der Stadtverwaltung am Freitag aufgehoben werden?
Warum gibt es ein VIOZ Vorstandsmonopol? Was tut die Stadt dagegen?
Zur Zürcher Friedhofsverordnung – Änderungen erwünscht *
Zu Maßnahmen der Stadt, um das Muslimsein in Zürich zu einer „Normalität“ werden zu lassen.

* Meine Anfrage betrifft die Zürcher Friedhofsordnung.
Aufgrund aktueller Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit stellt sich für die Muslime in Zürich die Frage, was wohl unternommen werden müsste, damit die Züricher Friedhofsordnung – nach dem Vorbild jener in Basel Stadt – derart angepasst wird, dass Muslime, welche im Stadtgebiet Zürich versterben, auch im muslimischen Teil des Friedhofs Witikon  begraben werden können.

Zusatzfrage:
Es sind ca. drei Grabsteine die immer wieder zu Reklamationen der Friedhofsbesucher in Wittikon führen.
Grabsteine die Lebewesen bildlich oder als Skulptur darstellen, trotz der im Merkblatt des Bestattungsamts festgehaltenen Vereinbarung: (In islamischen Kulturen ist es üblich, weder Menschen noch Tiere abzubilden. Arabesken und Pflanzen sind erlaubt)
Unser Leiter der Friedhofskommission Herr Issa Gerber ist jeder Zeit bereit die Trauerfamilie bei der Bestellung von Grabsteinen beratend zu unterstützen, damit so eine Ungereimtheit gar nicht entstehen kann. Nun geht es darum, dass wir eine Lösung finden wie wir solche Probleme umgehen können. Die Stadt hat einen Ansprechpartner in dieser Angelegenheit und sollte dies sollte doch nicht auch genutzt werden?

 

 

 

 

OFFENER Brief an Mouhanad KHORCHIDE

Lieber Mouhanad Khorchide

Vielversprechend ist Titel Deines Buches, „Islam ist Barmherzigkeit“ – umso ernüchternder die Lektüre! Deine Herangehensweise an dieses höchst gehaltvolle, zentrale Thema unseres Glaubens ist für die grosse Mehrheit der Muslime nicht nur enttäuschend sondern empörend und das dürfte Dir klar sein. Empörend deshalb, weil Du – und das in Deiner Funktion als Dozent an einer Uni und als Ausbildner von Religionslehrern – für ein Muslimsein einstehst, das sich nicht nur von sehr vielem loszusprechen sucht, was die Gelehrten der Vergangenheit erarbeitet haben, sondern ebenso vom Kern von Qur’an und Sunna. Du trittst ein für einen „Islam“ ohne Zähne und Knochen, ein schwammiges Gebilde ohne jeden Halt, seiner Substanz entledigt.

Du bringst zunächst einfach alles durcheinander, was die Gelehrten der Vergangenheit – unter ihnen gewiss viele, denen wir heutige Muslime was Gottesfurcht, Menschenkenntnis und – freundlichkeit sowie ganzheitliche Ausgewogenheit anbelangt nicht das Wasser reichen können – erarbeitet und Muslime gelebt, empfunden und praktiziert haben. Die Aqida al Ascharis sei fehlerhaft, weil sie die Barmherzigkeit Gottes trotz ihrer immer wiederkehrenden Erwähnung im Qur’an, nicht als Wesensattribut Gottes bezeichnet. (Warum aber werden dann alle anderen „Namen“ und „Eigenschaften“ Allahs taala nicht auch als Wesensattribute gesehen?) Von der Scharia soll nicht mehr als die fünf Säulen und „religiöse Gebote, die vom gesellschaftlichen Wandel unabhängig sind, wie die Speisevorschriften im Koran“ übrigbleiben. (S 149) Ja, die Scharia stehe gar, als „juristisches System verstanden in klarem Widerspruch zum Islam….da es nicht Aufgabe von Religionen…. ist, Gesetze zu erlassen“ (S. 116 sowie auch 144) und schon ganz zu Anfang Deines Buches erstellst Du eine Aufspaltung zwischen einer „juristischen Beziehungsebene zu Gott“ (derjenigen des Gehorsams) versus der auf „Liebe und Vertrauen“ gründenden Ebene und suggerierst, es gehe um Entscheidung zwischen diesen beiden. Warum? Ist es nicht möglich, BEIDES zu berücksichtigen, gibt es wirklich nur die Möglichkeit, sich zu entscheiden zwischen sklavischem, unreflektiertem, unbeseeltem Gehorsam, der „die religiösen Rituale auf Pflichterfüllung reduziert und der menschlichen Fitra die Möglichkeit ihrer Entfaltung nimmt“ (S 107) einerseits oder andererseits einer Beziehung „wie die zwischen einer Mutter und ihrem Kind“ (S. 145) innerhalb derer man sich „in den Händen Gottes fallen lassen“ kann (S 33)? Meinst Du nicht, dass dies eine sehr unausgereifte Sichtweise ist, die, vereinfacht gesagt, darauf hinausläuft, die „väterliche Ebene“ aus dem Spiel zu lassen und der Sinnhaftigkeit eines wohlreflektierten, aktiven, von Liebe getragenen Gehorsams durch den alleine nämlich unser verantwortliches Handeln in der Welt gewährleistet bleibt und der durchaus auch die „dialogische Beziehung zu Gott“ beinhalten kann, den Wert abzusprechen? Ist es nicht eine unglaubliche Frivolität, menschengemachten Gesetzen dasselbe Potential an möglicher Gerechtigkeitsfindung zuzuschreiben wie göttlichen Geboten? (S 119: „Jedes Gesetz, das dem Prinzip der Gerechtigkeit gerecht wird, entspricht dem, was Gott hinabgesandt hat, auch, wenn es nicht die Überschrift „muslimisch“ trägt …“)

Weiterlesen: Weiterlesen

Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs “Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā” – AL-KHALIQ – Der Schöpfer – AL-BARI‘ – Der Hersteller – AL-MUSAWWIR – Der Gestalter Teil 11/13

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem AlMaqsad AlAsna Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
HIER der LINK zur PDF Druckversion dieser Übersetzung aller Namen …
Hier noch der LINK zu meinem Vortrag zum Leben und Wirken von Imam Abu Hamid.

BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-KHALIQ – Der Schöpfer
AL-BARI‘ – Der Hersteller
AL-MUSAWWIR – Der Gestalter

Man mag denken, dass diese Namen Synonyme sind und Ableitungen vom Schöpfungsakt und vom ins Dasein bringen darstellen. Doch dies ist keine zwingende Wahrheit. (Tatsache ist,) alles, was aus Nichtsein ins Dasein tritt, bedarf zuerst einer Planungsstufe; zweitens, eines gemäß dieses Plans ins Dasein bringen und drittens die Gestaltung der erschaffenen Materie. Gott, der Höchst Erhabene ist der Schöpfer insofern Er der Eine ist der plant und bestimmt; Er ist der Hersteller in dem Ausmaß in dem Er erfindet und ins Dasein bringt; und Er ist der Gestalter hinsichtlich der Tatsache, dass Er die Formen Seiner Erfindungen in bestmöglicher Art und Weise anordnet.

Man könnte sagen, dass diese Handlungsabfolge an einen Hausbau erinnert, der eines Planers bedarf, der die Anzahl der Ziegel, der Balken und die Grundstücksgröße festlegt, von der Anzahl der Gebäude und deren Dimensionen ganz abgesehen.
Diese Arbeit liegt in der Verantwortung des Architekten, der all dies skizziert und ausgestaltet.

Danach braucht es einen Baumeister, welcher die Verantwortung für die nun tatsächlich errichteten Gebäude übernimmt. Im nächsten Schritt braucht es den Ausgestalter, um die Farben aufzutragen und so deren Aussehen zu bestimmen. Die Verantwortung dafür liegt bei jemand anderem als bei dem Erbauer. Dies ist die normale Vorgangsweise bei der Errichtung eines Gebäudes. Dennoch trifft dies nicht für Gott, den Höchst Erhaben zu. In allen Fällen ist Er der Planende, der Erbauer und der Ausgestalter. Deshalb ist Er der Schöpfer, Hersteller und Gestalter.
Ein Beispiel Seiner Arbeiten ist der Mensch, eines von Gottes Geschöpfen. Verschiedene Dinge sind für seine Existenz erforderlich. Zuerst muss die Substanz bestimmt werden, aus welcher er bestehen soll. Dies ist natürlich ein mit bestimmten Eigenschaften ausgestatteter Körper. Selbstverständlich muss es diesen Körper zuerst geben, damit er mit diesen Eigenschaften ausgestattet werden kann, wie es auch verschiedene Werkzeuge braucht, um ein Haus zu bauen. Darüber hinaus kann die menschliche physische Konstitution nicht ohne eine Mischung aus Wasser und Erde taugen. Denn Erde alleine ist unelastisch und kann nicht gefaltet oder gebogen werden, um Bewegung zu ermöglichen. Natürlich ist Wasser absolut flüssig und kann aus sich nicht zusammenhalten, noch eine feste Form einnehmen. Daher muss die starre, trockene mit der flüssigen, flexiblen Materie in einer ausgewogenen Weise zusammengebracht werden. Das Ergebnis wird Lehm genannt. Nun muss kochende Hitze hinzugefügt werden, damit diese Mischung aus Wasser und Erde sich verfestigt und nicht auseinanderbricht. Dies deshalb, weil der Mensch ja nicht nur aus reinem Lehm geformt wurde, sondern eher aus etwas, was zusammengebacken wurde, wie dies der Fall bei Tongefäßen ist. Tonware besteht aus Lehm, dem der Formbarkeit halber noch Wasser hinzugefügt wird und dann erhält diese Mischung im Feuer ihre Festigkeit. Desweiteren bedarf es für den Menschen ein genau bestimmtes Mengenverhältnis von Wasser und Lehm. Das heißt, wären die Mengen zu gering, kämen keine menschlichen Handlungen zustande. Die Handlungen wären eher auf dem Niveau von Ameisen und Engerlingen, die vom Wind zerstreut und leicht zerstört werden können. Andererseits braucht es auch nicht ein Übermaß an Lehm, welches sein tatsächliches Bedürfnis überschreitet. Vielmehr braucht der Mensch eine korrekte Menge – nicht zuwenig, nicht zuviel – und diese Menge ist nur Gott bekannt. Diese Tatsache ist natürlich die wichtigste bei der Planung.

Hinsichtlich der Planung dieser Dinge und der Erschaffung in Übereinstimmung mit dieser Planung ist Er Al-Khaliq. Hinsichtlich der tatsächlichen Erschaffung, dem Akt etwas aus Nichtexistenz in die Existenz zu bringen, ist Er Al-Bari. Der Akt nur der Erschaffung ist eine Sache, doch etwas zu erschaffen aufgrund eines vorbereiteten Planes ist eine ganz andere Sache. Diesen Unterschied zu begreifen ist für den wesentlich, der Schwierigkeiten hat den Akt der Erschaffung primär auf das Planungsstadium zurückzuführen, auch wenn es dafür philologische Unterstützung gibt, da die Araber eine versierte Person Erschaffer (khaliq) nennen, der seine Arbeit auf Grund der Vorbereitung durch eine andere plant. Daher spricht der Dichter, „Gewiss hast du geschnitten, was du gemessen (khalaqtu) hast, doch manche Leute messen und schneiden doch nicht.“

Der Name Al-Musawwir ist Gottes Name in der Hinsicht, dass Er die Formen der Dinge in bestmöglicher Art arrangiert und ihnen die bestmögliche Gestalt gibt. Dieser Name ist eine Charakteristik, um Aktivität auszudrücken. Dessen wirkliche Natur kennt nur der, welche die Welt der Formen ganz allgemein kennt und dann auch im Detail. Denn die ganze Welt ist wie eine Person, die aus verschiedenen Gliedmaßen besteht, die harmonische zusammenwirken, um ein für sie erforderliches Ziel zu erreichen. Die Glieder und Teile ihres Körpers finden ihre Gegenstücke in der Welt der Himmel, der Sterne und der Erde, um nicht das Wasser, die Luft und andere Materie zu vergessen. Die verschiedenen Teile ihres Körpers sind perfekt angeordnet. Wenn diese Anordnung irgendwie verändert wird, wird er unweigerlich sein Funktionieren einbüßen. Die Glieder und Organe die für den oberen Teil des Körpers gedacht sind, müssen auch im oberen Teil platziert sein, und jene, welche für den unteren Teil angelegt sind, müssen dort vorgefunden werden.

Vielleicht kann man hier eine Parallele zu einem Maurer finden, der die Steine unten hinlegt und das Holz darüber, eine Vorgangsweise, die über eine bloße Gewohnheit hinausgeht, weil dies natürlich die einzige Art und Wiese ist, wie man einer Mauer Stabilität verleiht; denn wenn man die Anordnung umkehrte, erhielte man eine Mauer, die keineswegs stabil und dauerhaft wäre.

Gleicherweise müssen wir die Notwendigkeit der Position der Sterne in der Höhe und der Erde darunter und aller wichtigen Teile der Welt verstehen.

Wenn wir beginnen wollten, alle wichtigen Teile dieser Welt aufzuzählen und zu beschreiben, danach die Bedeutung ihrer Anordnung zu erklären, fielen unsere Ausführungen wohl ziemlich lange aus. Der dessen Wissen um die detaillierte Beschreibung der Dinge umfänglicher ist, hat ein weiteres Verständnis von der Bedeutung des Namens Al-Musawwir.

Dieses Anordnen und Formen ist in Verbindung mit jedem einzelnen Ding dieser Welt zu finden, sei es in der Größe einer Ameise oder eines Atoms. Tatsächlich sogar in jedem einzelnen Glied einer Ameise. Es bräuchte vieler Worte, um das Auge, das kleinste Organ der Lebewesen zu beschreiben. Wenn jemand die Schichten, deren Form, deren Ausdehnung, seine Farben und die Weisheit die darin liegt nicht kennt, kennt nicht wirklich die Form des Auges, sondern nur sehr wenig Allgemeines über dessen musawwir. Gleiches kann über alles im Pflanzen- und Tierreich gesagt werden; tatsächlich von jedem Teil einer Pflanze oder eines Tieres. 

Eine Ermahnung:
Des Menschen Anteil an diesem Namen liegt in der Aneignung des Wissens über die Form all dessen was existiert, sowohl hinsichtlich der Gestalt und deren (innerer) Anordnung, auf dass er die Zusammenstellung dieser Welt wahrhaftig versteht und geradewegs durch Ansehen begreift. Im weiteren, dass er vom (Konzept des) Ganzen zum (Wissen über das) Detail herabsteigt, um zu einer umfassenden Sicht über die menschliche Form zu gelangen.[1] Er wird seinem Körper und seinen Gliedmaßen besondere Aufmerksam-keit zuwenden, damit er ihre Ausführung, Anzahl, ihren Aufbau und die Weisheit die sie in ihrer Schöpfung und Anordnung offenbaren. Dann wird er einen umfassenden Blick auf seine moralischen (ma’nawiyya) Eigenschaften werfen und auf seine noble (ma’ani) Natur, welche (die Handlungen) seine(r) Wahrneh-mungen und seinen Willen beflügeln. Auf gleiche Weise macht er sich auf das ihm bestmögliche mit der äußeren und inneren Form des Pflanzen- und Tierreichs vertraut und so wird er weitermachen, bis er in seinem Herzen (Geist) das Konzept, das Wesen (nafs) und die Form des Ganzen erfasst. All dies wird aus dem Wissen über die Formen körperlicher Dinge erreicht. Dieses (Wissen) ist gering im Vergleich zum Wissen über die Ordnung geistiger Wesen, welches das Wissen über die Engel und deren Rangordnung und auch die Rolle, welche ihnen hinsichtlich der Machtbefugnis zur Kontrolle über die Himmel und Sterne gegeben ist, einschließt. Die Autorität dieser Wesen reicht auch an die Herzen der Menschen und drückt sich durch Führung und Anleitung aus, von ihrer Befugnis über das Reich der Gedanken, ganz abgesehen von ihrer Macht gegenüber dem Tierreich über die Instinkte, welche die Wesen zum passendsten Ort führt, um ihre physischen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies also ist des Menschen Anteil an diesem Namen; nämlich der Erwerb der kognitiven, über die Erkenntnis wahrgenommenen Form, welche der existentiellen Form entspricht.

Wissen im Geist ist eine Form, welche der Form der bekannten Dinge entspricht. Gottes Wissen über die Formen ist die Ursache für die Existenz der einzelnen (Dinge). Desweiteren sind die Formen, die in den einzelnen Dingen vorhanden sind, die Ursache für das Erscheinen der erkenntnisbasierten Formen im Geist des Menschen. Auf gleiche Weise erwirbt er das Wissen über die Bedeutung des Namens al-Musawwir, welcher einer der Namen Gottes ist. Durch die Aneignung dieser Formen in sich selbst, wird er einem musawwir gleich, wenn auch nur in metaphorischem Sinn. Denn diese Form tritt in ihm selbst nur durch eine Schöpfung Gottes und Seine Verursachung hervor, um es exakt auszudrücken, und nicht durch des Menschen Bemühungen. Doch dem Menschen ist es, sich weiterhin zu bemühen, sich sozusagen dem Strom von Gottes Gnaden auszusetzen. Denn ganz gewiss gilt:
„Gott ändert nicht den Zustand eines Volkes wenn sie nicht (zuvor) ändern, was in ihren Herzen ist“.
Und auch sagte der Prophet (saws): „Gewiss hält der Herr Geschenke der Gnade für euch zu euren Lebzeiten bereit, so setzt euch ihnen unbedingt aus.“ [2]

Was Al-Khaliq und Al-Bari betrifft, so kann der Mensch nicht hoffen, diese beiden Namen zu durchdringen, ohne sich einer Art weitläufiger figurativer Beschreibung zu bedienen. Der Grund dafür liegt darin, dass Erschaffung und Entstehung auf den Gebrauch von auf Wissen begründeter Macht zurückgeht. Gott, der Höchst Erhabene hat das Wissen und die Macht für den Menschen erschaffen. Der Mensch hat (daher) ein Mittel diese Macht in dem Maße zu erreichen, wie es seinem Planen und Wissen entspricht. Alle existierenden Dinge sind in jene unterteilt, welche in keinerlei Hinsicht vom Vermögen des Menschen abhängen, wie die Himmel, die Sterne, die Erde, das Tier- und Pflanzenreich und anderes; und in jene, deren Auftreten vom Vermögen des Menschen abhängen. Dies sind die Werke, welche durch die Taten der Menschen entstehen und hergestellt werden, die verschiedenen Formen der Verwaltung, der Anbetung und verschiedenste Bemühungen und Anstrengungen der einen oder anderen Art.

Wenn es der Mensch (wirklich) schafft einen Grad des Erfolgs in seinem inneren Kampf durch ständige Praxis und Selbstbeherrschung zu erringen, und gleichzeitig sich selbst und andere zu führen, erlangt er einen Rang in welchem er einzigartig unter den Menschen ist, indem er Dinge entdeckt, die zuvor noch nicht entdeckt wurden; und wenn er es auch gleichzeitig schafft bestimmte Dinge zu tun und andere dazu zu veranlassen diese zu begehren, dann ist er wie eine Person, die etwas erschafft, das es zuvor noch nicht gab.

Man sagt, dass die Person welche Schach erfunden hat, jene Person ist, die das Spiel erfunden und erdacht hat, etwas erfunden hat, das es zuvor noch nicht gab, auch wenn solche Erfindung keinen wirklichen Wert hat oder lobenswert ist. Dies gilt auch in Hinblick auf religiöse Übungen, Kämpfe und Anstrengungen der einen oder anderen Art, Vorgansweisen und die verschiedenen Handwerkskünste, welche die Quelle mannigfachen Segens sind, die Art und Weise wie manche Leute von anderen lernen. Unweigerlich sind sie bis zum ersten Entwickler und Erfinder zurückzuverfolgen, und über diesen Erfinder kann man sagen, dass er diese Formen erdacht hat. Al-Khaliq ist der eine, der sie plante, sodass es möglich ist, ihm diesen Namen metaphorisch zuzuweisen.

Unter den Namen Gottes gibt es einige, welche metaphorisch auf den Menschen überschrieben werden können – tatsächlich ist dies die Mehrzahl der Namen; und es gibt einige, die wahrhaftig dem Menschen zugehören und Gott nur metaphorisch zugeschrieben werden, wie dies der Fall mit As-Sabur und As-Shakur ist. Es ist nicht korrekt, wenn wir das Teilen anerkennen, welches hinsichtlich einiger dieser Namen besteht und die Unterschiede die wir gerade erwähnt haben vernachlässigen.

[1] Das Konzept der ganzheitlichen Weltsicht ist hier lange vor unserer Zeit vorweggenommen und auch mit der alten hermetischen Weisheit verknüpft: „Wie oben so auch unten, wie unten, so auch oben“; MMH

[2] Qur’an 13:11


2 LESERBRIEFE an die TAGES WOCHE

Geliebtes Feindbild: Muslime als willkommene Gegner für die Retter des Abendlandes

Kopftücher, Scharia, Minarette – die verbreiteten Vorstellungen des Islam haben wenig mit der Realität zu tun. Doch für die SVP und andere Retter des Abendlandes gehört Hetze gegen Muslime zum politischen Geschäft. Von Georg Kreis.

KOMMENTAR und LESERBRIEF:
Professor KREIS

von Muhammad Hanel am 24.03.2014 um 13:33Uhr

ist ein schweizer Denker und Schreiber, dessen differenzierende Worte leider zuwenig Beachtung und Respekt finden. Denn, wer seine Beiträge liest und versteht, erkennt, dass er nicht als „blindgläubiger“ Muslimliebhaber oder islamophob zu bezeichnen ist. Vielmehr ist er ein aufrichtiger Verfechter der RECHTSSTAATLICHKEIT- und diese, nicht eine bestimmte Religion oder keine Religion, steht hier zur Debatte und MUSS geschützt werden. Vor wem?

Vor Dummheit, Fanatismus, Extremismus und Populismus um nur schnell einige Feinde zu benennen.

Und wer möchte wohl widersprechen, wenn behauptet wird, dass diese Feinde in den Lagern ALLER Menschen, ALLER Farben und Bekenntnissen eine (un)ordentliche Menge an Verbündeten gefunden hat?

Die Tages Woche scheint m.E. auf dem richtigen Kurs zu sein.

Die Veröffentlichung des Artikels: «Der Islam strebt nach der Macht» steht dieser Feststellung nicht im Wege!

Kritiker machen mobil gegen Islam als Landeskirche

Soll der Islam Landeskirche werden?

Allein die Vorstellung treibt konservative Christen auf die Kanzel. Selbst der Basler Bischof ist über die Schärfe einzelner Aussagen irritiert. Von Renato Beck.

KOMMENTAR:

Welch Geschützfeuer!
Doch der Reihe nach. Hier wird im, wie man zu benennen beliebt, jüdisch-christlichen Kulturraum Basel in katholischen Kreisen wohl „Tacheles“ gesprochen?

Den pauschalisierenden, einseitigen – ja böswilligen und unvernünftigen Aussagen der weder versöhnlichen, noch friedliebenden und erst recht nicht feindesliebenden christlichen Sprecher Ziegler und Sabo wäre nun mal die historisch-kritische Sicht der Kirchen- und Religionsgeschichte vorzutragen. Doch steht zu fürchten, dass selbst eine Intensivschulung und Nachsitzen nichts fruchten möchte.
Afshars und Tunger-Zanettis Feststellungen ist nichts hinzuzufügen, sie sind korrekt und realistisch.

Hochachtung für Bertschingers Initiative und Gmürs Distanzierung – mehr ist wohl nicht zu erwarten, im Hinblick auf die allgemeine Stimmung im Kirchenvolk. Diese zum Positiven zu wenden, wird wohl eine primäre Aufgabe kompetenter Partner in der interreligiösen KOOPERATION sein (interreligiöser DIALOG ist endlich überholt … „words have been spoken many – common ACTION is required“ Zitat Hanel an einem intern. interrel. Kongress in Washington vor mehr als 13 Jahren).

An Herrn Beck noch ein kleiner sprachlicher Hinweis: Eine islamische oder muslimische KIRCHE wird es NIE geben – auch nicht einen KLERUS, selbst wenn einige oder sogar viele Muslime sich in solch verbalem Gewand gerne bewundern (lassen)! Dennoch werden die Muslime nicht darum herumkommen, kirchenÄHNLICHE Strukturen zu errichten …

Der islamische Religionsunterricht könnte durchaus etwas forcierter umgesetzt werden. Doch wer hat die tatsächliche, also faktische und praktische Kompetenz diesen zu organisieren? Da beliebt man aus bedachten Gründen auf beiden Seiten weiterhin im Trüben zu fischen.

Die Bemühungen der BMK sind als fokussiert zu bezeichnen, doch braucht es tatsächlich noch einige Zeit, bis sie das zentrale Prinzip, nämlich das basisdemokratische, wie von Afshar eindeutig und richtig eingefordert wird, sich, den ihren und den anderen beliebt zu machen vermögen.

Wenn die gesellschaftspolitische Rolle der Muslime aufgrund ihrer geringen Anzahl als gering eingestuft wird – ein Schluss, ev. aus der christlichen Realität der Anzahl der Kirchgänger abgeleitet, dann könnte dieser ein Fehlschluss sein!

Der redaktionelle Schluss: „Am Schluss kämpfen sowohl Muslime wie auch Christen gegen das gleiche Problem: die Erosion der Religion in der Schweiz“ ist allerdings völlig korrekt, was aber eben (dies ist meine Sicht) NICHT an der/den Religionen liegt, sondern an den jeweiligen Anhängern, welche sich keinen Deut um eine ganzheitliche, sondern nur eigenzentrierte, einseitige Deutung ihrer Religion zur Umsetzung sehr diesseitiger Ziele mit aller Gewalt einsetzen.

Wider diese Tatsachen den Religionen und ihren Vertretern die Möglichkeit zu geben positiv SINNSTIFTEND den Staatsbürgern vorbildhaft zur Seite zu stehen IST eine staatliche Aufgabe, denn sie ist eine ETHISCHE und KULTURERHALTENDE!

Verbaler Rassismus in der Schweiz vorwiegend gegen Muslime

Medienmitteilung

Die Chronologie “Rassismus in der Schweiz“ registriert für das Berichtsjahr 2013 eine
Abnahme der öffentlich bekannt gewordenen rassistischen Äusserungen gegen hier
lebende Minderheiten. Gleichzeitig verzeichneten Beratungsstellen einen Anstieg
rassistischer Übergriffe in allen Lebensbereichen. Der politische Ton gegenüber
Minderheiten und Ausländern hat sich verschärft.

LINK zur Jahresübersicht

Zürich, 21. März 2014 – Die Chronologie “Rassismus in der Schweiz“ erscheint zum
Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2014. In dieser Publikation analysiert der
Journalist Hans Stutz die aktuelle Entwicklung des Rassismus und Rechtsextremismus in
der Schweiz. Für das Berichtsjahr 2013 sind bis heute auf der Webpage 57 Einträge
aufgeführt. Im Vergleich zum Berichtsjahr 2012 hat die Menge von Vorfällen
erfreulicherweise abgenommen, im speziellen in der Kategorie “verbaler Rassismus“.
Hingegen suchen die Opfer rassistischer Übergriffe verstärkt bei Beratungsstellen Rat.
Dabei handelt es sich um Angehörige von Minderheiten und Ausländer. Da Opfer
rassistischer Gewalt in den meisten Fällen anonym bleiben wollen und Beratungsstellen
besser bekannt geworden sind, werden weniger Vorfälle in der Öffentlichkeit thematisiert.
Mit der Lancierung von Volksinitiativen gegen die Rechte der Minderheiten und Ausländer
hat sich die politische Haltung gegenüber diesen Gruppen verschärft. Die Diskussionen
wirken sich auch auf den Alltag aus: Diskriminierungen seien gemäss den Beobachtungen
der Fachstelle für Rassismusbekämpfung in allen Lebensbereichen erkennbar.
Die Chronologie “Rassismus in der Schweiz“ erscheint seit über zwanzig Jahren. Alle
erfassten Vorfälle und die Entwicklung der treibenden Kräfte rassistischer Hetze sind über
diesen Zeitraum hinweg im Internet nachlesbar. Die GRA Stiftung gegen Rassismus und
Antisemitismus und die GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz sind die
Herausgeberinnen des Verzeichnisses und der Analysen, die in Buchform an 15’000
Meinungsmacher in der Schweiz verschickt werden, und nehmen mit der Veröffentlichung
einen der Presse vergleichbaren Informationsauftrag wahr. Die Publikation erscheint in
deutscher und französischer Sprache, der Inhalt ist im Internet veröffentlicht auf
http://chronologie.gra.ch/

Für weitere Fragen:
Dr. Ronnie Bernheim Dr. Markus Notter
Präsident GRA Stiftung gegen Präsident GMS Gesellschaft
Rassismus und Antisemitismus Minderheiten in der Schweiz
T +41 (0)79 662 66 50 T +41 (0)79 623 18 53
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Bestellungen der gedruckten Version der Chronologie “Rassismus in der Schweiz“ 2013.

Aus- & Weiterbildung von IMAMEN in der SCHWEIZ

„Auf dem Weg zum Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft“

Hier finden Sie die Dokumentation der zweiten (und auch der ersten vom 14.3.2013) Veranstaltung zum Thema.

Die zweite, ebenfalls halböffentliche Konferenz fand am 13. März 2014 an der Universität Freiburg statt.

Über Ihre Kommentare im FORUM wären alle Involvierten sehr dankbar (nehme ich an), um eine möglichst breit angelegte Evaluierung und Ausrichtung des Projektes vornehmen zu können.

Erste Einladung zur Imamausbildung

Die Meister des Nichtseins und Seins

Sufismus ist Philosphie – Die Meister des Nichtseins und Seins

Ein Beitrag, den mir Stefan MAKOWSKI zum Bedenken hinterließ ... 
Einer, der in hohe Höhen stieg und nun zu unseren Füßen liegt! 
Demut - MUT - Hochmut ... nicht Feigheit ist das Gegenteil von Mut! Habt Ihr das 
schon mal bedacht? HANEL

„Nur wenige Begriffe im Wörterbuch des Islams sind so eindrucksvoll wie die Begriffe „Sufi“ und „Sufismus“. Ihre pure Erwähnung provoziert häufig Debatten über ihre Bewertung, ihren Zweck und ihre Bedeutung. Manche orthodoxen und traditionelleren Muslime bringen diese Begriffe mit negativen Eigenschaften wie „verachtungsvoll“ und „beargwöhnenswert“ in Verbindung.
Für andere schließen diese Begriffe Menschlichkeit, Toleranz, Harmonie, die Überwindung oberflächlicher Rituale, Liebe zum Menschen und den Versuch, sich auf spirituelle Gefolgschaft einzulassen, ein. Für einige wenige sind Sufis dagegen Träumer, Rebellen und Leute, die sich unbefugt in die Rituale der Kirche und die Staatsgeschäfte einmischen.
Für viele aber stehen sie stellvertretend für das soziale Gewissen und gelten als Antennen der Gemeinschaft. In ihren Aktivitäten legen sie eine ausgesprochene Anteilnahme an der Menschheit und ein tiefes Interesse an und Wissen um die Kernwerte der Gesellschaft an den Tag. Sie treten gegen zivile und religiöse Führer an, die aufgrund eigennützigen Interesses Konflikte und Spaltungen in ihren Gemeinden hervorrufen.“[i]
Was Nasrollah S. Fatemie, Professor für Internationale Angelegenheit an der Farleigh Dickinson University, New Jersey, zum Teil apologetisch pro Sufis ins Feld führt, sehen Sektenbeauftragte und Politiker von heute möglicherweise eher kritisch. Zu eigenständiges politisches Denken schwört die Gefahr des Revoluzzertums herauf.

Der Säkularismus scheint ernsthaft gefährdet. Solange eine „geistige Ambition“ individuell, abgegrenzt und privatistisch bleibt, steht ihrer Ausübung nichts im Wege. Der charismatische Geist darf freilich niemals öffentlich werden. Meditation und Philosophie sind zu Privatsachen geworden. Jedermann (und jedefrau) mag seine oder ihre Lebensphilosphie haben – solange sie kein Politikum wird. Die Pflege bunter „Elfenbeintürme“ wird vom Staat akzeptiert, wenn ihre öffentliche Valenz möglichst gering und unsichtbar gehalten wird. Jene Religionen, die sich in den für sie vorgesehen Nischen betont unauffällig verhalten, können den Freiraum, den man ihnen gewährt, ausgiebig nutzen. Der mehr öffentliche Charakter des Islam wird daher gegen diese Konvention anstoßen müssen. Weiterlesen