RAMADAN – Ansprache von Farhad AFSHAR (KIOS)

Salam – Ramadan Mubarak,
Friede und gesegneter Ramadan

SEDAGHAT im Ramadan

Ansprache von Farhad AFSHAR KIOS bei einem IFTAR der BMK am 6.7.2014

Ramadan ist der Monat der Sedaghat – der Aufrichtigkeit. Die Gebote des Ramadan unterscheiden sich von allen anderen Geboten dadurch, dass sie auf Freiwilligkeit und moralischer Einsicht beruhen. Niemand ist gezwungen zu Fasten, keine Aufsicht steht hinter den Gläubigen und kontrolliert ob sie nicht im Geheimen rauchen, trinken oder essen. Jeder und jede versucht, so gut es geht, den eigenen Ansprüchen zu genügen. Der Ramadan ist eine Zeit der Besinnlichkeit und der Selbstdisziplin, eine Zeit der Auseinandersetzung mit den eigenen Begehrlichkeiten.

Die Selbstbeschränkung ist aber nur ein Bereich des Friedensmonats, die andere Dimension des Ramadans ist die Anteilnahme am Leben der Familie, der Freunde, der Nachbaren und der Gemeinde.

Das bedeutet der Ramadan ist der Monat der Spiritualität, er ist die Zeit der Empathie: Die Muslime fasten freiwilligum sich in die Situation von Menschen zu versetzten, die gezwungen sind zu hungern. Es ist die Zeit deraktiven Anteilnahme, der Zuwendung, der Bemühung die Bürde unglücklicher Mitmenschen zu lindern.

Ramadan ist auch die Zeit des Friedens. Die Ethik des Ramadans beruht auf Sedaghat – der Aufrichtigkeit. Um der Sedagat, dieser Aufrichtigkeit zu entsprechen, darf ich nun meine folgenden Worte selbstkritisch an uns selbst, an die Muslime, richten.

Es genügt moralisch nicht, wenn wir im Ramadan nur die Fastenregeln einhalten, unsere Gebete verrichten und karitativ tätig sind und dabei das Hauptgebot des Islams übersehen – die Verpflichtung zum Frieden. Wenn wir uns bemühen, angesichts des Ramadans, dem Anspruch der Aufrichtigkeit zu genügen, der erstrebten Sedaghat zu entsprechen, dann müssen wir uns eingestehen, dass unsere schweizerischen Freunde, wie auch unsere Kritiker, Recht haben, wenn sie uns fragen:

Was ist mit den schrecklichen Ausschreitungen, den Exzessen und dem Terror in islamischen Ländern?

Vielleicht genügt es als Antwort an die Medien, und es ist auch politisch korrekt zu sagen, wir Muslime leben in der Schweiz und nicht im Ausland. Diese Aussage genügt aber nicht unserem eigenem Anspruch an Sedaghat, es entspricht nicht der Aufrichtigkeit uns selbst gegenüber.

Wir wissen, die zentrale Sehnsucht der Muslime im Ramadan ist der Frieden, dafür beten wir jeden Tag. Jedoch ist es ungenügend nur zu fasten, zu beten und zu spenden, ohne uns auch zu vergegenwärtigen und uns einzugestehen- dass Menschen im Namen des Islams grauenhafte Verbrechen begehen – im Namen unserer Religion der Barmherzigkeit – Kriege, Zerstörungen und Vertreibungen organisieren. Wir alle wissen, in unserer Religion Islam, gibt es keine Legitimität um Aggressionskriege durch politische Argumente zu rechtfertigen. Noch strikter gesagt:

Der Islam verbietet Aggressionskriege.

Wie können wir das Brot mit unseren Nachbaren und Freunden teilen, ohne gleichzeitig uns Bewusst zu sein, dass zurzeit viele Menschen durch die grauenhafte Aggression islamischer Söldner ihre Liebsten, ihre Familien und Ihre Heimat verlieren und hunderttausende Flüchtlinge, Muslime, Christen und Minderheiten in Nachbarländern Schutz suchen?

Vielleicht können wir nichts an der politischen Interessenlage ändern, aber als Gläubige können wir klar und unmissverständlicher klären:

1. „Wer den Frieden bekämpft und das Leben der Menschen vernichtet, ist kein Muslim.

2.  Wer Elend und Leid über die Menschen bringt und ihre Würde zerstört, der verliert im Namen des Islamsdas Recht, Mitglied unserer Glaubensgemeinschaft zu sein“.

Wir Muslime verwahren uns dagegen, dass in unserem Namen, im Namen unserer Religion der Barmherzigkeit, Unmenschlichkeit und Gewalt herrschen. Keine Regierung, keine Armee, keine Sicherheitskräfte, keine Miliz, keine Gruppe, kein geistlicher und kein weltlicher Richter und kein gläubiger Muslim hat das Recht im Namen des Islams, die Gewalt der Waffen an die Stelle der Macht des Rechts zu setzen, um Unrecht auszuüben und die Menschen zu entwürdigen.

Wir Muslime erklären entschieden und für jedermann klar und verständlich, wir akzeptieren keine Aggression und Destruktion in unserem Namen, weder mit der Rechtfertigung durch Fortschritt, noch mit der Rechtfertigung durch Demokratie, noch mit der Rechtfertigung durch Menschenrechte und schon gar nicht mit der Rechtfertigung durch Freiheit.

Nichts ist so verwerflich, wie Unterdrückung im Namen der Freiheit und Entwürdigung im Namen der Würde.

Denn der Koran gebietet für uns Muslime in absolut verbindlicher Satzung:

„Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einenMenschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet.“ (Koran 5:32)

Der Koran sagt ausdrücklich nicht, wer einen Muslim tötet, nein, ganz im Gegenteil, klar und verständlich, wer einen Menschen tötet. Das ist ein universelles Gesetz der Menschlichkeit und schützt alle Menschen der Welt. Es ist ein Gebot der existentiellen Solidarität und weltweiten Empathie.

Die nachfolgenden Worte darf ich nun wieder an alle richten, die mit uns Ramadan feiern. Der gesegnete Monat Ramadan gehört nicht nur uns Muslimen. Der Monat der Spiritualität ist ein Geschenk an die Menschheit.

Es ist die Zeit der Besinnung, um in Frieden mit sich selbst, mit der Familie, den Freunden, den Nachbaren, den Muslimen, unseren Schwesterreligionen Judentum und Christentum und den Andersgläubigen, sowie mit allen Menschen, die den Frieden ehren – sich verbunden zu fühlen – und Gott für das herrlichste Geschenk des Lebens- den Frieden – zu danken, denn nur im Zustand des Friedens erfahren wir die innere Sicherheit, das Leben und die Welt als Einheit zu erleben.

Der Friede sei mit Euch und die Gnade Gottes und Sein Segen.

As-salâmu aleikum wa rahmatullâh(i) wa barakâtuh(u).

Farhad Afshar,
KIOS – Koordination Islamischer Organisationen Schweiz

-Interlakenstrasse79, 3705 Faulensee
Tel. 041 33 6542842, 078 830 82 80
KIOS@bluewin.ch
Grussbotschaft zum Ramadan,  anlässlich des gemeinsamen Eftars der BMK –
Basler Muslimkommission, mit dem IRF – Interreligiöses Forum Basel
Klybeckstrasse 1b, 4057 Basel
Basel, den 06.07.2014

 

WAS ist POLITISCHER ISLAM?

WAS ist POLITISCHER ISLAM?

Eine Frage von Schweizern an die Muslime. Eine Frage, welche offenbar die Gesellschaften interessiert.

Nicht leicht zu beantworten ist sie überdies, gilt es doch als allgemeines Wissensgut:
„Der Islam trennt nicht Religion von Politik“. Also kann es eigentlich nur politischen Islam geben, oder nicht?

An dieser Stelle soll nun dieser Frage aus muslimischer Sicht, aber auch aus der Sicht jener nachgegangen werden, die als Nichtmuslime herrlich definieren, was unter „politischem Islam“ zu verstehen sei.

Beginnen wir mit einer Recherche im Netz: http://hpd.de/node/6849

Ein Buch, ein Titel: Handlungsstrategien des politischen Islamismus.

Der Sammelband, „Politischer Islam im Vorderen Orient. Zwischen Sozialbewegung, Opposition und Widerstand“ enthält allgemeine Analysen und Länderstudien zur Entwicklung des Islamismus.
Ohne lange auf Einzelheiten einzugehen, wird sofort klar und ersichtlich, WIE gedacht, WIE publiziert wird:

„Politischer Islam entwickelt den ISLAMISMUS.“
Man spricht über „politischen Islam“ und meint „Islamismus„. Man spricht über Islamismus und meint Islam (politisch oder nicht – aber eigentlich schon …).

Weiter im Zitat:

Islamisten sind nicht als Akteure sui generis zu begreifen; vielmehr sind sie rationale Akteure, die zwar ihren ideologischen Bezugspunkt in der Religion des Islam finden, unter anderen Aspekten aber durchaus mit ideologisch anders ausgerichteten Gruppen vergleichbar sind.“ „Dies gilt insbesondere für die Deutung des Islamismus als soziale Bewegung, die sich sowohl gegen autoritäre Herrschaft wie gesellschaftliche Probleme richtet.“

Hier bekommen wir das nächste Stichwort, „ideologisch„.

Nicht finden die Islamisten ihren theologischen Bezugspunkt in der Religion, sondern ihren ideologischen. Weiterlesen

GSIW Newsletter Nr. 91 – Juli 2014

GSIW NEWSLETTER 91

Inhalt
Hier der Link zur  PDF  Ausgabe Juli 2014:
http://www.gsiw.ch/newsletter91-07-14.pdf

Hier der Link zur HTML Ausgabe Juli 2014:
http://www.gsiw.ch/newsletter91-07-14.htm
POLITIK & RELIGION
– Autor kommt dran, der Verleger davon
– Keine Eile beim Thema Muslime
– CVP scheut Diskussion um Islam
– Salafistenszene
– Rassismusbericht 2013

 

VERANSTALTUNGEN
– Film OMAR (Kritik)
– Neuer Skandalfilm als „Sira“ getarnt
– „Respekt“ Iftar mit NCBI
– IMAN Zentrum VOLKETSWIL
Veranstaltungen
– UNI LUZERN
-Fastenbrechen f. Frauen in Winterthur
– Swiss Muslim Events
– islam.ch
 ISLAM & MUSLIME in den MEDIEN
– Ein schräges NZZ Interview
– Die Schule sollte nicht immer nachgeben
– Islam & Schule – zw. 2 Welten
– Nach dem Kindergartenentscheid
– Jüdischer Vertreter für islam. Chinski
– Möglichst unsichtbar
– In Sachen Grabfeld herrscht Funkstille
– Steiniger Weg f. Vorzeigemoschee
– Islamanerkennung in Luzern
– Kopftuchdiskussion vertagt
 ISLAM & MUSLIME in den MEDIEN
– Stadt übernimmt Zinsen f. Kredit
– Kopftuchdiskussion ist populistisch
– Wenn Politiker nichts tun …
– Im Herzen des Islam
– Sektenfachleute erhalten neue Fragen
– Vorsicht: Islam Emanzen
– Schwinigs in Würsten für Muslime
– Ab wann ist Rassismus ein Justizfall?
– Nur das Gespräch baut Vorurteile ab
IN eigener SACHE
– Iftar Finder
– MONDSICHTUNG 2014/1435
Umfassende Information

 Muslime und GSIW Mitglieder schreiben
– Die schönsten Namen Allahs
– Neue Beiträge unter http://www.islamheute.ch

 

VIOZ – tote LINK Wiederherstellung –

In eigener Sache:

Da durch das VIOZ Sekretariat der VIOZ Medienspiegel abgeschaltet wurde – und wenn er wieder aufgeschaltet werden sollte, die Beiträge ws. neu verlinkt werden, waren nun alle Links auf den von mir erstellten VIOZ MEDIENSPIEGEL tot.

In aufwändiger Arbeit wurden die Beiträge auf der Interviewseite neu verlinkt.
Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, ja sogar wahrscheinlich, dass ich weitere tote Links übersehen habe.

Ich bitte daher um Mitteilung per „KOMMENTAR“, wenn solche toten Links entdeckt werden.

Vielen Dank
m.hanel@gmail.com

VIOZ Imamenempfang im Stadthaus ZÜRICH

Wie jedes Jahr kurz vor dem Fastenmonat Ramadan, empfängt der/die Zürcher Stadtpräsident/Stadtpräsidentin die Imame des Zürcher Dachverbands der Muslime zu einem Meinungsaustausch.

Die Rede von Stadtpräsidentin Corine MAUCH ist unter folgendem LINK zu lesen:

Hier die diesjährige Rede der VIOZ, des VIOZ Präsidenten Mahmoud EL GUINDI

VIOZ Rede in Stadthaus am Mittwoch 25.6.2014
anlässlich Ramadan  2014 G / 1435 H
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بسم الله الرحمن الرحيم

Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Corine Mauch, Frau Stadträtin Claudia Nielson
Sehr geehrte Herrn Stadträte Gerold Lauber, Andreas Türler, Raphael Golta –
Sehr geehrter Herr Christoph Meier
Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne möchten wir Ihnen, Frau Mauch, heute zu Ihrer Wiederwahl als Stadtpräsidentin herzlich gratulieren und wünschen Ihnen auch weiterhin viel Erfolg in Ihrem Amt. Doch wollen wir Ihnen nicht nur Erfolg wünschen, sondern hoffen auch zu diesem Erfolg auf die eine oder andere Weise  durch unsere Kooperation beitragen zu können.
Wir bedanken uns auch für die Gelegenheit mit Ihnen und den anwesenden Gastgebern den Beginn des Fastenmonats Ramadan – der in ein paar Tagen beginnt – zu feiern und uns gemeinsam darüber zu freuen.

In wenigen  Tagen ist es aber auch 100 Jahre her, dass der verheerende Funke zum Beginn des ersten Weltkriegs gezündet wurde.
Daher erlaube ich mir, diesbezüglich einige historische Zusammenhänge zum Vortrag zu bringen.

Nach unseren Berechnungen ist der erste Tag des Monats Ramadans am 28. Juni 2014. Auf den Tag genau ein hundert Jahre zuvor, also am 28. Juni 1914, wurde beim Attentat von Sarajevo der österreichische Thronfolger von Mitgliedern der revolutionären Untergrund­organisation Mlada Bosna, die in Verbindung mit offiziellen Stellen Serbiens standen, ermordet. Das Hauptmotiv war die Befreiung Bosnien-Herzegowinas von der Österreich-Ungarischen Herrschaft mit dem Ziel einer Einigung der Südslawen unter der Führung Serbiens.

Aufgrund der Verwerfungen, die der Erste Weltkrieg auslöste, und wegen seiner bis in die jüngste Vergangenheit nachwirkenden Folgen, gilt er als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Bekanntlich steckte im ersten Weltkrieg der Keim für den zweiten Weltkrieg mit all seinen tragischen Folgen. Darin lag aber auch der Keim für jenes Phänomen, welches im Westen islamischer Fundamentalismus genannt wird, der seinerseits wieder wesentlichen Einfluss auf den politischen Islam hatte und damit auch auf die Situation und Befindlichkeit der muslimischen Minderheiten in Europa heute.

Interessant ist die Betrachtung der Rolle der „Minderheiten“ im ersten Weltkrieg und im speziellen Fall der muslimischen Minderheiten und die damit verbundenen Ursachen für das Entstehen des sogenannten „Euro-Islam“ in Europa.

Nachdem Atatürk 1923 nach dem ersten Weltkrieg das „Kalifat“ System abgeschafft hatte, wurde die Organisation der Muslim Brüder 1928 u.a. als Reaktion darauf gegründet, um zu versuchen das daraus entstandene wahrgenommene Vakuum zu füllen.
Dies kann als die Geburtsstunde des oben bezeichneten, sogenannten islamischen Fundamentalismus bezeichnet werden und selbstverständlich auch als Reaktion auf einen gewaltsamen Eingriff in das gesellschaftspolitische Gefüge muslimischer Völker.

Obwohl der erste Weltkrieg vorwiegend ein europäischer Krieg war, haben Muslime in diesem Krieg tatsächlich als Feinde gegeneinander gekämpft!
Während die Türken auf der Seite Deutschlands standen, haben Nordafrikaner auf der Seite von Frankreich und asiatische Muslime auf Seiten Englands gekämpft.
So konnten z.B. auch nordafrikanische Kriegsge­fangenen von türkischen Seelsorgern betreut werden.

In vereinten Kampf mit Frankreich starben insgesamt 70’000 Muslime im Dienste der französischen Streitkräfte, davon alleine 28’000 in der Schlacht um Verdun. Obwohl laizistisch, hatte Frankreich in einem symbolischen Akt nach Kriegsende den Muslimen je einen Quadratmeter pro gefallenen Muslim d.h.  70’000 m² im Pariser „Quartier Latin“ geschenkt, um darauf eine Moschee zu bauen.

Dies erfolgte in Dankbarkeit und Anerkennung für die Leistungen und Opfer der Muslime im ersten Weltkrieg. Die Moschee wurde am 15. Juli 1926 vom damaligen französischen Präsidenten eröffnet. Sie ist als „Monument historique“ eingestuft.
Die Engländer haben den Muslimen, die sie in ihren Kriegshandlungen unterstützt hatten eine Moschee in London geschenkt und Deutschland den Türken eine Moschee in Berlin.

Der sogenannte Euro-Islam war geboren.

Eine durchaus logische, wenn auch etwas provokante Frage, die aus dieser historischen Betrachtung entsteht, lautet daher:

Müssen wir Muslime hier warten, bis die Schweiz einmal einen Krieg zu führen hat (Gott möge dies verhüten),  um sie in diesem Krieg zu unterstützen, um eine „grosse“ Moschee in Zürich zu haben?

Gerade im gesegneten Monat Ramadan nehmen viel mehr Personen als sonst während des Jahres an Gebeten und Anlässen teil und vermissen eine repräsentative Moschee, die Gebetsmöglich­keiten für eine solch grosse Anzahl von Personen bietet und wir hoffen, dass es eben eine solche auch einmal in der Weltstadt Zürich geben wird.
Zürich ist eine schöne, wohlhabende und friedliche Metropole.
Die Muslime hier leisten ihren Beitrag zur Volkswirtschaft und zum Wohl und Wohlstand aller ihrer Bewohner. Wir, die VIOZ als Dachorganisation der verschiedensten muslimischen Vereinigungen und Organisationen, sind der aufrichtigen Ansicht, dass Zürich, sowie die Muslime hier eine schöne und ästhetisch passende, dieser Stadt würdige Moschee verdienen.

Noch ein Wort zum Thema Minarett.

Wenn der Islam für die Schweiz gefährlich wäre, wäre er ihr nicht auch ohne Minarette gefährlich?

Wir respektieren diesen Volksentscheid, doch betrachten ihn deshalb allerdings als irrational.
Er widerspiegelt eine unbegründete Angst vor dem Islam, die wir durchaus ernst nehmen und auch gezielt mit den gesellschaftspolitisch relevanten Kräften in Zürich abbauen wollen. Ein Muslim und eine Muslimin brauchen kein Minarett um in den Himmel, ins Paradies zu kommen. Für die Schweiz ist das Minarett Verbot aber aus unserer Sicht eine schwere Blamage. Auf der ganzen Welt verbieten nur die Schweiz und Nord Korea Minarette.

Alle Moscheen in Europa haben Minarette und die Muslime haben dennoch nicht die Macht in Europa deshalb übernommen. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass der politische Diskurs um den Islam und die Muslime versachlicht und mit weniger Polemik verbunden wird, sodass die Schweiz wahrhafte Religionsfreiheit, die doch verfassungsmässig garantiert ist, im Rahmen hiesiger Rechtsstaatlichkeit und Ordnung unbeschränkt gewährt.

Ich danke Ihnen

2014-06-25 12.19.58

Mahmoud EL GUINDI VIOZ Präsident

2014-06-25 12.16.55-1

Corinne MAUCH Zürcher Stadtpräsidentin

2014-06-25 12.30.09

Christof MEIER Zürcher Integrationsbeauftragter

Christof MEIER lädt Muslime ein Mitglied im städtischen AUSLÄNDERBEIRAT zu werden – also, bitte melden … 🙂
Bedingungen: Wohnort in Zürich, keine Schweizer Staatsbürgerschaft

Ali Ben Massoud Imam Volketswil

Ali Ben Massoud
Imam Volketswil spricht über die Segnungen des Monats Ramadan

 

Von den Muslimen wurden zu folgenden Themen Fragen gestellt:

Wie kann die Versorgung  Muslime mit HALAL Fleisch verbessert werden?
Welche Besonderheiten sind bei der Kindergartenbewilligung zu beachten?
Wie kann das Spitalseelsorgenetz für Muslime verbessert werden?
Kann die Blockarbeitszeit für Muslime in der Stadtverwaltung am Freitag aufgehoben werden?
Warum gibt es ein VIOZ Vorstandsmonopol? Was tut die Stadt dagegen?
Zur Zürcher Friedhofsverordnung – Änderungen erwünscht *
Zu Maßnahmen der Stadt, um das Muslimsein in Zürich zu einer „Normalität“ werden zu lassen.

* Meine Anfrage betrifft die Zürcher Friedhofsordnung.
Aufgrund aktueller Vorkommnisse in jüngster Vergangenheit stellt sich für die Muslime in Zürich die Frage, was wohl unternommen werden müsste, damit die Züricher Friedhofsordnung – nach dem Vorbild jener in Basel Stadt – derart angepasst wird, dass Muslime, welche im Stadtgebiet Zürich versterben, auch im muslimischen Teil des Friedhofs Witikon  begraben werden können.

Zusatzfrage:
Es sind ca. drei Grabsteine die immer wieder zu Reklamationen der Friedhofsbesucher in Wittikon führen.
Grabsteine die Lebewesen bildlich oder als Skulptur darstellen, trotz der im Merkblatt des Bestattungsamts festgehaltenen Vereinbarung: (In islamischen Kulturen ist es üblich, weder Menschen noch Tiere abzubilden. Arabesken und Pflanzen sind erlaubt)
Unser Leiter der Friedhofskommission Herr Issa Gerber ist jeder Zeit bereit die Trauerfamilie bei der Bestellung von Grabsteinen beratend zu unterstützen, damit so eine Ungereimtheit gar nicht entstehen kann. Nun geht es darum, dass wir eine Lösung finden wie wir solche Probleme umgehen können. Die Stadt hat einen Ansprechpartner in dieser Angelegenheit und sollte dies sollte doch nicht auch genutzt werden?

 

 

 

 

MONDSICHTUNG 2014/1435

ENTSCHEIDUNGSKRITERIEN für die BESTIMMUNG des DATUMS ISLAMISCHER FEIERTAGE in EUROPA

Verfasser: Muhammad M. HANEL für VIOZ
(Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich)

 Für die Sichtungsdaten 2014/1435 bitte HIER klicken

Die islamische Zeitrechnung beginnt am 16. Juli 622 n.C, mit dem 1. Muharram, dem von der islamischen Tradition festgelegten Datum der Hidschra, der Auswanderung des Propheten Muhammad aus Mekka nach Medina. Der islamische Kalender rechnet nach Mondjahren. Ein islamischer Monat beginnt immer mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (Hilal). Besonders wichtig ist dies für den Fastenmonat Ramadan.Die Länge jedes Monats ist je nach Mondstellung 29 oder 30 Tage. Der im Westen benutzte gregorianische Kalender rechnet nach Sonnenjahren. Weil das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist (10 -11 Tage pro Jahr), wandern die vom Mondzyklus bestimmten Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Sonnenjahr, bis sie wieder zur gleichen Zeit, gemessen am Sonnenjahr, stattfinden. Somit verschieben sich auch die religiösen islamischen Festtage jedes Jahr 10 -11 Tage nach vorne.

Zur Bestimmung der Monate kommen grundsätzlich zwei Methoden zur Anwendung:

  1. Sichtung der Mondsichel mit dem Auge.(Eine Überlieferung des Propheten Muhammad sagt: Wenn ihr ihn (den Neumond) seht, dann fastet, und wenn ihr ihn wieder seht, dann beendet euer Fasten, und wenn seine Sichtung nicht möglich ist, so schätzt die Zeit dafür.“
  2. Astronomische Vorausrechnung der Mondstellung, resp. das Zählen der Tage (der islamische Mondmonat hat entweder 29 oder 30 Tage – wichtig für die geographischen Gebiete, welche regnerisch und bewölkt sind und in welchen deshalb eine Sichtung des Mondes mit bloßem Auge nicht oder kaum möglich ist.) Über die Möglichkeiten der „globalen“ und „lokalen“ Sichtung weiter unten.

Basierend auf diesen zwei Methoden ergeben sich für die Muslime in der Schweiz, welche ursprünglich aus über 100 Ländern der Welt stammen, bislang folgende ACHT Entscheidungsvarianten für die Bestimmung der Daten der Festtage:

I.
Entscheidung nach „Mekka“, auch wenn eine faktische „Sichtung“ der jungen Mondsichel (Hilal) wissenschaftlich nicht haltbar ist.Eine Vorgangsweise, die (vor allem bei den Daten für den Fastenmonat Ramadan) immer weniger Akzeptanz und Anwendung bei anderen muslimischen Ländern, resp. muslimischen Gemeinschaften findet. Meist sind die Daten von Saudi Arabien einen Tag zu früh, da die publizierte, angeblich erfolgte Sichtung durch wissenschaftliche, astronomische Fakten zu oft ausgeschlossen werden muss(te). Da die Pilgerfahrt (Hadsch) in Saudi Arabien stattfindet und der Feiertag des Schlachtopferfestes (Id al-Adha) im Rahmen der Pilgerfahrt angelegt ist – richten sich bei diesem Festtag allerdings mehr muslimische Gemeinschaften nach Saudi Arabischen Vorgaben als sie dies beim Fest des Fastenbrechens (Id al-Fitr) tun.

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OFFENER Brief an Mouhanad KHORCHIDE

Lieber Mouhanad Khorchide

Vielversprechend ist Titel Deines Buches, „Islam ist Barmherzigkeit“ – umso ernüchternder die Lektüre! Deine Herangehensweise an dieses höchst gehaltvolle, zentrale Thema unseres Glaubens ist für die grosse Mehrheit der Muslime nicht nur enttäuschend sondern empörend und das dürfte Dir klar sein. Empörend deshalb, weil Du – und das in Deiner Funktion als Dozent an einer Uni und als Ausbildner von Religionslehrern – für ein Muslimsein einstehst, das sich nicht nur von sehr vielem loszusprechen sucht, was die Gelehrten der Vergangenheit erarbeitet haben, sondern ebenso vom Kern von Qur’an und Sunna. Du trittst ein für einen „Islam“ ohne Zähne und Knochen, ein schwammiges Gebilde ohne jeden Halt, seiner Substanz entledigt.

Du bringst zunächst einfach alles durcheinander, was die Gelehrten der Vergangenheit – unter ihnen gewiss viele, denen wir heutige Muslime was Gottesfurcht, Menschenkenntnis und – freundlichkeit sowie ganzheitliche Ausgewogenheit anbelangt nicht das Wasser reichen können – erarbeitet und Muslime gelebt, empfunden und praktiziert haben. Die Aqida al Ascharis sei fehlerhaft, weil sie die Barmherzigkeit Gottes trotz ihrer immer wiederkehrenden Erwähnung im Qur’an, nicht als Wesensattribut Gottes bezeichnet. (Warum aber werden dann alle anderen „Namen“ und „Eigenschaften“ Allahs taala nicht auch als Wesensattribute gesehen?) Von der Scharia soll nicht mehr als die fünf Säulen und „religiöse Gebote, die vom gesellschaftlichen Wandel unabhängig sind, wie die Speisevorschriften im Koran“ übrigbleiben. (S 149) Ja, die Scharia stehe gar, als „juristisches System verstanden in klarem Widerspruch zum Islam….da es nicht Aufgabe von Religionen…. ist, Gesetze zu erlassen“ (S. 116 sowie auch 144) und schon ganz zu Anfang Deines Buches erstellst Du eine Aufspaltung zwischen einer „juristischen Beziehungsebene zu Gott“ (derjenigen des Gehorsams) versus der auf „Liebe und Vertrauen“ gründenden Ebene und suggerierst, es gehe um Entscheidung zwischen diesen beiden. Warum? Ist es nicht möglich, BEIDES zu berücksichtigen, gibt es wirklich nur die Möglichkeit, sich zu entscheiden zwischen sklavischem, unreflektiertem, unbeseeltem Gehorsam, der „die religiösen Rituale auf Pflichterfüllung reduziert und der menschlichen Fitra die Möglichkeit ihrer Entfaltung nimmt“ (S 107) einerseits oder andererseits einer Beziehung „wie die zwischen einer Mutter und ihrem Kind“ (S. 145) innerhalb derer man sich „in den Händen Gottes fallen lassen“ kann (S 33)? Meinst Du nicht, dass dies eine sehr unausgereifte Sichtweise ist, die, vereinfacht gesagt, darauf hinausläuft, die „väterliche Ebene“ aus dem Spiel zu lassen und der Sinnhaftigkeit eines wohlreflektierten, aktiven, von Liebe getragenen Gehorsams durch den alleine nämlich unser verantwortliches Handeln in der Welt gewährleistet bleibt und der durchaus auch die „dialogische Beziehung zu Gott“ beinhalten kann, den Wert abzusprechen? Ist es nicht eine unglaubliche Frivolität, menschengemachten Gesetzen dasselbe Potential an möglicher Gerechtigkeitsfindung zuzuschreiben wie göttlichen Geboten? (S 119: „Jedes Gesetz, das dem Prinzip der Gerechtigkeit gerecht wird, entspricht dem, was Gott hinabgesandt hat, auch, wenn es nicht die Überschrift „muslimisch“ trägt …“)

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INTERRELIGIÖSER LEITFADEN des Interr. THINK-TANKS

Leitfaden

Nicht OBWOHL, sondern WEIL ich der Meinung bin, dass der interreligiöse Dialog an einem in der Neuzeit noch nicht erlebten Tiefpunkt angelangt ist – und auch wenn neue diesbezügliche Ansätze gefunden werden müssen, erlaube ich mir zu sagen, dass dieser LEITFADEN des Interr. Think-Tanks für den INTERRELIGIÖSEN DIALOG ein zurzeit unverzichtbares Instrument ist, um zur Erkenntnis jener Faktoren zu gelangen, welche

  1. zum oben erwähnten Tiefpunkt geführt haben und
  2. aufgrund dieser bewusst gemachten Erkenntnisse die Voraussetzung dafür ist, die erforderlichen NEUEN befried(ig)end funktionierenden Ansätze überhaupt zu entwickeln.

Mein Ersuchen und Anliegen daher ist*, dass jede interreligiös wirkende Gruppe wenigstens ein Exemplar erwirbt und GEMEINSAM DURCHARBEITET und mit ihren eigenen, selbst gemachten Erfahrung abgleicht.

Die muslimischen VEREINE mögen ebenfalls je ein solches Exemplar erwerben und ihren jüngeren Mitgliedern zu lesen geben, welche nach der Lektüre ihren älteren und verantwortlichen Geschwistern im Islam darüber berichten. IsA wird solches Vorgehen zu Ergebnissen führen, die Allah wohlgefällig sind.
Gilt doch das Prophetenwort: “die Vorzüglichsten unter Euch sind jene, welche ihren Gemeinschaften am nützlichsten sind”. Und Allah, Gott weiß es am Besten!

Mit islamischem Gruß und besten Wünschen
Muhammad M. Hanel www.gsiw.ch  www.islamheute.ch
* ich bin nicht umsatzbeteiligt

Die Bestellungen der A-5-Broschüre (CHF 18.- plus Versandkosten) wären direkt zu richten an: info@interrelthinktank.ch

Anbei noch der LINK zu einem weiteren unverzichtbaren Buch für jene, welche an korrekten THEOLOGISCHEN Aussagen zu Christentum und Islam interessiert sind:
Christen und Muslime: Was sie verbindet – was sie unterscheidet (Taschenbuch)

Leitfaden2 Leitfaden4 Leitfaden5 Leitfaden3

Die SCHÖNSTEN NAMEN ALLAHs “Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā” – AL-KHALIQ – Der Schöpfer – AL-BARI‘ – Der Hersteller – AL-MUSAWWIR – Der Gestalter Teil 11/13

Allahs Schönste Namen

“Say: “Call upon Allah, or call upon Rahman: by whatever name ye call upon Him, (it is well): for to Him belong the Most Beautiful Names…”
[The Holy Quran, Surah Isra 17:110] PicLink

Eines der wichtigsten Lektionen die es im ISLAM zu erlernen gibt, ist wohl die Kenntnis der Asmāʾu ’llāhi ’l-ḥusnā ‚ der schönsten Namen oder Eigenschaften Gottes – ALLAHs.

In einem Hadith von Abū Hurayra (603–681), einem Gefährten des Propheten Muhammad (saws), wird überliefert:

Wahrlich, Gott hat neunundneunzig Namen, einen weniger als hundert. Wer sie aufzählt, geht ins Paradies.“ – Saḥīḥ des Buḫārī, Band 3, Kapitel 50, Nr. 894

Zählt man alle im Qur’an genannten Bezeichnungen für Gott, so kommt man auf deutlich über hundert. Daher gibt es verschiedene Listen dieser 99 Namen, die voneinander abweichen. So wird z. B. auch Allah selbst in manchen Listen mitgezählt, in anderen aber nicht.

An einer solch einer Listen habe ich bereits selbst gearbeitet und gemäß meiner Übersetzung von Muhammad ASADs Koran diese Eigenschaften zu erläutern versucht.

Versuch der Erläuterung der “99 Schönsten Namen Gottes”HANEL 5/2012
Verse aus dem Qur’an zu den “Schönsten Namen Gottes”

Nun möchte ich einen Schritt weitergehen und beabsichtige die Erläuterungen von Imam al-Ghazâlî (Abû-Hâmid Muhammad ibn-Muhammad al- Ghazâlî) aus seinem AlMaqsad AlAsna Fi Sharh Asma‘ Allah Al-Husna vorzustellen.
HIER der LINK zur PDF Druckversion dieser Übersetzung aller Namen …
Hier noch der LINK zu meinem Vortrag zum Leben und Wirken von Imam Abu Hamid.

BISMILLAHI ar-RAHMANI ar-RAHIM

AL-KHALIQ – Der Schöpfer
AL-BARI‘ – Der Hersteller
AL-MUSAWWIR – Der Gestalter

Man mag denken, dass diese Namen Synonyme sind und Ableitungen vom Schöpfungsakt und vom ins Dasein bringen darstellen. Doch dies ist keine zwingende Wahrheit. (Tatsache ist,) alles, was aus Nichtsein ins Dasein tritt, bedarf zuerst einer Planungsstufe; zweitens, eines gemäß dieses Plans ins Dasein bringen und drittens die Gestaltung der erschaffenen Materie. Gott, der Höchst Erhabene ist der Schöpfer insofern Er der Eine ist der plant und bestimmt; Er ist der Hersteller in dem Ausmaß in dem Er erfindet und ins Dasein bringt; und Er ist der Gestalter hinsichtlich der Tatsache, dass Er die Formen Seiner Erfindungen in bestmöglicher Art und Weise anordnet.

Man könnte sagen, dass diese Handlungsabfolge an einen Hausbau erinnert, der eines Planers bedarf, der die Anzahl der Ziegel, der Balken und die Grundstücksgröße festlegt, von der Anzahl der Gebäude und deren Dimensionen ganz abgesehen.
Diese Arbeit liegt in der Verantwortung des Architekten, der all dies skizziert und ausgestaltet.

Danach braucht es einen Baumeister, welcher die Verantwortung für die nun tatsächlich errichteten Gebäude übernimmt. Im nächsten Schritt braucht es den Ausgestalter, um die Farben aufzutragen und so deren Aussehen zu bestimmen. Die Verantwortung dafür liegt bei jemand anderem als bei dem Erbauer. Dies ist die normale Vorgangsweise bei der Errichtung eines Gebäudes. Dennoch trifft dies nicht für Gott, den Höchst Erhaben zu. In allen Fällen ist Er der Planende, der Erbauer und der Ausgestalter. Deshalb ist Er der Schöpfer, Hersteller und Gestalter.
Ein Beispiel Seiner Arbeiten ist der Mensch, eines von Gottes Geschöpfen. Verschiedene Dinge sind für seine Existenz erforderlich. Zuerst muss die Substanz bestimmt werden, aus welcher er bestehen soll. Dies ist natürlich ein mit bestimmten Eigenschaften ausgestatteter Körper. Selbstverständlich muss es diesen Körper zuerst geben, damit er mit diesen Eigenschaften ausgestattet werden kann, wie es auch verschiedene Werkzeuge braucht, um ein Haus zu bauen. Darüber hinaus kann die menschliche physische Konstitution nicht ohne eine Mischung aus Wasser und Erde taugen. Denn Erde alleine ist unelastisch und kann nicht gefaltet oder gebogen werden, um Bewegung zu ermöglichen. Natürlich ist Wasser absolut flüssig und kann aus sich nicht zusammenhalten, noch eine feste Form einnehmen. Daher muss die starre, trockene mit der flüssigen, flexiblen Materie in einer ausgewogenen Weise zusammengebracht werden. Das Ergebnis wird Lehm genannt. Nun muss kochende Hitze hinzugefügt werden, damit diese Mischung aus Wasser und Erde sich verfestigt und nicht auseinanderbricht. Dies deshalb, weil der Mensch ja nicht nur aus reinem Lehm geformt wurde, sondern eher aus etwas, was zusammengebacken wurde, wie dies der Fall bei Tongefäßen ist. Tonware besteht aus Lehm, dem der Formbarkeit halber noch Wasser hinzugefügt wird und dann erhält diese Mischung im Feuer ihre Festigkeit. Desweiteren bedarf es für den Menschen ein genau bestimmtes Mengenverhältnis von Wasser und Lehm. Das heißt, wären die Mengen zu gering, kämen keine menschlichen Handlungen zustande. Die Handlungen wären eher auf dem Niveau von Ameisen und Engerlingen, die vom Wind zerstreut und leicht zerstört werden können. Andererseits braucht es auch nicht ein Übermaß an Lehm, welches sein tatsächliches Bedürfnis überschreitet. Vielmehr braucht der Mensch eine korrekte Menge – nicht zuwenig, nicht zuviel – und diese Menge ist nur Gott bekannt. Diese Tatsache ist natürlich die wichtigste bei der Planung.

Hinsichtlich der Planung dieser Dinge und der Erschaffung in Übereinstimmung mit dieser Planung ist Er Al-Khaliq. Hinsichtlich der tatsächlichen Erschaffung, dem Akt etwas aus Nichtexistenz in die Existenz zu bringen, ist Er Al-Bari. Der Akt nur der Erschaffung ist eine Sache, doch etwas zu erschaffen aufgrund eines vorbereiteten Planes ist eine ganz andere Sache. Diesen Unterschied zu begreifen ist für den wesentlich, der Schwierigkeiten hat den Akt der Erschaffung primär auf das Planungsstadium zurückzuführen, auch wenn es dafür philologische Unterstützung gibt, da die Araber eine versierte Person Erschaffer (khaliq) nennen, der seine Arbeit auf Grund der Vorbereitung durch eine andere plant. Daher spricht der Dichter, „Gewiss hast du geschnitten, was du gemessen (khalaqtu) hast, doch manche Leute messen und schneiden doch nicht.“

Der Name Al-Musawwir ist Gottes Name in der Hinsicht, dass Er die Formen der Dinge in bestmöglicher Art arrangiert und ihnen die bestmögliche Gestalt gibt. Dieser Name ist eine Charakteristik, um Aktivität auszudrücken. Dessen wirkliche Natur kennt nur der, welche die Welt der Formen ganz allgemein kennt und dann auch im Detail. Denn die ganze Welt ist wie eine Person, die aus verschiedenen Gliedmaßen besteht, die harmonische zusammenwirken, um ein für sie erforderliches Ziel zu erreichen. Die Glieder und Teile ihres Körpers finden ihre Gegenstücke in der Welt der Himmel, der Sterne und der Erde, um nicht das Wasser, die Luft und andere Materie zu vergessen. Die verschiedenen Teile ihres Körpers sind perfekt angeordnet. Wenn diese Anordnung irgendwie verändert wird, wird er unweigerlich sein Funktionieren einbüßen. Die Glieder und Organe die für den oberen Teil des Körpers gedacht sind, müssen auch im oberen Teil platziert sein, und jene, welche für den unteren Teil angelegt sind, müssen dort vorgefunden werden.

Vielleicht kann man hier eine Parallele zu einem Maurer finden, der die Steine unten hinlegt und das Holz darüber, eine Vorgangsweise, die über eine bloße Gewohnheit hinausgeht, weil dies natürlich die einzige Art und Wiese ist, wie man einer Mauer Stabilität verleiht; denn wenn man die Anordnung umkehrte, erhielte man eine Mauer, die keineswegs stabil und dauerhaft wäre.

Gleicherweise müssen wir die Notwendigkeit der Position der Sterne in der Höhe und der Erde darunter und aller wichtigen Teile der Welt verstehen.

Wenn wir beginnen wollten, alle wichtigen Teile dieser Welt aufzuzählen und zu beschreiben, danach die Bedeutung ihrer Anordnung zu erklären, fielen unsere Ausführungen wohl ziemlich lange aus. Der dessen Wissen um die detaillierte Beschreibung der Dinge umfänglicher ist, hat ein weiteres Verständnis von der Bedeutung des Namens Al-Musawwir.

Dieses Anordnen und Formen ist in Verbindung mit jedem einzelnen Ding dieser Welt zu finden, sei es in der Größe einer Ameise oder eines Atoms. Tatsächlich sogar in jedem einzelnen Glied einer Ameise. Es bräuchte vieler Worte, um das Auge, das kleinste Organ der Lebewesen zu beschreiben. Wenn jemand die Schichten, deren Form, deren Ausdehnung, seine Farben und die Weisheit die darin liegt nicht kennt, kennt nicht wirklich die Form des Auges, sondern nur sehr wenig Allgemeines über dessen musawwir. Gleiches kann über alles im Pflanzen- und Tierreich gesagt werden; tatsächlich von jedem Teil einer Pflanze oder eines Tieres. 

Eine Ermahnung:
Des Menschen Anteil an diesem Namen liegt in der Aneignung des Wissens über die Form all dessen was existiert, sowohl hinsichtlich der Gestalt und deren (innerer) Anordnung, auf dass er die Zusammenstellung dieser Welt wahrhaftig versteht und geradewegs durch Ansehen begreift. Im weiteren, dass er vom (Konzept des) Ganzen zum (Wissen über das) Detail herabsteigt, um zu einer umfassenden Sicht über die menschliche Form zu gelangen.[1] Er wird seinem Körper und seinen Gliedmaßen besondere Aufmerksam-keit zuwenden, damit er ihre Ausführung, Anzahl, ihren Aufbau und die Weisheit die sie in ihrer Schöpfung und Anordnung offenbaren. Dann wird er einen umfassenden Blick auf seine moralischen (ma’nawiyya) Eigenschaften werfen und auf seine noble (ma’ani) Natur, welche (die Handlungen) seine(r) Wahrneh-mungen und seinen Willen beflügeln. Auf gleiche Weise macht er sich auf das ihm bestmögliche mit der äußeren und inneren Form des Pflanzen- und Tierreichs vertraut und so wird er weitermachen, bis er in seinem Herzen (Geist) das Konzept, das Wesen (nafs) und die Form des Ganzen erfasst. All dies wird aus dem Wissen über die Formen körperlicher Dinge erreicht. Dieses (Wissen) ist gering im Vergleich zum Wissen über die Ordnung geistiger Wesen, welches das Wissen über die Engel und deren Rangordnung und auch die Rolle, welche ihnen hinsichtlich der Machtbefugnis zur Kontrolle über die Himmel und Sterne gegeben ist, einschließt. Die Autorität dieser Wesen reicht auch an die Herzen der Menschen und drückt sich durch Führung und Anleitung aus, von ihrer Befugnis über das Reich der Gedanken, ganz abgesehen von ihrer Macht gegenüber dem Tierreich über die Instinkte, welche die Wesen zum passendsten Ort führt, um ihre physischen Bedürfnisse zu befriedigen. Dies also ist des Menschen Anteil an diesem Namen; nämlich der Erwerb der kognitiven, über die Erkenntnis wahrgenommenen Form, welche der existentiellen Form entspricht.

Wissen im Geist ist eine Form, welche der Form der bekannten Dinge entspricht. Gottes Wissen über die Formen ist die Ursache für die Existenz der einzelnen (Dinge). Desweiteren sind die Formen, die in den einzelnen Dingen vorhanden sind, die Ursache für das Erscheinen der erkenntnisbasierten Formen im Geist des Menschen. Auf gleiche Weise erwirbt er das Wissen über die Bedeutung des Namens al-Musawwir, welcher einer der Namen Gottes ist. Durch die Aneignung dieser Formen in sich selbst, wird er einem musawwir gleich, wenn auch nur in metaphorischem Sinn. Denn diese Form tritt in ihm selbst nur durch eine Schöpfung Gottes und Seine Verursachung hervor, um es exakt auszudrücken, und nicht durch des Menschen Bemühungen. Doch dem Menschen ist es, sich weiterhin zu bemühen, sich sozusagen dem Strom von Gottes Gnaden auszusetzen. Denn ganz gewiss gilt:
„Gott ändert nicht den Zustand eines Volkes wenn sie nicht (zuvor) ändern, was in ihren Herzen ist“.
Und auch sagte der Prophet (saws): „Gewiss hält der Herr Geschenke der Gnade für euch zu euren Lebzeiten bereit, so setzt euch ihnen unbedingt aus.“ [2]

Was Al-Khaliq und Al-Bari betrifft, so kann der Mensch nicht hoffen, diese beiden Namen zu durchdringen, ohne sich einer Art weitläufiger figurativer Beschreibung zu bedienen. Der Grund dafür liegt darin, dass Erschaffung und Entstehung auf den Gebrauch von auf Wissen begründeter Macht zurückgeht. Gott, der Höchst Erhabene hat das Wissen und die Macht für den Menschen erschaffen. Der Mensch hat (daher) ein Mittel diese Macht in dem Maße zu erreichen, wie es seinem Planen und Wissen entspricht. Alle existierenden Dinge sind in jene unterteilt, welche in keinerlei Hinsicht vom Vermögen des Menschen abhängen, wie die Himmel, die Sterne, die Erde, das Tier- und Pflanzenreich und anderes; und in jene, deren Auftreten vom Vermögen des Menschen abhängen. Dies sind die Werke, welche durch die Taten der Menschen entstehen und hergestellt werden, die verschiedenen Formen der Verwaltung, der Anbetung und verschiedenste Bemühungen und Anstrengungen der einen oder anderen Art.

Wenn es der Mensch (wirklich) schafft einen Grad des Erfolgs in seinem inneren Kampf durch ständige Praxis und Selbstbeherrschung zu erringen, und gleichzeitig sich selbst und andere zu führen, erlangt er einen Rang in welchem er einzigartig unter den Menschen ist, indem er Dinge entdeckt, die zuvor noch nicht entdeckt wurden; und wenn er es auch gleichzeitig schafft bestimmte Dinge zu tun und andere dazu zu veranlassen diese zu begehren, dann ist er wie eine Person, die etwas erschafft, das es zuvor noch nicht gab.

Man sagt, dass die Person welche Schach erfunden hat, jene Person ist, die das Spiel erfunden und erdacht hat, etwas erfunden hat, das es zuvor noch nicht gab, auch wenn solche Erfindung keinen wirklichen Wert hat oder lobenswert ist. Dies gilt auch in Hinblick auf religiöse Übungen, Kämpfe und Anstrengungen der einen oder anderen Art, Vorgansweisen und die verschiedenen Handwerkskünste, welche die Quelle mannigfachen Segens sind, die Art und Weise wie manche Leute von anderen lernen. Unweigerlich sind sie bis zum ersten Entwickler und Erfinder zurückzuverfolgen, und über diesen Erfinder kann man sagen, dass er diese Formen erdacht hat. Al-Khaliq ist der eine, der sie plante, sodass es möglich ist, ihm diesen Namen metaphorisch zuzuweisen.

Unter den Namen Gottes gibt es einige, welche metaphorisch auf den Menschen überschrieben werden können – tatsächlich ist dies die Mehrzahl der Namen; und es gibt einige, die wahrhaftig dem Menschen zugehören und Gott nur metaphorisch zugeschrieben werden, wie dies der Fall mit As-Sabur und As-Shakur ist. Es ist nicht korrekt, wenn wir das Teilen anerkennen, welches hinsichtlich einiger dieser Namen besteht und die Unterschiede die wir gerade erwähnt haben vernachlässigen.

[1] Das Konzept der ganzheitlichen Weltsicht ist hier lange vor unserer Zeit vorweggenommen und auch mit der alten hermetischen Weisheit verknüpft: „Wie oben so auch unten, wie unten, so auch oben“; MMH

[2] Qur’an 13:11